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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Petra Sch.:

komplexer Polit-Krimi

Tode, die wir sterben von Roman Voosen; Kerstin Signe Danielsson

3,5 Sterne

In Malmö wird ein 13jähriger mit ausländischen Wurzeln erschossen.
Jon Nordh und Svea Karhuu arbeiten zum ersten Mal zusammen und sind auf den Fall angesetzt - bis ein weiterer Mord geschieht.

Jon Nordh ist psychisch sehr angeschlagen, er hat erst vor kurzem seine Frau verloren und muss sich nun um seine beiden Kinder kümmern.

Seinen Partner und Freund hat er gleichzeitig verloren - denn die beiden, die vorgeblich ein Verhältnis hatten, saßen bei dem Unfall gemeinsam im Auto.
Nordh will den Fall des toten Jungen auf jeden Fall lösen, denn er hat mit seiner Chefin ausverhandelt, dass er dann die Ermittlungsunterlagen zum Tod seiner Frau und seines Partners erhält, denn es gibt Ungereimtheiten bei diesem Unfall.
Nordh ist so ein typischer skandinavischer, abgehalfteter Ermittler mit düsteren Gedanken und Alkoholproblemen. Also ein klassisches Klischee, doch man fühlt mit Nordh mit.

Svea Karhuu wurde aus Stockholm nach Malmö versetzt, um sie aus der Schusslinie zu nehmen. Bei ihrer Arbeit als verdeckte Ermittlerin ist etwas geschehen, das nicht hätte passieren sollen.
Svea mochte ich von Anfang an. Sie ist taff, mutig, voller Energie und vor allem hat sie eine gute Auffassungs- und Kombinationsgabe.

Leider ist die Atmosphäre im Buch sehr deprimierend: Gang-Milieu, Waffen, Ausländerfeindlichkeit - Menschen am sozialen Rand. Und ein unschuldiger Bursch ist zur falschen Zeit am falschen Ort.
Die Ermittler gehen anfangs natürlich von Bandenrivalität aus, da sich in der Pizzeria hinter dem erschossenen Jugendlichen zwei Mitglieder einer Malmöer Gang befanden, die offenkundlich das Ziel waren und von einem weiteren Gast gerettet wurden.

Mir gefiel es sooo gut, die Ermittlungsarbeit von Jon und Svea zu verfolgen, es war total authentisch und sie haben kleinweise ein Puzzlestück nach dem anderen aufgedeckt. Und das Bild, das dadurch entstanden ist, hat nicht nur die Ermittler überrascht. Manchmal war es mir jedoch etwas zu verwirrend und ich brauchte dann einige Zeit, um wieder alles richtig zu sortieren.
Leider wurden einige Dinge öfters wiederholt, und auch gingen mir manche Ermittlungserfolge zu einfach bzw. war etwas viel Zufall im Spiel.

Die Auflösung war zwar etwas klischeehaft, doch glaubwürdig. Obwohl der Fall aufgelöst wurde, gab es keinen so richtigen Abschluss. Da hätte ich mir noch weitere Infos gewünscht.
Ebenso wie der mysteriöse Autounfall von Nordhs Frau und dessen ehemaligem Partner. Auf diese Aufklärung bin ich schon sehr gespannt!


Fazit:
Ein komplexer politischer Krimi mit zwei problembehafteten Ermittlern. Düster-deprimierende Atmosphäre; manchmal etwas verwirrend; es gab einige Wiederholungen und trotz Auflösung keinen richtigen Abschluss.

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Klufti geht in die Politik

Lückenbüßer von Volker Klüpfel; Michael Kobr

Adalbert Kluftinger, Interims-Polizeipräsident, lässt sich bei den Gemeinderatswahlen in Altusried als sogenannter Lückenbüßer aufstellen. Weil eben noch einer fehlt, und er so weit hinten auf der Liste eh nicht gewählt werden kann.
Doch als sein Erzfeind und Nachbar, Dr. Martin Langhammer, ebenfalls kandidiert und den Wahlkampf mit sehr viel Eifer betreibt, packt den Klufti der Ehrgeiz.

ER will und kann doch was für seine Gemeinde bewirken, nicht dieser besserwisserische, zugezogene Preuß'!
Achja, einen Mordfall gibt es natürlich auch noch aufzuklären.

Auch in seinem 13. Fall kann Klufti wieder mit seiner mürrischen Art überzeugen, die einfach nur lustig rüberkommt! Grumpy Klufti halt! :D
Der Fall selbst geht diesmal leider komplett durch Kluftingers Privatleben bzw. den Wahlkampf unter - das macht aber gar nichts, denn dieser Band ist so unterhaltsam wie noch nie! Kluftingers politische Haltung ist einerseits fragwürdig, andererseits am Zahn der Zeit. Er will sich ja nicht von seinem uralt-VW Passat trennen, denn er hängt dran und der ist noch gut, und nun auch schon ein Odtimer. Dass dieser viel verbraucht, macht er dadurch wett, dass er betont, dass man ja nichts wegschmeißen und neu kaufen muss (Umweltschutz!!), was noch gut ist.

Obwohl auch der Kriminalfall natürlich interessant und spannend ist! Denn bei einem Übungs-Einsatz in den Bergen, wo eigentlich alles abgesperrt ist, wird eine Leiche gefunden. Ein Kollege, der jedoch gar nicht für den Einsatz eingeteilt war.
Bei den Ermittlungen gelangen Klufti und seine Kollegen in die rechtspolitische Szene, was zwar viele Klischees aufgreift, aber auch brandaktuell ist.

Man fühlt sich sofort wieder wohl in Altusried, was auch besonders an Kluftis Frau Erika liegt (ich frage mich jedes mal, wie die so einen Grantler aushält ;)
Man trifft wieder auf Kluftis Kollegen Roland Hefele, Obergscheitler Richi Maier und die taffe Lucy Beer und natürlich seinen Erzfeind Nummer 1: Nachbar und "Quacksalber" Dr. Martin Langhammer samt Ehefrau Annegret.
Leider haben Sohn Markus, dessen Frau Yumiko und v.a. die Enkelin eher wenig Platz bekommen; die wünsche ich mir im nächsten Band wieder präsenter.

Was mir besonders gut gefallen hat, ist, dass Klufti endlich seine Scheuklappen abgelegt und sich emotional und sozial weiterentwickelt hat!! Er ist natürlich immer noch, so wie er halt ist: altmodisch, konservativ und mürrisch. Doch er ist nun auch offener für Neues und bei dem Wahlkampf, bei dem Langhammer übel mitgespielt wird (was halt an Langhammers spezieller Art gelegen hat) stellt Kluftinger mit Entsetzen fest, dass dieser nicht mehr sein Intimfeind ist, sondern er ihm tatsächlich sowas wie ans Herz gewachsen ist. Also so irgendwie halt. Mir kamen da echt die Tränchen ;)


Fazit:
Klufti at his best! So humorig und unterhaltsam, und Klufti entwickelt sich weiter. Der Kriminalfall ist dann leider eher Nebensache, aber das macht gar nichts, denn Kluftis Wahlkampf ist Spannung pur!

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Dystopie mit Thrill

Lieferdienst von Tom Hillenbrand

"Lieferdienst" spielt in einer nicht näher definierten Zukunft in Neu-Berlin, in der Menschen fast nicht mehr real einkaufen, sondern nur mehr virtuell. Und dabei wird alles, sogar Zahnpasta, per 3D-Drucker hergestellt. Verschiedene Lieferdienste fighten gnadenlos darum, wer das jeweils hergestellte Produkt als erstes beim Kunden ausliefert.

Eines Tages wird Arkadi von einem höherrangigen Kollegen - sein Idol "Airbox" - gebeten, dessen Lieferung zu übernehmen. Kurz darauf stirbt dieser. Was war in der Lieferung drin und warum musste Airbox sterben? Nachdem Arkadi seltsame Aufträge erhält und selbst in Gefahr gerät, will er dieses Rätsel um jeden Preis lösen.

Arkadi arbeitet für den Lieferdienst Rio (knallblau) und ist ein sogenannter Bringer. Es gibt 4 große Lieferdienste, alle farblich gekennzeichnet, und ein paar kleinere.
Man kann sich gut in Arkadi hineinfühlen, besonders auch, da die Geschichte aus seiner Sicht in ich-Form geschrieben ist; dieser ständige Stress, der schnellste zu sein, um in der Hierarchie der Kuriere aufzusteigen und sich vor allem gegen die anderen Lieferdienst als Schnellster durchzusetzen. Bei diesen Wettrennen geht es sehr oft nicht fair zu.

Die Darstellung dieser Zukunft ist sehr düster und beklemmend; das ursprüngliche Berlin gibt es nicht mehr, es wurde auch nie neu wieder aufgebaut.
Die Straßen sind übereinander aufgebaut; es ist auch genau festgelegt, wer wo fahren darf; manche Leute leben sogar in ihren Fahrzeugen aufgrund der Wohnungsnot und den unbezahlbaren Preisen. Dann noch die fliegenden Hoverboards der Bringer, das hört sich alles soo gruselig für mich an. Echt keine schöne Vorstellung der Zukunft.
Und dann ist da der Umweltschutzgedanke, ein bestelltes Produkt fünf-mal oder noch öfter herzustellen, um dann nur eines dann "an den Mann zu bringen" - das ist einfach unvorstellbar!!
Nicht nur die Zukunftszeichnung, auch die verwendeten Begriffe und die Sprache sind sehr futuristisch.
Am Ende des Buches ist noch die (während des Lesens zuerst nur schwer verständliche) Hierarchie der Bringer aufgelistet.


Fazit:
Eine sehr realistisch anmutende Dystopie mit Thriller-Elementen. Das Verhalten der Menschheit in der Zukunft bzgl. Bestellungen und Umweltschutz ist sehr beklemmend und regt zum Nachdenken an.

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Kurz-Comics über die schreckliche Adele

Die schreckliche Adele 09 von Mr. Tan; Diane Le Feyer

3,5 Sterne

"Die Rückkehr der Raufereien" ist bereits der 9. Band der "Die schreckliche Adele"-Reihe, für mich war es jedoch der erste.
Ich war überrascht, dass es keine zusammenhängende Geschichte ist, sondern viele Kurzgeschichten/Comics, die nur über eine Seite gehen. Ein paar wenige Storys reichen über eine Doppelseite.

Im Mittelpunkt steht natürlich Adele, bei der ich absolut nicht einordnen konnte, wie alt sie eigentlich ist. In einer Kurzgeschichte hält sie ein Referat über die französische Revolution; andererseits soll im Matheunterricht 12 minus 2 gerechnet werden ?!?
Adele ist Schlau, hat einen großen Wissensschatz, aber sie hasst einfach alles. Schule, Hausaufgaben die Mitschüler/innen sowieso (hiervon ganz besonders Jade und Miranda, zwei einfältige Mädels, die nur auf Mode und Beauty stehen), ihre Eltern, und ganz besonders ihre Katze Ajax, die sie immer eliminieren möchte. (Diese Geschichten finde ich besonders bedenklich. Nicht, dass Kids noch auf dumme Gedanken kommen...)
Achja, und sie hat einen unsichtbaren Freund namens Magnus, der ihr immer Tipps gibt.
Alle vorkommenden Personen sind zu Beginn kurz steckbrieflich vorgestellt, das finde ich hilfreich, besonders wenn man die Reihe noch nicht kennt.
Alles in allem für Kids sicher super unterhaltsam und lustig, aber wie gesagt, manchmal echt überdenkenswert.


Fazit:
Im 9. Band der Reihe kämpft Adele gegen Schule, Hausaufgaben, und besonders ihre Mitschülerinnen Jade und Miranda.

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Tod am Perchtoldsdorfer Maskenball

Perchtoldsdorfer Totentanz von Christian Schleifer

Die Charlotte (bitte ohne "e") löst in "Perchtoldsdorfer Totentanz" bereits ihren 5. Fall.
Für mich war es der erste der Reihe, was aber gar kein Problem war, denn der Fall selbst ist in sich geschlossen und die privaten Infos der handelnden Personen erfährt man im Laufe der Geschichte.

Gewöhnungsbedürftig war für mich, dass alle Personen (es sind wirklich viele) immer mit Titel angeführt werden. Also "die Charlotte", "der Leo" usw. Der Schreibstil ist sehr humorvoll und man wird öfter an tatsächliche Begebenheiten oder Persönlichkeiten erinnert.

Am Perchtolsdorfer Maskenball (Ende April!! ;) mit dem schönen Namen "Zombieball" wird Batman von Darth Vader erstochen. Es stellt sich heraus, dass er auch noch vergiftet worden ist.
Wer ist Batman und warum wollte man doppelt auf Nummer sicher gehen, dass er auch wirklich stirbt?
Die Charlotte will das natürlich unbedingt herausfinden. (Und ist auch erfolgreich - eh klar.)

Mit Spannung verfolgt man die Recherche der Charlotte, die authentisch und spannend dargestellt ist. Immerhin war sie mal Polizistin in Wien, bis sie wieder aufs elterliche Weingut samt Heurigen zurück gezogen ist.
Sie gelangt bei ihren Ermittlungen in die Polit-Szene, immerhin sollen auf der geschützten Perchtoldsdorfer Heide Fracking Bohrungen durchgeführt werden bzw. werden sogar begonnen. Was mich tatsächlich verwundert hat, denn ich dachte immer, dass dies ein Naturschutzgebiet ist, das nicht angerührt werden darf. Ich hoffe, dass dies wirklich nur den Ideen des Autors entsprungen ist ;)
Die politischen Verstrickungen sind so typisch österreichisch, dass man an tatsächliche Ereignisse erinnert wird.
Im Vordergrund stehen eher die Charlotte und ihre Familie samt Verflechtungen (die man erstmal entwirren muss) und der Krimi gerät manchmal leider in den Hintergrund.

Da ich Perchtoldsdorf und die Umgebung etwas kenne, war es für mich noch schöner zu lesen. Ich mag es nämlich, wenn man die Schauplätze kennt und die Wege nachvollziehen kann. Die Heide ist ein Naturjuwel mit seltenen Pflanzen und Tieren; besonders die kleinen Ziesel sind niedlich anzusehen.
Da Perchtoldsdorf ein Weinort ist und die Charlotte auf einem Weingut lebt, ist der Wein natürlich sehr präsent; sprich: es wird viel davon getrunken ;)


Fazit:
Unterhaltsamer Regionalkrimi mit einer beharrlichen Ermittlerin, einem komplexen Fall und viel Lokalkolorit.

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kein Escape Room und seltsame Auflösung

Auf der Mauer, auf der Lauer von Mel Wallis de Vries

Kurz vor ihrem 17. Geburtstag wacht Charlie in einem finsteren Raum auf - sie wurde entführt!
Um in den nächsten Raum und danach weiter zu kommen, muss sie jeweils Aufgaben erfüllen.

"Auf der Mauer, auf der Lauer" war mein erster Jugendthriller von Mel Wallis de Vries. Der Schreibstil hat mir gut gefallen, es ist flüssig und spannend zu lesen, Charlie erzählt ihre Geschichte in ich-Form, wodurch man sich gut in sie hineinversetzen kann.

Die unterschiedlichen Perspektiven, Befragungen durch die Polizei, handschriftliche Notizen mit Songtexten haben das Ganze aufgelockert.

Man erfährt viel über Charlie und ihre beiden Freundinnen, mit denen sie sich in letzter Zeit auseinander gelebt hat; v.a., seit sie sich mit Olaf trifft.
Auch hat sie vor einem Jahr ihre Schwester verloren, Schule ist doof, und es geht ihr allgemein nicht so gut. Man fühlt mit ihr mit, auch wenn sie manchmal echt unsympathisch rüberkommt und man ihr Verhalten auch nicht immer nachvollziehen kann. Die Probleme von Jugendlichen werden authentisch dargestellt.

Leider hat der Klappentext bei mir Erwartungen an einen Escape Room Thriller hervorgerufen, die nicht erfüllt wurden.
Dass Charlie eingesperrt war, kam auch erst recht spät; und dann waren es nur wenige Räume, wo sie gefühlt nichts machen musste, um in den nächsten Raum zu kommen. Ich habe es - genau wie Charlie selbst - nicht verstanden, was sie jeweils richtig gesagt/gemacht hatte, um weiterzukommen.

Die Auflösung hat mich dann auch so gar nicht zufrieden gestellt; leider kann ich nicht wirklich etwas erwähnen, ohne zu spoilern. Ich habe mich nur gefragt, ob so etwas rechtlich überhaupt möglich ist und mich auch gefragt: hilft das tatsächlich? Und die Befragungen haben dann auch keinen Sinn mehr ergeben...
Ja, die Geschichte regt zum Nachdenken an, doch diese Art der Auflösung fand ich nicht wirklich gut.


Fazit:
Jugendthriller, der stark anfängt, bei dem das versprochene Escape Room Feeling aber zu kurz kommt und dessen Auflösung mir nicht gefallen hat und mich auch etwas ratlos gemacht hat.

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ein toter Anwalt im Hirschgrund

Der Tod braucht keinen Rettungsring von Susanne Hanika

Im mittlerweile 19. Fall ermitteln Campingplatzbesitzerin Sofia und ihre "Hirschgrundis", wie sie die Dauercamper Ihres Campingplatzes Hirschgrund nennt, im Fall eines toten Anwalts.
Der vermögende Maximilian Struckmann will unbedingt jenen Stellplatz haben, mit dem er schöne Kindheitserinnerungen verbindet, auf dem jedoch die Hetzeneggers ihren Wohnwagen stehen haben, die diesen Platz jedoch auf keinen Fall hergeben wollen.

Und der Anwalt war da, um einen Vertrag aufzusetzen.
Bis er tot im See gefunden wird. Für die Hirschgrundis ganz klar: der wurde ermordet.

Man schließt alle Hirschgrundis sofort in sein Herz, allen voran mag ich Evelyn. Selbstverständlich auch Sofia (für deren Ermitteln natürlich hilfreich ist, dass sie mit dem örtlichen Polizisten Jonas liiert ist). Aber Evelyn ist so taff, geradeheraus und auch etwas schrullig. Immerhin will sie sich mit Sexualberatung selbständig machen und das Ergebnis ist, dass die Ursula sich ihre Bluejeans abschneidet und Gummistiefel anzieht, um so ihren Mann zu verführen. ;D

Das Ermitteln der illustren Truppe ist eigentlich ein Herumstochern und ein Zusammenspiel vieler Zufälle, aber sie lösen den Fall dann doch mehr oder weniger auf.
Es ist wieder sehr humorvoll und chaotisch, man kann gut miträtseln und wird sehr gut unterhalten.


Fazit:
Bereits zum 19. Mal ermittelt die bunte Truppe der Hirschgrundis mit viel Chaos und Humor. Sehr unterhaltsam.

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Erster Teil eines wundervoll magisch-buchigen Märchens

Die magische Bibliothek der Buks 1: Das Verrückte Orakel von Nina George; Jens J. Kramer

"Das verrückte Orakel" ist der Auftakt der "Die magische Bibliothek der Buks"-Dilogie, in der uns Nina George in die Welt der Buks entführt. Buks sind kleine, geheime Beschützer von Büchern, die in einer versteckten Villa mitten in der Stadt leben, in deren Bibliothek von jedem Buch ein Exemplar vorrätig ist.

Die Geschichte spielt in einer nicht näher definierten Zukunft, worauf man leider erst im Laufe der Geschichte kommt, wo die Menschheit Bücher vergessen hat. Es gibt nur mehr digitale Gerätschaften, und Infos erhält man durch Videos oder Hologramme. Nur wenige Menschen wissen noch von Büchern; und davon wollen einige um jeden Preis verhindern, dass Bücher wieder ins Gedächtnis der Menschen kommen.
Und dann ist da auch die seltsame Krankheit der Bücher, die keiner der Buks heilen kann.
Doch das verrückte Orakel prophezeit, dass 5 Kinder zur Rettung kommen werden.

Die Buks staunen nicht schlecht, als plötzlich die Zwillinge Nola und Finn, Mira und Thommy auftauchen. Die neugierigen und aufgeweckten Kinder haben unterschiedliche Charaktereigenschaften und Stärken, die sich gut ergänzen, und die für die Rettung der Bücher hilfreich sind. Somit können sich die jungen Leser/innen auch gut mit jeweils einem der Protagonisten identifizieren.
Die Vier sind soooo erstaunt von den wundervollen Geschichten in diesen Büchern, dass sie den kleinen Buks natürlich zusagen, zu helfen. Wäre da nicht die schreckliche Geraldine, deren Mutter die Ministerin ist, und die die vier Freunde mobbt und ausspioniert und bestimmt alles brühwarm ihrer Mutter erzählen würde. Ob sie ihre Rettungsmission vor Geraldine geheim halten können?

Die Entwicklung der Kinder ist richtig toll. Dass sie so mutig werden und sich trauen zu lügen, um den Buks und den Büchern zu helfen (unfassbar, dass Kinder in der Zukunft nicht lügen...)
Die Buks sind natürlich DAS Highlight: klein, niedlich, mit Spitzohren und Leuchte-Augen und den witzigen, passenden Namen. Ich mochte Alice Buk und Rebella Buk am liebsten.
Die Fantasie und Magie in der Geschichte sind einfach wundervoll!! Nicht nur die fabelhaften Buks, auch die Zeichnungen der Zukunft, die Buchkrankheit, die die Buchstaben verschwinden lässt usw.
Auch die Spannung ist hoch; allein schon der Gedanke, dass es keine Bücher und keine Geschichten mehr gibt - nur noch Lernvideos und News! Auch die sozialen Strukturen und Regeln in dieser Zukunft sind sehr befremdlich. Und dann natürlich die geheime Rettungsmission der Kinder und das Rätsel um den verschwundenen Buchmeister.
Leider gibt es am Ende einen echt fiesen Cliffhanger - sowas finde ich, geht in Kinderbüchern gar nicht. Jetzt heißt es geduldig sein, bis der finale Band erscheint.
Sehr schön ist die Vorstellung einiger Buks im Vorsatzpapier.


Fazit:
Fatasievolle und magische Geschichte um 4 taffe Kids, die den kleinen Buchbeschützern, den Buks, helfen wollen, die Bücher zu retten. Leider mit offenem Ende, das sooo neugierig auf den Abschlussband macht. Großer Lesespaß!

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gelungener Auftakt der Palais-Heiligendamm-Saga

Palais Heiligendamm - Ein neuer Anfang von Michaela Grünig

4,5 Sterne

Im Auftakt der Palais-Heiligendamm-Saga lernen wir das opulente Hotel in Doberan an der Ostsee kennen und natürlich die Familie Kuhlmann, die das Hotel betreibt. Man verfolgt das Geschehen von Sommer 1912 bis Winter 1918/19.

Vater Heinrich hatte in Berlin ein Hotel gemeinsam mit seinem Bruder betrieben, und nun wollte er sich mit einem Hotel für die gehobene Gesellschaft selbständig machen und in Konkurrenz zum Grand Hotel, das sich direkt am Strand in Heiligendamm befindet, treten.

Man erfährt viel über das Hotelgewerbe der damaligen Zeit; über die Arbeits- und Lebensbedingungen der Angestellten und über politische Geschehnisse und allgemeine soziale Verhältnisse, v.a. soziale Unterschiede und die Stellung der Frau.

Die Person, die am meisten im Vordergrund der Geschichte steht, ist Tochter Elisabeth. Sie hat einen starken Willen und möchte unbedingt alles über das Hotelgewerbe lernen, um einmal selbst ein Hotel führen zu können. Was in den Augen ihrer Eltern natürlich unmöglich ist, und sie wird auch nicht ernst genommen. Selbst, als sie als einzige eine Idee hatte, um das Hotel zu retten. Natürlich kommt auch die Romantik nicht zu kurz.
Der älteste Sohn Friedrich hat sich den Familientraditionen widersetzt und ist Arzt geworden. Deshalb muss Sohn Paul alles über das Hotelfachgeschäft lernen, obwohl er sich viel lieber der Musik und dem Klavierspiel widmen würde. Man könnte ihn jedoch so oft schütteln; er geht immer den Weg des geringsten Widerstands und traut sich nie, seine Wünsche durchzusetzen.
Dann sind da noch die älteste Tochter Johanna und die jüngste Tochter Luise, die aber eher nur Randfiguren des Geschehens sind.
Mutter Ottilie war mir von Anfang an durch ihr Verhalten suspekt; doch ihr extrem übergriffiges, empathieloses Verhalten gegen Ende war einfach nur schrecklich und hat viel Leid verursacht.

Ich mochte die wundervolle Mischung aus spannender Handlung mit Intrigen, Familiengeschichte, Dramen; die lebendigen, unterschiedlich ausgearbeiteten und polarisierenden Charaktere und die Infos über das Hotelgewerbe und die sozialen Strukturen der damaligen Zeit.
Natürlich spielt auch der Krieg eine große Rolle, und man fiebert mit allen mit.
Der Schreibstil ist wundervoll emotional und das offene Ende macht neugierig auf den Folgeband!


Fazit:
Der Auftakt einer emotionalen historischen Reihe über eine Hoteliersfamilie. Eine emotionale, spannende und unterhaltsame Mischung aus fiktiver Familiengeschichte und historischen Ereignissen.

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dritter Teil der Polarkreis-Krimi-Reihe

Blutbuße von Viveca Sten

Ostern 2021: Die Immobilienentwicklerin Charlotte Wretlind wurde mit einem Messer in der Copperhill Mountain Lodge in Åre brutal erstochen.
Hängt der Mord mit Charlottes geplanten Neu- und Umbau des verfallenen Hochgebirgshotels in Storlien zusammen? Oder ist es doch einfach der Racheakt eines gestressten Hotelmitarbeiters, der mit Charlotte in Streit geraten ist?
Doch dann wird auch noch ein Zimmermädchen des Copperhill Hotels ermordet.

In ihrem 3. Fall begleiten wir Hanna Ahlander zu einem brutalen Mordfall zur Osterzeit. Im Schiort Åre wimmelt es vor Touristen, und das Hotelmanagement möchte den Fall so schnell wie möglich aufgeklärt haben.
Der Schreibstil ist gewohnt flott, durch die kurzen Kapitel und den hohen Spannungsbogen fliegt man nur so durch die Seiten.
Es gibt auch Rückblenden ins Jahr 1973, wo man Charlottes Bindung zum Hochgebirgshotel nachvollziehen kann bzw. dessen Ereignisse sich bis in die Gegenwart auswirken.
Der Fall ist in sich geschlossen, nur das Privatleben der Ermittler entwickelt sich weiter.

Hanna ist wieder taff und hat eine gute Kombinationsgabe, sie verbeißt sich in den Fall und gibt nicht auf. Mir persönlich hat natürlich besonders gut ihr neuer Mitbewohner gefallen, Kater Morris. :D
Hannas Kollege Daniel Lindskog hat indessen viel privat zu stemmen, denn er investiert seine gesamte Energie (und natürlich seine Zeit) in den Mordfall, wodurch sein Privatleben mal wieder zu kurz kommt.

Die Auflösung war aufgrund einiger Verdächtiger und falscher Spuren überraschend, aber auch authentisch. Auch die Einbindung von politischen Skandalen und Korruption treffen den Zahn der Zeit.
Nicht so gut haben mir diesmal die Wiederholungen und Längen gefallen. Und auch die Verhandlung zur Geiselnahme am Schluss war mir zu langatmig und zu zäh. Da hätte man insgesamt gut was einkürzen können.

Schön war wieder, dass die Gegend um Åre und die schneebedeckte Landschaft so gut dargestellt ist, dass man alles genau vor Augen hat.
Im vorderen und hinteren Buchdeckel gibt es einen Plan von Åre sowie den umliegenden Orten.


Fazit:
Ein solider Krimi mit aktuellen Themen, einer taffen Ermittlerin, dem schönen Setting Åre in Schweden und einer guten Auflösung; diesmal jedoch mit einigen Längen.

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