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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Lisa:

Ein Blick über den Tellerrand... oder den Schallplattenrand?

Miss en Place von Sarah Satt

Inhalt: Sofia Sabato ist leidenschaftliche Musikjournalistin, wird aber zu ihrem Leidwesen von der Chefredakteurin ins Kulinarik-Ressort versetzt. Nach einigen Pannen beim Verfassen von „Fresskritiken“ und auf einer Pressereise lernt Sofia die junge Souschefin Mari kennen und erkennt, dass Musik und Kulinarik sich sehr gut verbinden lassen…

Meine Meinung: Zunächst kurz zum äußeren Eindruck, den das Buch macht: Es ist liebevoll bis ins Detail gestaltet, angefangen von Kopfhörerdesign auf dem Cover bis hin zur Orangenschalen-Haptik unter dem Schutzumschlag.

Auch im Inneren wird mit orangenen Farbakzenten gespielt, was wunderschön und hochwertig aussieht. Besonders schön sind auch die Rezepte von Sofias Nonna zum Nachkochen und -backen. Mindestens eines davon werde ich demnächst ausprobieren! Mit der Playlist zum Buch wird die Lektüre zum Fest für alle Sinne.
Sarah Satt schreibt locker, humorvoll und sehr sprachgewandt. Da sie aus Österreich kommt und der größte Teil des Romans in Wien spielt, kann man sich auf eine Menge guter Schmähs und Austriazismen gefasst machen. Auch der (musik-)journalistische und gastronomische Arbeitsalltag werden liebevoll aufs Korn genommen. Selten habe ich mich beim Lesen so gut unterhalten gefühlt. Die äußerst humorvollen Aufzählungen und Listen haben mich zum Lachen gebracht. Die meisten Bücher entlocken mir höchstens ein belustigtes Schnauben, aber dieses hier hat meinen Humor voll getroffen.
Die Freunde Sofia, Mari und Patrick habe ich in mein Herz geschlossen und auch Sofias Eltern sind sehr herzliche Personen. Sofia macht eine tolle Charakterentwicklung durch, im Zuge derer sie im wahrsten Sinne des Wortes „über den Tellerrand blickt“ und ihre neuen Aufgaben in Teamarbeit mit Mari wunderbar meistert.

Mein Fazit: „Miss en Place“ beinhaltet eine gelungene Kombination verschiedener Künste und hat mir großen Spaß bereitet. Leseempfehlung!

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Vielseitig begabte Hexen auf Verbrecherjagd

Hexenangelegenheiten von Mara Schmiedinghoff

Inhalt: Die Protagonistin von "Hexenangelegenheiten" ist Oberhexe Sandra, welche nach dem Gefängnisausbruch des berüchtigten Vampirs Dominik Yaris mit dessen neuerlichem Einfangen beauftragt wird, bevor dieser unter den Menschen Übles anrichten kann. Doch nicht nur damit muss sich die Oberhexe des beschaulichen Ortes Feldberg auseinandersetzen.

Durch unbekannte Hände gelangt eine Sechsjährige in den Besitz eines verfluchten Armbands, dazu muss Sandra noch mit einem ungewöhnlich mächtigen Hypnotiseur im Teenageralter im Auge behalten und Yaris' Frau will auch vor dessen Mordlust beschützt werden. Auch Sandra und ihre Freunde, die ihr mit Rat und Tat zur Seite stehen, befinden sich in großer Gefahr. Werden sie es schaffen, den Verbrecher zu stellen, ohne ihrerseits Verluste beklagen zu müssen?

Meine Meinung: Das Buch glänzt mit sympathischen Charakteren, die unheimlich interessante und individuelle magische Fähigkeiten aufweisen. So unterscheiden sich das Magiesystem und die Ausgestaltung der Fähigkeiten verschiedener Fabelwesen, aber auch der Hexen untereinander maßgeblich von allem, was ich bisher gelesen habe. In meinen Augen ist der Autorin hiermit etwas Wunderbares und Neues gelungen. Es gibt nicht nur Hexen, sondern auch Vampire und Werwölfe - diese zählen aber auch als Untergruppe zu den Hexen mit ihren eigenen speziellen Fähigkeiten. Die magischen Fähigkeiten der Hexen können sich vom Sehen über Alchemie bis hin zur Verzauberung von Artefakten erstrecken. Ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel verraten, da es sich lohnt, selber darüber zu lesen. Schon allein die Stellen, an denen Sandra ihrem jungen Schützling das alles erklärt, sind unfassbar interessant - und da haben die Ereignisse gerade erst begonnen, sich richtiggehend zu überschlagen.

Besonders schön finde ich auch, dass die Hexen ein demokratisches politisches System haben. "Das Verhältnis des Rats zu allen Gruppierungen von Hexen insgesamt ist ungefähr so wie das Verhältnis der Regierungsparteien im Bundestag zur kompletten deutschen Parteienlandschaft inklusive der Biertrinkerpartei." (Schmiedinghoff 2020, Pos. 935-936)

Die Charaktere wachsen einem sehr ans Herz und man fiebert die ganze Zeit über mit und versucht, diverse Rätsel zusammen mit Sandra und ihren Freunden aufzudecken - man ist also quasi selbst mitten drin in den "Hexenangelegenheiten" - und am Ende kommt doch alles anders als erwartet. Bis zum Ende bleibt es spannend - eine absolut gelungene Kombination aus Urban Fantasy und Krimi.

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Schönes Debüt über Großstadtträume und Selbstwerdung

Serienunikat von Chantal-Fleur Sandjon

"Serienunikat" - passender könnte der Titel dieses Buches kaum sein.
Große Städte wie Berlin scheinen ein magischer Anziehungsort für junge Menschen auf der Jagd nach ihren Träumen zu sein - manche gehen in Erfüllung, manche zersplittern, wiederum andere entwickeln sich anders, aber überraschend positiv - jede einzelne Person erlebt das auf ihre eigene Art.

Es geht um das Ausbrechen aus vorgefertigten Mustern und um den Wunsch, anders zu sein. Den jede*r auf seine Art hat - wir alle sind "Unikate in Serie". :)

Ann-Sophie flüchtet von der Provinz nach Berlin - vor einer Zukunft, die ihre Eltern für sie geplant haben, ohne darauf zu hören, was ihre Tochter eigentlich will. In der großen Stadt lernt Ann-Sophie Menschen kennen, die sie auf Anhieb zu verstehen scheinen - ihre liebenswürdig-schräge WG ist die Familie, die sie sich aussucht. Auf einer Party bekommt sie von einem Fremden eine Liste mit Dingen, die man tun soll, um sich selbst zu finden - jeder einzelne Punkt darauf bringt Ann-Sophie, Ann d'Arc genannt, näher zu der Person, die sie sein möchte.

Auch als Leser fühlt man sich in der WG mit Catchy, Monk und Stefan sofort wie zu Hause. Die Gruppe ist ein zusammengewürfelter Haufen, der aber überraschend gut zusammen funktioniert und wirklich herzlich miteinander umgeht.

Die Charakterentwicklung von Ann-Sophie ist sehr spannend mitzuerleben: Tritt sie dem Leben in der Großstadt anfänglich ein wenig naiv entgegen, so lernt sie während ihrer Zeit dort auch die Schattenseiten des vermeintlichen Traumlebens kennen und fällt in ein tiefes Loch, aus dem ihre Freunde sie herausziehen müssen.

Meiner Meinung nach ist "Serienunikat" eine authentische Coming-of-Age-Geschichte über Rebellion, Ausbruch und harte Wahrheiten. Ich würde es jeder und jedem empfehlen, die sich gerade im Selbstfindungsprozess befinden oder über ihre Selbstwerdung reflektieren möchten. Es gibt für jede und jeden einen Weg, den zu beschreiten es sich lohnt.

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