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Rezensionen von Gerhard Gelbmann:

Die Legende vom Heiligen Trinker

Die in der "edition holbach" 2018 in Martigny (print-on-demand in Berlin) erschienene Ausgabe trägt am Titelblatt den Autorennamen "Stefan Zweig", was natürlich falsch ist, hat doch Joseph Roth diesen Klassiker verfaßt, der erst nach Roths Tod 1939 in Amsterdam erschien. Wie es zu diesem seltsamen Irrtum kommen konnte, ist fraglich.

Aus dem Briefwechsel Zweigs ist bekannt, daß Zweig mit Walter Landauer, der die Erstausgabe im noch unbesetzten Amsterdam herausbrachte, über Roths "Die Legende vom Heiligen Trinker" kurz nach Roths Tod im Juni 1939 korrespondierte, also Zweig selbst die Verfasserschaft bekannt war. Zweig diese Novelle zuzuschreiben, ist eine editorische Schluderei. Auf den ersten Seiten im Buch ist der Autor richtig angegeben, warum dann nicht auch am Titelblatt? Das soll keine Empfehlung sein, Stefan Zweig nicht zu lesen, im Gegenteil, will man sich mit österreichischer Literatur vor dem 2. Weltkrieg befassen, dann ist neben Joseph Roth natürlich Stefan Zweig unerläßliche Lektüre. Aber die Ansprüche an Genauigkeit beim Lesen treffen leider nicht immer auf entsprechende Maßstäbe editorischer Aktivitäten.

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