Kunden em pfehlungen
Rezensionen von yellowdog:
faszinierende Fotos
The Helsinki School von Timothy Persons; Asia Zak Persons
Dieses Buch zeigt ein umfangreiches Programm und gibt gleich einem ganzen Schwung junger, zumeist finnischer Foto-Künstler der Helsinki School Raum.
Die einzelnen Künstler werden kurz vorgestellt. Die Texte sind in englischer Sprache. Dann gibt es jeweils ein paar zumeist ausdrucksstarke und ungewöhnliche Fotos zu sehen.
Da ist schon verblüffendes dabei.
Als Beispiel möchte ich Ulla Jokisalos Menschen mit Tiermasken nennen. Oder die Menschen in Bäumen von Ville Lenkkeri und Elina Brotheres.
Oft haben die Menschen in den Fotos starre Gesichtszüge und doch kann man die Emotionen dahinter erahnen, z.B. bei Aino Kannisto oder bei den Kindern auf den Fotos von Nelli Palomäki.
Dieses fehlende Minenspiel verleiht dennoch Ausdruck.
Bei dem Dänen Joakim Eskildsen spielt die Natur eine Rolle, genauso bei Jari Silomäki. Riitta Päiväläinen verwandelt die Bäume für ihre Fotos.
Tiina Itkonen zeigt Fotos aus Grönlands verschneiter Umgebung.
Bei Susanne Majuri ist Wasser das prägende Element. Sanna Kannisto stellt Vögel in den Vordergrund. Bei Niko Luoma wird es abstrakt.
Auch die anderen Künstler vermögen mit ihren Fotos zu faszinieren.
Obwohl die Fotos teilweise stark unterschiedlich sind, ergibt sich im Ganzen gesehen doch ein Zusammenhang: den Ansatz zeitgenössisches auf eine neue Art zu zeigen.
Zauberhaftes Irland
The Helsinki School von Timothy Persons; Asia Zak Persons
Das Buch „Unsere Liebe für immer“ von J.B.Monninger startet im Prolog mit einer kleinen magischen Geschichte, die der kommenden Handlung schon eine Stimmung mit gibt.
Der Erzählstil hat ein gutes Niveau und ist gut lesbar. Monninger schafft es ausschmückende Beschreibungen einzubinden, poetisch und stimmungsvoll zu sein, ohne kitschig zu werden.
Die Amerikanerin Kate Moreton fliegt nach Irland um dort über ihre irischen Wurzeln zu forschen. In Dingle lernt sie die alte Dame Gran und ihren erwachsenen Enkel Ozzie kennen. Gemeinsam fahren sie auf die Blasket-Inseln.Zwischen Kate und Ozzie entsteht etwas. Überstürzt heiraten sie. Erst später erkennt Kate, dass Ozzie so einige Probleme mit sich herumschleppt. Sie trennen sich und können doch gefühlsmäßig nicht voneinander lassen.
Das Buch ist ein Fest für Fans von Irland und anspruchsvollen Liebesromanen.
Schwedische Ödnis
Eisige Dornen von Jonas Moström
Das Cover zeigt ein verschneites Haus und lässt schon die erwartbare Atmosphäre ahnen.
Den vorherigen Band um Nathalie Svensson, Mitternachtsmädchen, fand ich ganz ansprechend, insbesondere wegen Jonas Moströms ruhigen Erzählstil. Daher war ich überrascht, wie wenig mich Eisige Dornen begeistern konnte.
Es ist ein ziemlich normaler Schweden-Krimi, wie es viele gibt und das Tempo ist gemächlich.
Der tot aufgefundene schwedische Fußballstar Hendrik Borg gibt den Auftakt. Weitere Morde folgen. Der Schauplatz der Handlung wechselt öfter: Ystad, Malmö, Kiruna, Göteborg, Östersund, Uppsala.
Anfangs ist Johan nicht dabei. Für mich wird klar, dass Nathalie ihren Kollegen Johan an ihrer Seite braucht, um besser ermitteln zu können. Denn erst mit ihm, geht es vorwärts. Eine Spur Privatleben spielt dann mit rein. Leider viel zu wenig für meinen Geschmack. Man hätte mehr daraus machen müssen, den nur so wird die Persönlichkeit der Figuren dem Leser näher gebracht.
Es fällt weiterhin schwer, am Plot dran zu bleiben. Von Spannung keine Spur! Weitere Romane dieser Reihe werde ich nicht mehr lesen.
Eine große Persönlichkeit der amerikanischen Malerei
Edward Hopper: A-Z - Die Melancholie und Meisterschaft des amerikanischen Realismus von Jonas Moström
Edward Hopper von A bis Z. Diese Idee fand ich zwar anfangs etwas beliebig aber dann konnte ich mich schnell damit anfreunden. Vor allem auch, weil der Autor des Buches gute textliche Ergänzungen zu den verschiedenen Bildthemen gibt, die seine Sympathie zum Maler verrät.
Im Prinzip erzählt er kleine Geschichten, die zum Teil auch schmunzeln lassen.
Zum Beispiel im Abschnitt Buick, wo verraten wird, dass Hopper gerne diese Autos fuhr, aber nicht, wenn seine Frau am Steuer saß.
Manchmal zitiert der Autor sogar Hopper selbst, z.B. in Cape Cod
„Schöne hohe Sandhügel, eine Wüste im Kleinformat mit schon geformten Dunen, ein sehr offenes nahezu baumloses Land …
Das Buch ist ungezwungen, lässt sogar ein Kapitel über den Schriftsteller Dos Passos zu, mit dem der Maler befreundet war. Informativ auch, dass sich Hopper von der Lyrik Robert Frosts beeinflusst fühlte.
Etwas gediegen ist der Buchstabe Q. Der Autor wählte Quebec, wo Hopper zwar war, dass er aber nicht malte.
Tankstelle passt dann wieder, denn das war ein beliebtes Hopper-Motiv.
Mit Z für Zeit klingt das Buch passend und angemessen aus.
Ich mag das Buch wegen seiner Leichtigkeit!
Großartig
Edward Hopper von Jonas Moström
Ich liebe die Bilder von Edward Hopper und auch in diesem Buch sind die Gemälde großartig. Ein echter Genuß!
Der amerikanische Maler Edward Hopper konnte Menschen wie Landschaften! Tatsächlich ist manchen Bildern eine gewisse Leere enthalten.
Manche hingegen sind schon mächtig, zum Beispiel Valley of the Seine.
Dann die Haltung der Figuren, aussagekräftige Tristesse, selbst wenn man die Gesichter nicht erkennen kann.
Bemerkenswert auch die Lichtspiegelungen, z.B. auf dem Fluss in Blackwell´s Island
und die zum Teil matten Farben, die dennoch lebendig sind (Road in Maine, Square Rock).
Das Blau hingegen leuchtet (Jo Sketching at Good Harbor Beach).
Ein ganz besonderer Abschnitt ist Schiffe und Leuchttürme.
Auch der (vielleicht nur konstruierte) Zusammenhang zwischen Hopper und Hitchcock ist reizvoll.
Erwähnenswert auch der Abschnitt Der Wald!
So glücklich ich über das Buch bin, verursacht doch gerade diese Qualität eine Sehnsucht, Hopper-Gemälde mal wieder in echt in einem Museum zu sehen. Lange ist es her!
Hartgesotten in Frankfurt
Schöner sterben in Bembeltown von Leo Heller
Schöner Sterben in Bembeltown ist eine tempreiche, humorvolle Detektivgeschichte.
Detektiv Jürgen McBride hat etwas punkiges an sich und ist ein typischer moderner Erbe von Sam Spade. Sein Ton ist rüde, aber herzlich. Das ganze ist dick aufgetragen, aber so dass es Spaß macht.
McBride übernimmt einen undurchsichtigen, aber lukrativen Auftrag, bei dem es um einen Mord geht.
Eine Frau mit dem sprechenden Namen Ellen von Unschwer hat ihn engagiert. Der Ermordete war ihr Geschäftspartner.
Reizvoll, dass es in dem Fall in erster Linie auch um einen Kunstraub geht. Beuys-Zeichnungen sind verschwunden. Frankfurt als Schauplatz funktioniert auch.
Der Krimi ist nicht lang und schnell durchgelesen. Mich hat er amüsiert!
Virtuos
Die Reisenden von Regina Porter
Es ist eine komplexe US-amerikanische Familiengeschichte, darunter auch der weiße Rufus, der die afroamerikanische Claudia heiratet. Beide Familienzweige werden ausgiebig betrachtet. Die abgebildete Zeit geht von 1950 bis 2010 und zeigt überwiegend die Schauplätze Georgia und New York, zeitweise auch Vietnam.
Viele, viele Figuren wirken mit. Manche tauchen nur kurz auf. Es gefällt mir aber auch gut, wie die Nebenfigur einer Episode später dann selbst im Mittelpunkt steht. Regina Porter gibt jeder Figur eine individuelle Persönlichkeit und Sprache.
Virtuos konstruiert ist es für den Leser nicht immer einfach zu folgen und Figuren und Zeiten korrekt zuzuordnen. In dieser Herausforderung liegt aber auch ein Reiz des Buches. Viele kleine Episoden ergeben ein Gesamtbild, das die Gesellschaft der USA über Jahrzehnte spiegelt.
Für mich bisher DER Roman des noch jungen Jahres!
zwischen leisem Humor und Melancholie
Sweet Sorrow von Regina Porter
Der Roman von Bestseller-Autor David Nicholls wird von der Erzählstimme von dem anfangs 16jährigen Charlie Lewis getragen, der von seinem Leben erzählt und vom Treffen mit Fran Fisher, ein selbstbewusstes Mädchen, dass ihn beeindruckt.
Wegen ihr schließt er sich einer Theatergruppe an, die Shakespeare auführen will.
Natürlich Romeo und Julia.
Der Erzählton schwingt sich ein zwischen leisen Humor und einiges an Melancholie.
Ihn schmerzt ein Leben von Durschnittlichkeit und mit geschiedenen Eltern.
Der Roman liest sich ganz gefällig, aber etwas vorhersehbar und den Figuren fehlt irgendwie das außergewöhnliche. Davon abgesehen mag ich sie und es git in den Dialogen auch ganz guten Wortwitz. Außerdem überzeugt das Buch mit einer glaubhaften Darstellung der neunziger Jahre.
Obwohl mich das Buch eigentlich ganz gut untrrhalten hat, empfand ich die Handlung als zu harmlos. Daher wird mir das Buch vermutlich nicht lange im Gedächtnis bleiben.
Der Weg ist der Plan
Sweet Sorrow von Regina Porter
Der Titel Gar kein Plan ist auch eine Lösung hatte mich zunächst abgeschreckt, aber der Roman wurde mir empfohlen.
Das ist der zweite Roman, den ich von Kyra Groh lese und wieder konnte sie mich überzeugen.
Sie schreibt nicht nur unterhaltend und gut sondern auch ausgewogen und das ist etwas was ich schätze.
Das Ausgewogene zeigt sich zum Beispiel im Anteil zwischen realistischen und humorvollen Szenen.
Und ich mag die Hauptfigur und Icherzählerin Mara, die in eine Krise gerät. Ihr langjähriger Freund trennt sich von ihr und sie muss auch noch ausziehen, dann verliert sie sogar ihre Arbeit.
Mara hat verschiedene Pläne, um aus der Krise zu kommen. Das durchzieht das Buch und kein Plan ist die perfekte Lösung.
Dann lernt sie aber den 7 Jahre jüngeren Marius kennen, der locker und gelassen ist.
Es gibt auch gute Passagen mit ihren Eltern und ihrem Bruder. Mir gefällt, das alles gut zusammenpasst. Nicht zuletzt soll auch der Wortwitz in den Dialogen erwähnt sein.
Ein fast ein perfektes Meisterwerk
Eine fast perfekte Welt von Agus Milena
Eine fast perfekte Welt ist ein wunderbarer Roman. Die Autorin schafft es, einen Familienroman in 3 Generationen auf kleinen Raum zu erzählen und dabei Städte wie Genua, Mailand und New York einzubeziehen, aber im Vordergrund steht natürlich ganz und gar Sardinien.
Hier heiraten Ester und Raffaele ein paar Jahre nach dem Krieg, nachdem er aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrte.
Sie ziehen weg, kommen aber zurück mit ihrer kleinen Tochter Felicita, die ein frohes Gemüt hat.
Als junge Frau bekommt Felicita einen Sohn, der später Jazzpianist wird.
Immer wieder gibt es kleine Momente, die zu bewegen vermögen, z.B. als Raffaela und Felicita ihre biestige Großmutter erstmals ans Meer bringt. Die alte Dame. Die das Meer stets ablehnte, liebt es schließlich.
Am meisten geht es darum, wie verschieden die Menschen das Leben sehen. Die Gespräche darüber sind originell gemacht und meisten ist Felicita die positive, die erzählt, was es heißt, das Leben zu lieben.
Milena Agus hat ein fast ein perfektes kleines Meisterwerk geschrieben.









