Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von CanYouSeeMe:

What a Ride

To Love a God von Anna Benning

Nachdem ich den ersten Band der Götterlicht-Sage "To Tempt a God" quasi inhaliert habe, habe ich mich sehr auf den zweiten Band "To Love a God" gefreut. Um diesen Band gut lesen zu können, ist es empfehlenswert auch den ersten Band zu kennen. Ein kurzer Abrtiss über die Inhalte des ersten Teils wird in "To Love a God" netterweise gegeben, ebenso ein Glossar über alles wichtige am Ende des Buches.

Sprache und Schreibstil haben mir sehr gut gefallen, das Buch las sich flüssig und die Beschreibungen konnten mein Kopfkino auf Hochtouren bringen. Dank des Cliffhangers im ersten Band war ich nun gespannt, wie sich die Beziehung zwischen Aurora und Colden entwickelt und hier wurde ich nicht enttäuscht. Zum einen fand ich die einzelnen Charakterentwicklungen angemessen, die sich entwickelnde Beziehung zwischen den beiden gleichermaßen. Schön finde ich auch, dass nun neue Personen ins Spiel kommen, was gleich noch mehr Aufregung verursacht - und mich gespannt auf den dritten Band warten lässt!
Die Handlung des Buches konnte mich komplett für sich gefangen nehmen. Häufig sind die zweiten Bücher einer Trilogie nicht ganz so stark wie der erste Band, das war hier jedoch nicht der Fall. Benning konnte wunderbar an die geschaffene Welt anknüpfen und hat eine Szenerie geschaffen, die nicht langweilig wurde. Durch neue Wendungen und Geschehnisse blieb es ausreichend spannend und unvorhersehbar, ebenso gab es keine unnötigen Längen in der Handlung. Tatsächlich hat mich das Buch so gepackt, dass ich es innerhalb eines Tages durchgelesen habe. Für mich waren der erzeugte Spannungsbogen sehr gut konstruiert, die Charaktere facettenreich gezeichnet und im Vergleich zum vorigen Band auch adäquat entwickelt. Kurzum: Ich hatte eine wahnisnnig gute Zeit mit diesem Buch und warte nun ungedulfig auf den dritten Band der Götterlicht-Saga.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von CanYouSeeMe

Waldo

Half His Age von Jennette McCurdy

Nachdem ich bereits viel Gutes über Jennette McCurdys erstes Buch gehört habe, war ich sehr auf ihr Romandebüt 'Half His Age' gespannt. Schon auf den ersten Blick wird durch die eindrückliche Covergestaltung und einen relativ klaren Klappentext klar, dass in diesem Buch kein Blatt vor den Mund genommen wird.

Und so war es auch.
McCurdy schreibt, in der deutschen Übersetzung durch Olivia Kuderewski, in einem schonungslosen, offenen und sehr direkten Stil. Die im Mittelpunkt stehende Beziehung zwischen Schülerin Waldo und ihrem Lehrer Mr. Korgy wird aus Waldos Perspektive geschildert, wodurch unweigerlich ein Bruch in der moralischen Einordnung entsteht. Denn dass diese Beziehung moralisch verwerflich ist, steht außer Frage. Sie wird auch nicht romantisiert, sondern scheint eine rohe, teils verzweifelte, teils anwiedernde Kraft zu haben. Diese Dissonanz finde ich gut herausgearbeitet, dennoch bleibt der Wunsch nach mehr Einordnung, der aber aus der gewählten Erzählperspektive nur schwer geliefert werden kann.
Dabei werden viele Themen offen und direkt thematisiert, neben der moralisch fragwürdigen Beziehung geht es u.a. um Klassenunterschiede, emotionale Vernachlässigung und Armut. McCurdy gelingt es diese Vielzahl an Themen miteinander zu verpflechten, ohne dass es zu viel, zu kitschig wird. Vielmehr wirkt Waldo authentisch und aus dem Leben gegriffen. Dieser Realismus hat mir gefallen und W. zu einer interessanten Protagonistin gemacht, mit der man, trotz all der Widrigkeiten kein Mitleid hat.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von CanYouSeeMe

Bücher und Blumen

Botanic Hearts von Melanie Sweeney

Eine Bibliothek, die in einen Botanischen Gartren ziehen muss, dazu wei Protagonisten, die sich (zunächst) nicht ausstehen können? Das klingt doch ganz fabelhaft - daher war ich mir sicher, dass ich "Botanic Hearts" von Autorin Melanie Sweeney unbedingt lesen möchte.
Und ich mochte das Buch auch - mit einigen Einschränkungen.

Das Setting der Story ist gut gelungen und auch anschaulich gezeichnet, ich konnte mich gut in die hurricane-geplagte Landschaft von Houston eindenken. Den Schreibstil, übersetzt durch Christiane Steen, habe ich flüssig lesen können, es wird durchweg auf gendergerechte Sprache geachtet, was den Lesefluss für mich in keiner Weise beeinflusst hat. Schön fand ich, dass eine Nebenfigur nonbinäre Pronomen nutzt und dies ohne großen Trubel in die Handlung mit eingeflochten wird.
Weniger gut bin ich mit der Charakterisierung der beiden Hauptcharaktere Tansy und Jack zurecht gekommen. Bei beiden fehlte Tiefe in der Charakterdarstellung, um ihre Probleme nachvollziehen zu können. Während Tansy ziemlich träumerisch durch die Welt wandelt, dabei jedoch jede ihr angebotene Hilfe von sich stößt und eine One-Woman-Show inszeniert (worin das begründet ist, wird nur vage deutlich), ist Jack ein beinahe klischeehafter Harte-Schale-Weicher-Kern-Typ, der sich selbst kein Glück gönnt (hier wird immerhin etwas weniger vage auf seine Hintergründe eingegangen) - zumindest beginnend. Beide sind erwachsene Personen und glücklichweise zeigt sich das auch im Kommunikationsverhalten der beiden - manchmal zumindest... Dennoch bewegt sich die Anziehung der beiden vorrangig auf einer körperlichen Ebene, was einen faden Beigeschmack mit sich bringt und somit auch ziemlich platt wirkt.
Die Handlung als solche hatte immer wieder Längen und ich musste mich immer wieder motivieren weiter zu lesen.
Damit ist "Botanic Hearts" ein Buch, das mit einem tollen Klappentext und einer bezaubernden Gestaltung punkten kann, die eigentliche Handlung und Charakterdarstellung konnte mich dann nur in geringem Maße überzeugen. Es bleibt aber eine nette, wenn auch relativ oberflächliche Liebesgeschichte in botanischem Ambiente.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von CanYouSeeMe

Mehr Schein als Sein

Belladonnas von Liann Zhang

Die Grundprämisse dieses Buches hat mich schon beim Lesen des Klappentextes neugierig gemacht: Eine Zwillingsschwester, die nach dem Versterben das Leben der anderen übernimmt. Dabei könnten die Leben der beiden Zwillingsschwestern, die nach ihrer Adoption durch unterschiedliche Personen nur kaum Kontakt miteinander hatten, nicht unterschiedlicher sein.

Dabei hat Autorin Liann Zhang gut herausgearbeitet, wie sich Protagonistin Julie in den Sozialen Medien verliert, ihren Wert von äußeren Zuschreibungen, Likes und Klicks abhängig macht und nach dem Zuspruch anderer strebt. Dabei wird auch immer wieder ein kristischer Blick aufs Influencer-Business geworfen, Dinge bewusst überspitzt dargestellt, wie beispielsweise die blatante Austauschbarkeit der einzelnen Akteur:innen und das verschwimmen jeglicher Individualität.
Diese erste Hälfte des Buches hat mir sehr gut gefallen, sie ist atmosphärisch und stellt vor allem die Charakterveränderung von Protagonistin Julie gut in den Mittelpunkt. In der zweiten Hälfte hat das Buch für mich seinen Reiz verloren, insbesondere durch die Reise der 'Belladonnas', die in vielen Aspekten abgedreht und wirr ist. Auch das mag vielleicht metaphorisch für die Welt hinter den Kulissen stehen, konnte mich aber nicht abholen. Auf der Luxusinsel reiht sich eine Absurdität an die Nächste, die Auflösung kann den vorangegangen Geschehnissen auch nur bedingt gerecht werden.
Dennoch hat mich das Buch gut unterhalten, auch durch interessante stilistische Mittel, die zwar etwas klischeehaft, aber dennoch wirkungsvoll mit kritischem Blick auf die Welt der Influencer geblickt haben.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von CanYouSeeMe

durchwachsen

Where the Night Falls (School of Darkness 1) von Beril Kehribar

"Where the Night Falls" ist der erste Band der School of Darkness Reihe von Autorin Beril Kehribar. Die Aufmachung des Buches ist wunderschön, Farbschnitt und Covergestaltung ergänzen sich wunderbar und das Buch ist ein echter Hingucker! Der Duft-Sticker ist vermutlich Geschmackssache - ich fand ihn nicht so toll, habe ich daher zügig abgeknibbelt und entfernt.

Menschen, die "duftig" unterwegs sind, haben damit aber noch einen Aspekt mehr, der das Lese-Erlebnis ergänzt. Inhaltlich konnte mich das Buch leider weniger begeistern als sein Äußeres.
Schreibstil und Sprache haben sich angenehm gelesen, jedoch konnte mich die Handlung, bzw. der Spannungsaufbau nicht ganz überzeugen. Mit etwa 480 Seiten ist das Buch nicht unbedingt kurz, aber gehört auch nicht zu den extra dicken Büchern. Dennoch haben sich zwischendurch immer wieder Längen in der Erzählung eingeschlichen, die mir vollkommen das Interesse an der Handlung genommen haben. Zum Ende des Buches zieht das Erzähltempo plötzlich an und die Dinge ereignen sich Schlag auf Schlag. Diese Disharmonie im Tempo ist ein Manko, der sich nicht durch Struktur der Handlung oder Charakterentwicklung erklären lässt.
Charakterentwicklung hat mir bei Protagonistin Aurelia ("Auri" - ein Spitzname, der sich für mich nicht angenehm gelesen hat) gefehlt. Authentisch ist, dass sie als minderjährige Protagonistin auch noch ziemlich unreif ist und sich selbst wenig reflektiert. Ich habe viele Emotionen, Wünsche und Handlungen von ihr nicht verstanden, sie wirkte flach und eindimensional. Ich hatte durchweg das Gefühl, dass ich etwas wichtiges zu ihrem Charakter überlesen habe, denn irgendwie wirkte alles so 'unvollständig' - das kann natürlich auch gewollt sein, im Blick auf die Enthüllungen im Laufe des Buches, macht für mich jedoch dennoch einen unrunden Gesamteindruck. Auch die weiteren Charaktere waren eher flach und unzureichend dargestellt.

Die grundsätzliche Idee des Buches, das Setting und auch die Wendungen haben mir gut gefallen - nur die Umsetzung ist in meinen Augen ausbaufähig. Zum Ende des Buches bleiben noch weitere Fragen offen, die hoffentlich im zweiten Band aufgegriffen werden. Ich bin mir aber noch nicht sicher, ob ich diesen dann auch lesen werde...

im Shop ansehen weitere Rezensionen von CanYouSeeMe

Lazarus erwacht

Dragons in Secret - Lazarus erwacht von Andreas Suchanek

Ich mag Urban-Fantasy. Ich mag Geschichten um Drachen. Ich mochte den ersten Teil dieser Reihe richtig gern. Daher war klar, dass ich diesen zweiten Band ebenfalls lesen muss und dieser steht dem Auftakt der Reihe in nichts nach. Um die Handlung gut verstehen zu können, ist es empfehlenswert, dass der erste Teil vorab gelesen oder gehört wurde.

Schreibstil und Sprache des Autors lasen sich angenehm und flüssig, die Sprache passte zum Setting und den Charakteren. Die Handlung als solche war für mich zu keinem Zeitpunkt langatmig oder zu vorhersehbar, ich wollte immer wissen, wie es weiter geht - ein echter Pageturner, vor allem in der zweiten Hälfte des Buches. Die Geschichte wird abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven und auch auf verschiedenen Zeitebenen erzählt. Dadurch bekommt das Buch eine angenehme Vielschichtigkeit und ich als lesende Person mehr Informationen, als die Charaktere im Buch haben. Die bereits bekannten Charaktere bleiben sympathisch und entiwckeln sich angemessen, es kommen jedoch auch neue Charaktere hinzu, die ebenfalls viel Potenzial haben. Absichten und Hintergründe sind noch nicht bei allen Durchschaubar. Das Kompendium der Orte und Personen am Ende des Buches ist eine gute und sinnvolle Ergänzung, um nicht durcheinander zu kommen!
Das World-Building finde ich einfach nur klasse. In diesem Buch erhält man noch viel mehr Informationen als im ersten Band, die Komplexität steigt also an. Die Kurzgeschichte zum Ende des Buches, die zeitlich vor dem ersten Band der Reihe spielt, ist auch ein tolles Extra! Eine Welt zum Eintauchen und Verlieren - da kann man sich nur auf den Folgeband freuen. Zumal der deftige Cliffhanger zum Ende des Buches die Wartezeit kaum aushaltbar macht...

im Shop ansehen weitere Rezensionen von CanYouSeeMe

The Things Gods Break

The Things Gods Break - Schattenverführt (Schattenverführt-Reihe 2) Schattenverführt-Reihe von Abigail Owen

"The Things Gods Break – Schattenverführt" von Abigail Owen ist in der Hörbuchfassung von Franziska Trunte gesprochen. Es handelt sich hier um den zweiten Teil einer Trilogie, der erste Band sollte unbedingt vorab gelesen werden, um der Story gut folgen zu können. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch beinahe in doppelter Geschwindigkeit.

Mir sind Hörbücher meist zu langsam eingesprochen. Die Stimme der Sprecherin kann ich daher nur bedingt einschätzen, aber auch bei höherer Geschwindigkeit war diese noch sehr angenehm zu hören. Betonungen kamen gut heraus und haben den Inhalt unterstützt. Auch in erhöhter Geschwindigkeit hat mir Truntes Stimme hervorragend gefallen und die Sprecherin hat es geschafft eine ganz eigene Spannung in die Handlung zu übertragen. Toll ist auch, dass die Kapitel aus Hades' Sichtweise von einem männlichen Kollegen (Tim Gössler) eingesprochen wurden, somit ist eine Trennung der Perspektiven noch besser möglich!
Nachdem ich den ersten Band der Serie absolut gern gehört habe und in diesem Kontext zu einem Hades-Fangirl gewachsen bin, war ich umso gespannter auf den kommenden Band. Dieser war nicht so, wie ich es erwartet habe, aber dennoch gut und ich habe ihn sehr gern gehört.
Die Handlung schließt sich nahtlos an das Ende des ersten Bandes an, trotz der längeren Zeit zwischen den beiden Büchern bin ich zügig zurück in die Handlung gekommen. Die neuen Herausforderungen für Lyra scheinen etwas weniger tötlich, aber nicht minder gewfährlich. Der Twist mit der Zeit hat mir irchtig gut gefallen, allersings musste ich beim Lesen gut aufpassen, um nicht durcheinander zu geraten.
Sprache und Schreibstil, in Übersetzung durch Julia Schwenk haben mir gut gefallen. Auch die weitere Charakterentwicklung ist gelungen. Kurzum: eine mehr als gelungene Fortsetzung des ersten Bandes mit einem für mich vollkommen unerwartetetn Cliffhanger, der mich nun ungeduldig auf den dritten Band warten lässt!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von CanYouSeeMe

To Cage a Wild Bird

To Cage a Wild Bird von Brooke Fast

Ich habe schon lang keine Dystopie mehr gelesen, daher habe ich mich schon sehr auf die Welt von "To Cage a Wild Bird" gefreut. Das Setting ist auch durchaus düster, Dividium eine in sich geschlossene Gemeinschaft, die auf klare Unterschiede zwischen den einzelnen Bereichen setzt und damit von dem grundlegenden World-Building etwas an "Die Tribute von Panem" erinnert.

Tatsächlich hätte ich persönlich mir etwas mehr Informationen zur Welt, der Entstehung und den Strukturen gewünscht, Autorin Brooke Fast gibt aber insgesamt genug Informationen, so dass Dividium eine ausreichend strukturierte dystopische Welt ist. Das Gefängnis Endlock ist wirklich ein grausiger Ort, wenngleich mir einige Strukturen vor Ort zu gut ins Bild gepasst haben und für die Komplexität der Handlung zu platt waren.
Hauptcharakter Raven ist mir sympathisch, auch die Charakterentwicklung im Verlauf der Handlung gefällt mir gut. Auch hier gab es einen kleinen Holperer in der Charakterdarstellung, der mich inhaltlich nicht überzeugen konnte, aber für den Spannungsaufbau nützlich war. Vale war ein ebenso spannender Protagonist, die Anziehung zwischen ihm und Raven hat mir gefallen, die Spice-Szenen haben im Großen und Ganzen auch gut in die Story gepasst. Auch bei Vale gab es für mich kleinere Umgereimtheiten in der Charakterdarstellung, die das Gesamterlebnis aber nicht unbedingt schmälern.
Für mich ist "To Cage a Wild Bird" ein gelungenes Debut, das mich trotz kleinerer Schwächen im Storytelling (unelegante, etwas platte Lösungen für Herausforderungen) sehr gut unterhalten hat. Vor allem auch der angenehme Schreibstil und die genutzte Sprache, in Übersetzung durch Bettina Ain haben zu einem guten LEse-Erlebnis beigetragen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von CanYouSeeMe

Das dreizehnte Kind

Das Dreizehnte Kind von Erin A. Craig

"Das Dreizehnte Kind. - Wenn der Tod ruft, muss sie gehorchen" von Erin. A. Craig ist in der Hörbuchfassung von Rebecca Veil gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch beinahe in doppelter Geschwindigkeit. Mir sind Hörbücher meist zu langsam eingesprochen.

Die Stimme der Sprecherin kann ich daher nur bedingt einschätzen, bei höherer Geschwindigkeit hat mir die Stimmfarbe immer noch gut gefallen, Betonungen kamen gut heraus und das Buch lies sich insgesamt gut hören.
„Das Dreizehnte Kind“ ist eine märchenhaft anmutende Fantasy mit einer interessanten Grundstory: dreizehnte Kinder einer Familie sind gesegnet, im Fall von Protagonistin Hazel vom Tod höchstpersönlich. Diese Segnung durch die Götter finde ich sehr spannend und hat mich vor allem zur grundsätzlichen Frage verleitet, warum nicht viel mehr Familien dreizehn Kinder in die Welt setzen - das wird im Buch aber nicht weiter thematisiert. Es gibt weitere dreizehnte Kinder, wie viele insgesamt bleibt jedoch unklar.
Hazel ist eine sympathische Protagonistin, auch wenn ihr mitunter eine gewiwsse Weitsicht fehlt - was ich im Anbetracht ihres Alters aber auch angemessen finde. Im Verlauf der Story fand ich ihre Charakterentwicklung teils etwas schwach, hier hätte ich mir mehr Entwicklung und weniger bloßes Reagieren auf äußere Umstände gewünscht - das gabe es auch in Ansätzen, für mich aber zu wenig. Auch die sich entwickelnde Liebesgeschichte zwischen ihr und Prinz Leo blieb für mich substanzlos, denn außer ein paar wenigen Gesprächen wird nicht viel mehr Interaktion zwischen den beiden beschrieben. Da finde ich die Gefühlslage nicht nachvollziehbar. Ein viel interessanterer Charakter war für mich Merrick, der Gott des Todes. Er wirkt so freundlich, unsicher und charmant (trotz seiner gelegentlichen Wutanfälle), dass ich einiges mehr über ihn hätte erfahren wollen. Als Hazels Pate hätte er von mir aus gern eine größere Rolle einnehmen können.
Die Handlung als solche fand ich gelungen, der Spannungsbogen war gut aufgebaut und Wendungen nicht zu vorhersehbar. Auch wenn einige Fragen nach Ende des Buches offen blieben, bin ich mit der grundlegenden Story zufrieden und habe die Geschichte gern verfolgt.
Somit ist „Das Dreizehnte Kind“ eine solide fantastische und märchenhafte Story, die einige Schwächen in der Charakterdarstellung hat, jedoch insgesamt unterhaltsam und leicht zu lesen ist.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von CanYouSeeMe

Jahreshighlight

Da, wo ich dich sehen kann von Jasmin Schreiber

"Da, wo ich dich sehen kann" ist das erste Buch, das ich von Autorin Jasmin Schreiber gelesen habe. Es wird defintiv nicht das letzte sein.
Die Thematik des Buches ist sicherlich nichts für zwischendurch: Femizide und ihr Nachhall.
Dabei wird die Handlung rund um den Mord an Emma, bzw. die Zeit danach aus verschiedenen Perspektiven erzählt: von ihrer Tochter, ihrer besten Freundin, ihren Eltern.

Aber auch Emmas Perspektive selbst und einige andere kommen zur Sprache. Diese Vielschichtigkeit habe ich in diesem Buch sehr positiv wahrgenommen, schafft sie doch eine breite Sprach- und Fassungslosigkeit, zeitgleich einen Blick auf verschiedene Verarbeitungswege einer solchen Gewalttat. Feinfühlig zeigt Schreiber Umgangswege, aber auch strukturelles Versagen und Schwierigkeiten auf. Dabei trifft das Thema eine gesellschaftliche Aktualität, ohne zu verzerren oder polemisch zu sein. Tatsächlich wirkt die Auseinandersetzung beinahe nüchtern, dennoch voller Emotion. Eine für mich sehr gelungene, respektvolle und angenehme Art.
Dabei haben mir vor allem auch die Einschübe, wie Skizzen, Aktenvermerke, Behördenschreiben gefallen, die die erzählerische Handlung wunderbar ergänzt haben. Immer wieder fragen sich die Protagonisten, ob sie etwas hätten merken, hätten eingreifen sollen. Mögliche Wendepunkte werden im Print-Buch auch durch geschicktes Layout und eine hervorragende Gestaltung stilistisch sichtbar. Diese Kapitel phantasieren, geben hypothetische Möglichkeiten - und doch ändern sie nichts an der Realität der Charaktere.
Bei diesem Buch spielen eine gelungene und emotional packende Geschichte, sowie durchdachte Gestaltung des Buches Hand in Hand und fügen sich zu einem absoluten Highlight zusammen. Mich hat dieses Buch sehr berührt und nachdenklich gemacht, ich kann es jeder Person empfehlen!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von CanYouSeeMe