Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Katto:
Eine Geschichte, die den Blick verändert und mich emotional berührt hat
Ein ganz normales Wunder von Woody Brown
„Ein ganz normales Wunder“ von Woody Brown ist für mich ein ganz besonderes Buch. Ich wusste vorher ungefähr, worum es geht, aber nicht, wie sehr mich die Geschichte emotional mitnehmen würde. Es ist ein Buch, das ganz unterschiedliche Gefühle in mir ausgelöst hat: Ich war traurig, wütend, musste schmunzeln und habe mich an anderen Stellen einfach mit den Figuren gefreut.
Manche Szenen haben mich tief berührt, andere haben mich richtig aufgeregt.
Besonders gefallen hat mir, dass die Figuren nicht auf ihre Behinderung oder ihre Einschränkungen reduziert werden. Sie sind Menschen mit ganz eigenen Wünschen, Ängsten, Hoffnungen und Bedürfnissen. Genau das macht die Geschichte für mich so authentisch. Man bekommt nicht das Gefühl, dass hier einfach eine Botschaft vermittelt werden soll, sondern lernt Menschen kennen, die einem mit ihren ganz unterschiedlichen Seiten ans Herz wachsen können.
Besonders beeindruckt hat mich, wie viel in diesem Buch zwischen den Zeilen steckt. Die unterschiedlichen Perspektiven haben mir immer wieder gezeigt, wie schnell man einen Menschen unterschätzt, nur weil er sich nicht auf die Weise ausdrücken kann, die wir gewohnt sind. Es hat mich daran erinnert, wie wichtig es ist, wirklich zuzuhören und Menschen nicht vorschnell nach ihrem Äußeren oder ihrer Art zu kommunizieren zu beurteilen. Dadurch hat mich das Buch zum Nachdenken gebracht.
Gleichzeitig ist das Buch nicht durchgehend schwer oder bedrückend. Woody Brown streut immer wieder einen trockenen, manchmal überraschenden Humor ein, der die Geschichte auflockert. Ich mochte außerdem den ruhigen und eher unaufgeregten Schreibstil. Brown beobachtet seine Figuren sehr genau, ohne sie ständig erklären oder in eine bestimmte Schublade stecken zu wollen.
Für mich ist „Ein ganz normales Wunder“ deshalb vor allem eines: zutiefst menschlich. Das Buch erzählt für mich gar nicht in erster Linie von Behinderung. Es erzählt von Menschen. Davon, gesehen und verstanden zu werden, seinen Platz in der Welt zu finden und nicht vorschnell über andere zu urteilen.
Mein Fazit: „Ein ganz normales Wunder“ ist ein leises, bewegendes, ehrliches und gleichzeitig überraschend leichtes Buch. Ich habe gelacht, war traurig und wütend und habe mich mit den Figuren gefreut. Ein ganz besonderes und zutiefst menschliches Buch, welches noch eine Weile im Herzen und im Kopf bleibt, ich sehr gerne weiterempfehle und viele Menschen lesen sollten!
Spannend, ungewöhnlich – aber nicht ganz meins
Danke für den schönen Abend von Gitta van Spree
„Danke für den schönen Abend“ von Gitta van Spree ist ein Roman, der mich vor allem mit seiner ungewöhnlichen Ausgangssituation und dem Klappentext neugierig gemacht hat. Alex Martin führt eigentlich ein eher unaufgeregtes Leben in Paris und arbeitet in einer Kunstgalerie. Gleichzeitig hat sie seit drei Jahren eine heimliche Beziehung mit dem verheirateten KI-Experten Kai Landsmann.
Als sie ihn eines Morgens tot in einem Hotelzimmer findet, trifft sie eine ziemlich überraschende Entscheidung: Statt die Polizei zu rufen, nimmt sie sein Handy an sich, verschwindet und gibt sich als jemand anderes aus.
Mir hat dabei besonders gefallen, dass Alex nicht einfach nur einem klassischen Mordfall hinterherjagt. Vielmehr geht es auch um die Frage, wie gut man einen Menschen wirklich kennen kann. Je mehr Alex über Kai herausfindet, desto stärker scheint sich das Bild zu verändern, das sie von ihm hatte. Dadurch entsteht eine interessante Mischung aus Spannung, persönlichen Gefühlen, Täuschung und Geheimnissen. Gleichzeitig gibt es einige Wendungen, bei denen man sich immer wieder fragt, wem Alex eigentlich noch vertrauen kann.
Die ersten zwei Drittel des Buches fand ich leider sehr anstrengend zu lesen. Der Inhalt besteht größtenteils aus den Gedanken der Protagonistin, die für mich oft wild und wirr durcheinandergehen. Dabei hatte ich häufig den Eindruck, dass diese Gedanken nicht wirklich zum Fortschreiten der Handlung beitrugen, sondern mich eher verwirrten und es mir schwer machten, der Geschichte zu folgen. Ähnlich ging es mir mit den zahlreichen Rückblicken. Bei vielen davon habe ich mich gefragt, warum sie Teil der Geschichte sind, da ich nicht das Gefühl hatte, dass sie für die eigentliche Handlung von Bedeutung waren. Dadurch fiel es mir zunehmend schwer, dranzubleiben.
Das letzte Drittel hat mir dann besser gefallen, denn hier wurde die Geschichte spannender und die Handlung kam für mein Empfinden deutlich mehr voran. Dennoch habe ich möglicherweise einfach keinen richtigen Zugang zur Geschichte gefunden, denn am Ende blieben für mich mehr Fragen als Antworten. Für mich bleibt daher vor allem ein Gefühl der Ratlosigkeit zurück.
„Danke für den schönen Abend“ ist ein sehr ungewöhnlicher und teils spannender Roman, bei dem nicht nur die Frage nach dem Täter interessant ist, sondern vor allem die Geheimnisse hinter einer Beziehung. Auch wenn mich der Roman leider nicht richtig abgeholt hat, fand ich die Idee und den ungewöhnlichen Ansatz interessant. Vor allem hat er es geschafft, dass ich noch lange über die Geschichte nachgrübeln musste, weil ich sie unbedingt verstehen wollte.
Ein großartiger Roman, der mich nicht mehr losgelassen hat
Inter alia von Suzie Miller
„Inter alia“ von Suzie Miller hat mich von der ersten Seite an gefesselt und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. Ich bin wirklich begeistert von diesem Buch, auch wenn es an manchen Stellen schwer auszuhalten war. Es ist kein leichter Roman, sondern eine Geschichte, die mich emotional gefordert, berührt und auch nach dem Lesen noch lange beschäftigt hat.
Im Mittelpunkt steht Jessica Parks, eine erfolgreiche Richterin und Mutter, die plötzlich mit einem Konflikt konfrontiert wird, der ihre Überzeugungen und ihr Familienleben auf die Probe stellt. Die Autorin verbindet dabei u.a. die Themen Gerechtigkeit, Feminismus (der mir an manchen Stellen allerdings ein wenig zu präsent war) und Mutterschaft.
Besonders beeindruckt hat mich, wie authentisch die Autorin den Alltag einer berufstätigen Mutter und die damit verbundenen Herausforderungen darstellt. Die Frage, wie man Beruf, Familie und die eigenen Überzeugungen miteinander vereinbaren kann, hat mich sehr berührt. Gleichzeitig thematisiert Suzie Miller die Benachteiligung von Frauen im Berufsleben und zeigt, wie schwierig es sein kann, sich in einer von Männern geprägten Arbeitswelt zu behaupten. Der moralische Konflikt, in den die Protagonistin gerät, hat mich immer wieder zum Nachdenken gebracht. Es gibt hier keine einfachen Antworten, und genau das macht die Geschichte so stark.
Die Charaktere fand ich unglaublich authentisch. Ihre Gedanken, Zweifel und Entscheidungen wirkten auf mich so nachvollziehbar, selbst wenn ich nicht immer mit ihnen einer Meinung war. Auch den Schreibstil mochte ich sehr. Er ist klar, direkt und eindringlich. Bei den Gesprächen hatte ich oft das Gefühl, nicht nur Leser zu sein, sondern direkt mit am Tisch zu sitzen. Dadurch waren die Dialoge für mich besonders lebendig und haben mich noch tiefer in die Geschichte hineingezogen. Suzie Miller schafft es, die Geschichte aus einer sehr persönlichen Perspektive zu erzählen und gleichzeitig wichtige gesellschaftliche Fragen aufzuwerfen.
Da einige Themen und Situationen emotional belastend sein können, halte ich eine Triggerwarnung bei diesem Buch für sinnvoll. Beim Lesen habe ich mitgefühlt, war wütend und habe immer wieder über die Entscheidungen der Figuren nachgedacht.
Für mich ist „Inter alia“ ein großartiger Roman, der mich nachhaltig beeindruckt hat. Es ist ein mutiges, kluges und aufrüttelndes Buch, welches wichtige Themen anspricht und mich berührt hat. Ich habe selten ein Buch gelesen, das mich so schnell gepackt und gleichzeitig so sehr zum Nachdenken gebracht hat. Eine ganz klare Leseempfehlung von mir!
Eine schöne Geschichte über Briefe, Begegnungen und zweite Chancen
Der Briefladen, in dem ich dich fand von Baek Seungyeon
„Der Briefladen, in dem ich dich fand“ von Baek Seungyeon hat mich mit seiner besonderen Idee neugierig gemacht. Ein Laden, in dem Menschen Briefe an geliebte Menschen schreiben können, klingt für mich nach einem wunderbaren Ort für eine Geschichte über Gefühle, Erinnerungen und neue Begegnungen.
Die Handlung ist warmherzig und lädt dazu ein, sich auf die kleinen Momente des Lebens einzulassen. Besonders schön fand ich die Idee, dass Briefe Menschen miteinander verbinden und manchmal Dinge aussprechen, für die im Alltag die richtigen Worte fehlen. Die Geschichte hat für mich eine angenehme Ruhe, auch wenn sie mich nicht durchgehend gleichermaßen fesseln konnte.
Besonders gut gefallen hat mir die schöne bildliche Sprache mit ihren vielen Metaphern, die der Geschichte etwas ganz Besonderes verleiht. Der Schreibstil ist sehr ruhig, was mir grundsätzlich gut gefallen hat. Gleichzeitig war es für mich beim Lesen aber auch immer wieder eine kleine Gratwanderung, dass diese Ruhe nicht in Langeweile umschlägt. An manchen Stellen hätte ich mir deshalb etwas mehr Dynamik bzw. Handlung gewünscht.
Insgesamt habe ich die Geschichte gerne gelesen und mochte die liebevolle Grundstimmung, die sich durch das Buch zieht. Für mich ist es eine schöne Lektüre für gemütliche Lesestunden, besonders wenn man Lust auf eine leichte, gefühlvolle Geschichte mit einem Hauch von Melancholie hat.
Insgesamt hat mir „Der Briefladen, in dem ich dich fand“ gut gefallen, auch wenn es mich nicht so berühren konnte, wie ich es mir erhofft hatte. Ich kann das Buch allen empfehlen, die gerne ruhige, herzliche Geschichten mit viel Gefühl lesen. Und auch all denen, die beim Lesen wieder Lust bekommen möchten, mit dem Briefeschreiben anzufangen. Mir erging es zumindest so.
Zwischen Trauer, Liebe und ganz viel Leben
Und es wird trotzdem wieder Sommer werden von Sebastian Becker
„Und es wird trotzdem wieder Sommer werden“ von Sebastian Becker ist für mich ein sehr mutiges und berührendes Buch, das mich beim Lesen immer wieder innehalten und nachdenken ließ. Es ist keine leichte Lektüre, obwohl der Schreibstil selbst einfach und angenehm zu lesen ist. Trauer wird hier nicht erklärt oder in große Worte gepackt – sie wird vielmehr gefühlt.
Sebastian Becker erzählt sehr persönlich vom Tod seines Vaters und von der Trauer, die danach in sein Leben eingezogen ist. Was mich dabei besonders berührt hat, ist, dass er nicht versucht, Trauer irgendwie schönzureden oder einfache Antworten zu geben. Stattdessen erzählt er von Erinnerungen, von kleinen Alltagssituationen, von Dingen, die auf den ersten Blick vielleicht völlig nebensächlich wirken und die plötzlich eine ganz andere Bedeutung bekommen, wenn dieser Mensch nicht mehr da ist. Es geht um die kleinen Dinge, um Liebe und darum, dass das Leben trotz eines Verlustes weitergeht. Nicht einfach so und auch nicht ohne Schmerzen – aber eben trotzdem.
Ich mochte sehr, wie Sebastian Becker mit Sprache umgeht. Seine Texte sind poetisch, aber gleichzeitig angenehm direkt und überhaupt nicht abgehoben. Mal musste ich schmunzeln, mal hat mich eine Stelle mitten ins Herz getroffen. Diese Mischung aus Traurigkeit, Wärme, Humor und ganz viel Liebe hat für mich den besonderen Reiz des Buches ausgemacht.
Das Buch hat in mir auch gewisse Angst ausgelöst, dass auch meinen eigenen geliebten Menschen etwas passieren könnte. An manchen Stellen hatte ich eine gewisse Distanz zum Inhalt, die ich gar nicht richtig erklären kann. Obwohl mich vieles sehr berührt und zum Nachdenken gebracht hat, konnte ich nicht jede Passage emotional ganz an mich heranlassen. Das hat meinem Gesamteindruck aber kaum etwas genommen.
Ich habe dieses Buch mit einem Kloß im Hals, aber gleichzeitig auch mit einem warmen Gefühl beendet. Es hat mich zum Nachdenken über Vergänglichkeit, über meine eigenen Erinnerungen und vor allem darüber gebracht, wie wichtig es ist, den Menschen, die man liebt, das auch zu sagen und so viel Zeit mit ihnen zu verbringen, wie es nur möglich ist.
Besonders schön fand ich auch das Layout des Buches.
Es ist kein Buch, welches man mal eben nebenbei liest. Es ist ein Buch, das traurig machen kann, aber gleichzeitig auch etwas Wertvolles mitgibt und nachdenklich macht. Für mich ist es ein sehr persönliches, sehr mutiges, ehrliches und berührendes Buch, das lange nachwirkt und meinen Blick wieder mehr auf die kleinen Dinge im Alltag gelenkt hat.
Wohlfühlgeschichte für den Herbst
Autumn Secrets von Sarah Fulmar
„Autumn Secrets“ von Sarah Fulmar war für mich eine schöne Lektüre für gemütliche Lesestunden. Das Buch ist eine gelungene Mischung aus Romantik und Cornwall-Flair.
Im Mittelpunkt stehen Penelope und Nathan, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Penelope lebt eigentlich in London und hat ihre Karriere fest im Blick, während Nathan als Farmer tief in St.
Ives verwurzelt ist. Gerade dieser Gegensatz ihrer Lebensentwürfe hat mir gut gefallen, weil es dadurch nicht nur um die Frage geht, ob die beiden sich verlieben, sondern auch darum, wie viel man für eine Beziehung von seinen eigenen Plänen aufgeben möchte.
Die Geschichte lebt vor allem von ihren Figuren und deren unterschiedlichen Vorstellungen vom Leben. Ich mochte die Charaktere sehr. Beide Protagonisten waren mir sehr sympathisch und ich habe sie gerne begleitet, wie sie sich mit ihren eigenen Wünschen und Unsicherheiten auseinandersetzen müssen.
Sehr gut gefallen hat mir auch das Setting mit dem Meer, der tollen Landschaft und der traditionellen Herbstwanderung in St. Ives. Besonders das Geschehen bei der Herbstwanderung mochte ich sehr. Sarah Fulmar schafft es, eine gemütliche Stimmung entstehen zu lassen, ohne dass die Geschichte dabei überladen wirkt. Auch der Schreibstil ist angenehm leicht und unkompliziert. Ich bin schnell in die Geschichte hineingekommen und konnte das Buch zwischendurch wunderbar einfach zur Hand nehmen.
Für mich war „Autumn Secrets“ insgesamt eine richtig schöne Wohlfühlgeschichte. Es gab nichts, was mich gestört hat. Für die vollen fünf Sterne hat mir allerdings noch dieses ganz besondere Etwas gefehlt, das eine Geschichte für mich zu einem echten Highlight macht und noch länger im Kopf bleibt.
Trotzdem hatte ich insgesamt eine schöne Lesezeit. Das Buch hat mich gut unterhalten und mir einige entspannte Lesestunden beschert. Für mich war es genau die richtige Lektüre für kuschelige Herbsttage und definitiv ein Buch, das ich gerne gelesen habe.
Leise, schlicht und voller Gefühl
Wirf einen Schatten von Elena Fischer
„Wirf einen Schatten“ von Elena Fischer ist ein Roman, der leise erzählt wird und trotzdem lange nachhallt. Im Mittelpunkt steht Joseph, ein Bauer in den 1960er-Jahren, dessen Leben aus den Fugen geraten ist, nachdem seine Frau ihn verlassen hat. Er muss sich mit seiner Vergangenheit, seiner Familie und der Frage auseinandersetzen, wie sehr uns unsere Herkunft prägt.
Dabei geht es um Verlust, Liebe und den schwierigen Weg, den eigenen Platz im Leben zu finden.
Mir hat sehr gefallen, wie einfühlsam Elena Fischer ihre Geschichte erzählt. Anfangs habe ich mich etwas schwer getan mit dem Schreibstil des Romans. Er ist sehr zurückhaltend und lässt vieles zwischen den Zeilen stehen. Nach und nach hat mir aber genau das sehr gut gefallen, weil dadurch sehr viel Raum für Gedanken und Gefühle blieb. Auch die wechselnden Zeitebenen haben mir sehr gut gefallen, weil sich dadurch Stück für Stück erschließt, wie Joseph zu dem Menschen geworden ist, der er heute ist.
Ich mochte, wie Elena Fischer die Figur des Joseph zeichnet: Joseph ist kein Held, der große Entscheidungen einfach trifft, sondern ein Mensch mit Ängsten, Zweifeln und alten Wunden. Dadurch wirkte er auf mich unglaublich authentisch. Die Figuren Birdie und Ada bringen im Gegenzug viel Wärme und Tiefe in die Geschichte. Gerade diese unterschiedlichen Pole unter den Charakteren mochte ich sehr.
Der Roman ist keine flüchtige und oberflächliche Unterhaltung. Die Geschichte nimmt sich Zeit und beschäftigt sich intensiv mit ihren Figuren und deren Vergangenheit. Vieles wird nicht groß erklärt, sondern entwickelt sich eher leise und manchmal auch schmerzhaft. Gerade diese ruhige Art hat die Geschichte für mich besonders gemacht.
„Wirf einen Schatten“ ist eine besondere, ganz eigene Geschichte, die sowohl leise und schlicht, als auch gleichzeitig tief emotional und berührend erzählt wird. Für mich lebt der Roman vor allem von seinen leisen Momenten, seinen Figuren und den vielen Gefühlen, die zwischen den Zeilen liegen. Eine Geschichte, die nicht laut sein muss, um etwas auszulösen, und die bei mir noch eine Weile nachgewirkt hat.
Knistern, Herbstgefühl und ganz viel Wohlfühlstimmung
Cinnamon Spice Love von Harper Graham
„Cinnamon Spice Love“ von Harper Graham war für mich eine gemütliche Herbstlektüre.
Im Mittelpunkt steht eine junge Frau, die eigentlich einen klaren Plan für ihr Leben hat, dann aber durch verschiedene Ereignisse und eine besondere Begegnung ins Grübeln kommt. Dabei geht es um Gefühle, Veränderungen, neue Wege und natürlich um die Liebe.
Die Geschichte verbindet knisternde Momente mit warmem Herbstgefühl und lässt sich insgesamt wunderbar leicht und angenehm lesen.
Besonders gut gefallen haben mir die Charaktere. Ich mochte sie eigentlich alle sehr gerne, weil jeder auf seine Art ganz besonders liebenswert war. Ganz besonders ist mir aber Gram ans Herz gewachsen. Ihre Art und ihre Rolle in der Geschichte fand ich einfach wunderbar und sie hat für mich viele Szenen noch schöner gemacht.
Die Entwicklung der Geschichte hat mir grundsätzlich gut gefallen. Allerdings fand ich den Mittelteil stellenweise etwas langatmig. Eine der „Schleifen“, die die Protagonisten gedreht haben, hätte für mich weniger sein können. Für meinen Geschmack hätte die Geschichte gut ohne diesen Umweg funktioniert und wäre dadurch wahrscheinlich etwas kurzweiliger gewesen.
Insgesamt ist „Cinnamon Spice Love“ eine leichte, knisternde Herbstgeschichte zum Abschalten und Wohlfühlen. Ich habe sie sehr gern gelesen und empfehle sie gerne weiter. Sie ist perfekt für einen gemütlichen Herbstnachmittag mit einem Pumpkin Spice Latte und einer Zimtschnecke.
Ein wunderschöner Anfang, der mich später verloren hat
Das Jahr der Wale von Kelly Anderson
„Das Jahr der Wale“ von Kelly Anderson hat mich vor allem mit seinem wunderschönen und liebevoll gestalteten Cover neugierig gemacht. Ich habe mich deshalb sehr auf die Geschichte gefreut – und gerade der Anfang hat mir auch richtig gut gefallen.
Im Mittelpunkt steht Annie MacLeod, die zwischen zwei unterschiedlichen Lebenswelten steht.
Während sie einen großen Teil ihrer Kindheit auf dem Segelboot ihrer Eltern an der kanadischen Westküste verbringt, ist Hale’s Landing mit ihrer Großmutter Ruth und ihrem Jugendfreund Evan ein weiterer wichtiger Ort für sie. Doch dann verändert ein Tsunami ihr bisheriges Leben für immer. Sie wird mit ihrer Vergangenheit, ihrer Familie und ihrer besonderen Verbindung zur Natur konfrontiert.
Besonders schön fand ich den poetischen Schreibstil und die vielen bildhaften Naturbeschreibungen. Die Naturverbundenheit zieht sich eigentlich durch das gesamte Buch und hat mir sehr gut gefallen. Auch die ruhige Erzählweise mochte ich an vielen Stellen, allerdings wurde sie mir teilweise zu langatmig.
Ich finde es schwierig, die Geschichte angemessen zu bewerten. Nachdem ich den Anfang der Geschichte sehr mochte, entwickelte sich die Geschichte dann leider so, dass es mir nicht mehr so gut gefallen hat. Irgendwann konnte ich mich auch nicht mehr richtig in Annie, ihre Gedanken und ihre Gefühlswelt hineinversetzen und die Geschichte hat mich leider auch nicht mehr so berührt. Ich denke, dass es daran lag, dass die mystischen Elemente, die dazu kamen, für mich sehr schwierig waren. Die Mischung aus einer ansonsten eher realistischen Handlung und einzelnen mystischen Aspekten hat für mich nicht richtig zusammengepasst und mich leider nicht abgeholt.
Das Ende hat mich etwas ratlos zurückgelassen. Es blieben mir zu viele Fragen offen, dass ich zunächst das Gefühl hatte, ich hätte das Buch nicht richtig verstanden. Erst später habe ich gemerkt, dass vieles einfach bewusst offengelassen wird - für mich aber leider zu viel.
Insgesamt hatte das Buch für mich einige wirklich schöne Momente, besonders wegen der Sprache und der starken Naturverbundenheit. Trotzdem konnte mich die Geschichte im weiteren Verlauf leider nicht mehr so erreichen, wie ich es mir gewünscht hätte.
Intensiv, gefühlvoll und absolut mitreißend
72 Stunden mit dir von Darianne Schramm
Manche Bücher liest man – und manche fühlt man. Das Buch „72 Stunden mit dir“ von Darianne Schramm gehört für mich ganz klar zur zweiten Kategorie. Schon die Idee hinter der Geschichte hat mich sofort begeistert und ich wollte das Buch unbedingt lesen. Sie ist ungewöhnlich, emotional und hat mich von Anfang an neugierig gemacht.
Als ich zu lesen begonnen habe, hat mich das Buch direkt abgeholt. Schon nach den ersten Seiten war ich so in der Geschichte drin, dass ich es kaum noch aus der Hand legen konnte. Ich habe mit den Figuren mitgefühlt, gelacht, gehofft, gelitten und an manchen Stellen hat es mir das Herz so zerrissen, dass mir die ein oder andere Träne gelaufen ist.
Darianne Schramms Schreibstil fand ich super. Er ist gefühlvoll, unglaublich mitreißend und so leicht zu lesen, dass die Seiten nur so dahingeflogen sind. Ich fand auch die Mischung aus gefühlvollen Momenten, Spannung und leisen Zwischentönen super. Besonders zum Ende hin wurde das Buch spannender und spannender.
Eine Frage hat mich allerdings während des gesamten Lesens begleitet: Ist das zentrale Thema des Buches für viele jugendliche Leserinnen und Leser nicht auch sehr herausfordernd und eventuell zu schwierig? Gerade weil die Geschichte emotional so intensiv ist und ernste Themen behandelt, habe ich mich immer wieder gefragt, wie unterschiedlich sie je nach Alter und eigener Lebenserfahrung wahrgenommen wird. Das schmälert meine Begeisterung für das Buch nicht, aber es war ein Gedanke, der mich bis zum Schluss begleitet hat.
Das Ende hat mich vollkommen überwältigt. Als ich das Buch zugeschlagen hatte, musste ich meine Gedanken und Gefühle erst einmal wieder sortieren. Die Geschichte ist schmerzhaft, wunderschön und unglaublich berührend. Ein Buch, das mich noch lange nach der letzten Seite begleitet hat.
Dieses Buch hat mich zum Lächeln gebracht und mein Herz mehrfach schwer werden lassen. „72 Stunden mit dir“ ist für mich eine tief berührende Geschichte über das Leben, die Liebe und darüber, wie viel drei Tage verändern können. Es ist ein Buch, das schmerzt, Hoffnung schenkt und zeigt, wie wertvoll gemeinsame Zeit ist. Für mich ein Herzensbuch und ein Highlight, welches ich so schnell nicht vergessen werde.











