Persönliche Lese- tipps
Robert Renk empfiehlt:
Quichotte
Quichotte von Salman Rushdie
Das trauen sich nur die Großen. Und die ganz Großen – so wie Salman Rushdie – schaffen es auch. Das meistgelesene Buch Europas Don Quichotte wird behutsam neu geschrieben und dennoch radikal in unsere Zeit transferiert. Dulcinea ist Talkshowmoderatorin, Sancho – der imaginierteSohn am Beifahrersitz und die Reise geht quer durch die U.
S.A.
Da kann es auch vorkommen, dass die Windmühlen echt sind und gelbe Haare tragen. Eine brillante Hommage an Cervantes und ein unverzichtbarer Kommentar zu unseren unsicheren Zeiten.
Die verspielte Welt
Die verspielte Welt von Paul Lendvai
Der Grandseigneur der österreichischen Zeitgeschichte blickt einmal mehr auf sein Leben und seinen reichen Erfahrungsschatz zurück. Es ist erstaunlich, wie er selbst bekannten Geschichten der Weltgeschichte mit seinem immer frischen journalistischen Blick neue Facetten abgewinnt. Viel geht es um den Begriff der Freiheit, die gerade heute durch das Erstarken autokratischer Systeme mehr denn je bedroht ist, wie Lendvai betont.
Brillant auch seine Analyse zu Peter Handkes Serbien-Irrtümern. Lesenswert!
Andrea Scheiber empfiehlt:
Der Wanderer
Der Wanderer von D'Andrea Luca
Als der Autor Tony von der Jungen Sibylle Besuch bekommt, hat er noch keine Ahnung auf was er sich da einlässt. Das junge Mädchen möchte den Mord Ihrer Mutter „die narrische Erika“ aufklären der viele Jahre zuvor als Selbstmord abgelegt wurde. Es spielt auch eine sehr einflussreiche Familie eine Rolle, aber welche? Die Verschwiegenheit im Dorf macht es Ihnen nicht leichter, und wer war damals wirklich dabei.
Sie begeben sich selbst auch bald in Gefahr. Ein gelungener spannungsgeladener Krimi.
Das ABC vom Glück
Das ABC vom Glück von Paul Chaim Eisenberg
Als Paul Chaim Eisenberg Oberrabbiner war, schätzte man ihn für seinen menschlichen Humor und scharfen Witz. Jetzt ist Eisenberg Privatier und hat ein neues Buch, ja geradezu ein Handbuch vorgelegt. Allen, die mehr über das denken eines am Talmud geschulten Rabbi wissen wollen, sei dieses Buch ans Herz gelegt.
Eisenberg zeigt in zahlreichen kurzen Episoden, wie der Rabbi seinen Schutzbefohlenen zur Seite steht und dabei kommt - naturgemäß - der Humor nicht zu kurz. Auch Gottlose werden daran ihr vergnügen finden.
Robert Renk empfiehlt:
Entspannt kochen
Entspannt kochen von Eva Rossmann; Manfred Buchinger
Wenn sich die wunderbare Autorin Eva Rossmann, die ja schon in ihren legendären Krimis eine Köchin zur Hauptprotagonistin macht, mit dem Küchenindividualist Manfred Buchinger zusammen tut, kann das nur großartig sein! Nach dem Motto "Es gibt keine bessere Küche, nur eine gute" haben die zwei ein wunderbares und leicht nach zu kochendes Buch der österreichischen Küche gefertigt, was die Rezeptauswahl von Altwiener Backkarpfen bis Schwarzbeernocken beweist.
Robert Renk empfiehlt:
Weihnachten
Weihnachten von Theresa Baumgärtner
Ein wunderbares und sehr persönliches Weihnachtsbuch der Luxemburgischen Köchin und Bäckerin Theresa Baumgärtner.
Für dieses spezielle Buch reiste Baumgärtner durch halb Europa. Schottland, der Schwarzwald, ein bisserl Österreich und natürlich ganz viel Luxemburg, wo Baumgärtner oft das geliebte Hazelnut House besucht.
Ein Kochbuch als persönliche Liebeserklärung an die wundervolle Weihnachtszeit!
Baumgärtner ist Kochbuchautorin, Kolumnistin, freie Moderatorin und Foodbloggerin auf theresaskueche.de. Sie kocht monatlich im ARD-Buffe.
Der Wintersoldat
Der Wintersoldat von Daniel Mason
Ein ehrgeiziger Medizinstudent landet im Winter 2014 in einem Lazarett nahe der Ostfront. Der junge Theoretiker, der noch nie ein Skapell benutzt hat, muss sich dort an zwei Fronten schlagen – an der medizinischen und an der Liebesfront. Kranken-schwester Margarete lehrt in gleich beides. Ein Roman, der inhaltlich an den Medicus und an den englischen Patienten und in Eindringlichkeit und Drastik an die „Wassermusik“ von T.
C. Boyle erinnert. Dieses Buch legt man nicht weg, es fällt einem aus der Hand.
Die Zeuginnen
Die Zeuginnen von Atwood Margaret
Über 30 Jahre mussten Fans von Margaret Atwoods dystopischem Roman „Der Report der Magd“ auf eine Fortsetzung warten. Nun liegt mit „Die Zeuginnen“ ein 576-Seiten-Wälzer vor. Statt Desfred treten jedoch drei Erzählerinnen auf: Tante Lydia, die Einblicke in die Erziehung der Gebärsklavinnen gibt, Agnes Jemima, die sich gegen eine Zwangsverheiratung auflehnt, und Daisy, die von Kanada in den Terrorstaat eingeschleust wird.
Was die drei verbindet, bleibt lange verborgen – ein Pageturner also, allerdings auch mit Längen.
Andrea Scheiber empfiehlt:
Der Verrat
Der Verrat Die Nachkriegsjahre meiner Südtiroler Heimat von Gruber Lilli
100 Jahre nach der Teilung Südtirols ist die Brennergrenze nach wie vor Thema. Im neuen Roman von Lilli Gruber Der Verrat erinnert Sie sich an die Zeit der 50er Jahre und verbindet den Roman mit wahren Begebenheiten. Drei Junge Südtiroler schließen sich den Aktivisten an und die Lage wird verschärft als die Bombenattentate an verschiedenen Plätzen stattfinden.
Dies wurden allerdings in Nordtirol gebaut und über den Brenner geschmuggelt. Ein raffinierter Roman über ein zerrissenes Land.
Robert Renk empfiehlt:
Blackbird
Blackbird von Matthias Brandt
„Blackbird“ ist zum einen ein Roman über Sprache. Darüber, was es für einen 15jährigen in den 70ger-Jahren bedeutet, in einer Welt aufzuwachsen, in der die Erwachsenen zwar reden, aber dennoch kommunikationsunfähig sind. Die Worte passen nicht zum Geschehen. Die Scheidung der Eltern, nicht in Worte zu fassen.
Wie soll Motte, der 15jährige, da erst eine Sprache finden, als sein Freund Bogi plötzlich sterbenskrank wird. Und als Jacquline Schmiedebach an ihm vorbeiradelt, fehlen ihm so und so die Worte. Sehr lesenswert!











