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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von morlin:

Was für ein Plot!

FIVE - Das Ticken der Zeit von Ilona Bannister

Was für ein Plot! Fünf Menschen auf einem Bahnsteig. Es ist 07:01 Uhr. Eine Mutter mit ihrem Kind, ein Geschäftsmann, eine alte Frau und ein Spieler. Und fünf Minuten später, um 07:06 Uhr, wird einer von Ihnen tot sein.
Damit beginnt das Buch und der Erzähler schwebt dabei über allem und beschreibt uns Lesern die erste Eindrücke dieser Personen.

Der Erzähler spricht die Leser dabei direkt an. Er zeigt uns, was wir sehen sollen. Er beschreibt uns, was wir wissen sollen. Und der fragt uns, wer wohl der Tode sein wird. Ob wir einen Favoriten haben? Mir hat gerade diese allwissende Erzählstimme unheimlich gut gefallen. Sie hat mich regelrecht in die Geschichte hineingezogen.
Nach dem ersten Kapitel hatte ich eine gewisse Einschätzung der fünf Personen. Nur musste ich diese, dann in den folgenden fünf Kapiteln radikal revidieren.Selten waren mir die Protagonisten eines Romans derart unsympathisch. Das hat mich selber erstaunt. Trotzdem fand ich die Lebensgeschichten wirklich interessant und auch nachvollziehbar. Aber persönlich kennenlernen wollte ich keine von Ihnen.
Wer nun am Ende den Tod gefunden hat? Findet es selbst heraus, bei diesem interessanten und ungewöhnlichen Roman. Ich vergeben hier gerne 4,5 Sterne.

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Bedrückende Spurensuche

Frieda von Geraldine Oetken

Als Geraldine Oetkens Großvater stirbt, wird auf dem Grabstein nicht nur sein Name eingraviert, sondern auch der von Frieda Helms, ihrer Urgroßtante. Doch wer war die Frau, von der in der Familie so wenig gesprochen wurde? Und warum hat sie kein eigenes Grab?
Die Autorin begibt sich auf die Suche nach Frieda, von der Sie nur die Eckdaten, geboren am 22.

Dezember 1881 in Wildeshausen, gestorben am 05.Februar 1941 im Kloster Blankenburg bei Oldenburg, kennt. Doch diese Daten reichen aus, um sich in Archiven durchzuwühlen.
Ich war beim Lesen überrascht, was mittlerweile alles zugänglich ist. Viele Archive wurden digitalisiert und infolge der vergangenen Zeit, sind nun auch Sperrfristen ausgelaufen. Kein Wunder, dass sich immer mehr Menschen auf diese Reise in ihre Familiengeschichte begeben.
Es war auf jeden Fall eine spannende und lehrreiche Lesereise. Stilistisch eine Mischung aus Roman und Sachbuch. Für mich hat das wunderbar funktioniert. Ich liebe Bücher, die mich dazu anregen, selber Nachforschungen zu betreiben. Und genau so war es hier auch. Google und YouTube waren wie immer sehr hilfreich und haben mich beim Lesen begleitet.
Das Buch kann ich auch jeden Fall weiterempfehlen, wenn man sich für die jüngere Geschichte von Deutschland interessiert.

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Drei Vögel für Leo

Pina fällt aus von Vera Zischke

Wir lernen in dem Buch zunächst die alleinerziehende Pina und ihren 20jährigen Sohn Leo kennen. Leo ist Autist und benötigt dementsprechend eine vollumfängliche Betreuung. Diese erfolgt überwiegend durch Pina selbst und durch die Arbeit in einer Behindertenwerkstatt. Nur einmal in der Woche, dienstags, lässt Pina Leo bei der älteren Nachbarin Inge.

Für genau anderthalb TV-Sendungen. Diese Zeit nutzt Pina für den wöchentlichen Einkauf. Doch an einem dieser Dienstage kommt Pina nicht zurück und Inge ist völlig überfordert. Denn Leon merkt natürlich, dass etwas nicht stimmt und ist kaum zu zügeln. Kurzerhand werden nun die Nachbarn in die Suche nach Pina involviert, ob sie wollen oder nicht. Und als klar wird, dass Pina so schnell nicht wiederkommen kann, beginnt etwas, was in der realen Welt wohl eher ein Traum ist. Die Nachbarn kümmern sich um Leon und es entsteht eine ungewöhnliche Gemeinschaft – drei Vögel für Leo.
Für mich war es das erste Buch der Autorin. Aber es ist absolut klar, dass demnächst ihr Erstlingswerk bei mir einziehen wird. Sprachlich und auch inhaltlich hat mich die Geschichte absolut überzeugt. Ein klare Empfehlung!

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Ein Wohlfühlbuch, da geht aber noch mehr

Mirabellentage von Martina Bogdahn

Martina Bogdahn konnte mich mit ihrem Debütroman Mühlensommer letztes Jahr absolut begeistern. Es war eines meiner Jahreshighlights. Da war klar, dass ich auch Mirabellentage lesen muss.
Um es schon vorweg zu sagen, ein tolles 4,5 Sternebuch, ein Jahreshighlight ist es dieses Mal aber nicht geworden.

Ich hätte dafür mehr Inhalt gebraucht. Die Geschichte in der heutigen Zeit plätscherte für mich so dahin, es passierte einfach zu wenig. Umso interessanter waren die zeitlichen Rückblenden, da war ich voll dabei.
Aber egal, was die Autorin beschrieben hat, ich konnte es immer bildlich vor mir sehen. Es fühlte sich so an, als wäre ich direkt dabei. Wenn ich das Buch im Zug zur Hand nahm, war ich manchmal so vertieft gewesen, dass ich fast meine Haltestelle verpasst hätte. Schreiben kann Martina Bogdahn wirklich großartig. Ich freue mich auf jeden Fall auf ihr nächstes Werk.

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Toller Schreibstil, mir hat aber das besondere Etwas gefehlt

No Way Home von T. C. Boyle

Bethany hat sich gerade von ihrem Freund Jesse getrennt. Die zweijährige Beziehung war alles andere als einfach gewesen, da wurde sich nichts geschenkt. Nun steht Bethany buchstäblich auf der Straße und hat keine Bleibe. Da kommt Terry gerade recht, der auf Kurzbesuch in der Stadt ist, um die Hinterlassenschaft seiner Mutter zu klären.

Bethany wittert ihre Chance und quartiert sich im Haus von Terrys Mutter ein. Und damit beginnt das Drama zwischen Bethany, Jesse und Terry.
Mir hat stilistisch gut gefallen, dass hier alles drei Protagonisten zu Wort kommen. Alle paar Kapitel wechselt die Erzählstimme. Trotzdem konnte ich die Geschichte nur bedingt packen.
T.C. Boyle kann definitiv Schreiben, sprachlich war es wieder toll. Mir hat aber dieses Mal das besondere Etwas gefehlt. Die ungewöhnliche Idee oder skurrile Charaktere. Leider war es einfach nur eine toxische Dreieckgeschichte. Wie gesagt, wieder sehr gut erzählt. Aber für mich war es kein T.C. Boyle wie ich ihn bisher kennen gelernt habe. Daher gibt es von mir dieses Mal nur vier Sterne.

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Ungewöhnlich

Gym von Verena Keßler

Das war auf jeden Fall ein ungewöhnliches Buch. Es fing schon beim Cover an. Eigentlich ein Cover, dass mir zunächst so überhaupt nicht gefallen hat. Aber je öfter ich es betrachtet habe, umso neugieriger wurde ich auf das Buch. So neugierig, dass es am Ende auf meinem Lesestapel gelandet ist.
Und der Anfang war auch wirklich interessant.

Eine Frau ist in einem Bewerbungsgespräch für einen Job im Fitnessstudio. Körperlich passt sie dort aber nicht wirklich rein. Also lügt sie spontan und behauptet, die hätte gerade entbunden und ist nun alleinerziehend und braucht dringend eine Anstellung. Aus Mitleid des Betreibers bekommt sie den Job und wird bald zum absoluten Glücksgewinn für das Studio. Trotzdem hält sie an der Lüge fest und muss einiges an Kreativität aufbringen, um alle im Glauben zu lassen, sie hätte ein Baby zu Hause.
Soweit, so gut. Auch die weitere Entwicklung der Protagonistin war für mich zunächst nachvollziehbar. Nur gegen Ende wurde es für meinen Geschmack etwas zu abgedreht. Eben eine ungewöhnliche Geschickte, auf die man sich einlassen muss. Für mich war es insgesamt ein gutes vier Sterne Buch.

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Überraschendes Highlight

Adlergestell von Laura Laabs

Was für ein ungewöhnliches Cover dachte ich, als ich das Buch zu ersten Mal gesehen habe. Und dann der Titel – was sich wohl dahinter versteckt?
Kurz gesagt: Ein überraschendes Highlight; zumindest für mich. Und das vor allem aus zwei Gründen.
Zum einen konnte mich die Geschichte richtig gut mitnehmen.

Ich war ganz in der Welt der Nachwendezeit gefangen. Die drei Mädchen in ihrem Leben zu begleiten hat mir richtig Spaß gemacht. Und ganz besonders haben mir die Kapitel gefallen, in denen es um die Erwachsenen bzw. um historische Gegebenheiten ging. Vor allem die Geschichte von Eleftheria hat mich emotional richtig mitgenommen. Und das Kapitel Adlergestell war so interessant, dass ich direkt googeln musste.
Was mich aber richtig begeistert hat, war der Aufbau des Buches. Diesen fand ich sehr kreativ und regt dazu an, immer noch einen Abschnitt lesen zu wollen. Man fliegt regelrecht durch die Seiten. Die schwarzen Seiten dazwischen waren dann immer wie ein kleines Bonbon, bevor es wieder weiter ging.
Volle 5 Sterne. Gerne mehr davon!

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Für mich als Leser fast schon körperlich unangenehm

Junge Frau mit Katze von Daniela Dröscher

Im letzten Jahr habe ich von der Autorin Lügen über meine Mutter gelesen und war begeistert. Nun gibt es völlig unerwartet eine Art Fortsetzung der Geschichte. Freudig und gespannt begann ich zu lesen.
Nachdem ich die letzten Seiten nun gelesen und das Buch zugeklappt habe, sitze ich an der Rezension und frage mich, was man über dieses Buch schreiben kann.

Um was geht es hier? Will man sich extrem kurz fassen, so könnte man sagen, es geht um die Krankheitsgeschichte einer jungen Frau und ihren Erkenntnisgewinn daraus.
Elas Körper rebelliert, erst schmerzt der Hals, dann kommen Herzprobleme hinzu und ihre Haut spielt komplett verrückt. Sind das nun physisch verursachte Beschwerden oder eher psychischer Natur?
Ela steht an Ende ihrer Promotion, die sie eigentlich nur macht, um danach eine Stelle antreten zu können, die ihr Doktorvater ihr in Aussicht stellt. Darauf hat sie hingearbeitet und jetzt lässt ihr Körper sie in Stich.
Oder weiß ihr Körper einfach mehr, als ihr Geist? Ist das wirklich der Lebensweg, den sie sich wünscht?
Mich hat das Buch am Ende etwas ratlos zurück gelassen. Es ließ sich zwar wirklich gut lesen, trotzdem fand ich es manchmal schon fast körperlich unangenehm, wenn die Beschwerden in dieser Intensität ausgebreitet wurden. Und ich fragte mich mehrfach, ob ich das überhaupt lesen möchte. Das war mich oft zu viel.
Der Schreibstil hat mir aber wieder gut gefallen und insgesamt war es für mich noch ein vier Sterne Buch.

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Gut und lesenswert, kommt aber nicht an die Vorgänger heran

Wir sehen uns wieder am Meer von Trude Teige

Im letzten Jahr habe ich die beiden Bücher um Tekla und Konrad regelrecht gesuchtet. Selten haben mich Bücher dermaßen emotional berührt. Lachen, weinen, Furcht und Liebe; es war alles dabei. Logisch, dass ich mich auf eine Art Fortsetzung extrem gefreut habe.
Doch leider konnte die Autorin meine sehr hohen Erwartungen dieses mal nicht erfüllen.

Das schon einmal vorab.
Wir als Leser steigen 1944 in die Geschichte ein und begleiten die junge Krankenschwester Birgit, die gerade in Bodo in Norwegen ihre Arbeitsstelle antritt. Norwegen ist zu diesem Zeitpunkt von Deutschland besetzt. Und gerade in Nordnorwegen gibt es viele Lager mit Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter*innen, die in Fabriken oder an der Infrastruktur des Landes arbeiten. Da Birgit von einem Freund die russische Sprache gelernt hat, dient sie bald als Kontaktperson zu den Gefangenen und wird auch Teil des norwegischen Widerstandes.
Mir war dieser Teil der Geschichte leider zu blass und gefühlt einfach nur runter erzählt. Packen konnte mich der Roman dann erst, als wir in der Nachkriegszeit angekommen sind. Was Birgit dann erlebt, hat mich dann erstaunlicherweise doch noch mitgerissen, obwohl das sonst gar nicht so mein Thema ist.
Insgesamt ein gutes und lesenswertes Buch, nur halt leider nicht das, was ich mir erhofft habe. Insgesamt sind es für mich noch vier Sterne geworden.
Noch ein Hinweis: Man kann das Buch absolut auch dann lesen, wenn man die beiden anderen Romane nicht kennt. Die Verbindung ist eher lose und für die Geschichte nicht wirklich relevant.

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Selbstbestimmter Lebensweg

Ja, nein, vielleicht von Doris Knecht

Eine Frau in den Fünfzigern stellt sich die Frage, wie sie ihren weiteren Lebensweg gestalten möchte. Die Kinder sind aus dem Haus und die ersten Wehwehchen zeigen ihr auf, dass es körperlich jetzt langsam bergab gehen wird. Was erwartet sie von ihrer Zukunft? Einfach nur Ruhe und Frieden? Oder eine neue Beziehung? Ja, nein, vielleicht? Aber will sie ihr Leben wirklich wieder einem Mann anpassen? Die Freiheit die sie jetzt hat wieder aufgeben?
Ich habe mich in der Protagonistin wieder gefunden.

Nicht immer, aber überraschend oft. Sie war mir mit ihren Gedanken, Sorgen und Freuden sehr nahe. Fast wie eine gute Freundin. Manches hätte ich bestimmt anders gemacht, anderes genauso.
Auch sprachlich hat mich das Buch überzeugt. Es gab wunderbare Sätze zu entdecken. Zum Beispiel dieser Satz: Die Schönheit meines Daseins, sie ist für andere unsichtbar, aber für mich ist sie alles. Mit einem Satz kann Doris Knecht wahnsinnig viel ausdrücken.
Am Ende habe ich das Buch mit einem glücklichen Aufseufzen zugeschlagen. Auf jeden Fall ein Jahreshighlight. Volle fünf Sterne.

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