Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Fluxx:
Die Hexenschwestern und der Fluch der 13
Die Hexen vom Honeysuckle House von Liz Parker
Das Cover mit dem mysteriösen Honeysuckle House vor dem dunklen Nachthimmel wirkt auf mich magisch und mystisch. Die herbstlichen Blüten und Blätter mit den kleinen Bienchen darauf, beleben die Szenerie und machen sie freundlich und behaglich. Ich mag die kontrastreichen Farben und den dazu passenden Farbschnitt mit dem geheimnisvollen Schlüsselloch.
Die wunderschöne Optik des Buches vermittelte mir das Gefühl eines warmherzigen, aber aufregenden Fantasyromans, in den ich sofort eintauchen wollte.
Die zwei Hexenschwestern Florence und Evie waren mir auf Anhieb sympathisch. Sie gingen ganz gegensätzlich mit dem Fluch um, der seit langer Zeit auf der Familie lastete und alle 13 Jahre ein Todesopfer im Honeysuckle House forderte. Evie wirkte ihre Magie weiterhin und war davon überzeugt, dass das Haus sie und ihre Tochter Clara beschützen würde, Florence dagegen hatte es aus Angst vor dem Fluch seit Jahren nicht betreten und keine Magie mehr ausgeübt. Die zentrale Frage war, welche Taktik sich am Schluss sich als die bessere erweisen und ob, wie alle 13 Jahre am 13. Oktober, wieder ein ein geliebter Mensch sterben würde!
Die Ausgangssituation war so voller verschiedener Möglichkeiten, dass ich überaus gespannt war, wie sich die bedrohliche Lage entwickeln und am Ende aufgelöst würde. Mir gefiel die herbstliche Atmosphäre, die die Autorin mit ihrem anschaulichen Schreibstil vermittelte sehr gut und vor allem die lebendigen Häuser mit ihren magischen Eigenschaften hatten es mir angetan! Eine tolle Vorstellung, dass sie ein Eigenleben entwickeln, sobald eine Hexe darin wohnt... Das Honeysuckle House bekam sogar eigene Kapitel, um seine Meinung und Gefühle aus seiner Sicht zu schildern. Das machte es zu einem eigenständigen Charakter, den ich sehr geliebt und mit ihm gelitten habe.
Ich habe mich außerdem über die Tatsache gefreut, dass queere Charaktere ganz selbstverständlich in der Handlung vorkamen und die Love Storys authentisch und unaufdringlich beschrieben wurden. Die Magie der Tarotkarten und ihre Deutung fand ich interessant und ich mochte, dass oft am Anfang eines Kapitels die zum Inhalt passende Karte gezeigt und erklärt wurde. Auch die kleinen Bienchen, die immer mal wieder auf den Seiten auftauchten, haben mein Leserinnenherz erfreut.
Owen, Angela und die fröhliche Clara bereicherten als liebenswerte, wichtige Nebenfiguren die Handlung, die mir zu Beginn eine Wohlfühlatmosphäre vermittelte. Diese wandelte sich aber drastisch, als mir durch die Zeitsprünge in die Vergangenheit klar wurde, dass die Familie in den verschiedenen Generationen durch eine Spirale der Gewalt geprägt war. Das hatte ich in diesem cosy anmutenden Roman nicht erwartet und es nahm mir durch die allgegenwärtige Präsenz ein wenig die Freude am Buch. Ein willkommener Lichtblick war dann wieder der süße Kater Ink, der durch Claras Kerzenzauber auftauchte und den ich sofort in mein Herz geschlossen hatte.
Die Geschichte hat mich sehr gut unterhalten, obwohl sie ein wenig anders war, als ich es erwartet hatte.
Leben und Tod in drei Akten
Curseborn von Celine Leonora
Die Fortsetzung dieser Dilogie schließt nahtlos an den ersten Band an, wobei man dessen Zusammenfassung mit einem QR Code auf Youtube ansehen kann. Ich hätte es allerdings schöner gefunden, wenn ein kurzes "Was bisher geschah" vorne im Buch abgedruckt gewesen wäre. Aber das ist Geschmacksache und konnte meine Begeisterung für das Buch nicht schmälern.
Ausstattung und Cover sind wie schon bei Band 1 sehr geschmackvoll gestaltet und auch unter dem Schutzumschlag sieht das Buch edel und hochwertig aus. Eine gezeichnete Übersichtskarte des Geländes rund um den Hollows Lake mit den wichtigsten Schauplätzen erleichtert die Orientierung und gefällt mir persönlich zusammen mit den stimmungsvollen Zeichnungen jeweils am Anfang der drei Akte ganz besonders gut. Sie vermitteln ausdrucksvoll die zauberhafte Magie der Orte und ergänzen die Handlung hervorragend, so dass ich sie mir noch besser vorstellen konnte.
Die etwas düstere Atmosphäre von Wald, See und Nebel war durch den bildhaften Schreibstil gleich wieder spürbar und zog mich in ihren Bann. Eden hat erhebliche Probleme, ihre neu gewonnene Macht zu kontrollieren und geht einen Deal mit Ace ein, der ihr dabei helfen will. Doch kann sie dem unnahbaren Bruder von Wolf wirklich vertrauen? Diese Frage habe ich mir während des Lesens mehrmals gestellt und die Auflösung kaum erwarten können.
Über weite Strecken der Handlung bleibt die Spannung konstant erhalten, weil es ständig neue Erkenntnisse und Begegnungen gibt, die jedes Mal ein neues Licht auf das Geschehen werfen. Dabei drehen sich mehrmals die zuvor geglaubten Wahrheiten komplett um und ich wurde wiederholt von diesem Wandel zwischen Leben und Tod in drei Akten überrascht. Das war unglaublich faszinierend und fesselte mich an diese mitreißende Geschichte. Bis zum atemberaubenden und fast unglaublichen Ende erlebte ich genauso wie Eden eine Achterbahnfahrt der Gefühle und war beeindruckt von den gut durchdachten Wendungen, die dann alle einen Sinn ergaben.
Mir hat diese Dilogie ausnehmend gut gefallen und ich kann sie allen Fantasy-Lesern empfehlen.
Macht Kindern einfach viel Spaß!
Idefix und die Unbeugsamen 09 von René Goscinny; Albert Uderzo; Philippe Fenech; Suaëna Airault; Sébastien Viaud; Philippe Clerc; Olivier Serrano; Yves Coulon
Im mittlerweile 9. Comic-Album der Unbeugsamen sind die altbekannten Figuren wieder mit von der Partie und stürzen sich voller Energie in den üblichen Kampf gegen die römischen Besatzer. In drei verschiedenen Geschichten müssen Idefix und seine Freunde sich gegen die Römer bzw. deren Hunde und Monalisa durchsetzen, wobei es jede Menge turbulentes Chaos gibt, das mit Schläue und vereinter Tatkraft beseitigt wird.
Gleich am Anfang begegnet man dem vermutlich ersten Street Art Künstler der Römerzeit. Nachts verbreitet er seine Werke auf Lutetias Straßen, in denen er sich über die Vernarrtheit von Labienus in seine Katze Monalisa lustig macht. Die Kinder fanden das total witzig und konnten auch meinen Hinweis, dass das wahrscheinlich eine Anspielung auf Banksy ist, sofort zuordnen und wussten wer das ist. Danach kam gleich die schlaue Überlegung, dass er hier aber "Banksyx" heißen würde.
Und schon waren wir mittendrin im Geschehen und begaben uns mit den tierischen Charakteren auf die Suche nach dem unbekannten Aufrührer. Die Handlung war dabei wieder abwechslungsreich und mitreißend, mit amüsanten Dialogen und lebendigen Zeichnungen, die einfach Spaß machen.
Als erwachsene Leserin habe ich bei den zwei weiteren Geschichten die charmanten Wortspiele und witzigen Anspielungen vermisst. Auch wird mir das in der Handlung immer wiederkehrende Muster mittlerweile etwas langweilig. Für die kleinen Leser, die ja auch die eigentliche Zielgruppe sind, sind die Geschichten aber auf jeden Fall spannend und lustig genug, wie mir meine jüngeren Mitleser bestätigt haben.
Sie fanden es wieder actionreich und durchgehend unterhaltsam. Mir haben die detailreichen Illustrationen am besten gefallen und dass einige bekannte Gesichter aufgetaucht sind, wie zum Beispiel Dick & Doof, Grautvornix und der Fischhändler aus den Asterix-Bänden.
Insgesamt haben uns die Comics aber wieder viel Freude bereitet und es ist herrlich, wenn Labienus vor Wut schäumt, Weissnix einen Zaubertrank mit überraschender Wirkung braut und die römischen Hunde keinen Fressnapf bekommen. Auch die regelmäßig wiederkehrende, aber meistens vergessene Bitte von Astmatix um Brotkrumen begrüßen wir als ein liebgewonnenes Ritual.
Wir freuen uns jedenfalls schon auf weitere Abenteuer - man kann einfach nicht genug bekommen von den listigen und lustigen Unbeugsamen!
Viel Atmosphäre, aber keine Spannung!
The House Witch 1 von Delemhach Emilie Nikota
Das Buch ist optisch ein wunderschöner Blickfang. Cover und Farbschnitt erzeugen eine gemütliche Stimmung, die ich auch beim Lesen wieder fand und die mir sehr gut gefallen hat.
Schon als ich die ersten Seiten gelesen hatte, befand ich mich komplett in dieser heimeligen Welt, was auch durch den anschaulichen Schreibstil gefördert wurde.
Durch die detailreichen Beschreibungen konnte ich mir die Szenerie des Schlosses, der Küche und der Menschen, die dort leben und arbeiten, sehr gut vorstellen.
Die Charaktere waren alle interessant und glaubwürdig dargestellt, wobei mir der Protagonist, Haushexe und Koch Finlay, mit seiner meist schroffen, aber geradlinigen Art am sympathischsten war. Seine manchmal beleidigenden Kommentare und amüsanten Wortgefechte waren treffsicher auf den Punkt und konnten mir oft ein Schmunzeln entlocken. Ebenso die witzigen Wortspielereien mit den anzüglichen Namen einiger Personen fand ich sehr erheiternd. Die gesamte Atmosphäre war meistens sehr warmherzig bis auf einige kurze Phasen, wenn die Menschen, die Fin am Herzen lagen, ungerecht oder gemein behandelt wurden. Da konnte er richtig ungemütlich werden! Erwähnen muss ich auch unbedingt das Kätzchen Kraken, was perfekt zu dieser Welt passte und von dem ich gerne noch mehr gelesen hätte.
Leider fehlte es mir bei der Handlung insgesamt an Spannung, obwohl es einige vielversprechende Ansätze dazu gab. Ein drohender Krieg, Spionage und ein wieder aufgetauchter, gewalttätiger Vater wären dafür der passende Stoff gewesen, aber stattdessen waren die strategischen Diskussionen nur langweilig und die Dialoge kreisten immer wieder um die gleichen Themen. Selbst die Liebesgeschichte, die mich zu Anfang noch begeistern konnte, empfand ich durch das ständige Hin und Her zum Schluss nur noch lächerlich und ermüdend.
Eine neugierig machende Wendung oder einen atemberaubenden Höhepunkt habe ich ebenfalls vermisst und daher lässt mich dieses Buch, was so vielversprechend begonnen hatte, etwas enttäuscht zurück. Trotzdem würde ich den Fortsetzungen eine Chance geben und sie gerne lesen, um herauszufinden, wie die noch offenen Handlungsstränge weitergeführt werden.
Der Inhalt hält, was die Optik verspricht!
Dire Bound von Sable Sorensen
Der erste Band dieses Zweiteilers besticht schon beim ersten Anblick mit seinem edlen Cover und dem atmosphärisch-stimmungsvollen Farbschnitt. Das hat auch mich darauf aufmerksam werden lassen und ich kann jetzt sagen, dass der Inhalt hält, was die ästhetische Gestaltung verspricht.
Der Einstieg in die von Beginn an spannende Handlung fiel mir sehr leicht, da die Situation, in der sich die Protagonistin befand, anschaulich und verständlich dargestellt wurde.
Ich konnte schon nach kurzer Zeit komplett in die Geschichte eintauchen und war fasziniert von Meryn, der starken, jungen Frau, die ihr schweres Leben trotz aller Probleme so gut meisterte. Ihre Verzweiflung, als die kleine Schwester entführt wurde, habe ich beinahe körperlich gespürt, weil ihr Charakter so klar und emotional beschrieben war. Ebenso die anderen Personen, die eine größere Rolle spielten, konnte ich mir gut vorstellen und mich in ihre Gefühlswelt hinein versetzen.
Was mir an der Story am besten gefallen hat, waren die Beziehungen und Bindungen mit den Schattenwölfen. Atemberaubende Action wechselte mit eiskalter Ablehnung bzw. intensiver Verständigung, die ich durch den ausdrucksstarken Schreibstil der Autorin hautnah miterleben konnte. Die Beschreibungen waren sehr präzise und bildhaft, nicht zu langatmig und daher gut vorstellbar. Ich habe mich trotz des beachtlichen Umfangs von über 800 Seiten keinen Moment gelangweilt, was auch an der gut durchdachten und schlüssigen Handlung mit einigen unvorhergesehenen Wendungen gelegen hat.
Bei aller Begeisterung für dieses Buch muss ich allerdings darauf hinweisen, dass es einige sehr brutale und gnadenlose Gewaltszenen beinhaltet, die mir persönlich angemessen erschienen, da sie zur Handlung gepasst haben. Es gab aber auch immer wieder schöne Momente und eine ausgeglichene Balance zwischen Tod und Lebensfreude, sowie eine gut platzierte Portion expliziten Spice, so dass die Stimmung nicht zu bedrückend und düster wurde.
Mir hat dieser Auftakt ausgesprochen gut gefallen und ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzung, die ich unbedingt lesen muss!
"Cosy Feelings" und "Magic Vibes" im Hexendorf
Spookily Yours von Jennifer Chipman
Die Hexe Willow betreibt mit ihrer Schwester eine Bäckerei in dem gemütlichen Hexendörfchen Pleasant Grove, was ihr sehr gut gefällt, sie aber nicht gänzlich erfüllt. Ihre wahre Leidenschaft hat sie noch nicht gefunden und den Menschen-Männern abgeschworen. Aber schon länger fehlt ihr ein tierischer Begleiter, ein Vertrauenstier, seit ihr alter Kater gestorben ist.
Als sie sich endlich dazu entschließt, im Tierheim nach einer neuen Katze zu suchen, fühlt sie sich gleich von einem Kater mit fast dämonisch rot wirkenden Augen angezogen und nimmt ihn kurzerhand mit nach Hause...
Mir hat die gesamte Szenerie "unheimlich" gut gefallen. Der anschauliche Schreibstil erzeugte ganz viele "Cosy Feelings" bei mir, ließ mich wohlig in die Story eintauchen und mit der Protagonistin mitfühlen. Ich konnte ihr Zögern nachvollziehen, sich nach dem Tod eines geliebten Tieres wieder ein anderes zuzulegen. Umso schöner fand ich dann die erste Begegnung zwischen ihr und dem Dämonenkater, der doch eigentlich ganz lieb ist. Es war herzerwärmend, wie sie sich gleich zueinander hingezogen gefühlt und eine Verbindung aufgebaut haben.
"Magic Vibes" gibt es in der Handlung dann auch zur Genüge. Telekinese, der verwandelte Dämon, hexentypische Kräuter, Rituale, Bücher und Kerzen in Willows Haus. Das alles macht den Roman fantastisch magisch und zauberhaft.
Der Humor kommt auch nicht zu kurz und ich konnte mich herrlich über die geheimen Zwiesprachen und witzigen Dialoge von Willow und Damian amüsieren. Mir hat auch die spätere Beziehung der beiden zueinander sehr gefallen. Er respektiert ihre Hexenart und sie hilft ihm ohne langes Zögern bei seinem Problem.
Was mich allerdings gestört hat, waren die plötzlichen Sexszenen, die so gar nicht in diese gemütliche Handlung gepasst haben und mir zu viel waren. Es wirkte so, als wollte die Autorin unbedingt noch für ein erwachseneres Publikum etwas bieten. Davon abgesehen blieben auch die Charkterentwicklungen etwas oberflächlich, was aber insgesamt gesehen für mich nicht weiter schlimm war. Es machte die Geschichte leicht zu lesen und unterhaltsam zum Genießen ohne große Dramen oder Verwicklungen.
Ein locker gestrickter Wohlfühlroman mit viel Atmosphäre und einigen heißen Szenen.
Großer Spaß mit den listigen und lustigen Unbeugsamen!
Idefix und die Unbeugsamen 08 von René Goscinny; Albert Uderzo; Lison d'Andréa; Philippe Clerc; Olivier Serrano
Der achte Band aus dem mittlerweile bei uns sehr beliebten Idefix-Universum musste natürlich gleich durchgelesen werden und fand bei Groß und Klein begeisterten Anklang. In drei verschiedenen Geschichten müssen Idefix und seine Freunde sich wieder gegen die Römer bzw. deren Tiere durchsetzen, wobei es jede Menge turbulentes Chaos gibt, das mit Schläue und vereinter Tatkraft beseitigt wird.
Die Ideen, die von stinkenden Düften über vorgetäuschte Liebe bis hin zu taktischer Zeugenbefragung reichen, sind sehr kreativ und sorgen für beste Unterhaltung. Dabei sind charmante Wortspiele, zitatwürdige Sprüche und prägnante Anspielungen reichlich zu finden. Auch die elegante Hundedame Vitamine, die neu hinzugekommen ist und Dertutnix gehörig den Kopf verdreht, belebt die Truppe und ist eine willkommene Bereicherung der rasanten Comics.
Die altbekannten Figuren sind ebenfalls wieder mit von der Partie und stürzen sich voller Energie in den üblichen Kampf gegen die römischen Besatzer. Ganz besonderen Spaß hat uns dabei die letzte Story gemacht, in der die Handlung aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird und die zeigt, wie unterschiedlich verschiedene Charaktere die gleiche Szene wahrgenommen und auf den eigenen Vorteil bedacht, dargestellt haben!
Insgesamt wieder liebevoll illustriert, actionreich und durchgehend unterhaltsam. Wir freuen uns schon auf weitere Abenteuer - man kann einfach nicht genug bekommen von den listigen und lustigen Unbeugsamen!
Meine Leselust blieb leider auf der Strecke
The Stars are Dying von Chloe C. Peñaranda
Der Anfang des Buches war so magisch, düster und herzzerreißend gefühlvoll, dass mich die Geschichte schon nach den ersten Sätzen gepackt hatte. Nytes Schicksal hatte mich fasziniert und bewegt und ich war begeistert von dem Schreibstil, der mich die Handlung so hautnah miterleben ließ. Genauso faszinierend war das Schicksal von Astraea und die Begegnung zwischen ihr und Nyte war einfach nur wunderbar und geheimnisvoll.
Die beiden hatten sofort eine tiefe Verbundenheit, die man gespürt hat und ich war von der intensiven Beschreibung ihrer Gefühle wirklich hingerissen.
Leider hielt meine Begeisterung nicht lange an. Die Handlung wurde durch ständig neu auftauchende Fragen und Andeutungen, ausbleibende Erklärungen und ein nur unzureichendes Worldbuilding immer verwirrender. Es war anstrengend da den Überblick zu behalten und unbefriedigend zu lesen, wie sehr Astraea andauernd in Selbstmitleid versank und sogar leichte Aufgaben nicht ohne Hilfe meistern konnte. Das wurde mit der Zeit immer nervtötender und ich konnte ihre widersprüchlichen Aussagen nicht mehr nachvollziehen.
Die angekündigten Prüfungen des Libertatems hätten durchaus Potential gehabt, doch auch das wurde in meinen Augen verschenkt, denn sie waren weder spannend noch besonders schwierig. Die erotischen Szenen kamen an unpassenden Stellen und sie erschienen mir so als ob die Autorin sie unbedingt schreiben musste, um ihr Werk damit interessanter zu machen und bewerben zu können.
Meine Leselust blieb dabei leider auf der Strecke und nur ein paar Nebenfiguren, die ich viel lieber mochte als die Hauptpersonen, haben mich noch interessiert. Normalerweise hätte ich die letzten Kapitel nicht mehr gelesen, aber da ich an einer Leserunde beteiligt war, musste ich auch den Rest ertragen, der immerhin ein paar Antworten lieferte. Wie gesagt fand ich den Anfang sehr gut und auch zwischendurch waren immer wieder unterhaltsame und stimmungsvolle Abschnitte, doch konnten diese meinen negativen Gesamteindruck leider nicht wesentlich verbessern.
Hervorragend gelungene Mischung
Courting - Be mine through all time von Felicia Kingsley
Rebecca steht auf Werte und Dinge aus der Vergangenheit, in der noch vieles schöner war. Besonders in Bezug auf Männer, die damals als wahre Gentlemen lange um die auserwählte Dame werben mussten. Ich kann sie da sehr gut verstehen und würde ihr zustimmen, dass sie mit ihrer Meinung nicht altmodisch sondern vintage ist.
Ein kleiner, aber entscheidender Unterschied!
Ihr heimlicher Traum, in dieser guten alten Zeit zu leben wird wahr, als sie sich während einer historischen Veranstaltung plötzlich dort wieder findet und zuerst glaubt, in eine Filmkulisse hineingeraten zu sein. Die Begegnung mit einem attraktiven, aber skandalumwitternden jungen Mann lässt ihr Herz schneller schlagen, aber der ist nun wirklich kein passender Umgang für eine Lady - oder doch?
Die Wendung, wie Rebecca in die Vergangenheit gelangt, finde ich sehr gelungen und nachvollziehbar. Auch dass sie Teil einer netten Familie ist, die sie alle schon kennt, finde ich eine sehr schöne Idee und es schafft eine magische und heimelige Atmosphäre. Ich konnte mich komplett in ihre Überraschung und Verwirrung hinein versetzen, als sie merkt, dass in ihrer Umgebung etwas nicht stimmt. Mir haben auch die kleinen, liebenswerten Details gefallen, wie die rosa Chucks, die sie unter ihrem historischen Kleid anhat und der in der Regency-Zeit noch fehlende Big Ben. Überhaupt werden an einigen Stellen Zukunft und Vergangenheit vermischt, was für heitere Momente sorgt. So lässt sie zum Beispiel auf ihrem Ball das Orchester Pop Songs spielen und serviert der noblen Gesellschafft Pizza und Pommes Frites. Eine herrliche Vorstellung und sehr originell!
Doch dass die romantisch verklärte, gute alte Zeit nicht nur schöne Seiten hat, erfährt "Lady Rebecca" am eigenen Leib, denn als Frau besitzt sie keine Freiheiten und muss sich den Zwängen der Gesellschaft unterordnen. Außerdem erhält sie bei der Suche nach ihrer verschwundenen Freundin Einblicke in die dunklen Abgründe dieser sonst so heiteren Welt. Es war sehr spannend, sie bei ihren Nachforschungen zu beobachten und sorgte für betroffen machende Szenen. Eine hervorragend gelungene Mischung aus Liebesromanze, Gesellschaftsstudie und Krimi mit ein wenig Magie.
Der Roman war genau nach meinem Geschmack und ich habe es geliebt, "Lady Rebecca" auf ihrer Zeitreise zu begleiten.
Eine Buchfigur ist der wahre Held!
Das Buch der verbotenen Träume von Mary E. Garner
Ich liebe alle bisherigen Bände aus der Chronik der Bücherwelt-Reihe und auch dieser hat mir wieder hervorragend gefallen. Auch wenn ich den letzten Teil schon vor einiger Zeit gelesen hatte, konnte ich problemlos wieder in die Bücherwelt eintauchen und an die vorigen Bücher anknüpfen. Es war schön, einigen bekannten Figuren wieder zu begegnen und neue kennen zu lernen.
Die Handlung hat mich von den ersten Seiten an gefesselt, denn es geht um ein geheimnisvolles Buch, das den Menschen die Träume schenkt, die sie gerade brauchen. Man begegnet der von Trauer begleiteten Dawn, die seit dem Tod ihres Freundes Henry nicht mehr gelesen hat, obwohl sie in einer Bibliothek arbeitet und Bücher früher geliebt hat. Außerdem spielen weitere interessante Charaktere eine wichtige Rolle, die am Anfang Rätsel aufgeben. Doch im weiteren Verlauf der Geschichte werden überraschende und teils traurige Details zu ihren Schicksalen aufgedeckt, so dass man am Ende versteht, warum sie so handeln und wie alles zusammenhängt.
Der Schreibstil ist wie auch in den vorherigen Büchern sehr mitreißend, bildhaft, spannend, aber auch einfühlsam und manchmal sind die Beschreibungen oder Dialoge richtig poetisch. Es wird dadurch eine warmherzige Atmosphäre geschaffen, in der man sich sofort wohlfühlt. Mich haben manche Szenen sehr berührt und ich konnte mich komplett in die Gefühle der Protagonisten hinein versetzen. Der Humor kommt aber auch nicht zu kurz und an einigen Stellen musste ich richtig lachen und habe den Ideenreichtum der Autorin gefeiert.
Natürlich dürfen auch dieses Mal die Begegnungen mit den Figuren aus verschiedenen, bekannten Büchern nicht fehlen. Genau wie die Menschen in der richtigen Welt haben sie alle ihre Eigenheiten und Probleme. Manche sind sympathisch, andere neidisch, flatterhaft oder abgrundtief böse. Sie machen für mich den Charme dieser Reihe aus und der wahre Held dabei ist für mich Bambi, der hier von einer süßen Unsicherheit, zur klugen Weisheit bis hin zum entschlossenen Wagemut eine beeindruckende Bandbreite an Charaktereigenschaften zeigt, die mich zu seinem Fan werden ließ!
Ein atemberaubender Showdown mit einigen unerwarteten Wendungen sorgte nochmal für Spannung und am Ende wurde alles schlüssig und zufriedenstellend aufgelöst. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich würde mich über weitere Fortsetzungen aus dieser faszinierenden Bücherwelt sehr freuen!











