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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Jenny:

Geht, hat mich aber etwas enttäuscht

Pineapple Street von Jenny Jackson

Das Cover ist sehr schlicht gehalten, aber dennoch sehr elegant. Ich finde es allerdings etwas schade, dass die Straße Pineapple Street heißt, auf dem Cover aber keine Ananas abgebildet ist. Aber gut, das ist dann so.
Das Buch handelt im Endeffekt um drei Geschichten über das Leben von einer reichen Familie.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und man findet auch sehr schnell herein. Ich hatte nur einige Probleme mit den Kapitelwechseln. Erst hat man ein Kapitel aus Saschas Sicht, dann aus Georgianas und dann aus Darleys. Das Problem ist, dass die Kapitel nicht wirklich aufeinander aufbauen und man sich alle drei Kapitel wieder in die Geschichte einfinden muss. Die Geschichte aber nur nach den jeweiligen Kapiteln von zum Beispiel Sasha zu lesen, geht aber auch nicht, da die Kapitel doch immer mal wieder das aufgreifen, was in den Kapiteln der anderen beiden Frauen passiert ist. Natürlich ist das nicht immer der Fall. Nachher am Ende ist es relativ gut hinteinander weg zu lesen, da dort die Kapitel doch ineinander greifen.
In die beiden Storys von Darley und Georgiana habe ich gut eingefunden und die Storys hatten auch eine ordentliche Handlung. Die Story von Sasha hat sich mir leider nicht wirklich erschlossen. Ich habe keinen wirklichen roten Faden gefunden, der sich durch ihre Kapitel durchzieht, sondern immer wieder abwechselnde Höhepunkte. Sowohl bei Georgiana als auch bei Darley hingegen, ist für mich ein klarer roter Faden erkennbar. Wobei ich aber sagen muss, dass Georgianas Geschichte für mich am klarsten hervorgehoben war.
Mir gefallen die drei Hauptfiguren sehr gut. Sasha, das „einfache Mädchen aus dem Volk“, die in diese reiche Familie hineingeheiratet hat und zwar das mittlere Kind der Stocktons, Georgiana, das jüngste Kind der Familie Stockton und dann die älteste Schwester, Darley.
Jede dieser Frauen ist authentisch sehr gut dargestellt und gefällt mir sehr gut.
Sasha, die aus keinem reichen Haushalt kommt und nun mit dieser Familie konfrontiert wird. Sie kämpft darum von der Familie anerkannt zu werden, was aber nicht so einfach ist.
Georgiana tut mir auf ihrem Weg einfach nur leid. Sie kommt einem auf den ersten Seiten wie eine verwöhnte Göre vor, aber man merkt, dass da viel mehr hintersteckt.
Bei Darley merkt man sofort, dass sie zwar den ganzen Reichtum schätzt, den sie besitzt, aber auch ganz genau weiß, wie das Leben für andere läuft.
Leider hat mich das Buch nicht wirklich überzeugt. Ich ging davon aus, mehr mit den Problemen der Reichen konfrontiert zu werden, aber im Endeffekt waren es genau 3 Probleme, die jedem von uns passieren können, ohne auf den Stand des Geldes zu achten. Ich habe mir mehr erhofft. Man sollte dieses Buch nicht über einen längeren Zeitraum lesen, einfach weil man sonst die Geschichten der drei Frauen nicht mehr auseinander bekommt. Im Endeffekt ist das Buch meiner Meinung nach ganz ok, aber ob es wirklich Jane Austen reif ist, stelle ich in Frage.

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Zu Tränen gerührt

Für immer und ein Jahr von Stefanie Hansen

Nachdem seine Frau Kaya an Krebs verstorben ist, erfüllt Jan ihren letzten Wunsch und ruft ein Jahr lang alle Leute an, die in Kayas Geburtstagskalender stehen. Dabei geht das Leben immer weiter und auch das Herz findet irgendwann, auch wenn wirklich nur langsam und zögerlich, einen Weg, um jemand neues hineinzulassen.

Ich finde das Cover wundervoll gestaltet. Der dunkelblaue Hintergrund drückt etwas trauriges aus. Das Fenster und der malerische Ausblick daraus, vermittelt ein Gefühl der Düsternis, aber mit dem leichten pink auch etwas Hoffnung. Besonders schön finde ich, dass das „und“ aus dem Titel des Buches mit Schnörkeln versehen wurde, sodass es dem Infinity- oder auch Unendlicheitszeichen gleicht.

Das Thema wird sehr ernsthaft angegangen. In diesem Buch ist es auch nicht nur Kaya, die Krebs hat bzw. hatte. Der Anfang des Buches ist sehr düster gehalten. Das erste Mal, dass ich wirklich schmunzeln musste, war die Stelle, in der Jan mit seinen Kindern versucht einen Kuchen zu backen und die Zutaten fehlen, was man ja einfach mit anderen Zutaten wieder gut machen kann. Es war wie ein erster Lichtblick in dem Buch. Als würde es endlich wieder bergauf gehen. Ab da ist es ein reines Auf und ab. Mal gibt es gute Tage, dann wieder schlechte Tage. Die langsam aufkeimende Liebesgeschichte, wie zwei Menschen nach einem schweren Leben langsam zueinander finden, rührt einen zu gemischten Tränen, zum einen vor Glück, weil die beiden weitermachen können, aber zum anderen auch traurig, da Kaya und Jan ein wundervolles Paar gewesen sind.

Jan ist ein überforderter Mann, der nach dem Tod seiner Frau mit zwei Teenagern alleine zurückbleibt. Sowohl Kayas als auch seine Eltern kommen herbei, zwei Welten, reiche und morderne Leute auf Jans Seite, Esoteriker auf Kayas Seite, die aufeinander treffen, und bringen das neue Leben noch mehr durcheinander als es sowieso schon ist. Jan leidet unter dem Verlust und begräbt sich in seiner Arbeit soweit er kann. Er rafft sich schweren Herzens dazu auf, Kayas letzten Wunsch zu erfüllen und kämpft sich durch die Telefonate, die er führen soll. Sein Leiden ist deutig zu spüren. Auch an den Kindern, geht der Verlust der Mutter nicht spurlos vorbei, aber Jan ist leider zu sehr mit sich beschäftigt, um darauf eingehen zu können, zumindest am Anfang. Alle Figuren sind mehr als nur realistisch dargestellt und auf ihre eigene Art und Weise symphatisch.

Man fühlt sich komplett mitgenommen in dem Buch. Es ist so einfach und wunderbar mitreißend geschrieben. Da ich selbst aus Schleswig-Holstein komme, war auch die Party, wo die Leute nicht perfekt Hochdeutsch gesprochen haben, einfach nur erheiternd und ich dachte immer „Ja, genau so redet man im Norden“ Im Verlaufe des Buches werden in kursiv immer mal wieder Kayas Sichtweisen zu der aktuellen Situation dargestellt. Es scheint, dass Kayas Seele weiterhin bei Jan ist und ihre Meinung zu diesen Sachen hat. Diese kleinen Szenen sind immer wieder herzergreifend.

Abschließend ist zu sagen, dass das Buch nichts für Leute ist, die sich amüsieren wollen oder gemütlich ein Buch lesen wollen. Es ist wirklich harte Kost solche Bücher zu lesen. Ich habe noch nie so oft bei einem Buch geweint, wie bei diesem, da mich das alles total ergriffen und bewegt hat. Insbesondere leider auch, weil ich selbst im letzten Jahr zwei geliebte Menschen an den Krebs verloren habe. Vielleicht habe ich das Buch auch daher, innerhalb von fünf Stunden verschlungen. Aber für jeden, der sich wirklich damit auseinandersetzen will, wie es nach dem Tod für die Hinterbliebenen weitergehen kann und wer genug Taschentücher zur Seite hat, ein wundervolles Buch.

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