Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Ele:
Die Zerbrechlichkeit von Glück
Der Verdacht von Audrain Ashley
Der Verdacht, Debütroman von Ashley Audrain, 320 Seiten, erschienen im Penguin-Verlag.
Ein hervorragender Spannungsroman.
Blythe möchte ihrer Tochter Violet eine wundervolle Mutter sein, etwas was sie als Kind von ihrer Mutter nie erfahren durfte. Nach einer schweren Geburt, leidet sie an postnatalen Depressionen.
Je älter Violet wird desto schwieriger wird das Verhältnis zwischen den beiden. Das Mädchen lehnt ihre Mutter komplett ab. Bildet sich Blythe das nur ein, oder hasst Violet sie? Eines Tages geschieht ein unfassbares Unglück und Blythe ist sich sicher, dass Violet schuld daran ist.
85 kurze knackige Kapitel umfasst der Debütroman der Autorin. Bildhaft, schockierend, traurig, fröhlich und sehr flüssig erzählt. Aus der Perspektive von Blythe geschrieben, an ihren Mann Fox gerichtet und im Präterium. Das hat mir beim Lesen schon einiges abverlangt, eine ganze Weile konnte ich mich an derart gestelzte Sätze wie: Später am Nachmittag begleitetest du mich…., oder ….du botst mir etwas anderes…., und ... ich wollte nicht die Achse sein um die ihr beide kreistet…mit der Zeit habe ich mich daran nicht mehr gestört. Zwischen den Kapitel immer wieder Zeitrückblicke, wobei ich immer aufpassen musste, ob es sich dabei um Blythes Großmutter und ihre Mutter, oder um ihre Mutter und sie selbst handelt.
Ein so unfassbar spannendes Buch, immer wieder musste ich es sinken lassen und über das Gelesene nachdenken. Lange habe ich es jedoch nicht ausgehalten und habe das Buch regelrecht verschlungen. Trotzdem konnte ich dem Plot gut folgen, manchmal glaubte ich jedoch meinen Augen nicht trauen zu können, was ich zu lesen bekommen habe. Der Autorin ist mit ihrem Debütroman wirklich der ganz große Wurf gelungen, mir standen bei der Lektüre regelrecht die Haare zu Berge und Gänsehaut lief mir den Rücken hinunter. Handelt es sich um die Auswüchse der Depression der Protagonistin, oder geschieht das wirklich was im Buch angedeutet wird. Woran liegt es, dass das Verhältnis zu ihrer Tochter so gestört ist? Weil die Protagonistin wirklich nie Mutterliebe erfahren durfte? Fällt Fox gutgläubig auf seine manipulative Tochter herein? Oder ist Violet wirklich so ein abgrundböses Früchtchen? Das muss der Leser wohl für sich selbst entscheiden. Ich habe mein Urteil gefällt.
Ich fühlte mich grandios gut unterhalten, ein Buch welches ich atemanhaltend gelesen habe. Ich kann dieses Buch nur von ganzem Herzen empfehlen. Ich freue mich schon auf ein weiteres Buch von A. Audrain. Von mir dafür 5 Sterne.
Wandler und Sänger
Touch of Ink, Band 1: Die Sage der Wandler (Fesselnde Gestaltwandler-Romantasy) von Stefanie Lasthaus
Touch of Ink, Jugendliteratur, Fantasyroman von Stefanie Lasthaus, 544 Seiten, erschienen im Ravensburger Verlag, empfohlenes Lesealter ab 14 Jahre.
Die Sage der Wandler, Fantasy-Dilogie, 1. Teil
Quinn trägt solange sie denken kann ein Tattoo im Nacken. Weder sie noch ihre Adoptiveltern wissen wo es herkommt, noch was es zu bedeuten hat.
Seit Monaten leidet sie an unheimlichen Visionen, die sie völlig unerwartet überraschen. An der Vancouver Island University trifft sie auf Nathan, der ihr einen Studentenjob unmittelbar vor der Nase wegschnappt. Sie fühlt sich sofort von seiner raubtierhaften Geschmeidigkeit und Art angezogen. Teilen die beiden ein gemeinsames Geheimnis?
Gleich beim Einstieg ins Buch war ich gefesselt, die Anfangsszenen warten spannend und ließen mich auf einen nervenzerreißenden Plot und eine geheimnisvolle Geschichte schließen. Doch leider hat sich die anfängliche Begeisterung gemildert. Immer langsamer kam ich voran, immer zäher wurde die Geschichte, zwischendurch schon immer wieder mit Highlights versehen, das ließ mich an der Erzählung dranbleiben. Ich ließ mich wohl von der unheimlich spannenden Leseprobe verleiten, dass dieses Buch mir gefallen könnte. Obwohl es sich bei einem Fantasy-Roman nicht zwingend um ein von mir bevorzugtes Genre handelt. Lasthaus erzählt ihre Wandler-Sage abwechselnd aus der Sicht von Quinn und Nathan, wobei die Quinn-Anteile eindeutig überwiegen. Ich konnte dem Plot jedoch sehr gut folgen, an manchen Stellen hatte ich das Gefühl, dass die Autorin jedoch zu weit ausschweifend erzählt. Zum Ende hin zieht die Spannung noch einmal gewaltig an. 544 Seiten wollen natürlich auch gefüllt werden. Die Beschreibungen der Figuren in der jeweiligen Tiergestalt jedoch fand ich von Stefanie Lasthaus sehr gut gelungen. Auch lässt die Schilderung des Settings kaum zu wünschen übrig, die Charaktere handelten nicht immer nachvollziehbar, doch das ist vermutlich auch dem Genre geschuldet. Leider musste ich wieder feststellen, dass ich für Fantasy-Romane, einfach zu sehr in der Wirklichkeit verhaftet bin, ich bin froh es wieder einmal probiert zu haben. Das Buch endet mit einem derben Cliffhanger, ob ich den 2. Teil noch lesen werde, lasse ich auf mich zukommen, wie die Geschichte endet kann ich mir ohnehin denken. Ich kann mir jedoch ohne Probleme vorstellen, dass es bei Jugendlichen sehr gut ankommt und kann es ohne Bedenken begeisterten Fantasy-Lesern und Lesern im empfohlenen Lesealter ans Herz legen. Von mir 3 Sterne.
Sadie in England
Die Seele des Bösen - Vermisst von Dania Dicken
Die Seele des Bösen – Vermisst von Dania Dicken, Ebook 250 Seiten, CreateSpace Independent Publishing
Der 14. Band der Sadie Scott Reihe
Andrea Thornton lädt die FBI-Agentin Sadie Whitman und den Profiler Nick Dormer nach England ein um an einer Fachtagung teilzunehmen, Sadie und Nick sollen dort als prominente Sprecher referieren.
Während der Tagung, machen ihre Pflegetochter Libby, Julie, Andreas Tochter und Matt mit Baby Hayley eine Sightseeing-Tour. Doch plötzlich sind die beiden Mädchen wie vom Erdboden verschwunden. Schon bald gibt es Hinweise auf einen Mädchenhändlerring. Mit Hochdruck arbeiten die amerikanischen Agenten in Zusammenarbeit mit den englischen Behörden um die beiden Mädchen wiederzufinden.
Dieses Buch hat sich wieder von alleine gelesen. Nachdem der anfängliche Sachverhalt geklärt war, dauert es nicht lange und schon ist der Leser mittendrin in einer spannenden, emotionalen, informativen und höchst unterhaltsamen Geschichte. Es fiel mir diesmal außerordentlich schwer, den Reader aus der Hand zu legen. Wenn, dann musste ich ständig über die Fortsetzung nachdenken. Die anfängliche Spannung wurde zum fulminanten Ende, mit einer ungeahnten Wendung unerträglich, sodass ich die halbe Nacht weiterlesen musste. Das schafft bei mir nur Dania Dicken mit ihren spannenden Thrillern. Bildhaft und flüssig, dass das Lesen einfach nur aufregendes Vergnügen ist. Durch die am Kapitelanfang angegebenen Datum- und Zeitangaben ist es jederzeit möglich den Überblick zu behalten. Die agierenden Charaktere handelten zu jeder Zeit, nachvollziehbar und auch der Plot war durchgehend plausibel. Es macht einfach Spaß Sadie beim Ermitteln über die Schulter zu sehen. Über das Wiedersehen mit Andrea Thornton und ihrer Familie, die ich aus einer anderen Profiler-Reihe der Autorin kenne, habe ich mich sehr gefreut. Das ist es, was mir ihre Bücher so wertvoll macht. Die Begegnung mit Freunden und Bekannten, die sich zusammen mit den Hauptfiguren immer weiterentwickeln. Krimis mit Familienanschluss!
Dania Dicken ging wieder einmal nicht gerade feinfühlig mit ihrer Protagonistin um, doch diesmal habe ich am Ende wirklich Tränen vergossen. Ich habe mit den Charakteren gelacht, geliebt und mit ihnen gelitten. So soll Lesen sein. Nummer 14 könnte man als Einzelband genießen, aber warum sollte man das tun? Ich empfehle die Reihe in der Reihenfolge zu lesen, um in den vollen Genuss zu kommen. Dazu von mir verdient 5 Sterne.
Eine große Liebe
Fritz und Emma von Barbara Leciejewski
Fritz und Emma, Roman von Barbara Leciejewski, EBook 400 Seiten, erschienen im Ullstein-Verlag.
Die bewegende Geschichte einer großen Liebe, die siebzig Jahre Schweigen überdauert.
1947: Fritz und Emma sind ein Paar, und sie lieben sich sehr, erst ist Emma überglücklich, dass ihr geliebter Fritz unversehrt aus dem Krieg heimkehrt.
Doch etwas Schreckliches passiert und die beiden reden 70 Jahre kein Wort mehr miteinander.
2019: Zusammen mit ihrem Mann Jakob, kommt Marie Eichendorf nach Oberkirchbach. Dort ist der sprichwörtliche Hund begraben. Während Jakob in seiner Anstellung als Ortspfarrer mehr die Berufung, denn den Beruf sieht und in der Seelsorge völlig aufgeht, findet es Marie langweilig und öde. Es steht die 750-Jahrfeier des verschlafenen Dorfes an. Marie engagiert sich und beginnt langsam die Menschen und das Dorf liebzugewinnen. Reicht es aus um sich in Oberkirchbach zuhause zu fühlen?
Eine wundervolle und zu Herzen gehende Geschichte in zwei Erzählsträngen. Die Autorin hat die auktoriale Erzählweise gewählt, bildhaft und flüssig, deshalb ist es dem Leser möglich, zu jeder Zeit den Überblick über das Geschehen und auch über die Gedanken und Handlung der Agierenden zu bewahren. Zum besseren Überblick sind alle Kapitel mit Datum versehen. Oft gefallen mir die historischen Stränge in Büchern besser, doch hier hat jede Ebene ihren Reiz und endet oft in einem Cliffhanger, mit ein Grund warum es so schwer war, das Buch aus der Hand zu legen. Leciejewski erzählt den Roman in zwei Zeitebenen. Zum einen der Teil der Fritz und Emma betrifft, beginnend kurz nach dem zweiten Weltkrieg und durch die Jahre hindurch bis in die Gegenwart. Zum anderen der Teil, der die Erlebnisse des neuen Pfarrers Jakob Eichendorf und seiner Gattin Marie erzählt. Beide Erzählstränge begegnen sich am Ende und vervollständigen die gefühlvolle Geschichte.
Ich bin von diesem Roman restlos begeistert. Da ich selbst in einem Dorf lebe, kann ich die Situation die im Buch geschildert ist, nur bestätigen. Der alte Dorfkern stirbt aus und die Neubaugebiete darum herum sind fremd geworden. Dies hat die Autorin hier im Buch perfekt dargestellt. Es fiel mir schwer, von der Geschichte loszukommen, wenn ich nicht gelesen habe, hat mich das Gelesene beschäftigt. Dementsprechend schnell ging das Buch auch zu Ende. Mit Spannung habe ich erwartet ob Marie es tatsächlich schafft, Fritz und Emma miteinander auszusöhnen. Sie leben beiden am jeweils anderen Dorfende und dazwischen liegt eine ganze Welt. Alle Personen sind so liebevoll charakterisiert, dass ich meinte ich würde sie alle schon viele Jahre kennen. So manche Träne habe ich verdrückt und schmunzeln musste ich auch immer wieder. Lieblingspersonen gab es genug und so richtig unsympathisch war nur Heiner, Emmas Ehemann. Zu jeder Zeit konnte ich der Geschichte folgen, die handelnden Charaktere agierten nachvollziehbar und wirken so lebendig. Eine absolut verzaubernde Geschichte die dem Lesenden Schmerz, Leid, Liebe und Hoffnung nahebringt.
Ich kann diesen Roman nur von ganzem Herzen empfehlen und bin bereit dafür 5 Sterne zu vergeben.
Ereignisreiche Karwoche
Osterläuten von Friederike Schmöe
Osterläuten, Kriminalroman von Friederike Schmöe, EBook 207 Seiten erschienen im Gmeiner-Verlag.
Realitätsferner Kriminalroman, wenig Spannung.
Mia freut sich schon darauf Ostern mit ihren Eltern zu verbringen. Doch ein paar Tage vor Ostern wird von Waldarbeitern, ein weiblicher Schädel gefunden.
Nach der Rekonstruktion des Aussehens der Toten, erkennt Mia ihre Freundin Monika wieder, die vor 11 Jahren spurlos verschwunden ist. Die Vermisste gehörte, zum Freundeskreis ihrer Eltern. Kennt Mia den Mörder?
Die 46 Kapitel des Buches sind auf die Tage der Karwoche aufgeteilt. Es beginnt mit dem Montag nach Palmsonntag und endet in der Osternacht. Die Autorin hat sich der auktorialen Erzählweise bedient somit ist eine umfängliche Übersicht über die Vorkommnisse gewährleistet. Gedanken sind in kursiver Schrift gedruckt, Dialoge sind schlagfertig präsentiert. Das Setting enthält ausreichend Lokalkolorit, ortskundige Leser werden verschiedene Plätze in Bamberg wiedererkennen.
Es beginnt eigentlich recht spannend, der flüssige Schreibstil macht das Lesen leicht. Doch je weiter der Fall voranschreitet, desto realitätsferner gestaltet sich der Plot. Ohne zu spoilern, ist es jedoch schwierig das zu erklären.
Nach 11 Jahren erinnert sich die Protagonistin an Geschehnisse die sich in ihrer Teenagerzeit ereignet haben. Als Monika damals verschwand hat die Polizei ermittelt, ist aber zu keinem Ergebnis gekommen, Monika blieb verschwunden. Da vier Jahre vor Monika auch ein Kindermädchen eines Ehepaares aus der Freundesclique verschwunden ist, ahnt Mia einen Zusammenhang, die Behörden scheinen damals keine Verbindung zu den beiden Fällen aufgefallen zu sein. Ohne die Hilfe der Polizei löst Mia also den Fall, nimmt ständig in Eigeninitiative Befragungen vor und begibt sich damit in Gefahr. Es werden Schlüsse gezogen, denen ich in keiner Weise folgen kann, die Spannung die sich im Prolog und zu Beginn aufbaut flacht ab, der Sachverhalt wird immer unglaubhafter, besonders die Arbeit der damals ermittelnden Behörden. Schade, die Geschichte mit gutem Hintergrund und anfänglicher Spannung hat mich immer mehr zweifeln lassen. Der unerwartete Plottwist am Ende hat mich aber doch noch überraschen können. Wobei die Geschichte jedoch zu keinem richtigen Abschluss kommt.
Gut gefallen hat mir die Verbindung passend zur aktuellen Zeit, ich habe das Buch über die Kar- und Ostertage gelesen, ich hätte mir etwas mehr Glaubwürdigkeit gewünscht. Alle Charaktere sind relativ blass geblieben. Mia, die nach dem Studium beruflich die Füße nicht auf den Boden bekommt, hat mich einerseits durch ihre Unentschlossenheit und andererseits durch ihre dilettantischen Ermittlungen, nur noch genervt. Ich möchte das Buch nur mit Vorbehalt empfehlen, den Lesern die gerne einen schnellen Krimi lesen mögen ohne dabei groß die Plausibilität zu hinterfragen. Von mir 2 Sterne.
Ab in den Garten
Fertig ist die Laube von Renate Bergmann
Fertig ist die Laube, Humoristischer Roman von Renate Bergmann alias Torsten Rhode, 240 Seiten erschienen im Ullstein-Verlag.
Kenn Se Frau Bergmann? Ich kannte sie bisher noch nicht, das wird sich aber jetzt ändern!
Renate und ihre Freundin Gertrud sind unter die Laubenpieper gegangen. Gertruds Lebensgefährte der Gunter musste nämlich an den Bandscheiben operiert werden.
Darum haben sich Renate und Gertrud um die Parzelle 9 in der Gartenkolonie Abendfrieden gekümmert. Und was Omi Renate in die Hand nimmt das wächst und gedeiht.
Fertig ist die Laube ist für mich der erste Roman über die Erlebnisse der resoluten Online Omi. Renate schreibt und redet wie ihr der Schnabel gewachsen ist und das gefällt mir. Im Berliner Schnodder-Dialekt schreibt Renate wie es ihr gerade einfällt. Ich habe mich köstlich amüsiert, z.B. auf Seite 32 „Gertrud kann die Soße so andicken, dass man damit mauern kann. Ich würde nie behaupten, dass sie nicht kochen kann, aber Norbert ist der einzige Hund in ganz Spandau, der bei Tisch nicht bettelt.“ Das Buch habe ich in zwei Tagen ausgelesen, ich wollte es eigentlich gar nicht mehr aus der Hand legen, unbeschwerte und lustige Unterhaltung, bildhaft und flüssig geschrieben. Z.B. „Ich guckte nur streng über die Brille, so wie mich Frau Doktor Bürgel immer anguckt, wenn wir über die Zuckerwerte sprechen. Immer wieder musste ich schmunzeln und habe mich auch selbst beim lauten Lachen ertappt.
Besonders gut gefallen haben mir die „Wortneuschöpfungen“ die die Omi für die digitalen Medien kreiert hat, damit kennt sie sich nämlich aus – sonst biste weg vom Fenster. Renate Bergmann weiß Bescheid und was sie nicht weiß wird „gegockelt“ oder beim „Wickipeter“ nachgesehen.
Was mich auch sehr überrascht hat, sind die Lebensweisheiten, die man beim Lesen nebenher noch bekommt, dass das Geld nicht auf den Bäumen wächst oder ….Es gibt solche Leute, die muss man nur angucken, und man weiß, warum es Schuhe mit Klettverschluss auch für Erwachsene gibt. Wie man einen Komposthaufen ansetzt habe ich auch gelernt ohne dabei ein Video auf „Jutjub“ angucken zu müssen.
Ein tolles Buch, es ist nur schade, dass ich nicht schon früher diese nette Serie begonnen habe. Mein Trost, ich habe alle anderen Folgen noch vor mir und ich werde sie alle lesen und die Reihenfolge ist gar nicht wichtig, man kann sie genießen wie man sie in die Finger bekommt. Eine kurzweilige Unterhaltung, ein großer Spaß. 5 Sterne, volle Punktzahl.
Im Auftrag ihrer Majestät
Das Windsor-Komplott von Bennett S J
Das Windsor Komplott: Die Queen ermittelt, Cosy-Crime von SJ Bennett, 320 Seiten, erschienen bei Droemer Knaur.
Die Queen auf Mörder-Suche – ein königliches Krimi-Vergnügen
Nach einer Feier auf Schloss Windsor wird ein junger russischer Pianist tot aufgefunden, in einer peinlichen Situation, die auf einen unglücklichen autoerotischen Unfall hindeutet.
Der MI5 ermittelt auf Hochtouren und verdächtigt sofort Wladimir Putin, jedoch die Queen ist not amused. Was keiner weiß Elizabeth II., hat ein heimliches Hobby sie löst für ihr Leben gerne Kriminalfälle. Äußerst diskret natürlich und weil die Queen nicht ermittelnd in der Gegend herumspazieren und brisante Fragen stellen kann, hat sie ihre nigerianische Privatsekretärin Rozie, die im „Außendienst“ ermitteln muss. Bald schon gibt es eine heiße Spur.
Es handelt sich in diesem Buch nicht um spannungsgeladene Aktionen oder um einen spektakulären wendungsreichen Plot, dafür besticht dieser Krimi, mit viel britischem Humor. Ihre Majestät, die Königin wird hier als kleine, clevere und durchaus fitte alte Dame dargestellt ihre Dialoge mit ihrem Ehemann Prinz Philip haben mich wirklich schmunzeln lassen. Die Personen sind gut charakterisiert und handelten nachvollziehbar. Die Queen war mir sehr sympathisch, sie ist hier wirklich absolut charmant dargestellt, ihre Cleverness hat mir Freude gemacht. Lustig fand ich auch, wenn ihr ihr Privatsekretär irgendwelche unangenehmen oder peinlichen Mitteilungen machen musste, meist war die clevere Königin sowieso schon darüber informiert und sie genoss es sichtlich wie Sir Simon sich um eine möglichst schonende Version bemühte, nach dem Motto: Wie sag ichs meiner Königin? Meine Lieblingsperson Rozie, sympathisch und sehr klug, zusammen mit ihrer Chefin ein unschlagbares Team sie erledigt für ihre Chefin die außerhäusliche Ermittlungsarbeit mit Köpfchen und wenn nötig auch mit Selbstverteidigung.
Diese Szenen, aber auch die Innenansichten und Gedankengänge der Queen fand ich nett, wie sie über Putin oder Angela Merkel denkt hat mich köstlich amüsiert. Mit dabei auf Schritt und Tritt die Wadenbeißer der Königin ihre Corgis.
Eine insgesamt nett gemachte, kurzweilige Geschichte mit mäßiger Spannung, trotzdem möchte ich das Buch weiterempfehlen, ich würde eine weitere Folge auch gerne lesen. Von mir 3 Sterne
Ein Wissensbuch für die ganze Familie
Alles, was wir wissen und was nicht von Christopher Lloyd
Alles, was wir wissen und was nicht, Enzyklopädie, 383 Seiten, Hrsg. Christopher Lloyd, erschienen bei wbg Theiss.
Viele Antworten auf eine Menge Fragen.
Über Raketen, Vulkane Mumien, Bienen, Kriege, das Gehirn und unsere Zukunft. Auch ich hatte als Kind eine Enzyklopädie in einem ähnlichen Stil, auch mir hat vor vielen Jahren solch ein Buch riesige Freude gemacht, mir dringende Fragen beantwortet und viele Themen für mich interessant gemacht.
Eine bunte Enzyklopädie sollte auch in der heutigen Zeit in keinem Haus fehlen und Kindern zugänglich sein. Vorliegenden Band finde ich dazu geradezu prädestiniert. Wie der Herausgeber in seinem Vorwort schon schreibt sollte das Werk ermöglichen, dass Kinder und Jugendliche für die verschiedenen Themen begeistert werden. Dass die Jugend anschließend und nach eingehender Beschäftigung damit voller Forscherdrang durchs Leben geht angespornt durch das Wissen, dass es noch viel Aufregendes zu entdecken gibt. Das wünsche ich mir auch. Auch mir hat das Buch Spaß gemacht hat mich hervorragend unterhalten und ich habe auch darin einiges entdeckt, was ich nicht gewusst habe.
Alles was wir wissen und was nicht, ist in acht Kapitel aufgeteilt. Z.B. Universum, die Erde, Menschen Altertum und Mittelalter oder Moderne Zeiten. Diese Kapitel sind in verschiedenen Farben gekennzeichnet, dazu sind die Seitenzahlen die das Kapitel umfassen, in der jeweiligen Farbe zugeordnet, so lässt sich alles schnell finden. Hervorragende und faszinierende Bilder haben mich beeindruckt. Skizzen und Tabellen erklären die speziellen Vorgänge immer wieder ganz genau und eindrücklich. Zu jedem Thema ist ein Experten-Kommentar eines bedeutenden Wissenschaftlers beigefügt, der sich gründlich damit befasst hat, das gefiel mir ganz besonders. Besonders vom Kapitel 6 „Altertum und Mittelalter“ war ich gefesselt, da habe ich mich richtig festgelesen, Stonehenge, das alte Ägypten, Mesopotamien oder antikes Griechenland Themen so faszinierend und informativ. Ich kann mir vorstellen, dass das Buch in seiner Vielfalt, Farbigkeit und seinem wertvollen Informationsgehalt, Kinder und Jugendliche anspricht. Die Fotos aus der Welt von Mikroorganismen Bakterien und Viren im Kapitel „Leben“ haben mich ganz besonders fasziniert. Es handelt sich hier m. M. nach um ein Buch, dass sie ganz besonders zum Verschenken eignet. Ich werde das sicher bei Gelegenheit tun.
Eine Enzyklopädie für Wissensdurstige in jedem Alter, es lässt den Leser auf jeder Seite eine neue Welt entdecken. Von mir begeisterte 5 Sterne.
Roadtrip mit Papagei
Als wir uns die Welt versprachen von Romina Casagrande
Als wir uns die Welt versprachen, Roman von Romina Casagrande, EBook 411 Seiten, erschienen bei Fischer Krüger.
Eine Reise auf den Spuren der Schwabenkinder von Italien über die Alpen nach Deutschland.
Die Südtirolerin Edna war eines der sogenannten Schwabenkinder, Bergbauernkinder die in ärmsten Verhältnissen lebten und von ihren Eltern wie Sklaven, an reiche schwäbische Bauern verkauft wurden, wo sie unter härtesten Bedingungen arbeiten mussten.
Dort lernte sie Jakob kennen und bald verbindet sie eine tiefe Freundschaft. Als sie eines Tages zusammen mit dem Papagei Emil flüchten wollten werden die beiden getrennt. 80 Jahre später entdeckt Edna, dass Jakob noch in der Gegend lebt. Kurzerhand macht sie sich auf den Weg, zusammen mit dem Papagei in einem Transportkäfig, um zu Fuß und mit Bus und Bahn zu ihm zu gelangen, denn es steht noch etwas zwischen den beiden was unbedingt geklärt werden sollte. So beginnt eine wunderbare Reise voller überraschender Begegnungen.
54 Kapitel in idealer Leselänge, sind mit den dazu passenden und zusammenfassenden Überschriften versehen. Ein eingängiger und bildmalerischer Schreibstil lässt den Leser durch die Seiten fliegen. Einzelne Stationen, auf Ednas Reise die ich durch diverse Urlaubsaufenthalte kenne habe ich gut beschrieben empfunden. Die am Anfang beigefügte Karte mit dem Weg Ednas ist auf dem Reader unbrauchbar. Die Autorin erzählt ihre Geschichte in zwei Zeitebenen, was damals geschah und die Ereignisse in der Gegenwart, da dies aus der Sicht der Protagonistin geschieht, ist der Leser stets nah dran am Geschehen.
Über die im Buch thematisierten Schwabenkinder habe ich schon einiges gehört, deshalb habe ich mir aus dem Buch noch nähere Informationen erhofft, da aber im Vordergrund die Reise, und die damit verbundenen Erlebnisse der Protagonistin standen, war ich etwas enttäuscht. Der historische Teil wäre für mich interessanter gewesen. Südtirol hat eine lange und zum Teil schmerzhafte Geschichte hinter sich, einige Wunden haben sich nie ganz geschlossen. (Anm. der Autorin) Es ist nicht abzustreiten, dass es sich um eine wundersame Reise mit vielen Erkenntnissen, Überraschungen und unvorhergesehenen Begegnungen handelt. Wer solche Roadtrips mag, wird mit diesem Buch wirklich Freude haben.
Die Hauptperson, Edna ist hervorragend und tief charakterisiert, unglaublich was sie auf sich nimmt um Jakob wieder zu begegnen. Ob sie unter beginnender Altersdemenz leidet, ist mir leider nie ganz klar geworden. Es wäre bestimmt einfacher gewesen, diesen Weg mit der Bahn hinter sich zu bringen, des Öfteren habe ich befürchtet, dass Edna nie an ihrem Ziel ankommen wird, oft kommt Hilfe von unerwarteter Seite. Diese Dramatik hat mich hauptsächlich am Lesen gehalten und hat auch verhaltene Spannung aufgebaut, jedoch war das Buch für mich einfach zu langatmig. Andere Figuren handelten m. E. nicht immer nachvollziehbar, z.B. Max der Ehemann von Adele. Auch Bastian, ein weiteres Schwabenkind hätte ich mir gerne etwas besser charakterisiert gewünscht. Insgesamt hat mir das Buch gefallen, jedoch habe ich nicht ganz gefunden was ich erwartet habe. Durchaus habe ich durch das Buch etwas gelernt, nämlich nicht jeder Mensch ist so, wie er auf den ersten Blick zu sein scheint. Ein Satz im Buch hat mich ganz besonders beeindruckt: „ Jedes Mal wenn wir gehen, lassen wir etwas zurück!“
Ich habe das Buch gerne gelesen und auch genossen, trotz einiger Einschränkungen, um mich aber über die Schwabenkinder genauer zu informieren werde ich andere Quellen zu Rate ziehen. Trotzdem kann ich das Buch empfehlen und vergebe 4 Sterne.
Zwei Frauen - ein Kind
Die Verlorenen von Stacey Halls
Die Verlorenen, historischer Roman von Stacey Halls, 384 Seiten erschienen im Piper-Verlag.
Das Schicksal zweier Frauen, die sich als die Mutter eines Kindes fühlen.
London in der Mitte des 18. Jahrhunderts, das Krabbenmädchen Bess lebt in bitterer Armut und Not, deshalb muss sie ihre neugeborenen Tochter, im Foundling Hospitel, einem Haus für Findelkinder abgeben, schweren Herzens, da sie sich außerstande sieht, die Kleine, der sie den Namen Clara gegeben hat, alleine aufzuziehen.
Sie spart und schuftet eisern und nach sechs Jahren in denen sie sich jeden Penny vom Mund abgespart hat, hat sie endlich genügend Geld zusammen um ihre kleine Tochter wieder zu sich zu holen. Doch hier beginnt der Alptraum. Bess erfährt, dass die Kleine schon am Tag nach ihrer Ankunft wieder abgeholt wurde, angeblich von ihr, ihrer leiblichen Mutter. Das Erinnerungsgeschenk, ein halbes Herz aus Walfischknochen und die Nummer die der Kleinen gegeben wurden passten. Verzweifelt unternimmt sie alles, was in ihrer Macht steht um ihre Tochter zu finden.
Das Buch gliedert sich in 4 Teile, die abwechselnd den beiden Hauptfiguren gewidmet ist, insgesamt besteht der Roman aus 21 Kapiteln, die zum Teil mit Ort und Datum bezeichnet sind, der Überblick über das Geschehen ist somit gut nachvollziehbar. Die jeweiligen Teile sind im personalen Stil aus Sicht der Erzählenden geschrieben, die Charakterisierung der so verschiedenen Frauen ist m. M. nach überwiegend gut gelungen. Interessante Dialoge in den jeweiligen Teilen beleben das Geschehen, und schildern das Leben zur damaligen Zeit sowohl in der Londoner Unterschicht, als auch in der gehobenen Gesellschaft, ein Sittengemälde dieser Zeit. Straßenjargon und auch die Gesprächskultur der feinen Oberschicht sind gut wiedergegeben. Der Leser kann sich ein Bild machen wie groß die sozialen Unterschiede im 18. Jh. waren, die Lebensumstände zwischen Bess und Alexandra sind sehr groß, mir tat Bess leid, denn sie hatte nie eine Chance. Die Erzählstränge aus der Sicht von Bess haben mich tief berührt, mit Alexandra konnte ich nicht so richtig warm werden, aus meiner Sicht hatte dieselbe ziemliche Defizite im Sozialverhalten, die Erklärungen im Buch dafür waren mir zu oberflächlich. Vieles in ihrem Verhalten konnte ich nicht verstehen. Den Bösewicht im Buch Bess‘ Bruder Ned, fand ich furchtbar, er war mir äußerst unsympatisch. Dafür konnten Dr. Mead und vor allem Lyle bei mir punkten. Nicht immer konnte ich das Verhalten der Figuren nachvollziehen, trotzdem war das Buch schnell gelesen. Besonders schön ist die Gestaltung des Umschlags und das Vorsatzpapier, die Frau im goldenen Käfig finde ich sehr passend. Die Karte, vorne im Buch, von London aus dem Jahr 1746 war hilfreich, so konnte ich Bess auf ihren Wegen durch die Stadt begleiten.
Insgesamt hätte ich mir den Plot noch etwas spannender gewünscht, trotz Szenenwechseln an entscheidenden Punkten. Oft stand ich gefühlsmäßig daneben und konnte mich in die Figuren nicht so gut einfühlen, mehr Emotionen wären bei dieser genialen Idee zum Buch m. E. schon „drin“ gewesen. Demungeachtet eine Leseempfehlung da mich einige Wendungen doch überraschen konnten, für ein paar Nachmittage fühlte ich mich ganz gut unterhalten. Von mir 3 Sterne.











