Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Heike:
Exotisches Setting
Die Zeitdetektive, 4, Die gefiederte Schlange von Fabian Lenk
Die Zeitdetektive gibt es schon sehr lange, sowohl als Hörspiel als auch als Buch. Nun scheint der Verlag gewechselt zu haben und die Bücher sind etwas moderner gestaltet. Wobei mir aber die alten Cover besser gefallen haben.
Dieser Fall führt Kim, Julian, Leon und ihre schlaue Katze ins Jahr 906 n.
Chr. nach Chichén Itzá, eine Stadt der Maya. Dort lernen sie viel über die Kultur und Errungenschaften des Volkes zur damaligen Zeit. Die Kinder können außerdem bei diesem Fall wieder ihr detektivisches Können unter Beweis stellen.
Gut fand ich, dass die zahlreichen Fremdwörter am Ende des Buches erklärt wurden. Auch die Illustrationen haben mir gut gefallen. Das exotische Setting hat mir ebenfalls Spaß gemacht, allerdings ist das Umfeld nichts für zarte Gemüter. Zum Beispiel geht es in dem stattfindenden Ballspiel recht brutal zur Sache und Themen wie Menschenopfer spielen eine Rolle. Aber so war das damals und deshalb fand ich das authentisch und gut erzählt.
Ganz im Gegensatz zu den Handlungen der Hauptcharaktere. So waren die Kinder einerseits Diener, andererseits durften sie beim Festmahl dabei sein. Das war für mich nicht ganz stimmig. Der Fall hat mir deshalb nicht so gut gefallen wie andere aus der Reihe, da nicht immer alles ganz logisch war.
Trotzdem ist die Geschichte spannend und wird nie langweilig. Man bekommt mit diesem Buch viele Infos über die Zeit der Mayas und eine aufregende Lesezeit.
Unterhaltsames Verwirrspiel
Klippo von Tobias Goldfarb
Klippo lebt allein bei seinen Eltern, wird zu Hause unterrichtet und hat keine Freunde, außer sein Hermelin Red. Da er es nicht anders gewohnt ist, hinterfragt er nicht, weshalb ihn seine Eltern zu Hause verstecken und er sich sein Wissen über die Welt nur aus Büchern aneignen darf. Erst als sie eines Tages vor den Salpetern fliehen müssen, erfährt Klippo, dass seine Eltern keine normalen Eltern sind.
Sie sind Spione und haben den Zorn des Anführers der Salpeter geweckt, der sich nun an ihnen rächen will, indem er Klippo tötet. Deshalb flieht Klippo mit seinen Eltern auf ein Schiff und segelt zu einer verborgenen Insel im Nebel, auf der er sicher sein soll. Sie verstecken ihn in einem alten Turm, doch Klippo ist es leid, sich immer einsperren zu lassen. Er erkundet die Insel und trifft dort auf ein Mädchen, das ihm etwas erzählt, das sein Leben erneut auf den Kopf stellt. Klippos Abenteuer ist noch nicht vorbei.
Mir gefiel es richtig gut, dass die Geschichte so viele Wendungen hat. Zwar war nicht alles überrschend für mich, aber die Spannung blieb immer hoch und die Story hatte ein gutes Tempo. Klippo muss einiges durchmachen, zumal er sich sehr leicht von anderen beeinflussen lässt. Aber was will man erwarten, wenn man sein ganzes bisheriges Leben von den Eltern isoliert wurde. Klippo hat ja kaum Erfahrungen im Umgang mit anderen Menschen und ich finde, das kommt hier sehr gut rüber.
Ein Highlight war natürlich das Hermelin Red, das ich ab der ersten Zeilen sofort ins Herz geschlossen hatte. Toll, dass das Buch auf jeder Seite eine Zeichnung von Red hat, so dass ein Daumenkino entsteht. Eine tolle Idee, an der ich viel Spaß hatte.
Weniger gut hat mir leider das Cover gefallen. Es ist sehr dunkel geraten und hat dann noch einen metallisch-spiegelnden Überzug. So kann man das Motiv, das eigentlich gut zur Geschichte passt, kaum erkennen. Sehr schade.
Den Autor Tobias Goldfarb kannte ich bisher nicht, bin aber durch Klippo jetzt neugierig auf seine Reihe über den Drachen Spekulatius geworden. Denn der Autor hat in Klippo vielfältige Charaktere entworfen und eine märchenhafte Atmosphäre geschaffen, die mich fesseln konnte.
Das Geheimnis rund um Klippo hat mich vor allem deshalb gut unterhalten, weil es so abwechslungsreich ist. Ich hätte mir sogar einige Stellen noch länger gewünscht, zum Beispiel die Ereignisse auf der Distrukta. Hier ging es mir etwas zu schnell, obwohl viele gute Ideen da waren. Aber das zeigt nur, wie ungern ich die Charaktere am Ende losgelassen habe, und dass ich gerne mehr Zeit mit ihnen verbracht hätte.
Klippo ist eine tolle Abenteuergeschichte für alle, die sich gerne überraschen lassen.
Turbulent und humorvoll - Ein perfektes Sommerbuch mit einzigartigen Charakteren
Pi mal Daumen von Alina Bronsky
Wir befinden uns an der Uni im Studiengang Mathematik. So weit, so unspannend. Aber dann begegnen wir dem hochbegabten Oscar und der fünfzigjährigen Moni und möchten nie mehr woanders sein als im Hörsaal, um die beiden zu beobachten.
Die beiden Protagonisten sind einfach ne Wucht: Er ist strukturiert, Einzelgänger, intelligent und ehrgeizig.
Sie hat zu viel Schminke im Gesicht, ist hilfsbereit, äußerst kontaktfreundig und geplagt von einem chaotischem Familienleben. Dazu kommt der Altersunterschied: Oscar ist sechzehn und Moni über fünfzig, aber sie haben beide den gleichen Traum: Ein Abschluss in Mathematik.
Oscar hält Moni schon wegen ihres äußeren Erscheinungsbildes für dumm und hat Mitleid mit ihr, da sie das Studium niemals schaffen wird. Moni wiederum sorgt sich um den kleinen Jungen mit den autistischen Zügen, ob er denn auch genug Schlaf und zu essen bekommt. Aus der Zweckgemeinschaft entwickelt sich allmählich eine ganz besondere Freundschaft.
Die Story ist flott und witzig erzählt. Immer wieder musste ich über Oscars pragmatische Herangehensweise schmunzeln, während ich Moni am liebsten als Mutti oder Omi adoptiert hätte. Moni ist in ihrer Familie irgendwie für alles zuständig: Haushalt, Kochen, Kinder betreuen. Da bleibt eigentlich keine Zeit fürs Studium, wie Oscar treffend feststellt: "Ihre Familie behindert Sie offensichtlich. Warum verlassen Sie sie nicht einfach?" (Zitat, Seite 48). Die Familie wäre auch aus anderen Gründen nicht glücklich, von Monis Studium zu erfahren, und so hält sie es geheim. Sie braucht erst Oscar, um zu lernen, für sich selbst einzustehen.
Oscar hilft ihr bei den Hausaufgaben und beim Lernen, und stellt schnell fest, dass Moni gar nicht so dumm ist. Vor allem ist sie sehr beliebt bei Kommilitonen und Lehrpersonal. Sie trägt dazu bei, dass auch Oscar in den Genuss sozialer Kontakte kommt, obwohl er das gar nicht für nötig hält. Bis plötzlich sein großes Mathe-Vorbild als Wissenschaftler an die Uni kommt und Moni sich mit ihm bestens versteht.
Oscar wird immer mehr in Monis Leben hineingezogen und die Verwicklungen sind spannend, überraschend und humorvoll geschrieben. Ich konnte dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen, denn auch mich hatte Moni innerhalb von wenigen Seiten um den Finger gewickelt.
Ich fand die beiden Figuren fantastisch - das beste Pärchen seit "Alte Sorten" von Ewald Arenz. Auch hier gab es diese erfrischende Kombination von jung und alt, von weise und ambitioniert und gegenseitigem herausfordern. Für mich war dieses Buch eine Überraschung und eines meiner Jahreshighlights 2024.
Große Buk-Liebe und Freude beim Lesen
Die magische Bibliothek der Buks 1: Das Verrückte Orakel von Nina George; Jens J. Kramer
Die Freunde Finn, Thommy, Nola und Mira leben in einer Welt ganz ohne Bücher, in der man sich an strenge Regeln halten muss, ständig überwacht wird und träumen verboten ist. Sie kennen keine Bücher - weder Harry Potter noch Alice im Wunderland - und wissen nicht, wie es ist, wenn Geschichten beim Lesen lebendig werden.
Als sie eines Tages in einem verwilderten Garten hinter einer hohen Mauer eine versteckte Bibliothek entdecken, werden sie plötzlich in ein Abenteuer hineingezogen, dass das Leben aller Menschen verändern könnte.
In dieser großen und wunderbaren Bibliothek treffen die Freunde nicht nur auf Bücher, die ja in ihrer Welt als gefährlich gelten, sondern auch auf kleine Wesen mit großen, leuchtenden Augen, die diese Bücher beschützen.
Für die Buks wiederum ist das Erscheinen der Kinder die Erfüllung einer Prophezeiung, die das verrückte Orakel gerade erst ausgesprochen hat, nachdem es jahrelang geschwiegen hatte. Die Bücher der Bibliothek leiden nämlich an einer Bleichkrankheit, die ihre Texte nach und nach auslöscht und der Buchmeister ist seit fast neun Jahren verschwunden. Auch die Büchergilde gibt es wohl schon lange nicht mehr, seitdem Bücher verboten wurden. Die Buks haben die Hoffnung, dass jetzt mit den Kindern die Rettung kommt, wäre da nicht ein Problem: Vorhergesagt wurden nicht vier Kinder, sondern fünf.
Da die Bibliothek streng geheim bleiben muss, stehen die Freunde vielen Hindernissen gegenüber. Sie dürfen mit niemandem in ihrem Umfeld über Bücher reden, werden ständig über Handys und Tablets abgehört bzw. verfolgt, wo sie sich aufhalten und zu allem Überfluss heftet sich die feindselige Tochter der Ministerin an ihre Fersen, die ahnt, dass die Freunde etwas Verbotenes tun. Sehr schön finde ich, dass das "böse" Verhalten von Geraldine nicht so stehen gelassen wird, sondern deutlich wird, warum sie das tut, nämlich um die Liebe und die Aufmerksamkeit ihrer Mutter zu bekommen. Die Ministerin ist entsetzlich zu ihrer Tochter und man bekommt Mitleid mit Geraldine, obwohl sie für die Freunde zur Feindin wird. Auch die meisten anderen Erwachsenen machen in diesem Buch übrigens keine gute Figur, da war ich teilweise echt entsetzt und habe den Kindern noch mehr gewünscht, dass sie mit ihrer Mission Erfolg haben.
Die Geschichte ist durchweg spannend und humorvoll geschrieben und strotzt nur so von kreativen Einfällen. Die Autoren erfinden Wörter und Namen, die perfekt in die Welt passen und eine buchige Atmosphäre schaffen. Da werden Dinge aus Büchern "herausgebukst" oder auf die "verflixte Lektorin" geschimpft und die verschreckten Lesebändchen flattern im Regal herum. Auch die Namen der Kinder haben alle eine wichtige Bedeutung, derer sie im Laufe der Geschichte gerecht werden sollen.
Die vielen Buks haben ebenfalls eingängige Namen, die gleich ihren Charakter oder ihre Funktion mitbringen. Gleich zu Beginn treffen wir auf Reimling Buk, der nur in Reimen spricht oder auf Thesaurus Buk, den Meister des Orakels. Romantika Buk hat leider ein kleines Rülps-Problem und schlägt Attila Buk regelmäßig in die Flucht.
Und das sind nur wenige der Buks, die uns in dieser Geschichte begegnen. Sie sind alle sehr unterschiedlich und gut auseinander zu halten. Durch ihre sympathischen und witzigen Eigenheiten schließt man sie gleich ins Herz. Ich musste oft schmunzeln, wenn die Queen wieder SSSCHT machte und die Buks davon genervt sind. Und dann sind da noch die Warnungen von Sherlokko Buk, der der Königin damit "auf den Drucksatz" geht. Ich sehe schon die ersten bukschen Wimmelbild-Bücher vor meinem inneren Auge.
An dieser Stelle will ich auch mal die tolle Aufmachung des Buches loben. Viele Buks sind im Innenteil sehr hübsch porträtiert worden und ich habe beim Lesen immer mal wieder nachgeschlagen, wie der eine oder die andere aussieht. Leider sind nicht alle dabei, z.B. fehlen mir Schönaufpassa und Spielotekus Buk, die in der Geschichte viel häufiger vorkommen, als der Aristosophus Buk, dem ein Porträt spendiert wurde. Ich bin durch dieses Buch ein so großer Buk-Fan geworden, ich will sie einfach alle haben!
So ist es nur folgerichtig, dass es von den Buks auch Sammelkarten gibt, von denen eine dem Buch beiliegt. Und ein Lesebändchen gehört in einem Buch über Bücher auch einfach dazu. Ich finde es toll, dass man daran gedacht hat.
Nicht ganz so überzeugt haben mich die kleinen Illustrationen im Text. Ich finde es toll, dass die Buks zwischen den Zeilen immer mal wieder auftauchen, aber die Motive wiederholen sich doch zu oft. Hier hätte mir etwas mehr Abwechslung besser gefallen.
Das Cover ist dagegen wieder ein echter Blickfang und hat mich sofort überzeugt, dass ich dieses Buch lesen muss. Ich habe es nicht bereut. "Die magische Bibliothek der Buks" ist ein Kinderbuch, das sich definitiv zu lesen lohnt. Ich habe mich jedesmal darauf gefreut, wieder in diese Geschichte einzutauchen und den Buks bein Wuseln zuzuschauen oder mit den Kindern mitzufiebern.
Der erste Band "Das verrückte Orakel" endet schließlich mit einem fiesen Cliffhanger mitten in der Story. Jetzt kann ich es kaum erwarten, dass im Frühjahr nächsten Jahres endlich der zweite Teil erscheint.
Ein Buch für alle abenteuerlustigen Kids, die gerne lesen!
Rasantes Fantasyabenteuer, aber keine Detektivgeschichte
Baskerville Hall - Das geheimnisvolle Internat der besonderen Talente von Ali Standish
Der erste Teil der Baskerville Hall Reihe von Ali Standish stellt uns Arthur Doyle vor, einen Jungen aus ärmlichen Verhältnissen, der an einem Elite-Internat aufgenommen wird. Hier lernt er neue Freunde kennen und sieht sich zahlreichen Abenteuern, aber auch Gefahren gegenüber.
Die Geschichte spielt im 19.
Jahrhundert und verbindet gekonnt naturwissenschaftliche Entdeckungen mit Fantastischem. Alchemie und Elektrizität sind ein Thema, aber auch die Paläontologie. Es wird spannend erzählt und vor allem temporeich. Mir war es stellenweise sogar zu rasant, da sich Ereignisse, Informationen und gefährliche Experimente nahezu überschlagen. Zwischendurch hätten der Geschichte etwas mehr Beschreibungen und Charakterisierungen gut getan und etwas weniger Abenteuer.
Die Ähnlichkeiten zu Harry Potter sind unverkennbar, aber sie haben mich nicht gestört, da es auch genug eigene Ideen gab. Die gewollte Ähnlichkeit zu Sherlock Holmes war dagegen, abgesehen von den benutzen Namen wie Moriarty und Dr. Watson, so gut wie nicht vorhanden. Das Buch ist eher eine Fantasy- als eine Detektivgeschichte.
Gut gefallen haben mir der Zusammenhalt von Arthurs Freunden und ihre Unterschiedlichkeit. Vor allem das Mädchen Pocket stiehlt Arthur in Punkto Mut und Einfallsreichtum fast die Show. Ein spezieller Charakter ist Arthurs Freund Grover, der sehr spirituell geprägt ist und sich gerne mit dem Tod beschäftigt.
Der Fall an sich ist komplex und hält einige Wendungen parat. Das Ende klärt die meisten Fragen, lässt aber auch noch etwas offen für die Fortsetzung. Man spürt, dass dies ein Einführungsband ist, aber auch, dass die Story um Baskerville Hall noch einiges mehr zu bieten hat.
Im Anhang finden sich noch einige kurze Informationen über Arthur Conan Doyle, den Schöpfer von Sherlock Holmes. Wie schon erwähnt trug dieser Zusammenhang für mich nicht zur Geschichte bei und hätte auch komplett weggelassen werden können.
Mir hat die Geschichte im Großen und Ganzen gut gefallen. Sie war sehr unterhaltsam und abwechslungsreich geschrieben und hatte schöne Ideen. So richtig gepackt hat es mich aber auch nicht, dafür waren mir die vielen Themen zu wirr. Zwischen hypnotisierten Schimpansen, fragwürdigen Geheimklubs und schulischen Boxkämpfen habe ich den Bezug zur Handlung immer wieder verloren. Vielleicht wäre hier weniger mehr gewesen. Auf jeden Fall würde ich das Buch aufgrund der Komplexität und der Themen eher für Jugendliche empfehlen.
Spaßige Dino-Freundschaft
Tiberius Rex 1: Mein Freund, der Dino von Florian Fuchs
Tiberius Rex ist eine niedliche Geschichte über die kleine Leonie, die in einem Museum einen Dinosaurier entdeckt. Doch dieses Exemplar ist nicht ausgestorben, sondern ein sehr lebendiger Tyrannosaurus Rex. Nach dem ersten Schreck stellt Leo fest, dass Tiberius sogar sprechen kann und sehr freundlich ist.
Zusammen erleben die beiden das ein oder andere Abenteuer und werden dicke Freunde.
Leonie ist ein aufgewecktes Mädchen, das neugierig und mutig ist. Mit ihr wäre man gerne befreundet. Der gutmütige Tiberius erinnert mich ein bißchen an den berühmten Elefanten Benjamin Blümchen, der ja auch sprechen kann und ziemlich groß ist. Die Geschichte ist spannend erzählt und an vielen Stellen auch witzig, das Tempo ist aber eher langsam und das Abenteuer an sich reißt einen nicht völlig vom Hocker. Trotzdem habe ich gerne über diese außergewöhnliche Freundschaft gelesen. Die Kapitel sind nicht zu lang, so dass sich das Buch gut vorlesen oder auch mit 8 Jahren selber lesen lässt. Die Zeichnungen sind ansprechend gestaltet, hätten aber gerne noch mehr Details haben können.
Mir gefällt es, dass Tiberius selber schon ganz alt ist, also quasi ein Dino-Opa, und auch die Erwachsenen nach kurzem Erstaunen positiv auf den Saurier reagieren. So einen schokoverliebten Dino muss man ja auch einfach mögen. Das kleine Abenteuer ist unterhaltsam und macht definitiv Lust auf weitere Teile der Reihe. Für alle Dinosaurierfreunde und Fans von Benjamin Blümchen eine klare Empfehlung.
Ein Kampf gegen den Plastikmüll und seine Folgen
Partikel von Wolf Harlander
Partikel, das sind kleinste Teilchen Mikroplastik, die sich in unserer Kosmetik, der Kleidung, in Hygieneartikeln, Spielzeug oder Nahrungsmitteln befinden. Als ihre Nichte Zoe schwer erkrankt, beginnt Journalistin Melissa zu recherchieren und stößt dabei auf kriminelle Machenschaften großer Unternehmen, denen Umweltschutz herzlich egal ist.
Je mehr Melissa herausfindet, desto bedrohlicher wird die Lage für sie persönlich. Denn mit den Drahtziehern ist nicht zu spaßen, sie gehen über Leichen.
Für mich war Partikel das erste Buch, das ich vom Autor Wolf Harlander gelesen habe. Es wird nicht das letzte bleiben, denn ich hatte viel Spaß beim lesen. Ich gebe aber zu, ich hatte etwas mehr Endzeitszenario erwartet, als ich bekomme habe. Der Schwerpunkt des Romans liegt auf Umweltkriminalität und nicht auf der Erkrankung selber. Es haben zwar schon viele Menschen Mikroplastik im Blut, aber den meisten passiert nichts, nur einzelne werden wie Zoe wirklich krank davon. Melissa ermittelt eigentlich nur, weil sie persönlich betroffen ist. Das ist allerdings sehr unterhaltsam geschrieben und ich bin ihr gerne gefolgt. Melissa hatte mein Mitleid, da sie anfangs als Journalistin noch nicht ganz ernst genommen wird und auch ein äußerst schwieriges Verhältnis zu ihren Eltern hat. Auch die Beziehung zu ihrer Freundin Victoria, die sich als Umweltaktivistin engagiert, ist ziemlich merkwürdig. Zu Beginn kämpft Melissa also allein gegen einen riesigen Gegner.
In der Nebenhandlung ermitteln BND-Beamte im Fall einer Plastikkatastrophe im Meer, nachdem ein Schiff gesunken ist, das illegal Plastikmüll nach Nigeria bringen sollte. Dieser Handlungsstrang beleuchtet politische und wirtschaftliche Hintergründe und wird später mit dem von Melissa zusammengeführt. Eine kleine Nebengeschichte ist die des BND-Beamten Nelson, die für meinen Geschmack überflüssig war und nichts zur eigentlichen Romanhandlung beigetragen hat. Das sind dann auch die Szenen, wo die Geschichte sich für mich ein bißchen gezogen hat.
Abgesehen davon fand ich den Thriller spannend geschrieben. Es passiert einiges und besonders die Kapitelübergänge hatten einen Sog, der mich immer weiter lesen ließ. Harlanders Schreibstil ist unterhaltsam und flüssig zu lesen, so dass ich schnell durch die über 600 Seiten geflogen bin. Das Ende war zwar nicht ganz überraschend, aber passend zum Plot. Trotzdem bleiben bei dem wichtigen Thema Mikroplastik und Plastikmüll für mich viele Fragen offen. Es ist eben ein Spannungsroman, der nicht allzusehr in die Tiefe geht.
Ich habe Partikel von Wolf Harlander sehr gerne gelesen. Wer auch gerne spannende Krimis liest, die nicht zu aufwühlend sind und Ermittlungsgeschichten mag, der ist hier gut aufgehoben.
Leider keine spannende Gespenstergeschichte
In unserer Schule spukt's: Das Geheimnis der Villa Einsiedel von Susan Niessen
Da ein Tornado das Schulgebäude zerstört hat, müssen alle Schüler und Lehrer in die alte Villa Einsiedel umziehen. Der Besitzerin ist das eigentlich gar nicht recht, aber da sie im Heim sitzt und das Gebäude leer steht, ist es die einzige Möglichkeit, den Schulbetrieb wieder aufzunehmen.
Doch der Einzug läuft nicht so glatt, wie gehofft: Plötzlich ertönt Klaviermusik aus einem leeren Zimmer, Schilder werden vertauscht, Standuhren verrückt und Türen sind verschlossen. Einige Schüler beginnen zu ermitteln, wer hinter den Streichen stecken könnte.
Die Geschichte ist humorvoll geschrieben und beginnt spannend. Leider nimmt diese Spannung im Laufe der Geschichte immer mehr ab, da man die ganze Zeit darauf wartet, dass die Gespenster erscheinen (was aber erst auf den letzten Seiten des Buches passiert). Außer ein wenig geheimnisvollem Lachen oder Bilder, die sich nicht von der Wand nehmen lassen, passiert nicht viel aufregender Spuk. Es gibt auch keine Überraschungen, alles ist recht vorhersehbar. Ich mag Geschichten in alten, geheimnisvollen Gebäuden eigentlich sehr gern, aber die Villa Einsiedel hat keine gruseligen Keller oder Geheimgänge, etc. zu bieten. Nur ein verschlossenes Turmzimmer, aber da darf niemand rein.
Toll fand ich dagegen die Charaktere, die witzig und liebevoll gestaltet sind: Der strenge Hausmeister, vor dem man sich immer in Acht nehmen muss, die nette Lehrerin mit dem schönen Spitznamen "Frau Marzipan" und die alte Frau Einsiedel, die trotz ihrer Gedächtnisschwierigkeiten geheimnisvolle Andeutungen macht, haben mir besonders gefallen. Die Figuren tragen die Geschichte, so dass ich sie trotz der eher langsamen Handlung gerne gelesen habe. Vor allem der kleine Ravi hat mir mit seinen frechen Bemerkungen immer wieder ein Schmunzeln entlockt.
Insgesamt ist das Buch eine nette, kurzweilige Geschichte, aber ich hatte doch etwas mehr erwartet. Am besten sage ich es mit Ravis eigenen Worten: "Hab ich mir irgendwie spannender vorgestellt."









