Kunden em pfehlungen
Rezensionen von chabli:
Gruselig und düster
Play of Hearts von Juli Dorne
In Evies Familie beherrscht Magie. Dies ist jedoch der Grund, dass sie vor den Normalsterblichen gemieden und verteufelt werden. Die Angst davor und die Tatsache, dass sie ein Beerdigungsinstitut betreiben und mit ihnen der Tod einhergeht. Da Evie ein sehr einsames Leben ohne Gleichaltrige fristet, ist es ihr größter Wunsch, endlich einen Freund zu finden.
Dieser Wunsch wird ihr von einem verzauberten Spiegel erfüllt. Jedoch nicht ohne Preis, den ab sofort stirbt jedes Lebewesen, dass sie auch nur kurz berührt. Als sie an ihrem 18. Geburtstag Arthur kennenlernt und sich in ihn verliebt, scheint sich alles zu ändern – bis das Chaos ausbricht..
Ich konnte dem Buch leider überhaupt nichts abgewinnen. Was andere als poetisch empfinden, war für mich nur anstrengend. Diese ewigen Umschreibungen, die langgezogenen und visualisierten Gefühle beispielsweise. Auch empfand ich den Jahrmarkt nicht als magisch, sondern einfach nur gruselig und düster – jedoch nicht auf die gute, spannende Art. Auch die Reaktionen untereinander waren gewöhnungsbedürftig. Evies Familie macht da keine Ausnahme. Beim Lesen hatte ich ständig das Bild der Adams Family vor Augen.
Das Buch mag seine Liebhaber finden, leider gehöre ich jedoch nicht dazu
Als wäre man mittendrin
Say you swear von Meagan Brandy
Das Buch ist eine richtig schöne Collegeromanze, die den Trope „Love-Triangle“ voll und ganz auslebt. Es geht hier um Ari und ihre Clique, mit der sie bereits seit dem Sandkasten befreundet ist. Dazu gehören unter anderem ihr überfürsorglicher Zwillingsbruder Mason oder Chase, in den sie bereits seit dem ersten Tag unsterblich verliebt ist.
Nach einer großen Enttäuschung lernt sie jedoch den Mitstudenten Noah kennen und lieben. Nachdem Chase aber doch klar wird, dass Ari die Richtige ist, tut er alles dafür, sie zurückzugewinnen.
Den Anfang des Buches fand ich unheimlich toll. Ich habe mich in der Story verloren und wollte ständig weiterlesen. Der Schreibstil ist absolut toll und die Seiten fliegen nur so dahin. Die Protagonistin Ari ist mir auch unheimlich sympathisch und ich konnte mich sehr gut in ihr Gefühlsleben hineinversetzen.
Leider war die Handlung direkt zu Beginn etwas unübersichtlich und ich hatte Probleme, die vielen Charaktere auseinanderzuhalten. Ich habe sogar recherchiert, ob es sich hierbei eventuell um eine Fortsetzung handeln könnte und ich deshalb keinen richtigen Anschluss finde. Das hat sich aber sehr schnell geändert und ich konnte der Story ungehindert folgen.
An einer Stelle hatte ich jedoch das Gefühl, es fehlen einige Passagen. So soll Ari Noahs Mutter kennenlernen. Erst wird davon geschrieben, dass sie zu ihr fahren und ganz plötzlich sind sie mitten im Gespräch. Es gibt keine Vorstellung, keine Charakterbeschreibungen und so weiter. Als hätte man aus Versehen ein bis zwei Seiten beim Druck übersprungen. Aber vielleicht wirkte das auch nur für mich so.
Die Wendung im letzten Drittel fand ich etwas überspitzt und ich finde, die hätte man auch gut weglassen können.
Dennoch habe ich das Buch geliebt und kann es jedem, der sich für College- oder Footballromanzen interessiert, wärmstens ans Herz legen
Ein Sturm, der alles verändert
Dem Sturm entgegen von Cecelia Ahern
Die Ärztin Enya kommt zufällig in einer stürmischen Nacht zu einem Unfallort mit Fahrerflucht, an dem ein Junge angefahren wurde. Sie leistet erste Hilfe und der Junge kommt ins Krankenhaus. Obwohl sie als Ärztin solche Situationen kennen müsste, stürzt sie diese Begegnung in eine tiefe Krise und sie beginnt, ihr gesamtes Leben zu hinterfragen.
Sie trennt sie von ihrem Mann und beginnt ein neues Leben am anderen Ende des Landes.
Noch nie habe ich mich so schwer damit getan, eine Rezension abzugeben. Einerseits war ich beeindruckt von Enya und ihrem Willen, ein glückliches Leben zu führen. Andererseits waren ihre depressiven Phasen sehr gewöhnungsbedürftig und mehr als einmal hatte ich das Bedürfnis, sie richtig durchzuschütteln, damit sie aufhört zu jammern und endlich Aktionen für sich sprechen lässt. Man hatte das Gefühl, dass sie sich ständig selbst im Weg steht. Von ihrer Hausverwalterin fange ich lieber gar nicht erst an. Auch der Part mit dem Rag Tree nimmt meiner Meinung nach zu viel Raum ein und ist eher störend für den Lesefluss. Ja, es gehört zur irischen Mythologie, aber das wurde wirklich mehr als ausreichend thematisiert. Das Damoklesschwert, das permanent über Enya hängt, war für meinen Geschmack auch zu viel. Ihre Mutter ist nämlich mit 47 gestorben und nun hat die Protagonistin die grundlose Angst, dass sie ebenfalls in diesem Alter stirbt.
Das Ende war meiner Meinung nach zu schnell. Man bekam das Gefühl, es sollte schnell abgehandelt werden, damit man sich mehr auf das Seelenleiden der Protagonistin konzentrieren kann
Insgesamt war mir das Buch einfach zu viel: zu viel Gejammer, zu viel Mythologie, zu viel Hippieflair, zu viele Schuldgefühle
Liebe und Tod
Everything We Never Said - Liebe lässt uns böse Dinge tun von Sloan Harlow
Ella ist ein Schatten ihrer selbst. Vor wenigen Monaten verstarb ihre beste Freundin Hayley bei einem Unfall und sie überlebte. Dennoch fühlt sie sich nicht mehr zugehörig. Sie verfällt in eine Depression und hat Schwierigkeiten, wieder im normalen Alltag anzukommen. Dabei hilft ihr jedoch Sawyer, Hayleys fester Freund zum Zeitpunkt des Todes.
Gemeinsam geben sie sich Kraft und helfen sich. Jedoch kommt Ella nach einiger Zeit ein schlimmer Verdacht.
Ich habe das Buch an einem Stück gelesen. Eine lange Zugfahrt hat dafür gereicht, so mitgerissen hat mich die Geschichte. Ich konnte sehr gut Ellas Leid verstehen und fand die Versuche gut, wieder ins Leben zurückzufinden. Auch die Hilfe, die sie von ihren Mitmenschen erhält, finde ich schön. Die Thrillerelemente sind sehr gut, aber vermutlich eher für eine jüngere Zielgruppe gemacht. Oder ich habe mit meinen 36 Jahren schon zu viel spannende Literatur gelesen. Die Auflösung war mir bereits nach kurzer Zeit klar und die eingestreuten Indizien haben mich in meine Annahme immer weiter bestärkt. Das hatte jedoch keine Auswirkungen auf das Leseerlebnis.
Ein sehr gutes, spannendes Buch, das mir sehr viel Spaß gemacht hat. Da ich das komplette Buch am Stück gelesen habe, kann ich es mit gutem Gewissen weiterempfehlen.
Eine Kreuzfahrt des Schreckens
Kein Land in Sicht von Christina Pertl
Sarah wacht verkatert und ohne Erinnerungen an einem unbekannten Ort auf. Schnell wird klar, dass sie sich an Bord eines Kreuzfahrtschiffes befindet. Und das bei ihrer Wasserphobie. Nach und nach erkennt sie, dass sie zum Team der Animateure gehört, aber schnell ist klar, dass hier kriminelle Machenschaften am Werk sind.
Mich hat das Buch sehr gut unterhalten und ich habe sehr mitgefiebert. Ich habe mich schnell mit Sarah und, vor allem, ihrer Zimmergenossin identifizieren können und die Seiten flogen regelrecht dahin. Leider fand ich die Story an manchen Stellen ziemlich an den Haaren herbeigezogen und die Geschichte rund um Michael wirkte farblos und ich wurde ziemlich ratlos zurückgelassen. Auch sind viele Figuren nicht die, die sie zu sein scheinen, was alles sehr unglaubwürdig werden lässt. Dennoch hat das Buch mit Spaß gemacht und ich konnte mch gedanklich auf das Schiff versetzen.
Das Cover ist schön anzusehen und das Bullauge im Umschlag macht es individuell
Ein weiterer guter Thriller aus dem Hause Strobel
Stalker - Er will dein Leben. von Arno Strobel
Eric ist ein aufstrebender Schauspieler und seine Hauptrolle im aktuellen Tatort scheint seine Karriere gehörig anzutreiben. Er wird immer bekannter. Dies hat aber auch seine Schattenseiten, denn jemand wird angelockt, der Eric unbedingt schaden will. Um mit seinem „Stalker“ fertigzuwerden, ist Eric gezwungen, tief in seine Kindheit einzutauchen und den Grund zu erfahren, warum er keine Erinnerungen daran hat.
Das Buch hat mich gut unterhalten und ich konnte allen Handlungen und Entscheidungen gut folgen. Jedoch fand ich einige Gegebenheiten ein wenig unrealistisch. So trifft Eric während seiner „Odyssee“ nur auf wohlwollende Menschen, die ihn sowohl in ihrem Zuhause aufnehmen als auch rund um die Uhr helfen wollen. Außerdem kommen ihm die Erinnerungen an seine Kindheit, die immer genau zum richtigen Zeitpunkt zurückkehren etwas an den Haaren herbeigezogen vor. Ich bin keine Psychologin und weiß nicht, ob dies vielleicht doch sein könnte (möglichweise durch bestimmte Trigger), aber für mich passte alles einfach immer zu gut.
Ich kann das Leid und die Machtlosigkeit von Eric gut nachvollziehen, jedoch konnte ich keine richtige Beziehung zum Protagonisten aufbauen. Ebenso fand ich das Buch mit den 368 zu kurz für die komplexe Handlung. Man bekam, vor allem zum Schluss, das Gefühl, dass der Autor abschließen und das Buch beenden wollte.
Es ist ein guter Thriller und ich wurde gut unterhalten. Die richtige Spannung kam auch auf, wenn man über die Ungereimtheiten hinwegsehen kann. Auch die Plottwists am Schluss waren sehr spannend
Die Spiele sind eröffnet
Immortal Longings von Chloe Gong
In der Stadt San-Er, einer heruntergekommen und überbevölkerten Stadt, herrscht nur Leid, Schmerz und Gewalt. Die Bewohner haben keine Perspektive und leben von einem Tag in den anderen. Die einzige Chance, aus diesen Abgründen zu entkommen, sind die tödlichen Spiele, die jährlich ausgetragen werden.
Wer diese gewinnt, erhält unermessliche Reichtümer und kann sich ein neues Leben aufbauen. Dafür muss man aber der einzige Überlebende von 88 Teilnehmern sein.
Die Grundstimmung war sehr bedrückend und man konnte auch an vielen Stellen das Leid der Bewohner nachvollziehen. Leider konnte mich die Geschichte überhaupt nicht abholen. Es waren viel zu viele Beschreibungen und viel zu viele Figuren, die zwar vorgestellt wurden, die man aber nicht wirklich kennengelernt hat. In keine der Personen konnte ich mich hineinversetzen und nachvollziehen, warum manche Entscheidungen getroffen wurden. Auch das Springen in andere Körper und das überaus präsente Qi wurde mir nicht plausibel dargestellt. Ich hatte hier nie das Gefühl, dass ein Film vor meinen Augen abläuft. Ich konnte mich nicht in die Geschichte fallen lassen und sie genießen. Die Liebesgeschichte kam dann sehr unerwartet und aus dem Nichts heraus. Man hatte das Gefühl, die Autorin will unbedingt noch etwas Romance und Spice im Buch und hat es auch diesem Grund einfach einfließen lassen. Glaubwürdig war es jedoch nicht.
Erst zum Ende hin kam eine gewisse Spannung auf, aber das Ende war auch an den Haaren herbeigezogen und ergab für mich keinen Sinn. Es waren einfach zu viele lose Enden, die nicht vernünftig aufgeklärt wurden. Da es der Beginn einer Trilogie ist, wird hier sicherlich an dieser Stelle weitergemacht, aber jetzt stehe ich erst einmal mit tausend Fragezeichen im Kopf da.
Das Buch mag seine Liebhaber finden, leider gehöre ich nicht dazu.
Einfach zauberhaft
Mirror: Weiß wie Schnee von Lucia Herbst
Lena, eine Ärztin aus München, ist der Zwilling der bösen Stiefmutter aus dem Märchen Schneewittchen. Durch einen Zauber des berühmten Spiegels ("Spieglein, Spieglein an der Wand...) werden die Seelen der beiden Frauen getauscht und Lena findet sich plötzlich im Märchenwald wieder. Sie ist nicht einverstanden mit den Verläufen der Märchen und hilft den Märchenfiguren, ihren eigenen Weg zu finden und sich um ihr eigenes Schicksal zu bemühen.
Zusätzlich sucht sie verzweifelt nach einem Weg, in ihr Leben zurückzukommen, denn sie hat keine Ahnung, was die böse Stiefmutter an ihrer Stelle mit ihren Lieben anstellt.
Ich fand die Geschichte einfach wunderschön. Zwar hatte man bis zur Mitte den Eindruck, eher eine Kindergeschichte zu lesen, aber dennoch hat sie mir sehr gut gefallen. Ich habe alle Figuren in Rekordzeit ins Herz geschlossen und konnte es kaum erwarten, wie die Geschichte weitergehen könnte. Auch die Parallelen, die Lena zum wahren Leben erkennt (Schneewittchen gleicht ihrer Stiefschwester um ein Haar oder der Jäger ist in München als Polizist bekannt), sind sehr humorvoll.
Es ist einfach eine Wohlfühlgeschichte. Man möchte sich ans Fenster setzen, eine Duftkerze anzünden, einen Weihnachtstee trinken und einfach in dieser Geschichte versinken.
Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht und werde mir auf jeden Fall die Folgebände zulegen
Eine Tote in den schwedischen Wäldern
Im Unterholz von Sara Strömberg
Vera ist eine 56-jährige alleinstehende Frau, die einen langweiligen Aushilfsjob als Schulbegleitung hat. Früher jedoch war sie Journalistin und brannte für ihren Job. Als es in ihrer Gemeinde einen bestialischen Mord gibt, erwacht ihr Journalistenherz zum Leben und sie beginnt zu recherchieren. Dabei deckt sie eine Familientragödie auf, mit der sie niemals gerechnet hätte.
Das Buch ist in zwei Zeitebenen verfasst, die sich durch kursive Schreibweise gut voneinander unterscheiden lassen.
Leider habe ich sehr lange gebraucht, um mich in das Buch hineinversetzen zu können. Anfangs fand ich die vielen Namen erschlagend und es war sehr anstrengend, einen Konsens herstellen zu können. Leider ist mir das bei manchen Figuren bis zum Schluss nicht gelungen. Auch die Ortschaften, Radioprogramme usw. waren ziemlich verwirrend. Außerdem fand ich die Protagonistin sehr unsympathisch. Zu stark wurde auf Selbstbefriedigung oder die Wechseljahre / Periode eingegangen. Dafür hat mir der rote Faden im Plot gefehlt. Ich wusste an manchen Stellen nicht wirklich, warum sie etwas tut und mit wem sie sich gerade unterhält.
Erst zum Schluss hin habe ich dann der Geschichte folgen können und es kam leichte Spannung auf. Leider hat mich das Ende auch enttäuscht, weil es zu schnell abgehandelt wurde.
Wer skandinavische Krimis ohne zu viel Blutvergießen mag, dem wird dieses Buch bestimmt gefallen. Jedoch wird mehr Augenmerk auf das Gefühlsleben der Protagonistin als auf den Kriminalfall selbst verwendet
Einfach magisch
Nightbirds, Band 1 - Der Kuss der Nachtigall von Kate J. Armstrong
Matilde, Sayer und Aesa teilen ein Geheimnis: Sie besitzen magische Fähigkeiten. Da jedoch jede Art von Magie von der Kirche verboten wurde, müssen die drei ihre Künste im Verborgenen ausüben: Mit Vogelmasken und unter den Decknamen Schleiereule, Goldfink und Nachtigall verteilen sie ihre Magie unter der gutzahlenden Oberschicht mithilfe eines Kusses.
Leider haben sie nicht nur Gönner, sondern auch fanatische Feinde und geraten bald in einen Strudel von Intrigen und müssen um ihr Leben und das ihrer Liebsten fürchten.
Ich fand das Buch wirklich toll. Alleine schon das Cover und der Buchschnitt sind wahnsinnig hübsch und passen so wunderbar zur Geschichte. Ein kleines Manko ist jedoch, dass die goldenen Ornamente nicht so haltbar sind und relativ schnell ausbleichen, wenn man das Buch länger in der Hand hält. Die Geschichte war auch sehr spannend und ich konnte ihr gut folgen. Sympathien für die drei Frauen waren etwas unterschiedlich. Ich mochte Matilde wahnsinnig gerne, weil sie so eine unglaublich starke Frau ist und alles für ihre Lieben opfern würde. Sie macht während des Buches die größte Entwicklung. Aesa nagt zu sehr an ihren Selbstzweifeln, weswegen ich mehrfach das Bedürfnis hatte, sie ausgiebig zu schütteln, bis sie wieder klar denkt..
Die Geschichte ist wirklich spannend aufgebaut und ich bin sehr gespannt auf den zweiten Teil der Reihe. Ich will unbedingt wissen, wie die Story ausgeht. Außerdem gibt es noch so einige Personen, bei denen ich die Charakterentwicklung sehr gerne sehen möchte. Diese sind bei einigen leider ein wenig zu kurz gekommen. Das liegt aber wohl an der Fülle der Personen und Informationen und der begrenzten Seitenzahl. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und kann dieses Buch jedem phantasiebegeisterten Leser ans Herz legen











