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Rezensionen von Internetmaus:

Heimatgefühle

Die Töchter vom Königssee - Schmetterlingstage von Martina Sahler

Schmetterlingsstage ist der Auftaktroman einer neuen Reihe der Autorin Martina Sahler. Am idyllischen Königssee im Berchtesgardener Land wachsen drei Mädchen auf, die eine tiefe Freundschaft verbindet.
Das Taschenbuch hat eine Klappenbroschur. Der Farbschnitt mit dem Wellenmuster gefällt mir. Das Cover zeigt zwischen hohen Berggipfeln, tief unten, den Königssee Eine Landschaft, einmalig schön.

Die Autorin versteht es, mich in die Handlung hineinzuversetzen. Ihr Schreibstil ist klar und gut verständlich. Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt, die ineinander überfließen. Ich empfand keine Brüche.
Mona, Valerie und Charlotte sind drei Freundinnen, die immer zusammenhalten. Zu ihrer Lehrerin, die die Mädchen bis zum Abitur unterrichten wird, haben sie entgegen aller Vorbehalte des alten Direktors, ein vertrauensvolles Verhältnis. Isabella, nur wenige Jahre älter als ihre Schülerinnen, sieht sich ihre als Partnerin, die gemeinsam den Lehrstoff erarbeiten.
Monas Eltern führen eine Pension. Sie erwarten, dass ihre Tochter sie weiterführt. Die Wünsche und Träume ihrer Tochter interessieren sie nicht. Insbesondere Theresa, die Mutter, duldet keine Widerrede. Mona hat einen starken Willen und kennt ihre Stärken. Mit einer Ausbildung in Zürich erlangt sie ein solides Fundament. Dies ist der Beginn ihres beruflichen Aufstieges. Sie hat alles erreicht. Nach zwanzig Jahren kommt Mona für eine Auszeit in ihre Heimat an den Königssee. Isabella, eine damalige Lehrerin erhält die Stelle des alten Direktors. Für die geladenen Gäste gibt es eine Feierstunde. Die drei Freundinnen gehören dazu. Zwanzig Jahre sind vergangen. Es gibt viel zu erzählen.
Mit ihrem langjährigen Freund Lukas, führt sie eine Fernbeziehung. Als gefragter Architekt übernimmt er weltweit Bauvorhaben. Nach seinem letzten Auftrag gönnt er sich eine Pause. Beide haben ihre Wurzeln am Königssee. Mona hat sich für drei Monate ein Sabbatical vom Job genommen. Sie ist eine Rastlose und braucht Ruhe zum Nachdenken. Welchen Weg möchte sie weitergehen?Eine Wende würde ihr guttun. Zum ersten Mal verbringen beide eine gemeinsame Zeit, die sie genießen. Welche Entscheidungen werden sie treffen?
Der Auftakt zu dieser Trilogie hat mir gut gefallen. Die Handlungen der Protagonistin sind verständlich dargelegt und nachvollziehbar. Ich kann das Buch sehr empfehlen. Mit Vorfreude erwarte ich den zweiten Teil.

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Naturgewalten

Sturmland von Miriam Georg

Hamburg, die stolze Stadt an der Elbe, ist auch in dieser neuen Dilogie Ausgangspunkt der Handlung. Cora stammt aus einer reichen Reederfamilie. Entgegen den üblichen Gepflogenheiten ist sie sehr gebildet. Ihr Vater hat sie stets unterstützt. Aber in ihren Kreisen hat eine Frau sich den Männern unterzuordnen.

Ehen werden aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen und von der Familien arrangiert. Auch Cora war für ihren Vater eine Ware. Sie musste eine Vernunftehe eingehen.

Die sechs Bücher, die ich von der Autorin bisher las, fesselten mich sehr. Von diesem Roman kann ich das leider nicht sagen. Ich hatte erwartet etwas von den Anfängen der organisierten Seenotrettung zu erfahren. Schon der gewählte Buchtitel machte mich neugierig. Die Inselbewohner müssen mit den Gefahren, die das Meer mit sich bringt, leben. Keiner weiß, ob die Fischer mit ihren leichten Booten wieder heim kommen. Das wird im Buch sehr anschaulich beschrieben.
Allmählich entsteht der Tourismus auf Norderney und langsam auch auf Borkum. Die Einheimischen sind froh über eine neue Einnahmequelle. Sie überlassen ihre Zimmer den Urlaubern und bleiben im Hintergrund. Das Buch vermittelt viele Einblicke über das ärmliche Leben dieser Menschen im Jahre 1860.
Zu dieser Zeit kommt Cora Gossler nach Norderney. Sie ist verheiratet. Ihr Ehemann ist auf Reisen. So lebt sie eine Zeit lang in der Villa ihres Vaters in Hamburg. Dort hält sie es nicht aus. Sie muss ständig in Bewegung sein. Nur so ist ihr ein klares Denken möglich. Als Alexander Klaasen, ein Ratsherr, für seine zehnjährige Tochter eine Gouvernante sucht, nimmt sie unter falschen Namen, diese Stellung an. Auf der Insel soll sich das an Tuberkulose erkrankte Mädchen erholen.
Onnen, ein Tagelöhner und Cora arbeiten beide für Herrn Klaasen und kommen sich nach und nach näher. Diese Liaison nimmt einen weiten Teil des Buches ein. Es ist für mich ein historischer Liebesroman an beeindruckenden Handlungsorten.
Ich hoffe nun auf den zweiten Band um etwas über die Anfänge die zur der Gründung der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger führten, zu lesen.

Dieser langatmige erste Teil konnte mich nicht überzeugen. Auf Grund der gut getroffenen atmosphärischen Beschreibungen erhält, es von mir drei Sterne.

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Paris - Mon Amour

Nächstes Mal für immer von Lucien Marant

Dieser Roman ist das erste Buch das Lucien Manant schrieb. Er wuchs in Süddeutschland auf und war durch die Nähe zu Frankreich oft in Paris.
Die Protagonistin Mona hat ein Semester in Paris studiert und kommt 2019 wieder in diese Stadt.
Die Handlung beginnt 1999 am Pariser Fernbahnhof Gare de I’Est.

Dort stieg sie in die falsche Metro. Sie ist zum ersten Mal in der Stadt. Mit der Irin Louise teilt sie sich ein Zimmer in einer WG. Zwanzig Jahre später kommt Mona wieder. Eine ältere Dame hatte ihr das bei einem letzten Kaffee nach ihrem Studiemaufenthalt prophezeit. Eine Ehe, in der sie zwei Kinder bekam und eine Scheidung liegt hinter ihr. Aus gesundheitlichen Gründen nahm sie sich eine Auszeit. In Paris schwelgt sie in Erinnerungen.
Wie schon damals, hat sich Mona eine Unterkunft in einer WG gesucht.
Das Cuver ist in zarten Farben gehalten und zeig den Blick von einer Dachterrasse über die Stadt. Es reflektiert Leichtigkeit. Die Story springt zwischen den beiden Zeitebenen hin und her. Obwohl ich Paris nicht kenne, sind mir viele Beschreibungen zu ausschweifend und störten meinen Lesefluss. Mona hat nur schöne Erinnerungen an die Stadt. Aber zwanzig Jahre sind eine lange Zeit und sie denkt, dass ihre Lebensuhr abläuft, da sie sehr krank ist.
Sie möchte Abschied nehmen und noch einmal in ihre Erinnerungen eintauchen. Natürlich trifft sie wieder auf Thibauld, der sich damals schnell aus dem Staub machte. Nun ist sie der Meinung, dass es zu spät ist. Eine leicht zu lesende emotionale Liebesgeschichte ohne viele Höhen und Tiefen. Für dieses durchschnittliche Buch vergebe ich drei Sterne.

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Familie kann man sich nicht aussuchen

Brombeerblaue Tage von Simone Veenstra

Brombeeerblaue Tage ist ein Buch, das durch sein Cover meine Aufmerksamkeit weckte. Es handelt überwiegend auf der Insel Rügen.
Schön gestaltet finde ich den Einband. Die Geschichte ist geprägt vom Leben einer jungen Frau, deren Arbeit als Landschaftsarchitektin sie antreibt. Dazu hat sie eine vielseitig verwendbare App entwickelt.

In Berlin arbeitet sie in Selbstständigkeit. Mit Laptop und Handy kann sie überall tätig sein. Ihr Vater hat die Familie sehr früh verlassen. Zu seiner Tochter, Elisa, hat er nur einen lockeren Kontakt. Jetzt braucht er ihre Hilfe und macht es dringend. Obwohl sie ihn kaum kennt, macht sich Elisa auf den Weg an die Ostsee.
Der Roman ist in vier sehr lange Kapitel unterteilt. Jedes beginnt mit der Zeichnung und Beschreibung einer Pflanze. Ein direkter Bezug zum folgenden Erzählstrang ist nicht erkennbar. Warum Henk, Elisas Vater, seine Tochter anrief und ihre Hilfe einforderte, kommt erst nach und nach ans Licht. Der Flora wird viel Raum gegeben. Intensiv sind die Ausführungen dazu. Bei den handelnden Personen fehlen sie mir. Sie sind kühl und unnahbar. Von der Insel Rügen, einem landschaftlich sehr unterschiedlichem Eiland ist kaum etwas zu spüren. Lediglich als Elisa mit einer Freundin im Südosten der Insel unterwegs ist, werden zwei Hundestrände auf dem Mönchgut, zwischen Lobbe und Thiessow erwähnt.
Von dem Buch hatte ich mehr erwartet. Es ist in einfacher Sprache geschrieben und die Handlung zieht sich ohne jegliche Spannung in die Länge. Das Beste ist für mich das Cover. Die Handlung springt hin und her. Eine klare Gliederung mit Prolog und Epilog gibt es nicht. Auch fehlen mir die Quellenangaben zu den Pflanzenzeichnungen und deren Beschreibungen. Aus meiner Sicht kann ich das Buch nicht weiter empfehlen.

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Tödlische Verbrechen

Blankenese - Zwei Familien von Michaela Grünig

Der dritte Teil der Serie knüpft unmittelbar an das vorherige Geschehen an. Um die Zusammenhänge besser zu verstehen, ist es hilfreich, die beiden Vorgänger zu kennen. Das vorangestellte Personenregister der recht umfangreichen Familien, ist dabei nützlich.

Dieser Band spielt in den Zeiten des Terrors durch die RAF. Es ist ein überwiegend politisches Buch. Sehr ausführlich wird die Baader-Meinhof-Gruppe dargestellt. Sie war nach meiner Meinung eine Folge der Nichtaufarbeitung der Nazidiktatur in der damaligen BRD. Leider fand diese auch im familiären Umfeld nicht statt.
Kurt, eine der drei Hauptfiguren versucht jetzt, Ende der sechziger Jahre, die Aufarbeitung der Kriegszeit. Er ist Rechtsanwalt und arbeitet für die Bundesanwaltschaft. Mit dem so genannten Persilschein, sind die Altnazis wieder in wichtigen Ämtern. Sie sollen nun endlich zur Rechenschaft gezogen werden.
Seine Mutter, eine geborene Casparius, fand in einem Juden die Liebe ihres Lebens. Felicitas Jacobson kommt im KZ zu Tode. Sein Bruder Michael überlebt traumatisiert seine Verschickung nach London.
Eine weitere Protagonistin ist Ulrike König. Ihre Mutter Sonja heiratete einen Nazi und rettete damit die Reederei.
Dann wäre da noch Sabine. Ulrikes kleine Schwester. Eine Schülerin die von ihrer Mutter kaum beachtet wird. Sie ist ein labiles und ungeliebtes Kind, das leider den falschen Weg wählt.
Mit einem emotionalen Schreibstil hat Michaela Grünig diese fiktive Geschichte in die damalige Zeit eingebettet. Studentenunruhen, Schahbesuch, Wasserwerfer gegen Demonstranten, viele Dinge sind mir noch aus dem Westfernsehen bekannt.
Leicht zu lesen ist dieses Buch nicht. Oft legte ich es zur Seite. Es war mir in vielen Passagen zwar realistisch aber zu brutal geschrieben.

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Renate schafft das schon

Ihr habt es gut, ihr habt ja mich von Renate Bergmann

Renate Bergmann ist in diesem Buch wieder in ihrem Element. Sie muss sich überall einmischen und mittun. Einige Personen sind schon aus anderen Büchern lieb gewonnene Begleiter. So auch Kurt, Ilse und Renate auf dem bunten Cover am Wahlkampfstand. Es ist wieder passend ausgesucht.
Als ihr Neffe Stefan in Spreeweide, einem Dorf in Brandenburg, Unterstützung mit den Kindern braucht, ist sie zur Stelle.

Sie zieht in ihre Einliegerwohnung. Mit offenen Augen geht sie durchs Dorf. Missstände fallen ihr auf. Der Friedhof ist ungepflegt und Papierkörbe laufen über. In der Kommunalpolitik läuft scheinbar viel schief. Natürlich muss sie sich wieder einmischen. Da sie ständig am meckern ist, wird sie vom Bürgermeister aufgefordert für den Gemeinderat zu kandidieren. Das schreckt die quirlige Renate nicht ab. Man soll ja ein Leben lang lernen. Sie wird Kandidatin und macht Wahlkampf. Horst, Gertrud und Ilse unterstützen sie.
Einfach herrlich. Ich liebe diese Bücher über Renate Bergmann. Lachen und Kurzweil sind garantiert.
In diesem Buch begegnen wir Dorfschwester Agnes. Sie ist mit einem Elektrorollstuhl unterwegs. Das hat mich sehr stark an Agnes Kraus, einer Berliner Schauspielerin mit Herz und Schnauze erinnert. Als Schwester Agnes war sie mit ihrem Moped Schwalbe unterwegs.
Amüsante Geschichten, die so passiert sein könnten, werden in die Handlung eingeflochten.
Die Bücher von Torsten Rohde über die Online-Omi sorgen für erfrischende Unterhaltung. Ich werde diesen Roman gerne weiterempfehlen.

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Lust und Leid

Sehnsucht nach Meer von Izabelle Jardin


Ich fühle mich geschmeichelt. Auf der Widmungsseite steht „Für dich“. Das ist eine exzellente Wertschätzung der bewundernswerten Autorin. Sehr feinfühlig aber doch direkt in ihrer Schreibweise, habe ich ihre Bücher kennengelernt.
So ist es nicht verwunderlich, dass ich voll in das Geschehen eintauchte.

Wo ordne ich es ein? Es ist pure Erotik und Leidenschaft, die ganz klar zum Ausdruck kommt. Eine Liebe, die nicht langsam wächst sondern über zwei Menschen hereinbricht. Ein Gefühlskarussell, das seinesgleichen sucht. Es beginnt mit einem grünen Tagebuch, das mit Erinnerungen gefüllt werden möchte. So füllt sich Seite um Seite. Geschehnisse, die sich tief eingebrannt haben. 11. September 2001. Mit diesem Datum beginnt die Handlung. Der Tag, an dem sich die Welt veränderte und der Terrorismus Einzug hielt. Ein Dienstag, der bei jedem, der den Tag erlebte, im Gedächnis ist. Ich arbeitete im Büro einer kleinen Firma. Meine Chefin kam erst sehr spät vom Mittag zurück. Was sie erzählte war unvorstellbar.
Leah liebt das Meer. Auf der Insel Fehmarn führt sie sich mitten im Hafen ein Geschäft für Segelbedarf. Zusammen mit ihrer Freundin Mette betreibt sie es. Ende Oktober ist die Saison vorbei. Der Laden wird aufgeräumt und winterfest gemacht und sie fahren nach Hamburg, wo sie zu Hause sind. Leahs Familie hat dort in der Speicherstadt ein sehr bekanntes Teekontor. Ihre Mutter führt es allein und wartet schon auf die Hilfe von Leah und Mette. Dort beginnt im November die Hochsaison.
Izabell Jardin hat diesen Roman so aufgebaut, dass der Leser langsam in die Gefühlswelt von Leah eintauchen kann. Sie ist eine starke Frau. Hat sich ein florierendes Geschäft aufgebaut und genaue Vorstellungen von einem Partner. Als der als Playboy bekannte Connor Breckwohld Knall auf Fall in ihr Leben tritt, schlug bei Ihr der Blitz ein und ist es um sie Geschehen. Sein Duft nach Bergamotte, Sandelholz, Amber und seine grünen Augen, sie will, sie muss ihn haben. Ihm geht es auch so. Aber er steht kurz vor seiner, von den Eltern arrangierten, Hochzeit.
Mutig kämpft Leah um ihre große Liebe. Trennungen und Familiengeheimnisse ignoriert sie.
Gegen Liebe ist bekanntlich kein Kraut gewachsen. Auf einer leidenschaftlichen Achterbahnfahrt steuern Connor und Leah auf ein gemeinsames Leben zu. Beide werden scheinbar von Makeda, der Schönen, einer lebensgroßen Statue, der magische Kräfte zugesprochen werden, beeinflusst. Doch dann bricht das Schicksal über sie ein.
Familiengeheimnisse, Liebesgeschichte und ein Tag, wo die Welt aus den Fugen geriet. Was für ein Buch.
Finden sie aus dem Tal der Tränen? Ist ihre Liebe groß genug, die Schicksalsschläge zu verkraften?
Die Antworten finden sich im Buch von Izabelle Jardin.
Mich hat es sehr berührt und gleichzeitig fasziniert. Der bildliche Schreibstil hat mich sofort gepackt. Gern empfehle ich diesen Roman weiter.

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Lebensträume brauchen Mut und Leidenschaft

Montmartre - Licht und Schatten von Marie Lacrosse


Ein Buch mit einem wunderschönen Cover. Man muss es in die Hand nehmen. Es ist perfekt auf Titel und Zeit abgestimmt.

Der Roman "Montmartre" erzählt die Geschichte zweier junger Frauen, Elise und Valérie, die im Paris des 19. Jahrhunderts versuchen, ihren eigenen Weg zu gehen. Einen Weg, der zur damaligen Zeit für Frauen nicht selbstverständlich war.

Sie haben besondere Talente und lieben die schönen Künste. Elise möchte eine erfolgreiche Showtänzerin werden und Valérie möchte an der Kunstakademie lernen. Sie ist eine begnadete Malerin. Ihr Traum ist es, berühmt zu werden und ihre Bilder auf Ausstellungen zu zeigen. Wird es den beiden jungen Frauen gelingen, ihre Träume zu verwirklichen?
In einem angenehmen flüssigen Schreibstil begleiten wir die beiden Protagonistinnen durch die Jahre 1878 bis 1889. Eine Zeit der Veränderungen im künstlerischen Schaffen.

Im Juni 1866 kamen beide Mädchen am gleichen Tag zur Welt. Die alte Hebamme Marianne verhalf ihnen ins Leben. Elise, Tochter einer hart arbeitenden Wäscherin und Valerie, Tochter des reichen Alphonse Dumas, dem eine Kunstgalerie gehört.
Beide Protagonistinnen sind sehr glaubwürdig beschrieben. Es ist für sie in der damaligen Zeit nicht einfach, zumal als Frau, ihre eigenen Wünsche in den Vordergrund zu stellen.

Wie auch bereits in den anderen Werken der Autorin, finden wir eine detailgetreue Abhandlung der damaligen Zeit. Die ärmlichen Verhältnisse in Montmartre im Gegensatz zum vornehmen Paris, sind in der Handlung immer wieder spürbar. Licht und Schatten, der Titel bringt es auf den Punkt.
Viele uns heute bekannte Namen, wie Henri de Toulouse-Lautrec oder auch Auguste Renoir und Vincent van Gogh, aus der Kunstmalerszene, werden im Buch erwähnt und zum Teil exakt beschrieben.
Das Buch selber ist, wie bereits auch ihre anderen Romane, klar gegliedert. Beginnend mit einen Stadtplan vom damaligen Dorf Montmartre über die Auflistung der historischen und fiktiven Personen, die im Roman eine Rolle spielten. Aber auch Zeitgenossen. die keine aktive Rolle spielen, werden benannt. Was Wahrheit und was Fiktion ist, wird von der Autorin, wie von ihr gewohnt, am Buchende erläutert. Auch die Stilrichtungen und die vorkommenden malerischen Kunstwerke werden nicht vergessen. Ohne eine intensive Recherche, die die Sorgfalt von Marie Lacrosse widerspiegelt, wäre dieses an Informationen reiche Gesamtwerk nicht möglich gewesen.
Ein sehr umfangreicher erster Teil einer Dilogie die mich in eine Künstlerwelt entführte, die mich sofort gefangen nahm. Manches Mal wäre ich gern dabei gewesen.

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Familientradition

Der Duft von Kuchen und Meer von Anne Barns

Es ist wieder ein typischer Roman der Autorin, die uns Leser zu wunderbaren Orten an ein Meer reisen lässt. Ihre Beschreibungen sind so realistisch, das man meint dabei zu sein.
In ihrem neu erschienenen Buch entführt uns Anne Barns auf die nordfriesische Insel Amrum. Eine herbe Schönheit in der Nordsee, der sich die Natur und die Menschen anpassen müssen.

Feinfühlig und in leichter Sprache lernen wir die Amrumer und das schwierige Inselleben kennen. Die 75-jährige Undine Jannen hat dort ihre Wurzeln und ein eigenes Haus. Weder Tochter noch Enkelin wissen davon. Über ihre Vergangenheit, Familie und Herkunft hat sie nie gesprochen. Jetzt muss sie sich ihr stellen.
Maren Liebermann, ihre Enkelin, wohnt mit ihrer sechsjährigen Tochter Leni in Kassel. Sie muss mit dem vor vier Jahren plötzlich verstorbenen Tod ihres Lebensgefährten klar kommen. Das Leben als alleinerziehende und arbeitende Mutter lässt ihr kaum Zeit. Sie ist Konditorin und träumt von einem eigenen Café. Ihre Oma wohnt nicht weit entfernt. Leni ist bei ihr immer gut aufgehoben. Ein Brief zwingt Undine zu einer schwierigen Aussprache mit Maren und zum schnellen Handeln. Ihre Tante, die ihr Haus auf der Insel bewohnt, will ausziehen. Einige Dinge sind zu klären. Undine möchte ihrer Enkelin das Friesenhaus vererben, die es vermieten oder verkaufen könnte, kennt aber dessen Zustand nicht. Auf die Insel will sie nie wieder. So reisen Maren und Leni nach Amrum. Beide erkunden die Insel und fühlen sich dort sehr wohl. Häuser und Grundstücke sind auf der Insel teuer und knapp. Ein Verkauf wäre sehr lohnend. Die bisher unbekannte Familie Undines heißt sie Willkommen. Viele Gemeinsamkeiten kommen bei Gesprächen ans Tageslicht. So wurde Maren das gute Händchen für feine Backwaren in die Wiege gelegt. Was wird Maren mit dem Erbe tun? Vermieten, verkaufen oder für sich behalten? Soll sie einen Neuanfang wagen?
Ein Wohlfühlroman über mehrere Generationen. Heimat- und Familienverbundenheit sind in ihm deutlich spürbar.
Einige Rezepte beschließen das Buch. Es hat mir sehr gut gefallen.

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Hinter die Fassade geblickt

Die Allee von Florentine Anders

Durch das Cover fiel mir das Buch auf. Es gefällt mir und ist passend. Zeigt es doch bekannte Bauten. Vor allem, im damaligen Ostberlin. Dort ist die Handlung hauptsächlich angesiedelt. Eine Familiengeschichte, gepaart mit Zeitgeschichte und Architekturgeschichte.
Die Thematik ist interessant. Der Schreibstil, eine Art Auflistung der Jahre, wechselnd zwischen den Protagonisten, Isa und Isi, konnte mich nicht fesseln.

Die Autorin ist die Enkelin des Architekten Hermann Henselmann, ein narzisstischer Mensch, den es nur um sich selbst geht. All seine Handlungen sind zu seinem Vorteil. Ihre Mutter Isa, ist das fünfte Kind aus der Ehe Hermanns mit Isi, deren Mutter als Malerin bekannt wurde.

Der Roman spiegelt Leben und Werdegang des DDR-Architekten wider. Er, ein Mensch, der gelebt hat. Im wahrsten Sinne des Wortes. Seine Familie wird von ihm vereinnahmt, kontrolliert und gedemütigt. Irene von Bamberg, genannt Isi, ist die Tochter einer vornehmen und künstlerisch begabten Adelsfamilie. Sie träumt davon Architektur zu studieren. Als sie mit sechzehn Jahren in die Gesellschaft eingeführt wird, trifft sie auf Hermann. Einen unangepassten Burschen. Das zehn Jahre jüngere Mädchen weckt sein Interesse. Es fällt ihm nicht schwer sich bei ihrer Familie einzuschmeicheln. Leider.
Ich hätte Isi und ihren Kindern ein anderes Leben gewünscht. Aber gegen diesen despotischen und empathielosen Mann war sie chancenlos. Noch nicht volljährig, schafft er es, sie zu schwängern. Es folgt eine schmerzliche Abtreibung.
In späterer Zeit heiraten sie. Isi hat keine Zeit für sich und ihre Ausbildung. Nach der Machtergreifung Hitlers ändert sich das Leben. Hermann ist Halbjude. Er bringt sich in Sicherheit. Sporadisch kommt er nach Hause. Seine Frau wird zur Gebärmaschine, Kinderfrau, Haushälterin, Finanzberaterin und betrogener Ehefrau.
Nach Kriegsende erlebt Hermann einen steilen Aufstieg, beginnend in Weimar. Doch es bilden sich Gegner. Er lässt sich nach Berlin loben. Stets ist die Familie sein Ventil um Dampf abzulassen.
Für mich ist es eine Abfolge psychischer und häuslicher Gewalt. Ich kann nicht begreifen, wie man noch heute diesen Mann so hofieren kann. Er hatte tolle Ideen, jedoch allein konnte er sie nicht verwirklichen. Florentine Anders zeigt mit diesem Buch, das wahre Gesicht ihres Opas.

Mit sehr gemischten Gefühlen beendete ich, dieses nicht einfach zu lesende und schwer zu ertragende Buch. Es wurden viele bekannte Personen eingebunden aber leider gab es kein Register dazu.

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