Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Sally N.:
Absolutes Wohlfühlbuch
When in Rome von Sarah Adams
Habt ihr schon mal darüber nachgedacht, eine kurze Auszeit vom Alltag zu nehmen? Genau das war Amelias Gedanke, als sie mit dem Auto losfährt. Sie ist eine weltberühmte Sängerin, die die Person hinter ihrem Künstlernamen kaum mehr erkennt. Sie ist nur noch ein Objekt der Pop-Maschine, nicht mehr.
Doch als ihr Wagen im Vorgarten von Noah den Geist aufgibt, strandet sie in der Kleinstadt Rome – ja, genau: Rome. Es gibt tatsächlich ein Rome in Georgia, USA. Auch das ist kein Zufall, dass Amelia dort landet. Ihr Faible für Audrey Hepburn und der Film „Ein Herz und eine Krone“ (Roman Holiday) bringt sie gezielt in diese Kleinstadt. Die Handlung orientiert sich teilweise an diesem Klassiker. Die Story ist eine Slow Burn „Grumpy meets Sunshine“-Romance in einer kleinen Stadt. Amelia lebt ihr Leben vor dem Scheinwerferlicht, während Noah ein durch und durch typischer Kleinstadtmensch ist, der für Frauen aus der Großstadt – besonders berühmte Frauen – nichts übrig hat. Doch wie es das Schicksal so will (und alle Romance-Fans wissen es), ergänzen sich Amelia und Noah perfekt. Allerdings wird Noah nicht zweimal denselben Fehler wie vor Jahren begehen, und Amelia muss in ihr altes Leben zurückkehren. Es ist schwer, sich auf etwas Neues einzulassen, wenn man weiß, dass die Sache ein Verfallsdatum hat – und das auch sehr bald. Warum ich Small Town Romance liebe? Die Atmosphäre und die Charaktere sind immer ein wichtiger Bestandteil der Handlung. Ich mag die gemütliche Gestaltung; auch wenn im Hintergrund tiefere Gedanken behandelt werden, sind Geschichten wie When in Rome Wohlfühlbücher. Ich mag Sarah Adams' Schreibstil sehr: Er ist bildhaft, die Emotionen sind trotz der Leichtigkeit spürbar, und die Story brachte mich oft zum Schmunzeln. Die Protagonisten waren sympathisch und gut ausgearbeitet. Auch die ganze Reverse-Rockstar-Romance wirkte nicht fehl am Platz. Ich war mit diesem Buch rundum zufrieden und kann die Fortsetzung kaum erwarten.
Eine emotionale Geschichte mit einer starken Protagonistin
Der Ruf des Eisvogels von Anne Prettin
Q: Mögt ihr Geschichten auf zwei Ebenen?
Letztes Jahr habe ich Die vier Gezeiten von der Autorin gelesen und war von dem Schreibstil der Autorin begeistert.
Der Ruf des Eisvogels ist ein sehr emotionales und tiefgründiges Werk. Schon der Moment, dem Olga auf die Welt kommt, besiegelt ihr Schicksal.
Die Mutter stirbt bei der Geburt und ihr Vater ist verschlossen, emotional abweisend. Das Mädchen wird von ihrem Großvater erzogen, den sie liebevoll Pa nennt. Er ist der Arzt der kleinen Gemeinde, Ginsterburg. Neben sein Fachwissen und die Liebe zu Natur hat er mich vor allem mit seiner Menschlichkeit beeindruckt. Er lehrt Olga, die wisssbegierig alles aufsaugt, was ihr Pa erzählt.
Nach Olgas Kindheit kommt ein Sprung in der Handlung und wir befinden uns in Westdeutschland in der Zeit nach der Wende. Olga ist über sechzig und immer noch als Gynäkologin tätig. Sie ist eine unerschütterliche und starke Frau. Aber als sie von ihrer Tochter und ihrer Enkelin auf eine Überraschungsreise nach Ginsterburg „entführt“ wird, tauchen die Geister der Vergangenheit auf.
Weitergehend wechseln sich die Passagen aus Gegenwart und Vergangenheit. Beim Lesen können wir Olgas Werdegang verfolgen. Die Kindheit vor dem Krieg, ihre Jugend während dem Krieg und während der Besatzung, den Neuanfang am Westen. Dann schließt sich der Kreis und wir sind wieder in Ginsterburg. Gleich wird es klar, dass Olga ein Geheimnis hat. Die Autorin führt uns gekonnt, auf die falsche Fährte, sodass sie an manchen Stellen überzeugte, dies als Leser bereits zu kennen. Jedoch die Spannung bleibt bis zum Schluss aufrecht.
Dieser Roman ist bildlich und emotional geschrieben. Olga ist eine starke, kämpferische Frau, die anfangs vielleicht ein wenig gefühlskalt vorkommt, und Medizin über alles stellt. Aber in Laufe der Handlung wird uns klar, wie hart Olga ein Leben lang für die kämpfte, die ihr wichtig waren.
Obwohl, wie gesagt, Olga sich nicht sofort in mein Herz schleichen konnte, dieses Buch war eine einzige Achterbahnfahrt der Gefühle. Eine junge Frau, die ihre einstigen Träume, Ärztin zu werden, längst aufgeben hatte, als sich nach vielen Jahren eine Möglichkeit dafür bekommt. In einer Ära, wo es immer noch die gesellschaftlichen Normen herrschten, dass eine Frau in erster Linie Ehefrau und Mutter sein sollte.
Neben dem Schreibstil hat mich die Autorin mit der bildlichen Darstellung der verschiedenen Epoche der Geschichte Deutschlands in der 20. Jhr begeistern können.
Fazit:
Der Ruf des Eisvogels ist ein emotionaler historischer Roman, auf zwei Zeitebenen, mit einer starken Protagonistin. Eine große Leseempfehlung für die, die eine Zeitreise wagen wollen.
Die Stimme eines wütenden Kindes
Spare von Herzog von Sussex Prinz Harry
Wenn ich das Buch in einem Satz zusammenfassen sollte, würde er so lauten:
Ein noch immer in seiner Trauer gefangenes, trauriges, wütendes Kind erzählt seine Geschichte, in der man erkennen kann, was bei einem Menschen bewirkt, wenn er ein ganzes Leben lang emotional vernachlässigt wurde.
Lang habe ich überlegt, ob ich Spare vorbestellen soll.
Einerseits war ich immer schon ein großer Royal-Fan, aber nie wirklich Team Harry. Doch dann irgendwann bei Megxit begann ich intensiver mit den Sussex zu beschäftigen. Zugegeben war Meghan nie mein Liebling und ich gab ihr eindeutig die Schuld an dieser unschönen Geschichte. Jetzt, nachdem ich die Netflix-Doku und Harrys Biografie inhaliert hatte, habe ich ein anderes Bild von ihr. Versteht mich nicht falsch, vergöttern werde ich sie bestimmt nicht. Aber ich verstehe sie. Ganz. Und Harry? Ihn würde ich einfach nur umarmen und ihm sagen: Ich hoffe, dass du endlich glücklich wirst!
Schon die Widmung und das erste von den wenigen Bildern im Buch zeigen, in welche Richtung diese Biografie gehen wird.
Bereits der erste Satz katapultierte mich als Leserin in den Innercircle der Royals. Der Schreibstil ist einfach unglaublich. Sorry Prinz, aber nicht für ein Wort habe ich angenommen, dass du derart bildlich schreiben könntest. (Obwohl er selbst mehrmals darauf angewiesen hat, dass er intellektuell einige Schwächen aufweist) Dann googelte ich Harrys Ghostwriter, J. R. Moehringer. Er ist wirklich großartig. Nicht umsonst könnte er Harrys Gedanken und Worte zu einem Text zusammenfassen, dass man am Ende doch Harry Stimme zu den Leser*innen sprach.
In erster Linie wollte ich dieses Buch lesen, weil ich neugierig war, was Harry nach dem Oprah-Interview und nach der Netflix Doku noch zu sagen hatte. Und tatsächlich hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass ich Harry ganzes Leben lang an seiner Seite gewesen wäre. Ich habe schon einige Royale Biografien gelesen, die immer von einem oder mehreren persönlichen königlichen Biografen verfasst wurden und nur Dinge preisgaben, die in die Vorstellung des Palastes passten. Spare, hingegen ist eine Reihe von persönlichen Erinnerungen. Harrys eigene Wahrnehmung. Das Buch wurde ja als Rachefeldzug oder als die Abrechnung mit der Königlichen Familie eingeläutet. Jedoch konnte ich keine Absicht dahinten erkennen. Es sind Erinnerungen und Erlebnisse eines verletzten Kindes, die er mal loswerden wollte. Natürlich stellt es sich die Frage, wenn das Paar von den Medien und der Öffentlichkeit angegriffen fühlen, warum sie dann mit allen Mitteln versuchen, ihre Geschichte uns zu erzählen.
Obwohl durch Crown sind wir gewillt, das Leben der königlichen Familie als Seifenoper zu betrachten, dürfen wir nicht vergessen, dass es sich dabei um wahre Personen handelt. Beim Lesen habe ich versucht, mein „Vorwissen“ und evtl. Vorurteile zu verdrängen und auf Harrys Worte zu konzentrieren.
Das Buch ist auf drei große Abschnitte aufgeteilt. Der erste Teil beginnt mit der Todesnachricht von Prinzessin Diana. Es war durchaus berührend, wie Harry nach 25 Jahren seine Gedanken über dieser schweren Zeit zusammenfasste. Wie er mit der Trauer fertig werden musste, ohne jegliche Hilfe. Kleine Spoiler: Er hat es bis heute nicht wirklich geschafft.
Die ganze Welt hat damals zugesehen, wie ein 12-jähriger Junge von der einzigen Person Abschied nehmen musste, die ihm aus seiner Familie je ihre Liebe offen, ohne Vorbehalte oder Betrachtung irgendwelche höfische Etikette zeigte. Er tat mir vom Herzen leid, wie er Jahre lang an der Hoffnung klammerte, dass seine Mutter nicht tot war, nur untertaucht, um die Öffentlichkeit zu entfliehen.
Charles, der immer schon schwergetan hatte, seiner Gefühle Ausdruck zu verleihen, war mit der Rolle als alleinerziehender Vater gänzlich überfordert. Anders als erwartet, stellte Harry seinen Vater nicht schlecht dar. Auf seiner eigenen Weise war er ein guter und mitfühlender Vater. Anbetracht dessen, dass die Königliche Familie seit Generationen über die emotionale und physische Distanz zwischen den einzelnen Mitgliedern nie verkürzen konnte. Wo der Rang und Etikette an der ersten Stelle steht, ist Charles Verhaltensweise nicht verwunderlich. Die gleiche Gleichgültigkeit bzw. Regungslosigkeit vor allem für die Öffentlichkeit wurde auch von Harry schon als Kind erwartet. Aber wie kann ein 12-Jähriger damit fertig werden. Merkte da niemand, dass seine Eskapaden nur ein Mittel zum Vergessen waren? Dass er bereit war, beinahe alles zu tun, diese Leere nicht zu fühlen?
Natürlich blieben Harry Versuche der Selbstbetäubung nicht von der Presse unentdeckt. Die „Schonfrist“ nach dem Tod seiner Mutter endete früher als gedacht. Lobenswert, dass er keine seiner bedeutendsten Fehltritte aus der Erzählung auslässt. Jedoch sind es in seiner Wahrnehmung völlig anders, wie sie von der Boulevardpresse berichtet, worden. Lebenserfahrungen, die die meisten jungen Männer (Menschen) mit Anfang 20 miteinander teilen. Wenn es mir oder dir passieren würde, wäre es nicht von Bedeutung. Da sieht man, was Harry und auch die anderen Mitglieder der Königlichen Familie ertragen müssen im Namen der Family Policy: „never complain, never explain” Nur weil ein Teil der Steuergelder für die Finanzierung der Crown Estate verwendet wird, die Gesellschaft ein Recht darauf hat, das Leben einer Familie unter Lupe zu nehmen und mithilfe der Presse nach ihrem Belieben zu formen, um sich am besten unterhalten zu können. Eine Presse, die Menschen für Geld dehumanisiert, um sie besser verkaufen zu können. Erschreckend fand ich, wie die einzelnen Familienmitglieder, Personalbüros sich anderen der Presse zu Fraß vorwerfen, um sich ins bessere Licht zu stellen. Mit dem zweiten Teil hatte ich meine Schwierigkeiten. Die Kapitel über Harrys militärischen Laufbahn zogen sich oft in die Länge und waren nicht so mitreißend. Aber er konnte die Bedeutung dieser Jahre vermittelt. Er hat durch den British Army eine neue Berufung gefunden. Eine kurze Zeit, wo er eine gewisse Anonymität genießen konnte. Ein Gebiet, wo er nicht nur wegen seines Namens oder Rang erfolgt hatte. Eine Bestätigung für sich selbst.
Selbstverständlich nahm die Beziehung zu seiner Frau den dritten Teil im Buch ein.
An und für sich fand ich Meghan schon im Doku sympathischer als gedacht. Sie ist eine äußerst intelligente Frau: Harry und Meghan haben viel gemeinsam. Zumindest, was sie uns sehen lassen. Ja, mir ist durchaus bewusst, dass Meghan Markle eine Schauspielerin ist. Und wenn sie alles nur spielt, dann eine sehr gute. Gewiss sind die Beiden nicht völlig unschuldig, was die Konflikte innerhalb der Familie betrifft, aber ein derartiger Shitstorm hat Meghan (oder sonst auch wer) nicht verdient.
Jedoch Harry ist in diese strenge Corsage hineingeboren. Tradition und Regeln bestimmten sein ganzes Leben. Ich kann es nachvollziehen, dass die kulturelle Kluft zwischen einer Hollywood-Schauspielerin und den britischen Royals sehr groß war. Aber wirklich unüberwindbar. Briten gelten allgemein eher kühl und zurückhaltend, das musste auch Meghan keine Neuigkeit sein. Harry wusste auch genau, was eine Frau an seiner Seite erwarten wird. Einen großen Teil ihrer Schwierigkeiten würde ich den beiden selbst zuschreiben. Ein Royal zu sein, bedeutet Devotion und Verzicht. Es sind keine Dinge, die nicht sogar wir normal Sterblichen googeln könnten. Ob es die Liebe zu Harry oder der Wunsch, eine Prinzessin zu sein, Meghan diese wichtigen Aspekte des „Jobs“ außer Acht lassen ließ? Mir steht es nicht zu über diese Situation zu beurteilen und ich feiere die Entscheidung, dass Harry den Palast hinter sich lassen konnte und damit die Chance für ein „normales“ Leben bekommt. Aber wäre es nicht jeder besser gewesen, wenn er es getan hätte, bevor alles außer dem Ruder lief.
Aber ist Spare denn eine Abrechnung mit der Königlichen Familie?
Jein. Es kamen Details zum Vorschein, wobei der ein oder andere Verwandte nicht von seiner Schokoladenseite gezeigt wurde. Doch mir war weder die Geschwisterrivalität noch Williams emotionale Ausschweifungen neu. (Wenn man lang genug im Netz danach sucht, wird man fündig. Der gute alte Willy ist auch nicht ohne Fehler)
Spare ist keine Kampfansage. Es sind die Worte eines wütenden 12-Jährigen, der er immer noch nach dem Sarg seiner Mutter geht.
Aber wenn er dieses Buch gebraucht hat, endlich seinen Frieden zu finden und das neue, freie Leben mit seiner Frau und Kindern genießen zu können, wünsche ich ihm vom ganzen Herzen, dass es ihm endlich gelingt, glücklich zu sein.
Erneut eine Liebeserklärung an das Südburgenland
Aufblattelt von Martina Parker
So viel vorab! Wenn ich Martina nicht die besten Bücher schreiben würde, hätte ich ihr bzw. Ihrer Person 5⭐️gegeben. Nämlich Martina Parker @martina_parker_schreibt, ist nettester, freundlichster, kommunikativster, schrillster, lustigster und talentiertester Stern auf dem Autorenhimmel. Vielen, vielen Dank liebe Martina, dass ich ein Teil deiner Leserunde sein durfte.
An diesem Punkt muss ich anmerken, dass ich die mieseste Leserunde-Teilnehmerin und Buddyreaderin bin, da ich mich nie an die vorgegebenen Abschnitte halte. Der dritte Gartenkrimi durfte ich am Donnerstag erstes Mal in den Händen halten, und wenn ich einen Tag ohne Schlaf auskommen würde, hätte ich ihn noch am gleichen Tag ausgelesen. Immerhin habe ich keine 24 Stunden gebraucht. Dieses Buch ist einfach so großartig, dass ich es am liebsten gleich nochmal lesen würde.
Aufblattelt ist der dritte Gartenkrimi. Obwohl die Covergestaltung (@lena.zotti ein Traum!) die einzelnen Bände wie eine Reihe verbindet, kann man die Bücher unabhängig voneinander lesen. Es werden zwar die Hintergrundinfos zu den Charakteren in allen drei Büchern in knappen Sätzen erwähnt. Da aber in jedem Buch neben Vera Horvath, der Protagonistin, andere Charaktere mehr eingegangen wird, würde ich empfehlen, die Bücher nach der Reihe zu lesen.
So kann man im Aufblattelt den alten Bekannten begrüßen. Mit der Familie Von Hohenfelsen kommen neue, adelige Charaktere dazu.
Schon bei den ersten zwei Romanen von Martina habe ich festgestellt, dass sie die Meisterin von Erschaffung (nicht so ganz) fiktiver Figuren. Da ich selbst im Südburgenland lebe und mir sämtliche Schauplätze und Eigenheiten vertraut sind, war ich erneut von der Echtheit der Charaktere von Anfang an begeistert.
Martina vereint in jedem von ihnen sämtliche Klischees, ohne dabei klischeehaft vorzukommen. Im Südburgenland kennt jede jemanden, die eins zu eins die gleichen Eigenschaften mit Martinas Charaktere hat.
Auch die Adelsfamilie von Hohenfelsen hatte Martina aus einer perfekten Mischung aus Tatsachen, Dorfgesprächen und Stereotypieren burgenländischer Adelsfamilien geformt.
Jede einzelne Person in diesen Gartenkrimis sind so echt, dass ich mich immer wieder frage, ob ich sie nicht doch kenne.
Der Aufbau der Roman ist ähnlich wie bei den Vorgängern. In Prolog werden wir Zeugen eines Todesfalles, wobei weder Opfer noch Täter genannt werden. Die Szene endet prompt, und die Handlung geht in eine völlig andere Richtung weiter. Am Anfang jedes Kapitel gibt es erneut Anekdoten aus der Tierwelt und aus der Natur.
Bis zu dem ersten (abgesehen der vom Prolog) Todesfall dauert es ein wenig, ungefähr am Ende des ersten Drittels. Obwohl auch von der Autorin offen kommuniziert wird, dass es sich bei den Büchern um GratenKRIMIS handelt, ist für mich weniger wichtig, wie sehr „Mord und Totschlag“ in der Geschichte steckt.
Martinas Bücher sind eine Hommage an das Südburgenland. Leserinnen, die aus der Region, können in Erinnerungen schwelgen. Die Schönheit des Landlebens ist beinahe romantisiert, doch ist alles so echt, dass man das Gefühl hat, die Geschehnisse selbst erlebt zu haben. (Okay, vielleicht mit der Ausnahme der Morde) Genau dieser Lokalkolorit verleiht Martinas Bücher einen besonderen Charme. Leserinnen, die das Burgenland nicht oder nur vom Hörensagen kennen, sind die detaillierten Beschreibungen einen besonderen Reiz, diesen Teil von Österreich demnächst zu besuchen. (Liebe Martina, ich hoffe, dass der Herr Landeshauptmann es zu schätzen weiß) Kein Imagefilm oder Ähnliches macht das Südburgenland so bekannt wie diese Gartenkrimis.
Bevor ich aus dem Schwärmen nicht mehr herauskomme, muss ich noch einige Punkte erwähnen, die neben das Setting dieses Werk besonders machen. Erneut spielt der Gartenklub eine besondere Rolle. Bei den Treffen dieser kunterbunten Frauengruppe erfahren wir nicht nur den neusten Tratsch aus dem Bezirk, sondern können wir unser Wissen über heimischen Pflanzen, Hausmitteln, Rezepte oder Naturkosmetik erweitern. Ich liebe diese Passagen, obwohl ich bekanntlich der Tod jeder Pflanze bin. Vielleicht bin ich deswegen die beste Kundin bei jedem Standl, wo diese Produkte zum Kaufen gibt.
Nun einige Worte zu den tatsächlichen Kriminalfällen. Die Morde sowie die Person der Opfer sind jedes Mal überraschend. Ich hatte mehrere potenzielle Täter auf dem Radar. Sogar kurzzeitig dachte ich, dass es mehrere Schuldigen gibt. Aber am Ende war ich in der Tat überrascht.
Was bei Aufblattelt neben Regionalität, Gartenwissen und Morden neu war, dass es spicy Szenen gab. Besonders gefiel mir, dass, obwohl die Geschichte trotz der Gewaltverbrechen eher eine leichte und humorvolle Lektüre ist, es wurden einige tiefgründige Themen mit der nötigen Ernsthaftigkeit behandelt.
Der Schreibstil ist erneut wunderbar. Informativ, bildhaft, humorvoll, an manchen Stellen sarkastisch. Viele Figuren, besonders ältere Einheimische, sprechen in den Dialogen hianzisch (Mundart). Für diejenige, die in diesem Dialekt nicht mächtig sind, gibt es in der Fußzeile die „Übersetzung“
@martina_parker_schreibt ist eine solche Überfliegerin, dass ihr neues Buch weiterzuempfehlen, ist beinahe nebensächlich. Es ist jedem Hype wert! Wenn ihr Martinas Gartenkrimis nicht kennt, dann wird es Zeit! Cozy Crime mit Gartenwissen und sehr viel typisch Burgenländisch verzaubern auch Skeptikern.
Bewertung: 5+/5 ⭐️
Enemies to Lover in einer traumhaften Kulisse
Winterträume im Schnee von Karen Swan
Karen Swan ist die Queen der Winterromanzen, daher sind ihre Bücher die perfekte Lektüre in der kalten Jahreszeit. (Auch, wenn draußen momentan Frühlingstemperaturen herrschen)
Eines vorab, Winterträume im Schnee ist kein Weihnachtsroman, sondern eine Sportromanze. Allein das Setting in den österreichischen Alpen ist ein Traum.
Auch der Trope Enemies-to- Lovers war ganz nach meinem Geschmack.
Worum es geht:
Der Snowboarder Kit Foley ist für seine Skandale ebenso bekannt wie für seine spektakulären Siege. Doch über den verheerenden Unfall, in den er und ein Rivale verwickelt waren, spricht er niemals. Die preisgekrönte Regisseurin Clover Phillips ist fest entschlossen, in ihrem neusten Film die Wahrheit ans Licht zu bringen. Sie folgt Kit in die tief verschneiten österreichischen Alpen und quartiert sich kurzerhand in seinem Chalet ein. Clover ist überzeugt, dass Kit etwas zu verbergen hat. Aber je mehr Zeit sie mit ihm verbringt, desto mehr fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Ist er wirklich so kühl und unnahbar, wie er sich gibt?
Clover ist eine erfolgreiche Dokumentarfilmregisseurin, die für ihren Film über den Surfer Cory mehrere Preise eingeräumt hat. Am Anfang des Buches geht es auch um diesen Film und um Cory, der nach seinem Surfunfall nie mehr sich selbst war und sich schließlich das Leben nahm. Für alles wurde schon in der Doku Corys ehemaliger Rivale Kit Foley verantwortlich gemacht. Als Clover und ihr Team eine Anfrage von Kits Sponsor erhielt, sein Image aufzupolieren, zögert sich nicht lange und macht sich auf den Weg nach Österreich, wo Kit einen Neuanfang als Snowboardprofi plant. Aber Clover will keineswegs die andere Medaille des tragischen Unglücks zeigen, sie will ihn fertigmachen für Cory und für seine Familie.
Der Schreibstil ist unglaublich bildlich und detailliert. Die Autorin hat die Alpenkulisse und das Chalet sehr gut eingefangen.
Wie erwartet, ist Kit nicht besonders erfreut, als Clover und ihr Team in seinem Haus auftaucht. Er hasst sie wegen des Shitstroms, der mit Corys Geschichte auf ihn losgelassen hat. Gleich am Anfang geht er ihr aus dem Weg und will das Camera-Team loswerden.
Kit wurde im Vorfeld als eingebildeter und selbstgefälliger Typ dargestellt, der mit allen Mitteln gewinnen will. Jedoch war mir klar, dass er zwar ein ehrgeiziger Profisportler war, aber nicht der skrupellose Antiheld, der Cory im Film beschrieb. Er wirkt verschlossen und beinahe verletzlich. Je mehr Zeit Clover mit ihm verbringt, desto öfters kam seine wahre Persönlichkeit zum Vorschein. Wie schmal der Grat zwischen Hass und Liebe ist, wurde schnell klar. Egal wie sich Clover und Kit sich zueinanderstanden, waren die Leidenschaft und die Spannung greifbar. In diesem Fall fand ich es schade, dass die prickelnden Szenen ausgeblendet wurden, bevor sie richtig losgingen. Sie hätten einen guten Kontrast zu dem Streit abgegeben.
Auch wenn nicht unbedingt von Kit selbst, aber Clover erfährt immer mehr Details über Kits Vergangenheit, über sein Verhältnis zu Cory und über den verhängnisvollen Unfall. Alles, was sie in ihrem Film vermittelt hat, war nur ein Teil der Wahrheit und sie hat Kit unbekannt in eine Schublade gesteckt. Nachdem ihr es alles bewusst wurde, tat sie alles, die Wahrheit zu erzählen und um Kits ruf herzustellen. Auch wenn es bedeutet, dass sie damit ihre Erfolge zunichtemacht.
Kits Charakter war mir von Anfang an sympathisch. Oft hätte ich ihn wirklich in den Arm genommen und ihm gesagt, dass er für sich einstehen sollte. Er nahm die Rolle als Buhmann wortlos an und behält vieles für sich, um die Erinnerungen an Cory nicht zu zerstören.
Clover hingegen mochte eine talentierte Regisseurin sein, jedoch war sie nicht professionell genug. Ihre Absichten waren zwar ehrenhaft. Aber sie freundete sich zuerst mit Corys Familie an und ließ sich unbewusst von ihnen beeinflussen. Später brachte sie sensiblen Infos über Kit zur Öffentlichkeit, ohne sein Wissen und Zustimmung. Wie gesagt, ich fand es nicht ganz okay.
Als Liebespaar hätte Clover und Kit auch besser funktionieren können. Es wurde zu viel auf den Hass konzentriert und die Versöhnung bzw. das Näherkommen wurde kurzgehalten. Zusätzlich muss ich die Sportszenen erwähnen, die wirklich authentisch geschrieben waren, damit die Handlung super aufmischten.
Alles in einem ist das Buch mit seiner traumhaften Kulisse perfekt für die kalten Tage oder für einen Winterurlaub. Eine absolute Leseempfehlung für Fans von Snowboarden, Skifahren und Surfen.
The Way You Crumble von Nena Tramountani
Bereits der erste Band der Reihe hat mir ziemlich gut gefallen. Ich hatte zwar einige Kritikpunkte, aber das Buch war ein gelungener Auftakt. The Way You Crumble war für mich ein ganz andres Level.
Worum es geht:
Echo ist wütend. Wütend auf ihre Mutter, die sich das Leben nahm, aber am meisten auf sich selbst, weil sie sich wie eine Versagerin fühlt.
Nur ihrem Großvater zuliebe nimmt sie einen Aushilfsjob im Sternerestaurant Prisma an und ist überrascht, als sie Gefallen am Konditorhandwerk findet – und an ihrem Kollegen: Alexis ist der jüngste Sohn der Restaurantbesitzer und mindestens genauso wütend wie sie. Er versucht nicht, Echo gute Ratschläge zu geben, doch das hat einen ernsten Grund: Alexis spricht nicht. Offenbar braucht er Hilfe, aber wie soll jemand wie sie ihm schon helfen? Während sie Seite an Seite feine Desserts kreieren, lässt Alexis‘ Nähe Echos Nervenenden vibrieren. In ihr keimt plötzlich Hoffnung auf eine glücklichere Zukunft auf – wäre da nur nicht ihre Vergangenheit, die alles zerstören könnte …
Die Geschichte ist nicht still und melancholisch, wie bei Tori und Julian. Diesmal ist es laut und wütend. Beide Protagonisten kommunizieren deutlich, ehrlich und schonungslos ihre Grenzen. Echo war trotz ihrer Probleme schon in dem ersten Band ein interessanter Charakter. Ihre direkte und unverblümte Art machte sie besonders. Alexis sprach zwar kein Wort, aber durch seine Handlungen konnte ich ihn ziemlich gut verstehen.
Echos und Alexis Beziehung entwickelt sich rasant. Sofort fühlen sie sich auf einer körperlich intimen Ebene verbunden, bis die Gefühle langsam und schleichend ins Bild kommen. In diesem Buch wird jede Empfindung unglaublich stark ausgedrückt. Ich konnte mit den Protagonisten in jeder Situation mitfühlen und ihre Handlungen nachvollziehen. Auch seelische Verletzungen und die Sucht haben ihre verschiedensten Formen. Weder Echo noch Alexis handeln unbedingt richtig, aber alles, was in diesem Buch passiert, kommt mir ehrlich vor. Kein einziges Mal hatte ich das Gefühl, dass nur für das Struggle gekünstelt wurde. Da Echo und Alexis schon am Anfang sich näherkamen, war für mich klar, dass irgendwann Drama in Anmarsch ist, dies fiel aber nicht übertrieben aus. Die Konflikte wurden nicht vollständig und endgültig gelöst, aber ich denke, dass in dem dritten Band die offenen Fragen behandelt, werden.
Das Restaurant Prisma war erneut wunderbar in die Handlung eingebunden. Die Arbeitsvorgänge in der Patisserie lockerten die Atmosphäre auf.
Leider mit Goldbridge wurde ich immer noch nicht warm. Dieser Ort vermittelt keine Wohlfühlatmosphäre für mich. Auch die Tatsache, dass anscheinend die Stadtbewohner sich bestens kennen, aber niemand Echos Drogenprobleme oder ihre Wohnsituation mitbekommen hatte, kam mir etwas unglaubwürdig vor. Jedoch ändert dieser Kritikpunkt nicht meine Meinung über das Buch.
Ein etwas andere Liebesgeschichte, ohne die „Rosarote Brille”- Momente. Trotzdem bewegend und gefühlvoll.
Romantisch, melancholisch, herzzerreißend
Für immer im Dezember von Emily Stone
Q: Ab wann liest ihr Weihnachtsromane?
Obwohl ich mit der Weihnachtsdeko bis kurz vor 1. Advent warte, Weihnachtsromane oder Filme könnte ich ganzes Jahr genießen. Jedoch habe ich das Gefühl, dass die Bücher mit diesem Thema sind wie die Lebkuchen im Supermarkt. Ich mag zwar das festliche Feeling, aber bei 20 grad am Nachmittag fehlt mir noch die Stimmung.
ACHTUNG SPOILER!!!
Auch wenn Für immer im Dezember von Emily Stone streng genommen keine Weihnachtsgeschichte ist. Die Handlung startet zwar einige Tagen vor Weihnachten und umfasst ein ganzes Jahr.
Die Geschichte fängt an wie jede beliebige Weihnachtsromcom. Weihnachtsfeier, Feiertagsstress, Familie...
Josie hat als Kind ihre Eltern in einem Autounfall an dem ersten Weihnachtstag verloren. Ist es zwar lange Zeit her, aber diese Zeit des Jahres setzt sich immer schwer zu. Jedes Jahr schreib sie einen Brief an ihren Eltern, in dem sie berichtet, was während des letzten Jahres passiert ist.
Nachdem ihr Freund Oliver sie an der Firmenfeier mit einer Arbeitskollegin betrogen hatte und sogar ihr Job in Gefahr geriet, vergisst Josie in der Hektik beinahe den Brief zu verschicken. Aufgewühlt fährt sie durch Londons Straßen mit ihrem Fahrrad und unabsichtlich überfährt sie einen attraktiven Mann. Nachdem es sich herausgestellt hat, dass Max´ Flug wetterbedingt ausfiel und er während der Feiertage in London festsitzt, entscheiden sie das Beste aus der Situation herauszuholen.
In den nächsten Tagen werfen sie sich in den Weihnachtsrummel von London. Übrigens ein traumhaftes Setting.
Josie und Max verstehen sich überraschend gut und können die Anziehung nicht länger ignorieren. Als Josie den glücklichsten ersten Weihnachtstag seit dem Tod ihrer Eltern erlebt, verschwindet Max. Er hinterlässt zwar einen Brief, aber macht deutlich, dass sie sich nicht mehr wiedersehen werden.
Im zweiten Teil switcht die Autorin um und es wird vier Monate später aus Max Perspektive erzählt.
Er blieb nach den Feiertagen in New York und hat einen befristeten Job übernommen. Als er mit seinem On / Off Freundin an einer Veranstaltung teilnimmt, trifft er überraschend auf Josie, die ihrem Ex verziehen hatte und mit ihm auch in New York lebt. Sie ist noch immer verbittert und deutet auch Max Begleiterin falsch. Max macht deutlich, dass er Josie nicht vergessen hat, und er bereut, sie verlassen zu haben, aber Josie will nichts darüber hören.
Es kommt wieder ein Sprung. Josie lebt wieder in London, Single und ohne fixen Job. Sie ist im September auf die Hochzeit ihrer Freundin in Edinburgh eingeladen, wo Max als Begleitung an der Seite einer der Gäste des Bräutigams auftaucht. Josie hielt Aaron und Max für ein Paar, jedoch Max verhält sich nicht so, als wäre er vergeben. Nach der Hochzeit stellt er Josie einem berühmten Fotografen vor, da er fest überzeugt ist, dass Josie ihr Talent nutzen sollte. Nach einem glücklichen Tag kommen sie sich für einen Moment näher, aber Josie will ihr Herz nicht früher oder später an ihm zu verlieren und beschließt ihn nie wiederzusehen. Nach einem weiteren Sprung sind wir im Dezember, wo Josie einen Fotografenlehrgang absolviert hat und die Ausstellung zum Abschluss feiert.
Sie will mit ihrer besten Freundin über Weihnachten verreisen, als sie einen Anruf bekommt, dass ihre geliebte Großmutter einen Herzinfarkt erlitten hat.
Seit vielen Jahren war sie nicht zu Weihnachten nach Hause gefahren, weil sie die Traurigkeit nicht ertragen hatte. Jedoch sie zögert nicht und setzt sich in den Zug.
Aber als sie von dem Krankenhaus in ihrem alten Zimmer sitzt, klopf es an der Tür. Es ist Max.
An dem Punkt war ich mir sicher, dass die beiden endlich ihr gemeinsames Glück finden und sie sich nach dem langen Hin und Her gegenseitig ihre Gefühle gestehen.
Aber dann wurde ich zerstört. Ich kann es immer noch nicht fassen. Noch nie habe ich bei einem Buch so viel geheult. Es war so viel Traurigkeit und Schmerz, aber auch Hoffnung.
Die ganze Story ist durchgehend mit Melancholie erfüllt, trotzdem fand ich wunderschön. Das Ende ist einfach herzzerreißend.
Wenn ihr auf der Suche nach einem leichten romantischen Weihnachtsroman seid, ist dieses Buch das falsche für euch. Wenn ihr aber tiefgründige Liebesromane liebt, wobei einige Tränen vergießen werdet, dann ist dieses Buch ein Muss.
Meine Erwartungen wurden anders erfühlt als erwartet. Eine ganz große Leseempfehlung.
Eine interessante Geschichte mit starken Charaktere, etwas zu viel Happy End
Die Dorfschullehrerin von Eva Völler
Ich habe den ersten Band geliebt, habe mit der Protagonistin mitgelitten und mitgefiebert. Auch die historischen Fakten aus dem gespaltenen Deutschland, die Schicksale in der jeweiligen Landeshälfte fand ich fesselnd. In dem zweiten Band, nach der Flucht nach Westen, bleiben diese Vergleiche aus. Trotzdem bekommen wir eine detaillierte Beschreibung über das Leben von damals, die Unterschiede zwischen Stadt und Dorf, über die Lebenseinstellung, die Wandel der Zeit, und über die gesellschaftlichen Normen.
Die Geschichte schließt nicht direkt an das Ende des ersten Bandes an, was mir an den ersten Seiten unklar war, und mich etwas verwirrt hatte. Aber im Laufe der Handlung wurde mir schnell klar, dass es bereits 3 Jahre vergangen sind.
Als Helene wegen eines Jobangebotes nach Kirchdorf zurückkehrt, wird sie herzlich empfangen, obwohl sie noch immer als Fremde gilt. Ihre Tochter, Marie, ist keineswegs begeistert von Frankfurt in das letzte Kaff ziehen zu müssen. Auch Tobias Nähe bereitet ihr Sorgen, da sie sich offen gegen die Beziehung zu ihrer Mutter äußert. Wie bereits im ersten Teil werden die Schicksale der verschiedenen Nebencharaktere mitverfolgt. Helenes Freundin Isabell erwartet von einem schwarzen GI ein Kind. Ich konnte ihre Verzweiflung gut verstehen, auch ihre Taten nachvollziehen. Jedoch die Auflösung der Konflikt kam mir unglaubwürdig vor.
Helenes Vater und dessen Frau haben nach der Flucht ein neues Leben in Kirchdorf begonnen. Bis er als Dorftierarzt sich vollständig integrieren konnte, hat sich Christa keineswegs eingelebt. Dazu kommt, dass sie sich wegen einer vermeintlichen Krankheit komplett zurückzog und jede von sich stößt. Da war ich mit der Auflösung zufrieden. Es war sicher nicht leicht alles, was sie kannte und hatte zurückzulassen. Ich habe ihr wirklich das Glück gewünscht.
Natürlich hatte auch Helene viel zu klären und hatte noch mit einer beruflichen Herausforderung zu tun. Die Autorin hatte sehr gut die damalige Einstellung der Dorfbevölkerung und ihre Ablehnung gegen jegliche Veränderungen sehr gut vermittelt.
Nun zu der Beziehung zwischen Helene und Tobias. Von Anfang an spürte man, dass diese Geschichte noch längst nicht abgeschlossen ist. Tobias will sie zurück. Auch Helene kann ihre Gefühle nicht leugnen, aber die beiden haben unterschiedliche Vorstellungen über die Zukunft. Auch Maries offensichtliche Abneigung für Tobias erschwert die Beziehung. Sie beginnen eine heimliche Affäre, was Tobias nun nicht ausreicht. Ob wirklich ein Autounfall notwendig war, dass Helena zu ihren Gefühlen steht
Generell war es für mich zu viel Happy End. Natürlich habe ich keinen der Charaktere etwas Schlechtes gewünscht. Jedoch alle Probleme wurden wie durch eine Zauberhand gelöst und jede war über Happy.
Alles in einem fand ich das Buch interessant. Der Schreibstil war flüssig, die Charaktere vielseitig. Leider hatte mir bei diesem zweiten Band die Spannung gefällt, daher kann sie mit dem ersten Teil nicht mithalten. Aber Leser:innen, die gern Gesellschaftsromanen aus der Zeit des gespaltenen Deutschlands lesen, kommen definitiv auf ihre Kosten.
Unterhaltsam ohne großes Drama, ein erfirischendes Read
Viele Träume führen ans Ziel von Gloria Trutnau
Viele Träume führen ans Ziel von Gloria Trutnau ist eine süße Geschichte über das Erwachsenwerden, Sichsuchen und Sichfinden.
Leni habt gerade ihr Abi gemacht und alle ihre Freunde wissen, was sie nach der Schule machen möchten. Ihre Eltern, die einen Anwaltskanzlei besitzen, haben für sie vorgeplant.
Leni soll Jura studieren. Nur ihr graust davor. Nun sucht sie einen Weg, ihren Eltern und ihrer besten Freundin mitzuteilen, dass sie das Studium nicht beginnen wird. Was sie stattdessen macht? Kein Plan.
Durch Zufall ergattert sie ein Praktikum als Setrunnerin bei einer bekannten Serie. Dort trifft sie auf Jonas, einer der Hauptdarsteller. Gleich am ersten Tag kommt zu einer Auseinandersetzung zwischen ihnen, da Jonas eine Situation völlig falsch versteht.
Da es abwechselnd aus Lenis und Jonas Sicht erzählt wird, lernen wir inzwischen auch Jonas kennen. Er ist gut aussehend und erfolgreich. Seine größte Angst ist, dass er mit seinem Charakter identifiziert wird und damit er seine Chancen in der Filmbranche verliert. Schwierig ist auch, dass sein eigener Vater sein Manager ist und ihm hauptsächlich als Geldquelle sieht.
Als Leni und Jonas klar wird, dass sie ihre Probleme lösen könnten, wenn sie ein Liebespaar vorspielen, einigen sie sich auf eine Fakebeziehung. Doch wenn auch richtige Gefühle ins Spiel kommen, macht es alles noch komplizierter.
Die Geschichte hat mich sehr gut unterhalten. Sie ist frisch, humorvoll mit einer Portion Romantik.
Toll fand ich, dass Leni den Mut gehabt hat, ihren eigenen Weg zu suchen. Genau wie bei Jonas, dass er all den Ruhm für eine unbekannte Zukunft aufgibt. Der Schreibstil war locker, jugendlich und super flüssig. Ich war sofort in der Geschichte. Das Setting am Set und in dem Studio war echt gut beschrieben. Als Leserin bekam ich viele Informationen vom Filmalltag. Das München-Flair kam auch gut rüber. Als einziger Minuspunkt könnte ich das Ende erwähnen. Die Fakebeziehung kam mir etwas kurz vor und das Ende kam zu schnell. Ich hätte mir gewünscht zu erfahren, ob Leni und Jonas den richtigen Weg finden und ihre Träume verwirklichen können. Das alles blieb etwas in der Luft hängen.
Ein absolutes Highlight
Die Lügendiebin - Spannungsgeladene Fantasy mit opulenter Ausstattung: Hardcover mit Schutzumschlag, Metallic-Folienveredelung und Lesebändchen! von Saskia Louis
Als ich Die Lügendiebin von @sakia_louis_ in der Vorschau von @ueberreuter entdeckt habe, hat mich das traumhafte Cover und der Klappentext sofort gecatcht.
Ich hatte hohe Erwartungen zum Buch, die weit übertroffen wurden. Was soll ich sagen? Ich liebe diese Geschichte.
Worum geht es?
Die 17-jährige Fawn ist die beste Lügendiebin Mentanos, denn mit ihrer roten Magie entlarvt sie Lügen, sobald sie ausgesprochen werden.
Ein lukratives Geschäft, denn in den Dunkeldieben findet sie immer freudige Abnehmer ihrer brisanten Ware. Doch ihr größter Raubzug geht schief: Im Haus der adeligen Familie Falcron wird sie von Caeden, dem Sohn und Familienoberhaupt, ertappt. Und schon findet Fawn sich selbst in der größten Lüge ihres Lebens wieder: Um nicht ausgeliefert und gehängt zu werden, muss sie ab sofort Caedens Verlobte mimen. Denn mit ihrer Fähigkeit will Caeden endlich den Mörder seines Vaters entlarven. Und so spielt Fawn das gefährliche Spiel mit, das sie immer weiter in die Abgründe führt und zwischen die Fronten geraten lässt.
Die Autorin hat eine komplexe und detailliert aufgearbeitete Welt erschaffen. Schon im Laufe der Handlung wird alles genau und verständlich erklärt, doch eine Zusammenfassung bekommen wir auf den letzten Seiten. Die Atmosphäre von Mentano hatte etwas von Panem, der Bestimmung und Under the Dome. Erzählt wir aus Fawns Perspektive in Ich-Form. Sie gewann gleich meine Sympathie. Ein mutiges, ab und zu eigenwilliges Mädchen, die nicht wirklich als Rebellin galt, jedoch Schwierigkeiten hatte, sich in die Gesellschaft von Mentano zu fügen.
Durch ein Missgeschick ist sie gezwungen Caedon zu helfen. Sie jagen gemeinsam jede Lüge, doch je näher sie an die Wahrheit herankommen, desto mehr Geheimnisse entdecken sie. Fawns ganze Welt geriet ins Wanken. Etwas, an dem sie ihr ganzes Leben lang geglaubt hat, entpuppt sich als Lüge. Die anfängliche gegenseitige Abneigung schwindet mit jedem Tag. Die Autorin hat die zarte romantische Handlung geschickt eingeflochten. Als ich schon auf ein Happy End gefreut habe, kam ein Polttwist und natürlich endete der erste Band mit einem bösen Cliffhanger.
Einige Szenarien in der Fortsetzung könnte ich mir zwar ausmalen, aber @sas macht es spannend. Ich bin vollkommen ratlos, wo Fawns Reise hinführt. Daher brauche ich den zweiten Band unbedingt JETZT!











