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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von KimVi:

Mitreißende Geschichte

Ada, das Mädchen aus Berlin von Ronald H. Balson

Tony Vincenzo, ein Freund von Anwältin Catherine Lockhart und ihrem Ehemann Liam Taggart, lädt die beiden in sein Restaurant ein, um sie um Hilfe für seine, in der Toskana lebendende, betagte Tante Gabriella zu bitten. Sie ist in einen Rechtsstreit verwickelt, bei dem ein großes Unternehmen behauptet, Eigentümer von Gabriellas Anwesen zu sein.

Nun soll die alte Dame per Gerichtsbeschluss von ihrem kleinen Weingut vertrieben werden. Als Catherine und Liam zusagen, in die Toskana zu fliegen, schickt Tonys Tante ihnen ein Manuskript per Kurier aus den dreißiger Jahren zu. Dieses sollen sie aufmerksam lesen, um mehr über das Gut und seine Geschichte zu erfahren. Doch kann die Geschichte, um die begnadete jüdische Geigerin Ada, die in Kriegszeiten von Berlin nach Italien flüchtete, wirklich dabei helfen, Gabriellas Weingut zu retten?

Nach "Karolinas Töchter" und "Hannah und ihre Brüder", ist "Ada, das Mädchen aus Berlin" bereits der dritte Band der Reihe, um die Anwältin Catherine Lockhart und ihren Ehemann Liam Taggart. Da jeder Roman dieser Serie eine eigenständige Geschichte beinhaltet, muss man weder die Vorgänger kennen, noch die Reihenfolge einhalten. Man kann jedes Buch unabhängig von den anderen lesen.

Der Autor Ronald H. Balson versteht es vom ersten Moment an, das Interesse an der Geschichte zu wecken. Deshalb gelingt der Einstieg in die Handlung mühelos. Diese ist in zwei Stränge unterteilt. In der Gegenwart beobachtet man Catherine und ihren Mann dabei, wie sie sich darum bemühen, gegen den Gerichtsbeschluss, der bedeuten würde, dass Gabriella ihr Heim verliert, vorgehen und sich auf die Suche nach Ansätzen, die dies verhindern können, machen. Parallel dazu liest man das Manuskript und erfährt nach und nach die Geschichte der Geigerin Ada. Beide Handlungsstränge sind eindringlich und äußerst lebendig geschildert. Deshalb kann man schon früh ins Geschehen eintauchen und hat dabei alles vor Augen.

Die Nachforschungen in der Toskana sind äußerst spannend, auch wenn Liam Taggart dabei manchmal etwas über das Ziel hinausschießt und sich von seinen angestauten Gefühlen leiten lässt. Die Geschichte der begnadeten, jüdischen Geigerin Ada bewegt und regt um Nachdenken an. Und da sich diese Stränge so gekonnt verknüpfen, gerät man in den Sog der Ereignisse und mag das Buch kaum aus der Hand legen.

Eine packend und äußerst mitreißend erzählte Geschichte, die tief berührt und zum Nachdenken anregt!

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Rasanter Thriller

Zara und Zoë - Tödliche Zwillinge von Oetker Alexander

Europol ist es gelungen einen Islamisten umzudrehen und wieder in die Terrorszene einzuschleusen. Er soll mit den Informationen, die er dort sammelt, dazu beitragen, weitere Anschläge zu vereiteln. Doch mittlerweile hat es den Anschein, dass er kurz davor steht, enttarnt zu werden. Da er nicht mehr zu erreichen ist, könnte es sogar sein, dass er bereits aufgeflogen ist.

Die Terror-Profilerin Zara von Hardenberg hat die Befürchtung, dass ein größerer Anschlag geplant ist. Deshalb muss sie dafür sorgen, den Informanten unbeschadet aus der Szene zu holen, um nicht nur sein Leben zu retten, damit er für weitere ähnliche Einsätze zur Verfügung steht, sondern um zu erfahren, ob sich ihre Befürchtungen bewahrheiten. Doch Zara selbst ist für so einen Einsatz eher ungeeignet, denn sie hält sich streng an Regeln. Doch ein Einsatz in dieser Größenordnung ist unter legalen Bedingungen nicht machbar. Das weiß auch Zara und deshalb bittet sie ihre Zwillingsschwester Zoe, die als Profi-Killerin für die korsische Mafia arbeitet, um Hilfe.....

"Zara und Zoe- Tödliche Zwillinge" ist nach "Zara und Zoe - Rache in Marseille" der zweite Thriller um die ungleichen Zwillingsschwestern. Den aktuellen Ereignissen kann man aber sicher auch dann folgen, wenn man den ersten Band nicht gelesen hat, da der Autor wichtige Hintergrundinformation in die Handlung einstreut. Diese wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Da die Wechsel immer mit dem Namen der Person, die gerade im Zentrum des Geschehens steht, und dem jeweiligen Handlungsort gekennzeichnet sind, fällt es leicht, die Übersicht zu behalten.

Der Thriller startet bereits rasant. Durch die ständigen Wechsel der Perspektiven kann das hohe Erzähltempo konstant gehalten werden. Man gerät früh in den Sog der Ereignisse. Denn der Autor versteht es hervorragend, die Kenntnisse, die er als Journalist und Frankreich-Korrespondent erworben hat, so lebendig in die Handlung einfließen zu lassen, dass man die Bedrohung zwischen den Zeilen spüren kann. Im Verlauf der Handlung kommt es zu einigen actionreichen und brutalen Szenen. Hier sticht besonders Zoe hervor, die Zwillingsschwester, die als Profi-Killerin für die korsische Mafia arbeitet. Sie scheint eine unerbittliche und nahezu unverwundbare Killerin zu sein, die immer alles in Rekordzeit erfasst und ihren Gegnern dadurch die entscheidende Sekunde voraus ist. Diese Szenen lesen sich äußerst rasant, wirken allerdings auf Dauer arg konstruiert und etwas unglaubwürdig. Das tut der Spannung allerdings keinen Abbruch, denn man verfolgt gebannt das Geschehen und mag das Buch deshalb kaum aus der Hand legen.

Ein Thriller, der zwar stellenweise etwas konstruiert wirkt, aber durch das rasante Tempo überzeugen kann.

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Ein eher gemächlicher Auftakt

Die Galerie am Potsdamer Platz von Alexandra Cedrino

Berlin, 1930: Nach dem Tod ihrer Mutter zieht es Alice Waldmann nach Berlin. Sie will dort ihre Großmutter Helena aufsuchen und herausfinden, warum diese den Kontakt vollkommen abgebrochen hat. Doch Helena bleibt hartherzig und zeigt Alice die kalte Schulter. Ihre Tante Rosa kann sie allerdings überreden, der Familie und Berlin eine Chance zu geben und nimmt Alice bei sich auf.

Da die Waldmanns einst angesehene Kunsthändler waren, lässt Rosa ihre Kontakte spielen und schon bald entdeckt Alice ihr Talent als Fotografin. Als Alice den Deutsch-Iren John kennenlernt und gemeinsam mit ihren Onkeln davon träumt, die einstige Galerie wiederzueröffnen, scheint eine glanzvolle Zukunft zum Greifen nahe. Doch dann kommen alte Geheimnisse ans Tageslicht und die Nazis drängen an die Macht....

Dieser historische Roman bildet den Auftakt der Galeristinnen-Saga und führt direkt ins pulsierende Berlin. Das Leben in der Stadt und die Kunstszene werden so lebendig beschrieben, dass man das Gefühl hat, selbst in diese aufregende Zeit einzutauchen. Die unterschwellige Bedrohung, die bereits von den an die Macht drängenden Nazis ausgeht, fließt dabei glaubhaft in die Handlung ein. Der Einstieg in den Roman gelingt deshalb mühelos.

Doch leider können die Charaktere nicht richtig überzeugen. Besonders Alice, die Hauptprotagonistin, macht es einen nicht gerade leicht. Obwohl sie sicher eine starke Frau ist, die weiß was sie will und ihren Weg gehen wird, wirkt sie stellenweise so naiv, trotzig und kindisch, dass man sich kaum mit ihr identifizieren kann und beim Lesen das ein oder andere Mal genervt mit den Augen rollt. Auch die anderen Akteure wirken eher wie hölzerne Statisten, die beliebig in der Handlung umhergeschoben werden können, ohne dabei Tiefe zu zeigen. Deshalb betrachtet man das Geschehen auch eher distanziert.

Alte Geheimnisse sollen für Dramatik und Spannung sorgen, das gelingt auch teilweise sehr gut. Doch insgesamt gesehen, wirken diese Wendungen etwas zu konstruiert und nur bedingt glaubhaft. Die Szenen, in denen man in die Kunstszene eintaucht, strotzen allerdings vor Lebendigkeit und sind durchgehend interessant.

Ein eher gemächlicher Auftakt, der darauf hoffen lässt, dass sich die Reihe steigern kann.

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Spannender Küsten-Krimi

Nebelmeer von Jobst Schlennstedt

Die Erinnerungen an einen sechs Jahre alten und noch immer ungeklärten Leichenfund am Schellbruch werden wach, als am Priwallstrand eine bereits skelettierte Frauenleiche entdeckt wird. Birger Andresen wird mit den Ermittlungen betraut. Doch neue Erkenntnisse lassen zunächst auf sich warten, da niemand weiß, um wen es sich bei der Leiche handelt.

Offenbar wurde sie nicht vermisst gemeldet. Spuren an den Knochen deuten allerdings darauf hin, dass sie einen äußerst gewaltsamen Tod gestorben ist. Als eine weitere Leiche auftaucht, meldet sich eine junge Frau bei der Polizei, die Angst hat, dass es sich um eine Freundin handeln könnte. Da sich ihr Verdacht nicht bestätigt, schenken die Ermittler ihren Bedenken, dass ihre Freundin möglicherweise in großer Gefahr schweben könnte, zunächst keinen Glauben.....

"Nebelmeer" zählt zu den Küsten-Krimis, in denen Birger Andresen ermittelt. Man kann diesem Fall auch dann problemlos folgen, wenn man noch keinen Teil der Reihe gelesen hat, da der Autor wichtige Hintergrundinformationen zu den Charakteren in die Handlung einfließen lässt.

Ohne langatmiges Vorgeplänkel, wird man sofort mitten ins Geschehen geworfen und beobachtet die unermesslichen Qualen einer Frau, die offenbar gegen ihren Willen irgendwo festgehalten und grausam misshandelt wird. Dadurch ist das Interesse an diesem Fall sofort geweckt. Man möchte unbedingt erfahren, wie sich diese brutalen Szenen mit den aktuellen Ermittlungen verbinden werden. Birger Andresen und sein Team tappen zunächst im Dunkeln. Es gibt kaum Ermittlungsansätze, kein Puzzleteilchen scheint zu passen. Gemeinsam mit den Ermittlern versucht man den Vorgängen auf den Grund zu gehen und dabei schaut man in tiefste menschliche Abgründe, die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen. Die früh aufgebaute Spannung steigert sich stetig, um schließlich in einem rasanten Finale zu gipfeln, aus dem es keinen Ausweg zu geben scheint. Spannung und Nervenkitzel sind garantiert, sodass man das Buch erst aus der Hand legen kann, wenn man am Ende angekommen ist.

Ein durchweg spannender Küsten-Krimi, bei dem man in tiefste menschliche Abgründe blickt!

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Herzerwärmender Wohlfühl-Roman

Hallo Schicksal von Karen McQuestion

Dan ist mittlerweile ein Jahr Witwer. Den Tod seiner Frau Christine hat er allerdings noch längst nicht überwunden. In dieser schweren Zeit steht ihm nicht nur Tochter Lindsay zur Seite, sondern auch seine Hündin Anni. Gerade sie scheint seine Stimmungen zu spüren und gibt ihm Halt. Als Annie direkt vor der Haustür gestohlen wird, bricht Dan und Lindsays Welt erneut zusammen.

Der Schmerz, nun auch die geliebte Hündin verloren zu haben, ist beinahe unerträglich. Doch Dan und Lindsay geben die Hoffnung nicht auf, Anni wiederzufinden. Zur gleichen Zeit versucht Andrea, die schmutzige Scheidung von ihrem Ex-Mann zu verkraften. Als die dann eine misshandelte Hündin bei einem Mieter entdeckt und sie spontan rettet, nimmt ihr Leben eine unerwartete Wendung....

Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven betrachtet. Dabei schaut man sowohl Dan, als auch Andrea über die Schulter und kann dabei ein Stück ihres Lebens begleiten. Beide Charaktere wirken sympathisch und äußerst liebenswert. Deshalb fällt es leicht, sich auf das Geschehen einzulassen. Ein ganz besonderer Pluspunkt dieses Romans ist die Hündin Anni. Sie schleicht sich bereits nach wenigen Auftritten ins Herz.

Natürlich ist die Handlung ein wenig vorhersehbar. Dennoch kann man nicht genau ahnen, wie und wann die Autorin die wechselnden Stränge entscheidend verknüpfen wird. Sie verweben sich zwar manchmal miteinander, doch die wichtigste Verknüpfung lässt fast bis zum Schluss auf sich warten. Einige Zufälle wirken zwar übertrieben und arg konstruiert, doch da Andrea am Anfang des Buchs eine Bestellung beim Schicksal aufgibt und die Handlung so herzerwärmend geschildert wird, kann man großzügig darüber hinwegsehen und diese Geschichte einfach genießen. Das Ende ist schlüssig und lässt keine Fragen offen, dennoch hätte es gerne etwas ausführlicher sein dürfen. Aber so bleibt Platz für eigene Gedanken und Ausschmückungen.

Ein absoluter Wohlfühl-Roman, mit einer äußerst liebenswerten Hündin, die sich mühelos ins Herz schleicht.

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Intensiv geschilderter Familienroman

Die Seebadvilla von Kathleen Freitag

Im Jahr 1992 findet Caroline eine alte Fotografie und einen Brief von einem Rechtsanwaltsbüro, in dem es um eine mögliche Rückübertragung einer kleinen Villa auf Usedom geht, in den persönlichen Sachen ihrer Mutter. Darauf angesprochen, schweigt Carolines Mutter Henriette allerdings hartnäckig.

Sie will nichts damit zu tun haben und auch nicht darüber reden. Da in Carolines Familie nie richtig über die Vergangenheit gesprochen wurde, fehlen ihr fast sämtliche Informationen zur Familiengeschichte. Das möchte sie nun ändern und fährt zu ihrer mittlerweile dementen Großmutter. Nach und nach erfährt sie, was in den Jahren 1952 und 1953 in Ahlbeck mit ihrer Großmutter Grete, ihrer Mutter Henni und deren Schwester Lisbeth geschah....

Die Familiengeschichte wird in zwei unterschiedlichen Zeitsträngen erzählt, dabei trägt sich das aktuelle Geschehen im Jahr 1992 zu. Außerdem erfährt man, was in den Jahren 1952 und 1953 geschah. Dabei stehen die unterschiedlichen Hauptprotagonisten abwechselnd im Zentrum der Ereignisse. Da die Kapitel mit den Jahreszahlen und dem Namen des Charakters, der gerade im Mittelpunkt steht, gekennzeichnet sind, fällt es leicht, die Übersicht zu behalten.

Kathleen Freitag gelingt es in ihrem schicksalhaften Familienroman hervorragend, die Atmosphäre in beiden Zeitsträngen glaubhaft zu vermitteln. Man kann sich deshalb mühelos auf die Zeitreise in die deutsch-deutsche Geschichte einlassen und erfährt, was es damals für die Menschen, die sich ihre eigene Existenzgrundlage nicht nehmen lassen und dem Staat übergeben wollten, für dramatische Konsequenzen haben konnte. Handlungsorte und Charaktere wirken so lebendig, dass man alles sofort vor Augen hat. Schon nach kurzer Zeit gerät man in den Sog der Ereignisse und mag den intensiv geschilderten Roman nicht mehr aus der Hand legen. Man kann mit den Protagonisten mitfiebern und ihre Gefühle nachvollziehen.

Ein intensiv geschilderter Familienroman, der deutsch-deutsche Geschichte hautnah vermittelt.

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Spannender Pageturner!

Böse bist du von Jutta Maria Herrmann

Vor fünfzehn Jahren zeltete eine Gruppe Jugendlicher an einem einsamen Waldsee. Doch dann geschah etwas Schreckliches. Nur ein Mädchen überlebte, schwer traumatisiert. Noch heute hat sie mit den Folgen zu kämpfen. Immer wieder glaubt sie, die Täter, die ihre Freunde so grausam getötet haben, zu erkennen.

Doch jedes Mal scheint sie sich geirrt zu haben. Dieses Mal ist sie sich allerdings sicher - und niemand glaubt ihr. Deshalb trifft sie folgenschwere Entscheidungen, die ungeahnte Ereignisse auslösen...

Ohne langatmiges Vorgeplänkel, wird man in einem spannenden Prolog sofort mitten in ein nervenaufreibendes Geschehen geworfen. Spannung und Nervenkitzel setzen damit bereits auf der ersten Seite ein. Die Handlung trägt sich im weiteren Verlauf auf zwei Zeitebenen zu. Im Sommer 2003, als die dramatischen Ereignisse ihren Anfang nehmen und fünfzehn Jahre später, als die im Zentrum der Handlung stehende Michaela meint, den damaligen Täter zu erkennen.

Man merkt sofort, wie schwer Michaela noch immer unter der Vergangenheit leidet. Sie wirkt dabei sympathisch, sodass man ihre Angst und Verzweiflung glaubhaft nachvollziehen kann. Allerdings ist die Hauptprotagonistin schwer einzuschätzen, was, neben der früh aufgebauten Spannung und der stets spürbaren bedrohlichen Atmosphäre, einen großen Reiz dieses Thrillers ausmacht. Schon bald weiß man nicht mehr, was man glauben soll und wem man eigentlich vertrauen kann. Dadurch gerät man in den Sog der Ereignisse und mag das Buch kaum noch aus der Hand legen. Man fliegt atemlos durch die Seiten, wird dabei durch unverhoffte Wendungen überrascht und blickt in tiefste menschliche Abgründe. Der Thriller gipfelt in einem atemberaubenden Finale und wenn man gerade meint, dass man nun alles durchschaut hat und durchatmen kann, gelingt es der Autorin, dem Ganzen die Krone aufzusetzen.

Ein hochspannender Pageturner, den man nicht mehr aus der Hand legen kann!

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Ein romantisches Buch zum Träumen und Genießen

Rendezvous in zehn Jahren von Judith Pinnow

Bei einem Kurzbesuch in Amsterdam kehrt Valerie in einem kleinen Café ein. Dort begegnet ihr der attraktive Holländer Ted. Die beiden kommen ins Gespräch und tauschen dabei ihre Sehnsüchte aus. Dabei kommt ihnen die verrückte Idee, sich in genau zehn Jahren erneut in dem Café zu treffen und darüber auszutauschen, was innerhalb dieser Zeit aus ihren Träumen geworden ist.

Während Valerie die Idee, ein Date in der Zukunft zu haben, fasziniert, wird Ted recht schnell klar, dass Valerie die Frau seines Lebens ist und dass er nicht zehn Jahre auf ein Wiedersehen warten will. Auch Valerie erkennt mit der Zeit, dass Ted ihr nicht mehr aus dem Kopf geht. Deshalb begeben sich beide auf die Suche, doch diese gestaltet sich äußerst schwierig, da sie bei ihrer ersten Begegnung keine Kontaktdaten ausgetauscht haben....

Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Da die Charaktere sehr lebendig wirken und man sich deshalb gern auf ihre Sorgen, Probleme und Nöte einlässt, aber auch Nachdenklichkeit, Freude und Humor mit ihnen teilen kann, fällt der Einstieg in die Geschichte äußerst leicht. Der lockere Schreibstil sorgt außerdem dafür, dass man förmlich durch die Zeilen fliegt und gespannt die Suche der beiden beobachtet.

Zugegebenermaßen wirken einige Szenen arg konstruiert. Da die Autorin es aber trotzdem hervorragend versteht, in ihrer romantischen Erzählung die Sehnsüchte und Träume der Charaktere glaubhaft einfließen zu lassen, kann man darüber großzügig hinwegsehen und die Suche nach der großen Liebe genießen.

Ein romantisches Buch zum Träumen, wunderbar leicht erzählt, sodass man einfach mal die Seele baumeln lassen kann.

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Spannender Spreewaldkrimi

Vermisst von Christiane Dieckerhoff

Kriminalobermeisterin Klaudia Wagner fährt mit ihrem Wagen nach Hause. Als sie für einen kurzen Moment abgelenkt ist, nimmt ihr ein unbeleuchtetes Fahrzeug die Vorfahrt. Klaudia kann zwar ausweichen, landet allerdings auf einem Acker. Dort macht sie eine schreckliche Entdeckung. Denn dort liegt eine tote Frau! Klaudia macht sich schreckliche Vorwürfe, denn offenbar hat sie die Frau bei ihrem Ausweichmanöver überfahren.

Bei den Ermittlungen stellt sich heraus, dass es sich bei der Toten um eine Frau handelt, die bereits als tot galt und deren Mörder in einem Indizienprozess verurteilt und anschließend inhaftiert wurde. Das Team um Klaudia Wagner beginnt zu ermitteln. Dabei stoßen sie auf einen jungen Mann, der von seiner Vermieterin vermisst gemeldet wurde und von dem nun jede Spur fehlt....

"Vermisst" ist nach "Spreewaldgrab", "Spreewaldtod", "Spreewaldrache" und "Spreewaldwölfe" bereits der fünfte Fall für Kommissarin Klaudia Wagner. Dieser Teil der Serie ist allerdings der erste, der im Aufbau Verlag erscheint, die vorherigen vier erschienen bei Ullstein. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ermittlungen auch dann problemlos folgen, wenn man noch keinen Band der Reihe gelesen hat. Um die privaten und beruflichen Hintergründe der Kommissarin besser zuordnen zu können, empfiehlt es sich allerdings, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die vorgesehene Reihenfolge einzuhalten.

Auch bei diesem Fall gelingt es Christiane Dieckerhoff, das besondere Flair des Spreewalds zu Leben zu erwecken. Man kann sich Handlungsorte und Protagonisten lebhaft vorstellen. Beim Lesen trifft man nicht nur auf alte Bekannte aus den vorherigen Bänden, sondern auch auf neue Akteure. Die Nebenhandlungen, die sich durch die gesamte Reihe ziehen, nehmen nicht zu viel Raum ein. Man kann dem Ganzen auch dann problemlos folgen, wenn man noch keinen Teil gelesen hat, da wichtige Hintergrundinformationen so ins Geschehen eingestreut werden, dass man sich auch nicht die Spannung verdirbt, wenn man die Serie nicht in der richtigen Reihenfolge liest.

Der Einstieg in den Krimi gelingt mühelos, denn die Autorin versteht es hervorragend, sofort das Interesse an diesem rätselhaften Fall zu wecken. Gemeinsam mit dem Team versucht man den geheimnisvollen Vorgängen, die sich dieses Mal im Spreewald zutragen, auf den Grund zu gehen. Dabei kann man eigene Überlegungen anstellen. Überraschende Wendungen sorgen allerdings dafür, dass schon bald nichts mehr so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Dadurch bleibt die bereits früh aufgebaute Spannung nicht nur bis zum Schluss erhalten, sondern kann sich zum Ende hin sogar noch steigern, um schließlich in einem nervenaufreibenden Finale zu gipfeln.

Ein gelungener Spreewald-Krimi, der nicht so leicht zu durchschauen ist und dadurch durchgehend spannend bleibt!

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Gelungener Abschluss der spannenden Trilogie

Die Herren der Zeit von Eva Garcia Saenz; Eva Garcia Saenz

Inspector Unai López de Ayala, genannt Kraken, besucht mit seiner Familie eine Veranstaltung, bei der der geheimnisvolle Autor des historischen Romans "Die Herren der Zeit", seine Identität lüften will. Der Roman schlägt große Wellen und deshalb sind alle sehr gespannt, auf die Person, die sich hinter dem Pseudonym verbirgt.

Doch die Veranstaltung endet abrupt, als die Leiche eines Unternehmers entdeckt wird. Unai beginnt mit seinem Team zu ermitteln. Schon bald stellt sich heraus, dass der Geschäftsmann auf die gleiche Art zu Tode kam, wie sie in dem historischen Roman beschrieben wird. Es bleibt auch nicht bei dem einen Toten. Ein Serienmörder scheint sein Unwesen zu treiben und sich dabei an den im Roman beschriebenen Todesarten zu orientieren. Unai setzt alles daran, diesen Fall aufzuklären. Dabei ahnt er nicht, dass auch er selbst und seine Familie in Gefahr geraten.

"Die Herren der Zeit" ist nach "Die Stille des Todes" und "Das Ritual des Wassers" der finale Teil der Trilogie um Inspector Unai López de Ayala. Man kann den aktuellen Ermittlungen sicher auch dann folgen, wenn man noch keinen Band der Trilogie gelesen hat, da wichtige Hintergrundinformationen in die Handlung einfließen. Wenn man allerdings an den beruflichen und privaten Weiterentwicklungen der unterschiedlichen Hauptcharaktere interessiert ist, dann sollte man die Reihenfolge einhalten. Da es außerdem entscheidende Rückblicke in die vergangenen Teile gibt, könnte es sonst außerdem passieren, dass man sich die Spannung verdirbt.

Die Handlung trägt sich dieses Mal in zwei Zeitebenen zu. Im aktuellen Erzählstrang beobachtet man die Ermittlungen der rätselhaften Morde, bei denen Unai einen Bezug zum historischen Roman "Die Herren der Zeit" erkennt. Auszüge aus diesem Werk, das ins 12. Jahrhundert zurückführt, wechseln sich mit den aktuellen Ereignissen ab. Das bedeutet, dass man es mit einer Vielzahl an Charakteren und unterschiedlichen Begebenheiten zu tun bekommt. Deshalb sollte man gerade am Anfang konzentriert lesen, um nicht den roten Faden zu verlieren. Die Autorin versteht es allerdings wieder hervorragend, sowohl die Gegenwart, als auch die Gegebenheiten im fiktiven historischen Roman, so farbenprächtig und lebendig zu beschreiben, dass man alles mühelos vor Augen hat. Die besondere Atmosphäre des Baskenlandes schwebt außerdem zwischen den Zeilen. Dadurch ist man sich der Hintergrundkulisse stets bewusst.

Der aktuelle Fall gibt einige Rätsel auf. Gemeinsam mit Unai folgt man den Spuren und zieht eigene Schlüsse. Doch es ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint und deshalb tappt man fast bis zum Schluss im Dunkeln. Dadurch wird die Spannung bei den Ermittlungen durchgehend gehalten. Die Auszüge des mittelalterlichen Romans sind intensiv geschildert. Man merkt, dass die Autorin sehr gut recherchiert hat, um die Vergangenheit so lebendig und eindrucksvoll zu beschreiben. Dennoch wirken diese Passagen manchmal etwas ausufernd und bremsen die Spannung des aktuellen Handlungsstrangs leider etwas aus.

Nichtsdestotrotz ein farbenprächtiger und meisterhaft erzählter Abschluss dieser spannenden Trilogie.

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