Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Anja:

fantasievoller Auftakt

A City of Flames von Rina Vasquez

Ich hatte ein paar Probleme, in die Geschichte hineinzufinden, was vor allem dem Schreibstil geschuldet war, der mir anfangs sehr holprig erschien. Speziell die Dialoge empfand ich als unrund. Nach und nach konnte ich aber immer besser in die fantasievolle Geschichte eintauchen.

Die Welt hat viel zu bieten.

Es gibt unterschiedliche Reiche mit ganz unterschiedlichen Bewohnern, wobei die Handlung dieses Bandes nur in einem Land spielt und von den anderen bisher nur berichtet wird. Gewünscht hätte ich mir eine Karte, um mir die Welt besser vorzustellen, da zwar verschiedene Landstriche erwähnt werden, die räumliche Zuordnung aber schwierig bleibt.
Es gibt ganz unterschiedliche, sehr fantasievolle Wesen mit unterschiedlichen Eigenheiten und Fähigkeiten, manche eher flauschig und niedlich, andere groß und mordlustig.

Schon immer wollte Nara Venatorin werden und in die Fußstapfen ihres Vaters treten. Besonders seit dieser von einem Drachen getötet wurde, hält sie an diesem Wunsch fest und möchte Rache an den Kreaturen nehmen, die ihr so viel Schmerz bereitet haben. Doch Nara bekommt schnell Zweifel, nachdem sie erstmals wieder auf einen Drachen trifft, der nicht das blutrünstige Monster ist, das sie erwartet hat. Doch als angehende Venatorin darf sie kein Mitgefühl empfinden, sie wird dazu ausgebildet, Drachen, Drachenwandler und andere Geschöpfe zu töten.

Während Nara sich in manchen Situationen sehr naiv verhält, zeigt sie häufig großen Mut und Stärke. Sie stürzt sich für andere in Gefahren und beschützt diejenigen, die ihr am Herzen liegen. Als Ich-Erzählerin gewährt sie Einblicke in ihre Pläne und Gefühle.
Nara macht einige Entdeckungen, die ihre Zweifel noch schüren, sodass sie weiter nachforscht, wodurch es zu einigen unerwarteten Wendungen kommt. Die Handlung wechselt stetig zwischen ruhigen Kapiteln, actionreichen Kämpfen und dramatischen Ereignissen. Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto spannender wird das Geschehen.

Die Handlung beinhaltet eine Art Liebesdreieck. Während eine Anziehung für mich sehr plötzlich kam und wenig nachvollziehbar war, entwickelt sich die zweite Geschichte ganz allmählich und hat für mich viel besser gepasst.
Allerdings gibt es da noch ein paar Geheimnisse, die bisher nicht gelüftet wurden.

Fazit

Nach einem holprigen Einstieg entwickelt sich eine spannende und abwechslungsreiche Handlung mit einigen Überraschungen. Am Ende bleiben noch viele Fragen offen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Anja

Sehr spannend

Heartless Hunter. Der rote Nachtfalter, Band 1 von Kristen Ciccarelli

Rune ist ein Mädchen aus gutem Haus mit einer tiefen Wunde und einem dunklen Geheimnis. Sie spielt den Leuten das oberflächliche Mädchen vor, dass sich nur für Bälle und Kleidung interessiert (was sie durchaus dennoch tut), während sie heimlich stets nach Informationen horcht, die ihr bei den Befreiungsaktionen helfen können.

Sie hat dabei zwei gute Freunde an ihrer Seite, die ihr Geheimnis wahren und sie in ihrem Tun unterstützen.

Um an besonders brisante Informationen zu gelangen, flirtet Rune mit dem Hexenjäger Gideon und ahnt nicht, dass dieser seinerseits Hinweise bekommen hat, die Rune belasten und denen er auf den Grund gehen will.
Und so spielen sie einander Interesse vor, um sich gegenseitig auszuhorchen, was eine spannende Konstellation ist. Besonders da beide beginnen, echte Zuneigung zu empfinden und sich dadurch nicht nur in ihrem Spiel miteinander sondern auch in ihrem ganz eigenen Gefühlschaos verheddern.

Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der personalen Sicht der beiden Hauptfiguren, sodass ein Blick in ihre aufgewühlten Gedanken und ihre geheimen Pläne ermöglicht wird.

Rune läuft Gefahr, jederzeit entdeckt zu werden. Gideon läuft Gefahr, seinen Auftrag zu vermasseln. Rune könnte zu spät kommen, um die zuletzt gefangene Hexe zu retten. Gideon könnte wichtige Hinweise übersehen, wenn er sich von seinem Herz leiten lässt. Die Handlung ist ein stetiges Auf und Ab zwischen ruhigen Passagen, kleinen Wortgefechten, knisternder Annährung und actionreichen, dramatischen Rettungsmissionen. Dabei kommt es zu einigen Wendungen, denn Rune ist nicht die einzige, die Geheimnisse verbirgt.
Am Ende überschlagen sich die Ereignisse geradezu und ich bin sehr gespannt auf den zweiten Band.

Fazit

Eine Hexe und ein Hexenjäger, die miteinander anbandeln, weil sie voneinander Informationen erhoffen. Doch der Plan geht ziemlich schief. Ein doppeltes Verwirrspiel sorgt für jede Menge Gefühlschaos. In Kombination mit der magischen Handlung und den zahlreichen Geheimnissen entwickelt sich eine sehr spannende Geschichte, die ich nur schwer aus der Hand legen konnte.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Anja

Gar nicht so EGAL

Egal, sagt Aal von Julia Regett

Das großformatige Kinderbuch kommt mit festen, knallbunten Seiten daher. Die Zeichnungen sind voller Details, farbenfroh teilweise aber auch ein wenig chaotisch.
Der Text ist kindgerecht in einfachen Worten. Das Egal taucht im Text immer wieder auf und zieht sich auch in Großbuchstaben und mit vielen Vokaaaalen auch durch die Zeichnungen.

Aal ist egal, was die anderen Teichbewohner von Aal halten. Wenn andere meinen, Aal könne etwas nicht, dann ist Aal auch das egal und beweist ihnen das Gegenteil.

Wenn Aal im Teich Unordnung macht und das die andern Tiere stört, dann ist Aal das egal. Doch halt, an diesem Punkt ist Aal mit seinem Egal nicht ganz glücklich. Allerdings braucht es eine sehr ausführlich formulierte Hilfestellung eines anderen Tieres, damit Aal erkennt, dass es nicht egal sein sollte, wenn das eigene Verhalten andere Tiere verletzt.

Ein bisschen wild und frech ist super. Schwierig dabei finde ich aber, dass Aal schon vorher andere Tiere mit bestimmten Verhaltensweisen stört, z.B. sie vom Schlafen abhält. Auch Dinge, die nicht so ganz egal sein sollten…

Noch eine andere Seite im Buch ist mir aufgefallen. Auf die Frage, ob Aal Junge oder Mädchen ist, antwortet Aal: Egal, ich bin einfach Aal. Doch Aal ist nach diesem Gespräch traurig. Aber warum? Dafür gibt es keine Erklärung oder weitere Beschäftigung mit dem Thema.

Gelungen ist, wie das Buch ein wenig Fischwissen einbindet, indem beispielsweise der Lebensrhythmus des Aals veranschaulicht wird.

Fazit

Wir alle sollten mit einem gesunden Maß Egal um uns werfen, mehr wir selbst sein und die Meinung anderer nicht immer so wichtig nehmen.
Ich hätte mir Aals Einsicht aber mit einem etwas weniger offensichtlich erhobenen Zeigefinger gewünscht.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Anja

Grimmiger Bachelor trifft freche Stylistin

Beauty and the Bachelor von Kelly Oram

Ich habe Cinder & Ella geliebt, seitdem konnte mich leider kein Buch der Autorin mehr genauso begeistern. Beauty and the Bachelor bringt allerdings gute Vorraussetzungen mit: Wie auch Alice in La La Land spielt das Buch wieder im Cinder & Ella-Universum. Die beiden (und auch Alice) werden nicht nur erwähnt, sondern kommen mehrfach innerhalb des Buches vor.

Und so geht die Geschichte der liebgewonnenen Charaktere stetig weiter…

Vivian ist die beste Freundin von Ella (das musste natürlich erst mal nachgeblättert werden, aber ja, auch Vivian ist keine Unbekannte). Sie ist Stylistin, entwirft und näht auch selbst Kleidung und ergattert den begehrten Job hinter den Kulissen der TV-Show „Marry Me“ (Bachelor-Prinzip mit dem erklärten Ziel, dass am Ende geheiratet wird). Vivian liebt die Tätigkeit und punktet mit ihrem Gespür für Klamotten und Ausstattung. Sie ist höflich, geduldig und empathisch. Um zwei Teilnehmerinnen zu helfen, landet sie unerwartet selbst als Kandidatin in der Show und möchte so schnell wie möglich wieder ausscheiden.

Nach dem Tod seines Vaters leitet Sebastian ein milliardenschweres Familienunternehmen. Das Problem ist eine Klausel, die sein Vater im Testament hinerlassen hat: Sebastian muss heiraten, sonst verliert er die Firma.
Sebastian hat überhaupt keine Lust auf die Teilnahme an der TV-Show und so verhält er sich auch sowohl den Mitarbeitenden, inklusive Vivian, als auch den Teilnehmerinnen gegenüber. Er ist uninteressiert, abweisend, grob…

Die Idee, den Bachelor in eine Buchstory zu verpacken, finde ich total spannend. Dies ermöglicht einen ganz anderen Blick auf das Format als vor dem TV und bei vielen Szenen habe ich mich gefragt, wie viel TV-Wahrheit hier ins Buch gesteckt wurde: Sebastian darf nicht frei entscheiden, wem er seine Rosen gibt; eigentlich spontane Szenen müssen mehrfach aus unterschiedlichen Blickwinkeln gedreht werden; die Kandidatinnen werden gezielt Langeweile ausgesetzt, um eine Reaktion, idealerweise Konflikte zu provozieren usw.
Leider kommt das ganze Show-Konzept dann doch an vielen Stellen recht kurz und man erfährt trotz der wechselnden Ich-Perspektiven von Vivian und Sebastian nur sehr wenig darüber, was Sebastian am Set erlebt, wenn Vivian nicht bei den Dates dabei ist.

Sebastian und Vivian sind vom ersten Moment an genervt voneinander. Er versteht nicht, was es an seiner Kleidung auszusetzen gibt, sie ist genervt von seinem arroganten Gehabe, welches ihr den Job schwer macht. Gleichzeitig findet sie ihn total attraktiv und er ist fasziniert davon, dass sie ihm die Meinung geigt und keine Interesse an seinem Geld zeigt.
Damit entwickelt sich die ziemlich typische Liebesgeschichte eingebunden in ein untypisches und oft chaotisches Setting. Bei diesen Dreharbeiten verläuft nämlich so ziemlich nichts nach Plan, angefangen bei dem Bachelor, der von seinen Kandidatinnen gar nichts wissen will…
Letztlich kommt die Story leider nicht ohne eine gute Portion Drama aus, wobei ich das Verhalten der Figuren in einigen Momenten wenig nachvollziehbar fand.

Auch wenn die Geschichte ohne große Überraschungen verläuft, konnte mich das Buch mit seinem oft warmherzigen Verhalten zwischen den Charakteren und den witzig-bissigen Dialogen zwischen Vivian und Sebastian dennoch gut unterhalten.

Fazit

Die Idee des Bachelors im Buch-Format ist spannend und lässt das TV-Format in einem anderen Licht erscheinen, wobei die Show für mich gern noch mehr Raum hätte einnehmen dürfen. Die Liebesgeschichte kommt ohne große Überraschungen aus und bleibt leider von unnötigen Dramen nicht verschont, dennoch habe ich die Story um die sympathischen Figuren, die sich ordentlich kabbeln, gern verfolgt. Am meisten habe ich mich allerdings über das Wiedersehen mit Brian und Ella gefreut.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Anja

Schwächer als Teil 1

Die Elite von Ashriver - Broken Lies von Valentina Fast

Achtung: 2. Band. Inhaltliche Spoiler zum Vorgänger vorhanden. Zwar steht ein neues Pärchen im Mittelpunkt, die Figuren sind aber alle bereits bekannt und vorherige Handlungsstränge und Konflikte werden fortgeführt.

Riley war im ersten Band nicht gerade eine Sympathieträgerin. Daher war ich tatsächlich ein wenig skeptisch, dass sie nun die Hauptfigur des zweiten Bandes sein soll.

Aber ich wurde positiv überrascht. Sie hat einen ziemlichen Wandel durchgemacht und bereut zumindest einen Teil ihres zurückliegenden Verhaltens.

Ezra fand ich schon im ersten Teil recht rätselhaft. Einerseits war er nett, andererseits hat er Jade, Protagonistin von Band 1, viele schräge Dinge tun lassen, wobei man gemerkt hat, dass mehr dahinter steckt. Daher ist es interessant, seine Beweggründe nun weiter zu ergründen.

Es gab ein paar Momente, in denen das Verhalten der beiden für mich nicht so recht nachvollziehbar war. Zwar müssen sie in ihrer jeweiligen Position verschiedene Dinge bedenken, dennoch gab es Situationen, wo mir ihre Entscheidungen nicht sehr schlau erschienen.
Auch gibt es ein paar Szenen im Kontakt mit anderen Figuren, die ich als schräg oder zu einfach gelöst empfand.

Darüber hinaus enthält das Buch aber auch viele spannende Momente. Beide Figuren sind von zahlreichen Geheimnissen und Intrigen umgeben, deren Ausdeckung sie nach und nach näher kommen, aber nicht ohne dabei gewissen Gefahren ausgesetzt zu sein.

Die Gefühlsentwicklung von Ezra und Riley geht langsam vonstatten. Von anfänglicher Abneidung entwickelt sich eine Art Freundschaft, die mit der Zeit umschlägt. Dabei sind die beiden von so vielen Dramen umgeben, dass sie untereinander zum Glück mit weniger künstlichem Drama auskommen.

Während ich nach Band 1 das Gefühl hatte, dass viele Handlungsstränge abgeschlossen sind, bleibt hier am Ende absolut alles offen, auch die ganz persönlichen Angelegenheiten der beiden, was ich ein wenig schade finde, wenn man bedenkt, dass es im nächsten Band wieder neue Hauptfiguren gibt, sodass ihre Geschichte vermutlich (?) nur im Hintergrund fortgeführt werden kann.

Fazit

Zahlreiche Geheimnisse und Intrigen sorgen für spannende Szenen, es gab für mich aber auch ein paar unstimmige Ereignisse und einige Längen. Insgesamt konnte mich Band 1 etwas mehr fesseln, dennoch bin ich gespannt auf die Auflösungen im letzten Teil.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Anja

mäßig thrillerisch

The Surf House von Lucy Clarke

Bea reist für einen Modeljob nach Marokko. Da dieser sie nicht glücklich macht, flüchtet sie kurzerhand und wird direkt überfallen. Ohne Geld und Pass sitzt sie erst mal in dem fremden Land fest. Sie bekommt Hilfe, eine Unterkunft und einen Job. Bea lernt das Land und das Meer kennen und lieben. Als in der Pension, in der sie aushilft, ein Mann auftaucht, der nach seiner verschwundenen Schwester sucht, bietet Bea ihre Hilfe an.

Doch je mehr sie nachforscht, desto mysteriöser werden die Umstände.

Den Handlungsort empfand ich als ungewöhnlich, zumindest habe ich noch nicht viele Geschichten gelesen, die in Afrika spielen. Ich mochte die Stimmung, die in dem ruhigen Küstenort herrscht und die vielen Beschreibungen vom Meeresrauschen, total gern.

Die Story konnte mich insgesamt gut unterhalten, hätte aber gern etwas mehr Tempo und Spannung haben dürfen. Nach dem dramatischen Beginn gibt es viel ruhigen Alltag. Bea lässt sich treiben und nimmt jeden Tag, wie er kommt. Sie nimmt die Leser:innen mit in ihr neues Leben und die Stimmung, die sie umgibt. Sie unternimmt keine Anstalten, das Land wieder zu verlassen. Ihre Angst nach einem schlimmen Erlebnis hält sie berechtigterweise zurück, etwas zu unternehmen. Allerdings scheint sie auch diese Situation nur in wenigen Momenten wirklich zu beunruhigen.

Als ein Gast seine verschwundene Schwester sucht, wird Bea neugierig. Zudem kann sie einen Teil ihrer eigenen Probleme lösen, wenn sie für ihn ein wenig nachforscht. Dabei stößt sie auf einige Dinge, die nicht zusammenpassen.

Neben dem Erzählstrang aus der Gegenwart, der aus der personalen Sicht von Bea geschildert wird, gibt es Rückblicke auf die verschwundene Frau, die ihre Geschichte Stück für Stück zusammensetzen.

Je weiter die Handlung voranschreitet, desto mehr spitzen sich die Ereignisse zu. Es gibt immer neue Spuren und falsche Wendungen, bevor in einem ereignisreichen Finale alle Fäden zusammenlaufen. Ich habe die Auflösung nicht kommen sehen.

Fazit

Ich liebe das Küstensetting. Die Handlung ist über weite Strecken ruhig, fast schon langatmig, bietet aber im letzten Drittel einige unerwartete Erkenntnisse, die die Spannung enorm steigern.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Anja

märchenhaft-magisch mit vielen Geheimnissen und Wendungen

Der Sternenstaubdieb von Chelsea Abdullah

Loulie al-Nazari verkauft als Mitternachtshändlerin magische Dschinn-Artefakte. Damit erregt sie die Aufmerksamkeit des Sultans, der sie festnehmen lässt. Sie soll für ihn eine mächtige, magische Lampe finden. Dabei wird sie vom Sohn des Sultans, dem Dschninnmörder-Prinzen, begleitet, den Loulie nicht ausstehen kann.

Da der Weg sehr gefährlich ist, sind sie zur Zusammenarbeit gezwungen.

Das märchenhafte Setting hat mir unglaublich gut gefallen: endlose Wüsten, eine magische Wunderlampe, 40 Räuber…
Die facettenreiche Welt wird immer detaillierter, je weiter die Geschichte voranschreitet. So manche Annahme der Menschen wird im Verlauf durch die Dschinn und ihr Wissen über die Geschichte richtig gestellt. Dabei musste ich mich erst in die Welt mit all ihren Eigenheiten hineinlesen. Ein Glossar hilft, sich in den arabischen Begrifflichkeiten zurechtzufinden.

Das Geschehen wird aus der personalen Perspektive verschiedener Figuren geschildert, die ganz unterschiedliche Ziele verfolgen. Jeder Charakter trägt seine Geheimnisse mit sich herum, nicht zuletzt die eigene Identität betreffend. Die ganze Geschichte steckt voller Geheimnisse, Lügen, Machtspielchen und Intrigen, sodass es immer wieder zu Wendungen innerhalb der Handlung kommt.

Loulies Suche nach der Lampe führt sie auf abgelegene Pfade, die sie immer wieder mit verschiedenen Gefahren, aber auch mit neuen Erkenntnissen zur Geschichte des Reiches und der Dschinn konfrontieren. Dabei ist es nicht immer leicht, zwischen Freunden und Feinden zu unterscheiden und aus so mancher Zwangsgemeinschaft entwickeln sich Verbündete.
Über weite Strecken fand ich das Geschehen sehr spannend und habe bei all den Schwierigkeiten mit den Figuren mitgefiebert. Allerdings hatte die Handlung für mich auch kleine Längen.

Es handelt sich um einen Fantasyauftakt voller Magie und ungewöhnlicher Wesen. Liebesdramen sucht man vergeblich. Ich bin gespannt auf den zweiten Band.

Fazit

Ein märchenhaftes, orientalisches Setting voller Magie, Geheimnisse und Intrigen, in der die Figuren immer wieder von neuen Gefahren überrascht werden, überraschende Entdeckungen machen und unerwartete Bündnisse schließen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Anja

Toller Auftakt

The Serpent and the Wolf von Rebecca Robinson

Die Geschichte hat mir richtig gut gefallen!

Vaasa ist eine starke, schlagfertige Protagonistin. Nach der erzwungenen Hochzeit will sie sich nicht einfach in ihr Schicksal fügen. Auf den Deal mit Reid – sie spielen aus politischen Motiven das glückliche Paar, dafür lernt sie ihre Magie zu kontrollieren – lässt sie sich nur ein, weil sie sich einen Vorteil davon erhofft.

Reid hingegen ist durchweg sympathisch. Er ist ein rücksichtsvoller Mann, der Vaasas Abwehr jederzeit akzeptiert, sie aber dennoch gern neckt. Er ist zudem ein bedachter Anführer.

Während Reid Vaasa von Beginn an toll findet, sieht sie ihn zunächst als Feind. Anfangs kann sie die gespielte Nähe zu Reid nur schwer ertragen, hinter verschlossenen Türen keift sie ihn kräftig an und meidet seine Nähe. Nur langsam baut sie Vertrauen auf und die zwei werden zu Verbündeten. Vaasas Gefühle entwickeln sich ganz allmählich, sodass die Liebesdramen über weite Strecken kein zentrales Thema des Buches sind, was ich sehr angenehm fand.

Stattdessen stehen Vaasas magische Ausbildung und die politischen Entwicklungen im Vordergrund. Die entworfene Welt mit den verschiedenen Reichen, die aufgrund teils unterschiedlicher Ressourcen voneinander abhängig sind, ist komplex und spannend, hätte an einigen Stellen aber gern etwas ausführlicher erklärt werden dürfen. Das gilt auch für das Magiesystem mit den verschiedenen Hexenzirkeln, die über unterschiedliche Kräfte verfügen, worüber ich gern noch mehr erfahren hätte.
Die Handlung ist voll von Lügen, Intrigen und Geheimnissen. Dabei sorgen unerwartete Verräter für spannende und dramatische Wendungen.
Während in manchen Situationen ein paar zu viele Details des Alltags geschildert werden, macht die Handlung an anderen Stellen kleine zeitliche Sprünge aus denen man etwas wenig erfährt. Insgesamt habe ich die abwechslungsreiche und spannende Geschichte aber inhaliert und mit den sympathischen Figuren mitgefiebert.

Nach dem Cliffhanger bin ich sehr neugierig auf die Fortsetzung.

Fazit

Eine tolle Fantasygeschichte mit Überraschungen und Wendungen, in der die sich langsam entwickelnde Liebesgeschichte zwar präsent ist, aber nicht im Mittelpunkt steht, sodass die spannenden politischen Intrigen und magischen Entwicklungen ausreichend Raum bekommen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Anja

Anders als gedacht, aber dennoch spannend

Seven Ways to Tell a Lie von Colin Hadler

Ein Jahr ist es her, dass Enya verschwunden ist. Seit einem Jahr ist Jonahs Clique zerbrochen. Nun taucht ein Video auf, in dem Jonah und seine ehemaligen Freunde in einem Schulbus sitzen, der letztlich abstürzt… Das Video ist ein Fake und nur der Beginn des Albtraums. In der Folge werden weitere Deepfakes veröffentlicht, die nach und nach Geheimnisse von Jonahs Freunden veröffentlichen.

Die Teenager wollen die Videoserie unbedingt beenden. Dafür suchen sie gemeinsam nach dem Ursprung und müssen ein vergangenes Ereignis aufarbeiten. Doch ihnen läuft die Zeit davon, denn das nächste Video könnte jederzeit erscheinen.

Nach dem Klappentext hatte ich andere Erwartungen an die Handlung. Dennoch hat mir die spannende Geschichte gut gefallen.

Wie gruselig ist die Vorstellung, dass plötzlich ein Video im Internet kursiert, in dem man seinen eigenen Tod sieht. Die heutige Technik macht es möglich… Die Videos wirken täuschend echt, sind aber dennoch Fälschungen. Was allerdings nicht falsch ist, sind die Inhalte. Abgesehen vom Busvideo decken die Videos verschiedene Geheimnisse der Clique auf, von denen kaum jemand wusste. Alle sind angespannt. Das nächste Video könnte das eigene sein. Welches dunkle Geheimnis wird ans Licht kommen. Wie wird die Umwelt auf das Geheimnis reagieren.
Mit jedem Video hat es die ehemalige Clique schwerer, aber je mehr ihre Mitschüler sie meiden, desto mehr müssen sie wieder zusammenrücken. Und irgendwie scheint alles mit der verschwundenen Enya zusammenzuhängen…

Die immer neuen Videos sowie die Spurensuche nach Enya sorgen für eine anhaltende Spannung und Aufregung. Es ist relativ schwer vorhersehbar, was als nächstes passieren wird und welche Geheimnisse noch ans Licht kommen.
Die einzelnen Enthüllungen sind alle ziemlich extrem und bringen der Geschichte eine ernste Note. Der ganze Ort kennt die Videos. Warum aber weder Eltern noch Lehrer darauf reagieren, bleibt für mich etwas unverständlich.

In die aktuelle Handlung, die aus der Ich-Perspektive von Jonah geschildert wird, sind kleine Rückblenden eingefunden, die nach und nach die vergangenen Ereignisse um Enyas Verschwinden zusammensetzen.
Im Verlauf konnten mich viele Dinge überraschen, andere Wendungen hingegen deuten sich an. Die Auflösung und letzten Kapitel kommen sehr dramatisch daher.

Fazit

Erschreckende, extreme Enthüllungen, große Geheimnisse und eine spannende Spurensuche, die in einem (über)dramatischen Finale gipfelt.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Anja

eher ereignisarm

Dark Cinderella Northern-Royals-Dilogie von Anya Omah

Sofia sucht ihre vermisste Freundin, die zuletzt im Palast von Skønien gesehen wurde. Dass sie Prinzessin Linnea das Leben rettet, verschafft ihr letztlich die Chance, sich im Palast umzusehen und das Vertrauen der Geschwister Linnea und Maximilian zu erschleichen, während der Prinz seinerseits die Aufgabe hat, sie im Auge zu behalten…

Die Ereignisse wird abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Sofia und Maximilian geschildert.

Gesprochen werden die Hauptfiguren von Chantal Busse und Vincent Fallow, denen man gut zuhören kann.

Zudem ist es leicht, dem Geschehen hörend zu folgen, weil letztlich leider nicht wahnsinnig viel passiert. Nachdem Sofia Linnea geholfen hat, ist ihr der erhoffte Schritt in den Palast gelungen. Viel zu lange schon sucht sie nach Spuren ihrer Freundin und tatsächlich fällt deren Name im Palast. Aber es bleibt bei unverständlichen Andeutungen, die Sofia nicht voran bringen. Und so führt sie mal hier und da ein Gespräch, schaut sich um und sucht nach Antworten.
Sie sucht den Kontakt zu beiden Geschwistern, versucht Linneas Freundschaft zu gewinnen und flirtet mit Maximilian in der Hoffnung auf Hinweise. Dass Maximilian seinerseits versucht, ihre wahren Absichten zu ergründen, macht die Sache ein wenig verworren.
Einerseits knistert es zwischen ihnen, andererseits lügen sie einander an und spielen sich etwas vor. Daher ist es schwer, die Annährung zwischen den beiden wirklich einzuordnen.
Je weiter die Handlung voranschreitet, desto mehr verstrickt Sofia sich in ihren eigenen Lügen und den aufgeheizten Gefühlen. Sie lügt und betrügt, um nicht ertappt zu werden und ihre Antworten zu finden, ohne Rücksicht auf die Gefühle anderer. Sie ist schlagfertig, tough und mutig, aber ihr rücksichtsloses Vorgehen macht sie dennoch nicht gerade zur sympathischsten Protagonistin.

Mit dem Cliffhanger wird das Geschehen erstmals richtig dramatisch. Am Ende bleiben zahlreiche Fragen offen.

Fazit

Auch wenn sich die Geschichte gut hören lässt, empfand ich die Story als unspektakulär. Große Spannung kommt nicht auf. Protagonistin Sofia erhält kleine Hinweise auf ihrer Suche, die aber nur neue Fragen aufwerfen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Anja