Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Gänseblümchen :
Schöne Urban Fantasywelt mit Konflikt zwischen Drachen und Feen
Flame & Arrow, Band 1 - Drachenprinz von Sandra Grauer
Wenn du in eine Welt aus Menschen, Drachen, Elfen und Hexen eintauchen möchtest, dann bist du bei „Flame & Arrow - Drachenprinz“ genau richtig.
Zwischen den in Irland lebenden Drachen, den Draconis, und Elfen, den Fae, droht ein Krieg auszubrechen. Unerklärte Ereignisse führen zu Spannungen zwischen diesen Völkern, die eigentlich jeweils in ihren Territorien und aktuell in Frieden miteinander leben, jedoch schon lange verfeindet sind.
Dies führt dazu, dass der Drachenprinz und Thronerbe Aiden und die Elfenkriegerin Kailey auf ein Menschencollege nach Dublin geschickt werden, mit unterschiedlichen Zielen.
Dort treffen die Beiden schnell aufeinander und merken, dass nicht alles im Leben nur schwarz und weiß oder Freund und Feind ist.
Am Ende müssen sie sich dennoch entscheiden, auf welcher Seite sie stehen und wem sie vertrauen.
Das Cover dieses Buches ist traumhaft schön, mit einem Muster aus Drachenschuppen in wundervollen Farben und einer Flame mit goldenen Funken. Das Tolle ist zudem, dass das Buch auch noch dieses fantasievolle Muster ohne den Schutzumschlag hat.
Sandra Grauer nimmt uns in diesem ersten Teil ihrer neuen Diologie wieder mit angenehm leichter und flüssiger Sprache in ihre Fantasywelt. Man erlebt die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Kailey, Aiden und Aidens Schwester Sharni, die natürlich ebenfalls ein Drache ist. Den Perspektivenwechsel empfand ich als sehr angenehm und man hatte dadurch zwei parallele Handlungsstränge, die in London und Dublin spielten und sich gut ineinander verflochten.
Die Protagonisten haben mir allesamt gut gefallen.
Kailey ist mutig, zielstrebig und selbstbewusst, lernt teilweise ihre Vorurteile zu überwinden und ist aber auch leichtgläubig. Aiden ist ein wahrlich kraftvoller Drache, liebevoll und bestimmt in der Zukunft ein guter Herrscher. Und Sharni ist aufgeweckt, frech und tut nicht immer das, was man ihr sagt.
Und dann gibt es noch Cassandra, die Mitbewohnerin von Kailey, die mir immer mehr ans Herz gewachsen ist und die ein Geheimnis umgibt. Ich hoffe, dass wir sie in Band 2 wieder sehen.
Die Geschichte an sich hat mir gut gefallen, ein klein wenig mehr Spannung und weniger College-Alltag wäre schön gewesen, dafür nimmt sie aber mit der Zeit immer mehr an Fahrt auf und endet mit einem gemeinem Cliffhanger.
Mir hat der Bezug zu den anderen Büchern von Sandra Grauer „Clans of London“ gefallen (auch diese Bücher kann ich empfehlen). Die Liebesgeschichte zwischen Kailey und Aidan ist bisher noch sehr zurückhaltend und lediglich angedeutet, ich vermute aber, dass das dann in Band 2 Thema werden könnte.
Insgesamt eine schöne Welt mit Drachen, Feen und Hexen, in der sich gemütliche und spannende Lesestunden verbringen lassen. Ich wünschte, ich könnte mich auch einmal auf Kaileys magischen Libelle Puck setzen, die Welt von oben sehen und die Libelle dann wieder in einem Honigglas verstauen.
Sehnsüchtig warte ich nun nach dem Cliffhanger auf Band 2, um Irlands weitere magischen Geheimnisse zu entdecken.
Beeindruckende Einblicke in das Leben und die Medizin im ersten Weltkrieg
Kinderklinik Weißensee - Jahre der Hoffnung von Antonia Blum
Wir begleiten Ende der 20er Jahre Emma und Marlene Lindow in Berlin. Beide arbeiten in der renommierten Kinderklinik Weißensee, Emma als Krankenschwester und Marlene fängt frisch als Kinderärztin, der damals einzigen Frau in dieser Position, an. Beide lieben ihren Beruf, doch nicht immer ist alles einfach und manche Kollegen versuchen ihnen zunächst Steine in den Weg zu legen.
Doch ihre Leidenschaft für die Kinder lässt sie auch Widrigkeiten überstehen und Anerkennung gewinnen. Auch privat unterstützen sich Emma und Marlene wo sie nur können, sie wohnen gemeinsam mit Emmas Sohn Theo und wunderbaren Nachbarn, die immer zusammenhalten. Gemeinsam schaffen sie es die Zeit des ersten Weltkriegs und der spanischen Grippe zu überstehen und sich hierbei immer Mut und Zuversicht zu geben.
Mit Büchern in vergangene Zeiten einzutauchen und Geschichte auf eine besondere Art zu erleben fasziniert mich immer wieder aufs Neue.
Antonia Blum ist es mit ihrem zweiten Band der Kinderklinik Weißensee Reihe auf eine wunderbare Art gelungen Geschichte lebendig werden zu lassen, die das Buch sehr lesenswert macht. Man merkt ihr an, dass sie es liebt für ihre Romane zu recherchieren und ihr erworbenes Wissen mit Fiktion zu verbinden.
Das Cover gibt eine Vorstellung der Kinderklinik Weißensee, ist schön gestaltet und vermittelt verschiedene Gefühle, wie Hoffnung, Sehnsucht und auch Traurigkeit.
Mit flüssiger und authentischer Sprache wird man in das Jahr 1918 versetzt, was sich im Sprachstil, verbunden mit Berliner Dialekt widerspiegelt. Zur Zeitgeschichte passend gibt es sehr anschauliche Beschreibungen der Orte und Lebensumstände, die das Berlin zu Zeiten des ersten Weltkriegs und während der spanischen Grippe aufleben lassen. Es wird spürbar, wie schwer es die Menschen hatten, wie knapp die Lebensmittel waren, wie hart sie arbeiten mussten und wie schwierig es für alleinerziehende Frauen war. Viele Facetten werden in diesem Roman gezeigt, wie auch Einblicke in den medizinischen Versorgungszug D5 an der Front, der wirklich existierte und z.B. die seelischen Traumata der Soldaten.
Ebenso faszinierend sind die medizinischen Beschreibungen, die Heilpraktiken und Wissensstand der damaligen Zeit vermitteln, aber auch die deutliche Hierarchie in der Klinik zeigen. Damals war es noch eine Besonderheit, wenn Frauen Ärztinnen waren und sie mussten sich diese Position hart erkämpfen. Zusätzlich war es für die Bevölkerung ungewöhnlich von Frauen behandelt zu werden und einige Menschen lehnten dies schlicht ab.
Ein kleines Highlight waren für mich die Informationen zum klinikeigenen Kuhstall, was heute nicht mehr vorstellbar wäre auf einem Klinikgelände. Wie sehr haben sich doch die Gegebenheiten innerhalb der letzten 100 Jahre verändert.
Ein weiterer besonderer Aspekt sind die Auswirkungen der spanischen Grippe. Es wird deutlich, welche katastrophalen Zustände es gewesen sein mussten, wie viele Menschen gestorben sind ohne dass man ihnen helfen konnte und es gibt Parallelen zur Corona-Pandemie, denn z.B. auch damals trugen die Menschen zum Schutz Mundschutz.
All diese Einblicke haben mich fasziniert, beeindruckt und emotional berührt und sie waren wundervoll in eine schöne Story verpackt.
Auch ohne Vorkenntnisse des ersten Bandes ist das Buch gut verständlich, natürlich ist es jedoch schöner, wenn man die ganze Geschichte von Emma und Marlene kennt.
Das gesamte Buch ist voller schön beschriebener und authentischer Charaktere.
Marlene ist beeindruckend, sympathisch und liebevoll. Sie wartet jahrelang auf ihren Verlobten Maximilian, der ebenso Kinderarzt ist und im Kriegs-Lazarett-Zug arbeiten muss. Währenddessen geht sie ihren Weg in der Kinderklinik immer mutig voran und versucht mit Zuversicht und Fleiß den Hindernissen zu trotzen.
Ihre Schwester Emma ist genauso sympathisch und macht deutlich, dass es alleinerziehende Frauen nicht leicht hatten und auf Hilfe von Mitmenschen angewiesen waren. Dennoch macht auch sie Karriere in der Pflege und versucht trotzdem für ihren Sohn Theo nur das Beste zu ermöglichen. Während sie arbeitet passen oft die Nachbarn Frau Scharinski und der Redakteur Kurt auf Theo auf, welche mir ebenso beide ans Herz gewachsen sind.
Ganz bezaubernd ist auch der Klinik-Pförtner Willy Pinke mit seinem Wellensittich Jacki, der stets ein offenes Ohr und eine Limonade für Marlene hat. Er bringt die Kinder und auch den Leser zum Lächeln.
Ich bin begeistert von diesem Buch und kann es allen Lesern ans Herz legen, die gerne historische Romane mit sympathischen Charakteren lesen.
Vielfältige, leckere Gerichte aus der ganzen Welt
Wahi – süß, sauer, salzig, scharf von Alex Wahi
Ein Kochbuch, das mit meist schnell zu kochenden Gerichten mehr Vielfalt in die eigene Küche bringt.
Der Koch Alex Wahi mit indischen Wurzeln ist bereits als Fernsehkoch im SAT1 „Frühstücksfernsehen“ und bei „Abenteurer Leben“ auf Kabel1 bekannt und betreibt zudem mit seinem Vater eine indische Kochschule und ein Restaurant.
Hiermit veröffentlich er sein erstes Kochbuch, auf dessen Cover groß sein Name prangt und das zunächst nicht wie ein klassisches Kochbuch aussieht. Diese moderne Schlichtheit ist sehr ansprechend und es hebt sich dadurch von anderen Kochbüchern ab.
Auf den ersten fünf Seiten beschreibt Wahi kurz seine Leidenschaft für das Kochen und Reisen und im Anschluss geht es direkt los mit den ersten Rezepten.
Diese sind eingeteilt nach verschiedenen Regionen der Welt: „zu Hause, Europa, Indien, Fernost, Übersee, und aus aller Welt“ und übersichtlich gegliedert.
Es handelt sich vor allem um herzhafte warme und kalte vielfältige Gerichte mit tollen Gewürzkompositionen, sowie um einige Süßspeisen, vor allem aus der asiatischen Küche.
Begeistert bin ich zudem von den verschiedenen Fladen-/Brot-Rezepten, wie Naan-Brot, Tortillas, Chapati-Pfannenbrot oder Kartoffelbrot. Es sprechen mich viele Fotos der Gerichte an, die eher schnörkellos, aber lecker und modern wirken.
Super ist es, dass für die meisten Rezepte handelsübliche Zutaten notwendig sind, die man entweder bereits im Haushalt hat oder in jedem Supermarkt erhalten kann.
Dadurch ist keine große Vorbereitung für das Kochen erforderlich und man kann schnell loslegen.
Zu jedem Rezept schreibt Wahi eine kurze Information und dessen Ursprung oder warum er es gerne mag. Die Anleitung der Rezepte ist kurz und übersichtlich, sodass man auch als nicht geübter Koch vermutlich gut zurecht kommt.
Der große Vorteil der meisten Rezepte ist, dass sie in einer Zubereitungszeit von ca 30-45 Minuten zu schaffen sind und sie dadurch eine super Alltagstauglichkeit besitzen.
Ich habe bereits viele Rezepte ausprobiert und fand sie allesamt sehr lecker und gelungen. Angefangen habe ich bei den indischen Speisen, wie Chicken-Tikka, Curry-Zimt-Huhn, Naan-Brot, von welchen ich begeistert war. Aber auch Khao-Pad, Chia-Pudding, Mango-Salat oder Käse-Pflaumen-Knödel und Käse-Blaubeeren-Kaiserschmarrn waren super und werden meine Küche in Zukunft erweitern. Dadurch habe ich neue Gewürz- und Geschmacksarten dazu gelernt, die ich ab jetzt häufig verwenden werde.
Ein rundum gelungenes erstes Kochbuch von Alex Wahi für eine alltagstaugliche, vielfältige Küche mit Geschmacksrichtungen aus der ganzen Welt und Schwerpunkt auf indische/asiatische Gerichte.
Es ist eine große Erweiterung meines bisherigen Kochens, insbesondere durch die indische Note, von der ich begeistert bin und die ich nun oft anwenden werde.
Somit kann ich das Kochbuch sehr empfehlen, insbesondere auch für Freunde des unkomplizierten Kochens. Es ist ein Kochbuch, das man tatsächlich jeden Tag verwenden kann und das eine große Geschmacksvielfalt bietet.
Kurzweiliges Romantasy-Abenteuer mit Kampf um Macht, Liebe und Überleben
Wahi – süß, sauer, salzig, scharf von Alex Wahi
Der Kronenkampf bietet ein kurzweiliges Abenteuer in einer wundervollen Fantasywelt.
In der Welt Alandra leben eiserne und kupferne Magier, sowie gewöhnliche Menschen. Mit dem 16. Lebensjahr offenbart sich normalerweise, ob man Magie geerbt hat und ob man zum Reich des kupfernen oder eisernen Throns gehört.
Umgeben wird Alandra von einer Mauer, die von den Gardekriegern beider Throne gut bewacht wird und das Volk vor den Dragen, den gefährlichen, tötenden Monstern, schützt.
Im Königreich Alandra wird alle 5 Jahre die Königin oder der König durch einen Wettkampf, den sogenannten Kronenkampf, wieder neu bestimmt. Es ist ein großes Spektakel für das ganze Volk und viele Anwärter bereiten sich lange darauf vor. Nur die jeweils mächtigsten Kupfer- oder Eisenmagier haben eine Chance auf den Sieg und den Thron.
Fiana, die Gesellschafterin der Tochter der Eisenkönigin, hat bisher versucht ihre Magie durch einen Schleierzauber zu verbergen. Doch als ihr Geheimnis unerwartet als Licht kommt, wird sie auf Grund ihrer Macht gezwungen am Kronenkampf teilzunehmen.
Hierbei lernt sie Kayden, den Bruder des Kupferkönigs, immer näher kennen und kommt ihm irgendwann gefährlich nahe. Doch eine Liebe zwischen kupfernen und eisernen Magiern ist verboten und birgt große Gefahr.
Valentina Fast gelingt es mühelos den Leser rasch in das Königreich Alandra mitzunehmen und sie beschreibt anschaulich und gut vorstellbar diese Welt. Der Schreibstil ist herrlich flüssig, sodass das Buch für mich sehr schnell ein Pageturner war und mich in dieser Welt gefangen hielt.
Das Cover passt mit der abgebildeten Krone und dem kupfernen und silbernen Funkenregen sehr gut zum Titel des Buches und ins Genre Romantasy.
Es wurde eine wundervolle Fantasywelt mit liebevollen Charakteren aufgebaut. Die Protagonisten Fiana, Kayden und Ariana sind sympathisch und man hätte sie wohl gerne als Freunde.
Die Ereignisse kommen in rascher Abfolge und die Handlung schreitet schnell voran. Der Spannungsbogen war für mich durchweg erhalten und die Story kurzweilig und stets fesselnd.
Sehr gerne hätte ich mich noch länger in Fianas Welt befunden und mir eine etwas längere Story oder einen zweiten Band gewünscht.
Wer ein kurzweiliges Fantasyabenteuer mit Pageturner-Qualität sucht, der ist bei diesem Buch genau richtig. Ein Tipp für alle Romantasy-Freunde, die gerne auch mal einen Einzelband lesen und in eine wunderschöne Welt, mit flott voran schreitender Story eintauchen möchten.
Wohlfühlromanze in idyllischer Kleinstadt
Wahi – süß, sauer, salzig, scharf von Alex Wahi
Die Allgemeinärztin Nora Walsh stammt aus einer Ärztefamilie und benötigt nach der Trennung von ihrem Kollegen und Ex-Freund einen Neuanfang. Dafür zieht sie in die Kleinstadt Moonflower Bay und übernimmt die dortige Allgemeinmediziner-Praxis. In Moonflower Bay macht sie bald die Bekanntschaft mit dem gut aussehenden Jake, der nach dem Tod seines Sohnes zurückgezogen lebt und eher ein Einzelgänger ist.
Schnell sind sich beide sympathisch und es entsteht eine unerklärliche Anziehungskraft zwischen Beiden. Von den übrigen Stadtbewohnern wird Nora freundlich empfangen und gleich ins Herz geschlossen. Nach und nach findet sie dort Freunde und fühlt sich sehr wohl. Die Freundschaft zwischen Nora und Jake entwickelt sich zu einer „Freundschaft Plus“, bis beide erkennen, dass sie doch tiefere Gefühle füreinander hegen, als ursprünglich erwartet.
Das Buch ist der zweite Teil der Moonflower Bay Reihe von Jenny Holiday, es erfordert aber keine Vorkenntnisse und kann auch ohne den ersten Roman gelesen werden.
Das Cover des Romans gefällt mir, da es mit seiner Gestaltung und in den hellen Farben eine schöne romantische Lektüre erwarten lässt. Der Schreibstil von Jenny Holiday besitzt eine Leichtigkeit und ist sehr angenehm, sodass ich den Roman rasch verschlungen habe. Moonflower Bay ist als Ort mit seinen Bewohnern einfach wundervoll beschrieben und man fühlt sich als Leserin dort direkt wohl. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Nora und Jake erzählt.
Nora und Jake haben mir als Protagonisten beide gefallen, waren sympathisch und machten eine tolle Entwicklung. Beide tauen nach und nach auf und beeinflussen sich gegenseitig positiv, wodurch sich deren Leben zum Guten verändert.
Auch die Freunde von Jake und Nora haben mir gefallen und ganz besonders Noras humorvolle Großmutter.
Die Liebesgeschichte ist geprägt von viel Gefühl und prickelnden Momenten, sowie dem alltäglichen Leben in einer beschaulichen Kleinstadt mit wundervollen Personen, die fest zusammen halten und sich gegenseitig unterstützen.
Eine liebenswerte Kleinstadt-Romanze und ein ideales Buch zur Kurzzeiterholung und für Wohlfühlmomente. In idyllischer Atmosphäre taucht man in eine andere Welt, die einen erleben lässt, dass die meisten Probleme sich lösen lassen, wenn man einander hilft.
Eine Leseempfehlung für alle Romantik-Begeisterte, die das kleine Glück mögen und an das Finden der wahren Liebe glauben.
Markante Ermittlerin im texanischen Drogenmilieu
Die Tote mit der roten Strähne - Thriller (Betty-Rhyzyk-Serie 1) von Kathleen Kent
Die polnische Polizistin Betty Rhyzyk beginnt bei der texanischen Drogenermittlung und fällt dort mit ihren kräftigen roten Haaren und ihrem starken Charakter auf. Schnell ist sie in den Tiefen der Drogenmafia angekommen und es kommt zu einigen Morden, die sie aufklären soll. Hierbei wird sie unter anderem unterstützt von ihrem sympathischen Kollegen Seth, die anderen Kollegen sind nicht alle so unterstützend und sehen sie als Konkurrentin.
Während sie in ihren Ermittlungen vorankommen und sich die Leichen anhäufen, bekommt Betty plötzlich persönliche „Geschenke“ bzw. Drohungen, wie z.B. die rote Strähne einer Toten. Trotz ihrer Furcht und auch der Sorge um sie durch ihre Lebensgefährtin Jackie, gibt sie nicht auf und geht der Sache auf den Grund.
Das Cover mit dem roten Flügel ist schön gestaltet, hat eine beeindruckende Haptik, welche mich schon unzählige Male über den Bucheinband hat fühlen lassen und passt inhaltlich gut zum Ende der Story. Der Schreibstil ist angenehm und hat mich schnell in Bettys Sichtweise versetzt, teilweise ist er gespickt von einigen derben Ausdrucksweisen, was für mich jedoch zum Drogenmilieu und zur Mafia passt und authentisch ist.
Die Protagonistin Betty ist eine sympathische, starke Persönlichkeit, die ihren Mann steht, es aber als Lesbe zwischen ihren ganzen männlichen Kollegen nicht leicht hat und sich häufig provozierende Sprüche anhören muss. Doch sie ist stark genug diese Provokationen auszuhalten und geht gewissenhaft ihrer Arbeit nach. Meistens ermittelt sie clever und nahm mich als Leser mit auf ihre Gedankengänge. Teilweise geht sie hierbei zu große Risiken ein, vielleicht auch um den Männern und sich etwas zu beweisen, was sie am Ende in ziemliche Schwierigkeiten bringt.
Während ihren gesamten Ermittlungen, versucht sie sich immer wieder an Ratschläge und Sprüche ihres verstorbenen Onkels und Mentor Benny zu erinnern, was ihr manchmal aus der Patsche hilft und andere Male für humorvolle Gedanken sorgt.
Der initial stark aufgebaute Spannungsbogen flacht im Mittelteil kurz leicht ab, während auch einfach mal Recherche zum Fall erforderlich ist, um sich dann im letzten Drittel wieder stark zu steigern und in einer unerwarteten Lösung zu enden. Hierbei zieht sich das Thema rote Haare wie ein roter Faden durch das Buch.
Insgesamt ein spannender Krimi mit außergewöhnlicher Protagonistin, in ungewöhnlicher Atmosphäre des texanischen Drogenmilieus. Am Ende steckt jedoch noch mehr dahinter, was die Story unberechenbar macht und die Spannung erhöht.
Eine Leseempfehlung für Krimifans.
Hinreißender romantischer historischer Roman im Zeitalter der Frauenrechtsbewegung
Die Rebellinnen von Oxford - Unerschrocken von Evie Dunmore
Evie Dunmore beschreibt mit ihrer Reihe „Rebellinnen von Oxford“ über verschiedene Bände hinweg den mühsamen Weg der Frauenrechtsbewegung in England, kombiniert mit romantischen Liebesgeschichten. Die Bände beziehen sich zwar aufeinander, dennoch kann man jeden Band gut einzeln lesen.
In der heutigen Zeit kann man es sich als Frau nicht vorstellen, wie es früher gewesen sein musste, zu einer Zeit in der Frauen nicht wählen, kein eigenes Vermögen haben durften und nicht frei über ihr Leben bestimmen konnten.
Selbst Fahrrad fahren war Frauen zunächst nicht gestattet.
In solch einer Zeit Ende des 19. Jahrhunderts spielt Evie Dunmores zweiter Roman der „Rebellinnen von Oxford“ Reihe. Insbesondere verheiratete Frauen hatten selten die Möglichkeit einen Beruf auszuüben oder eigene Ziele zu verwirklichen, sie wurden von den Ehemännern als deren Eigentum betrachtet.
Diesen gesellschaftlichen Konventionen steht im Roman die starke Protagonistin Lucie gegenüber. Als unverheiratete Frau, die sich stark in der Frauenrechtsbewegung engagiert und für Selbstbestimmungsrechte und Wahlrecht von Frauen kämpft, gilt sie als Unruhestifterin und wird von der Gesellschaft eher gemieden. Umso mehr bestärkt dies Lucie, weiter ihre Ziele zu verfolgen. Sie kauft einen Anteil eines Verlagshauses, um darüber Frauen zu erreichen und zu vermitteln, dass gleiche Rechte wie für Männer auch für Frauen gelten sollten.
Doch hierbei kommt ihr zunächst der gut aussehende Casanova Tristan in die Quere und macht ihr ein unmoralisches Angebot. Nach und nach entwickeln beide Gefühle füreinander und es entsteht eine schöne, knisternde Liebesgeschichte.
Der Schreibstil ist flüssig, passend zu einem historischen Roman und ich habe mich schnell in Lucies Leben in London und Oxford befunden. Insbesondere in der zweiten Buchhälfte kommt es zu hitzigen und amüsanten Wortgefechten zwischen Lucie und Tristan, sodass man das Buch kaum mehr aus der Hand legen möchte.
Lucie ist eine sympathische und starke Protagonistin, unabhängig und zielorientiert. Sie ist eine unablässige Kämpferin für die Rechte der Frauen, weshalb sie auch als Kratzbürste und Drachen gilt, von einigen Männern und Frauen aber heimlich unterstützt wird. Gemeinsam mit ihrer Katze Boudicca bewohnt sie ein kleines Apartment.
Der Frauenheld und Kriegsheld Tristan wird als Traummann vieler Frauen beschrieben, der auf den ersten Blick oberflächlich und unnahbar wirkt, aber einen weichen Kern mit Beschützerinstinkt in sich trägt. Scharenweise Frauen scheinen in ihn verliebt zu sein und dennoch tut er sich lange schwer, die richtige Frau zu finden. Als Leserin muss man ihn einfach lieben und erlebt ihn zunehmend als romantischen Gentlemen. Die Dynamik der sich entwickelnden Beziehung zwischen Lucie und Tristan ist gut gelungen und nimmt während des Buches stark an Fahrt auf. Die Beiden sind wie zwei Magnete, die sich bei falscher Ausrichtung abstoßen können, aber ansonsten eine sehr starke Anziehungskraft besitzen. Diese prickelnde Anziehungskraft zwischen Lucie und Tristan ist während des Lesens wahrlich spürbar.
Auch die Nebencharaktere sind vielschichtig beschrieben und passen gut zur Story, sind aber Tristan und Lucie nicht alle wohlgesinnt, was die Spannung erhöht.
Insgesamt eine unterhaltsame und kurzweilige romantische Lektüre mit tollem historischen Setting und liebenswerten Protagonisten, die einen kleinen Einblick in den schwierigen und langwierigen Kampf der Frauen für Gleichberechtigung gibt und eine schöne romantische Story bietet.
Ich fühlte mich wunderbar unterhalten und freue mich schon auf den nächsten Band der Reihe.
Spannende Mörderjagd im Kreis der Fitnesscommunity
Die Karte von Andreas Winkelmann
Im 4. Band der Krimireihe Oswald und Kerner von Andreas Winkelmann treibt ein Mörder sein Unwesen, der es auf Joggerinnen abgesehen hat und deren Laufstrecken auf Social Media verfolgt. Auf grausame Weise werden diese umgebracht, was den Spürsinn von den Ermittlern Becca Oswald und Kommissar Kerner herausfordert und spannende Lesestunden beschert.
Andreas Winkelmanns Schreibstil ist flüssig und fesselt von Beginn an. Ich empfand das gesamte Buch sehr spannend und handlungsreich. Aus verschiedenen Sichtweisen, inklusive aus der Sicht des Mörders, erfährt man Informationen, die sich nach und nach zu einem Gesamtbild fügen und am Ende die Lösung der Geschichte ergeben. Man kann sich als Leser gut in die Situationen einfühlen und spürt teilweise die Angst, die zum Beispiel die Opfer haben müssen und taucht in die Psyche des Mörders ein. Einige Morde und Situationen sind sehr grausam dargestellt und lassen einen Schauer über den Rücken laufen.
Ich war während des Lesens stets am Mitraten, konnte viele Wendungen nicht vorhersehen und kam nicht auf die Lösung, wodurch der Spannungsbogen stets erhalten war.
Die Charaktere haben mir sehr gut gefallen und waren sympathisch, allen voran das Ermittler-Duo. Ich fand es gut, dass eine der Protagonisten eine Rollstuhlfahrerin ist, die ein gutes Team mit Kerner bildet. Dennoch wird auch klar, dass sie auf gewisse Weise benachteiligt ist.
Kombiniert wird der Kriminalfall mit aktuellen Themen, wie der Corona-Pandemie oder der Zurschaustellung in Social Media und die Überwachung mittels Fitnesstracker.
Eine klare Leseempfehlung für Krimi-Fans, die gerne mit sympathischen und hartnäckigen Ermittlern auf Spurensuche gehen.
Ich freue mich bereits auf weitere Bücher der Kerner und Oswald-Reihe und bin gespannt, welche aktuellen Themen Winkelmann in seine nächsten Bücher einfließen lässt.
Eine grausame Rache endet in atemloser Hetzjagd
Der Nachlass von Winner Jonas
Hedda Laurent besitzt ein wahnsinniges Millionenvermögen von 75 Millionen Euro. Von Alter und Krankheit gezeichnet, versammelt sie ihre Familienangehörigen in ihrer Villa auf einer einsamen Insel im Bereich Berlin. Nach ihrem Tod sind die Angehörigen beim Verlesen des Testaments geschockt, denn sie sollen in einem Wettstreit mit 27 Aufgaben um das Erbe kämpfen und nur einer kann als Sieger hervorgehen.
Was als harmloser Wettbewerb mit z.B. Singen beginnt, wird immer härter und gipfelt in einer atemlosen Hetzjagd. Letztendlich geht es um Leben und Tod, Misstrauen gegenüber den Familienangehörigen und es kommt zu mehreren Morden.
Das ansprechende Cover und der Titel haben mich auf das Buch aufmerksam gemacht und versprachen Spannung. Zunächst war es auch ein spannender Beginn mit kleiner Nebengeschichte des Protagonisten Theo und einem Mord. Darauf folgt ein Teil des Buches, das die weiteren Charaktere vorstellt und den Leser in das Setting auf eine einsame Insel, den Ort der Familienvilla, versetzt. Die verschiedenen Familienmitglieder lernt man alle kurz kennen, ohne dass zu viel in die Tiefe gegangen wird oder man eine Beziehung zu ihnen aufbaut. Alle scheinen sie ein Geheimnis zu verbergen und schnell misstrauisch zu sein. Das Setting der Insel ist super gewählt, es ist Winter und während des Lesens erhält man zunehmend das Gefühl eines Horrorthrillers.
In der zweiten Buchhälfte nimmt das Tempo deutlich an Fahrt auf und es wird sehr spannend. Man rast von Aufgabe zu Aufgabe, die innerhalb 3 Tagen erledigt werden müssen und welche immer grausamer werden. Dass die Familienmitglieder trotz der perfiden Aufgaben immer weiter machen ist erstaunlich. Überschattet werden diese Aufgaben von mehreren Morden der Familienmitglieder, wodurch sich die Spannung beim Lesen erhöht.
Für mich verwirrend waren diverse Zeitsprünge in verschiedene Vergangenheiten, zu geschehenen Ereignissen und in die Zukunft, sodass ich die Handlungsstränge zeitweise nicht völlig nachvollziehen und zuordnen konnte. Zudem hat mich eine „Geister-Nebengeschichte“ zeitweise irritiert. Zum Mitraten wurde ich beim Lesen stets inspiriert, doch auf die Lösung der Rache bin ich nicht gekommen, was das Lesevergnügen erhöht hat.
Insgesamt bietet das Buch ein spannendes Lesevergnügen, mit phasenweise hohem Tempo, sodass ich in diesen Abschnitten das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Gleichzeitig kommt es zu mehreren Gänsehaut- und Ekelmomenten, die man sich lieber nicht so genau ausmalt, die aber für eine besondere Atmosphäre sorgen.
Wer ein gruselig, spannendes Buch sucht, das nicht immer völlig realistisch sein muss, der ist bei dieser Lektüre richtig.
Die Geister der Vergangenheit - solider Krimi aus erfahrener Feder
Die Verlorenen von Simon Beckett
Die Geschichte eines Polizisten der des Mordes verdächtigt wird und die gesamte Situation aus einer anderen Perspektive als gewohnt erlebt.
Jonah Colley folgt einem Anruf und findet mehrere Leichen am „Schlachter-Kai“.
Plötzlich wird er dadurch selbst zum Hauptverdächtigen und es bleibt ihm nichts anderes übrig, als heimlich auf eigene Faust zu ermitteln.
Hierbei stößt er auf verwirrende Informationen, die mit der Vergangenheit und dem Verschwinden seines Sohnes zusammen zu hängen scheinen. Was kann er über das Verschwinden seines Sohnes Theos vor 10 Jahren herausfinden ?
Simon Beckett ist mir bereits ein Begriff, er ist ein erfahrener Autor und dennoch ist es das erste Buch, das ich von ihm gelesen habe. Die Covergestaltung finde ich mit Farbwahl und Motiv gelungen. Klassisch in schwarz/weiß gehalten, mit dem zentralen Motiv einer Lagerhalle, in der sich der Beginn der Story abspielt. Simon Becketts Schreibstil empfand ich als angenehm und flüssig zu lesen, die Schauplätze der Orte waren gut beschrieben, sodass ich mir diese gut vorstellen konnte. Er vermag es die richtige Atmosphäre der verschiedenen Szenen zu vermitteln.
Gleich zu Beginn des Buches passieren einige spannende Dinge und Leichen werden gefunden. Danach erlebt man die Geschichte aus der Sicht des Polizisten Jonah weiter, der aber dieses Mal selbst Opfer und Verdächtiger ist. Es ist eine gute Idee als Leser den Part des Verdächtigen mitzuerleben, anstelle wie häufig die Sicht des Ermittlers. Dennoch fehlte mir hier ein wenig die Tiefe und die Aufrechterhaltung des Spannungsbogens und ich hätte mir mehr unerwartete Wendungen gewünscht. Zudem wirkten die meisten Personen eher eindimensional, zum Teil unsympathisch und Jonah schien sich trotz Ausbildung in einer Spezialeinheit teilweise naiv zu verhalten. Während des Lesens wurden dennoch Sympathien für Jonah geweckt und ich wünschte ihm als Leser eine positive Wendung im Leben.
Ich hatte große Erwartungen an mein erstes Leseerlebnis von Simon Beckett, die nicht ganz erfüllt werden konnten und es fehlte mir ein wenig an Spannung und Kreativität.
Insgesamt dennoch ein solider Krimi, der sich gut liest und der eine angenehme Unterhaltung bietet. Gelungen ist die Idee, dass man als Leser die Story aus der Sicht des Verdächtigen erlebt, welcher zeitgleich Polizist ist.
Ich bin gespannt auf den nächsten Band und hoffe, dass in diesem das volle Potential von Simon Beckett vorhanden ist.









