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Rezensionen von gaby2707:

Ich habe mir mehr erwartet

Glück von Jackie Thomae

Mich hat das ausdrucksstarke Cover und der schräg platzierte Titel angezogen und auch der Klappentext hört sich lesenswert an.
Autorin Jackie Thomae befasst sich in diesem Buch mit Frauen in der Mitte ihres Lebens, die die Frage umtreibt, ob ein Leben ohne Kind lebenswert oder das Frau-sein unabdingbar mit einer Mutterschaft verbunden ist.

Mit diesen Fragen beschäftigen sich hauptsächlich Marie-Claire Sturm, die die meisten Rundfunkhörer unter MC kennen. Sie war das 1. mal mit 17 schwanger – viel zu früh, das zweite mal mit Zwillingen, die sie nicht wollte. Und nun fragt sie sich, ob sie noch ein Kind will, aber dazu fehlt ihr der Mann.
Anahita Martini, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, die sich sehr um ihre Aussenwirkung kümmert, fragt sich, ob sie dieses Amt überhaupt ohne Kinder ausüben kann. Obwohl sie so erfolgreich ist, spürt sie eine innere Leere, die vielleicht ein Kind füllen kann? Um den Stress ganz oben in der Politik aushalten zu können,schluckt sie schon jetzt morgens Upper und abends Downer. Und dann noch ein Kind?
Auch Frauenärztin Henriette Nonnenmacher lerne ich zusammen mit Tochter Nike und Mutter Ute kennen, die sich voll in den Dienst ihrer Patientinnen gestellt hat. Ob man dem Wundermedikament, von dem sie so viel hält und bei dem Frauen bis ins hohe Alter schwanger werden können, eine Chance geben soll, sehe ich kritisch.
Dazu Maren Vogtländer, spirituelle Lebensberaterin, Atemtherapeutin und Körperarbeiterin, die von ihren Kursen sehr gut leben kann. Auch sie ohne Kind.
Sie alle beschäftigen sich in irgendeiner Weise mit ihrem Alter und dem Thema Kinder.
Da ich selbst zwei Kinder habe, bei denen ich lange überlegt habe, ob ich überhaupt schwanger werden wollte, hat mich dieses Thema sehr interessiert. Allerdings musste ich beim Lesen schnell feststellen, dass ich mir etwas anderes von der Lektüre erwartet hatte.
„Glück“ ist eine Geschichte, die sich mit Frauen in der Mitte ihres Lebens auseinander setzt, die sich dem Druck ausgesetzt fühlen, eine Entscheidung treffen zu müssen. Ihr Leben mit oder ohne Kind weiterzuführen.
Leider habe ich zu den Protagonistinnen keinen Zugang gefunden. Die Geschichte plätschert mit ihrem, wie ich finde hervorragenden Erzählstil ohne viel Inhalt, leider nur so vor sich hin. Gedanken gehen in Dialoge über und wieder zurück. Das hat das Lesen für mich etwas anstrengend gemacht. Und wenn ich ehrlich bin, war ich fast froh, als das Buch ausgelesen war.
Ich hätte mir mehr Tiefgang, mehr Emotionen, die dieses Thema bestimmt verdient, und mehr Selbstreflektion von MC und Anahita gewünscht. Trotzdem regt es auch mich zu Überlegungen an, z.B. ob Frau diesem Thema heutzutage noch so viel Raum geben muss. In unserer Gesellschaft ist doch sowieso schon fast alles möglich. Vielleicht hat mich auch diese Erkenntnis nicht so gut in die Geschichte hinein finden lassen.

Wer sich für persönliche und gesellschaftliche Themen interessiert, ist mit diesem Buch bestimmt gut bedient. Mich hat es leider nicht berührt und bekommt leider nur 3,5***.

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Ein Fall mit Suchtfaktor

Todesfalle von Katharina Peters

Emma Klar, Mitarbeiterin des BKA und unangepasste Privatermittlerin mit unkonventionellen Ermittlungsansätzen, hatte sich nach den vergangenen sehr intensiven Fällen, die sie bearbeitet hat, vorgenommen mal etwas kürzer zu treten. Da bitte sie Staatsanwältin Ulrike Steiner privat einen Bekannten aufzuspüren, den sie seit längerem vermisst.

Schnell findet IT Spezialist Jörg Padorn heraus, dass Philipp Schöhne unter dem Namen Rico als sehr gut bezahlter Callboy arbeitete und für z.T. sehr exklusive Partys gebucht wurde. Dann wird auf dem Betonschiff in der Redentiner Bucht die Leiche eines Mannes gefunden, der schwer misshandelt wurde und anschließend seinen inneren Verletzungen erlag. Es handelt sich um Philipp Schöhne. Wodurch hat der Callboy einen solchen Hass auf sich gezogen? Wem ist er so massiv auf die Füße getreten, dass er sein Leben auf diese Weise lassen musste?
Der Fall, der anfangs so schnell und einfach zu bearbeiten scheint, wächst sich zu einer großen Herausforderung aus, die in eine Richtung geht, mit der niemand gerechnet hatte.
Wie man es bei Emma Klar gewohnt ist, überschreitet sie auch hier bei ihren Ermittlungen die ein oder andere Grenze, tritt jemanden auf die Füße und wird von diesem Fall zurück gepfiffen. Doch sie lässt sich nicht beirren und zusammen mit ihrem Lebensgefährten Christoph Klausen, der eine Sicherheitsfirma betreibt, und ihrem gemeinsamen Freund IT-Spezialist Jörg Padorn gelingt es ihr auf andere Weise an Ergebnisse zu kommen.
Autorin Katharina Peters schafft es hier aus einem wie unwichtig erscheinen Suchauftrag einen außergewöhnlichen Fall mit vielen kleinen Ecken und Kanten zu machen. Sie hat mich wieder total in ihre Geschichte hinein gezogen, für ein paar aufregende Lesestunden vollkommen vereinnahmt und mich mit ermitteln und bangen lassen. Auch in ihrem 9. Fall hat mich Emma Klar mit der ihr so eigenen Art zu ermitteln voll für sich eingenommen. Es hat einige Zeit gedauert, bis ich einen konkreten Verdacht hatte, wer hinter den ganzen mysteriösen Angelegenheiten stecken könnte. Und ja, es war derjenige, der mir persönlich gleich bei seinem ersten Auftauchen unsympathisch war. Aber richtig klasse gemacht, die vielen kleinen Wendungen und Abweichungen von der Norm.

Auch dieser 9. Fall von Emma Klar und ihrem Team hat mich begeistert zurück gelassen.

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Mich hat diese Geschichte begeistert

Hanna von Wilma Borghoff

Bei einem Einsatz lernt die 19-jährige Hanna den 42-jährigen Daniel Schwarzenthal kennen – und sehr schnell lieben. Durch den großen Altersunterschied, die verschiedenen Interessen und den so unterschiedlichen familiären Hintergrund entstehen immer wieder Konflikte, die zumeist Hanna versucht zu entwirren.

Höhen und Tiefen wechseln sich ab. Dann wird auch noch das Baby ihres Cousins Timo entführt und zwar… Nein, das verrate ich nun wirklich nicht.

Nachdem ich Hannas Familie und auch die Familie von Timo schon in zwei anderen Büchern der Autorin kennengelernt und ins Herz geschlossen habe, habe ich mich sehr gefreut, sie hier alle wieder beieinander zu haben. Sowohl die Zwillingsschwestern Helene mit ihrem zweiten Mann Sandro und den Kindern Hanna und Elias und Nora mit Ehemann Niklas und den Kindern Sarah, Timo und Dominik, Karin, die Mutter der Zwillinge mit ihrem Schweizer Lebensgefährten Reto und Michael, den Halbbruder der beiden Frauen. Sie alle sind wieder mit von der Partie und ich kann sie noch ein bisserl näher kennenlernen. Ich mag diese Menschen einfach, die wie aus dem wirklichen Leben gegriffen scheinen. Sie könnten sehr gut meine Nachbarn sein.
Aber hauptsächlich geht es hier ja um Hanna und ihren neuen Freund.
Autorin Wilma Borghoff hat es auch hier wieder geschafft mich von Anfang an an ihre Geschichte zu fesseln und mitzufiebern, wie die Liebe von Hanna ihren Weg geht und ob das mit den Beiden gut geht. Es sind so viele Emotionen im Spiel, ich habe mit Hanna gebangt, gelitten, gehofft und hab ihr in Gedanken immer wieder gesagt „Hör auf den schwarzen Schatten“. Ja, was es mit dem auf sich hat, solltet ihr auch beim Lesen selbst heraus finden. Es lohnt sich.
Da ich die Geschichte um Timos Baby Melina Leonora, ihrer Mutter Michelle und dem französischen Au-pair Mädchen Juliette schon kannte, hätte ich die Entführung hier nicht noch einmal gebraucht. Andererseits spiegelt sich aber gerade der Zusammenhalt der beiden Familien hier so gut wieder, dass es mich dann doch nicht gestört hat. Denn Hanna ist nun mal ein absoluter Familienmensch, was hier sehr gut heraus kommt.
Daniel ist in dieser Geschichte nicht zu meinem Freund geworden. Mit seiner Vorgeschichte und seinen Einstellungen zum Leben wäre er kein Mann für mich. Aber das muss Hanna selbst entscheiden.

Eine wunderschöne, lebendige und auch spannende Familiengeschichte voller Emotionen und Liebe und einem dunklen Geheimnis, die mich gepackt und sehr gut unterhalten hat.

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Ein sternensüßes Abenteuer

Komm, wir trösten den kleinen Stern von Mira Schönegge

Schon bevor ich mit dem Lesen angefangen haben, sind meine Augen an dem wunderschön gestalteten Cover hängen geblieben, das uns so oder so ähnlich auch in der Geschichte immer wieder begegnet.
Auf der vorderen und der hinteren Umschlagseite finden wir zwischen ganz vielen kleinen Hubbeln auch die beiden, die in der Geschichte eine Rolle spielen.

Auf der Insel, die die zwei bilden, lernen wir eine Mama, das Kind Schnipsel und das Schwein Rolf in ihrem Alltag kennen, die hier auf der Insel Omitepe ab jetzt leben. Eines Abends sehen Schnipsel und Rolf oben am Himmel Sternchen Ninjesi, das sich in seinem Inneren sooo alleine fühlt und sich nichts sehnlicher wünscht als eine Umarmung. Und Schnipsel und Rolf versuchen ihr möglichstes um Ninjesi diesen Wunsch zu erfüllen.

Eine so herzerwärmende Geschichte über die Macht und die Kraft der Freundschaft. Sie zeigt aber auch, dass man nicht alles schaffen kann und muss und dass das auch gar nicht schlimm ist, wenn man die richtigen Freunde an seiner Seite hat. Mira Schönegge, die einen ganz besonderen Bezug zu der Insel hat und zu dieser Geschichte, erzählt sie in kurzen Reimen, die von Kindern gut verstanden und aufgenommen werden können. Ich finde diese Art der Erzählung hier sehr gelungen und ansprechend. Und auch die wundervollen Bilder, auf denen es so Vieles zu entdecken gibt, stammen aus ihrem Tuschekasten. Mit ihren gedeckten Farben, oft auf sehr dunklem Hintergrund, schafft sie eine behagliche und friedvolle Atmosphäre, die sehr beruhigend wirkt.

Eine feinfühlige, sehr fantasievolle Geschichte, die zum träumen anregt und die einfach glücklich macht. Ich hatte beim ersten Lesen ein Dauerlächeln im Gesicht.

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Lust und Erotik kurzweilig aufgearbeitet

Lucy hat Lust von Regine Sylvester

In diesem kleinen Büchlein aus dem Eulenspiegel Verlag lerne ich auf 125 Seiten aufgeteilt in 13 Kurzgeschichten die verschiedensten Frauen kennen.
Da wäre z.B. Lucy, die meint ihren Traummann gefunden zu haben: Elsa, die sich zusammen mit Thomas Gedanken über das Freigehen macht; Renate, die die Uhr in die Zeit der Zärtlichkeit zurück dreht; Christine und Hannes und ihre Fehler, die sie machen; Ina, die Spaß will und Mary, die aus Not einen Joker braucht.

Ich erfahre einiges über die Konkurrenz von jungen Mädchen und älteren Frauen und wie sich das Flirten über die Zeit verändert hat. Es geht um starke, kluge, emanzipierte, unabhängige, mutige und selbstbestimmte und selbstbewusste Frauen jeglichen Alters, um Belästigung am Arbeitsplatz, Erotik, Sex, Wünsche, Träume, Sehnsucht, Neugier, Abenteuer, Einsamkeit, Partnersuche und dem Ausbrechen aus dem Alltag.
Wer hinter dem Titel auf dem wunderschön gestalteten Cover heiße Erotik und glühendes Sexleben erwartet, der wird enttäuscht sein. Hier und da beschreibt Autorin Regine Sylvester zwar eine heiße Szene – das war´s dann aber auch schon.
Es sind interessante Geschichten, wie sie nicht jeder Frau passieren; in die ich mich aber gut hinein fühlen kann; die ich genossen und die mir absolut gefallen haben.

Mir hat dieses Buch, das ich sehr gerne weiter empfehle, über drei Abende verteilt wunderbare Lesestunden mit buntem Kopfkino geschenkt.

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Ich bin wieder hellauf begeistert

Die letzte Baustelle von Bernd Hesse

Auch mit seinem 2. Band der wahren Kriminalfälle hat mich Autor Bernd Hesse, der als Strafverteidiger genau weiß wovon er schreibt, wieder gefesselt und für ein paar kriminelle Lesestunden in seinen Bann gezogen. Auf 239 Seiten bekomme ich 9 mehr oder weniger lange, ausführliche Geschichten, bei denen es mir die Haare aufstellt.

Und wenn ich mir dann noch vorstelle, dass es sich hier ja um Fälle handelt, die genau so passiert sind, läuft es mir eiskalt den Rücken runter.

In diesen Fällen geht es um Auftragsmord, Schwarzarbeit, Waffendelikte, Heimtücke, Habgier, Verrat, Betrug, Drogenhandel, Raub, Schlägereien, Verdunkelungsgefahr, Hass, Nötigung und Gewalt. Der Autor beschreibt, wie einem seine lieb gewonnenen Gewohnheiten zum Verhängnis werden können; nimmt mich mit auf einen Trip nach Kolumbien oder nach Goa zu den Stränden von Baga und Palolem und veranschaulicht, wie schwierig Verhaftungen im Ausland sein können. Ich bewege mich in den unterschiedlichsten Milieus, lerne die Chefetage eines Unternehmens genauso kennen wie eine Plattenbauwohnung oder die Obdachlosenszene. Ebenso verhält es sich mit den verschiedensten Menschen, zumeist mit kriminellem Hintergrund, die ich hier kennenlerne. Einige sind mir sogar sympathisch, andere dagegen weniger oder es sind absolute Unsympathen. Außerdem habe ich das ein oder andere Interessante aus dem Berufsfeld Jura und Rechtswesen erfahren.
Bernd Hesse hat eine so ganz eigene Art die Dinge, die hier geschehen, sachlich, nüchtern und ohne große Emotionen darzulegen. Ohne groß auf die teilweise Brutalität einzugehen, ohne große Effekthascherei und Sensationslust berichtet er von Fällen, in die er involviert war. Es ist schier unglaublich, was da alles passiert. Nicht nur grausames. Es gibt auch einen Fall, bei dem musste ich auch mal schmunzeln.
Wieder ein Buch mit wahren Kriminalfällen, das ich sehr gerne weiter empfehle.

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Bakabu und seine Freunde retten unsere Umwelt

Bakabu und Heckmeck, der Umweltschreck von Ferdinand Auhser; Manfred Schweng

Bakabu, der kleine Ohrwurm, spielt mit seinen Freunden Charlie Gru, Mimi Lou am Strand als ihn Meeresschildkröte Mandolina um Hilfe bittet. Alle Meere sind verschmutzt, der Tamburwald ist abgeholzt, Eisbär Elton und den Pinguinen schmelzen die Eisschollen unter den Füßen weg und auf der Insel Summatara werden die Blumen und Blüten immer weniger.

Und wem gibt man die Schuld? Können Bakabu und seine Freunde die Umwelt noch retten?

Das erfahrt ihr in diesem informativen und liebevoll gestalteten Kinderbuch von Ferdinand Auhser. Die farbenfrohen und aussagekräftigen Illustrationen haben Manuela Wildauer, Noemi Fürst und Tina Kelam beigesteuert. Sie erwecken die Tiere zum Leben und machen die Botschaft, die hier vermittelt werden soll noch anschaulicher.
Nach einem ersten Blick auf das kunterbunte Cover fällt als nächstes die aussergewöhnliche Größe des Buches auf. Dazu die extra festen Seiten, denen Kinderhände nicht so schnell etwas anhaben können.
Jede Doppelseite widmet sich einem anderen Thema, die alle etwas mit unserer Umwelt und deren Verschmutzung zu tun haben, eingefasst in eine spannende und interessante Geschichte. Ab dem dritten Abschnitt gibt es jeweils eine Mitmach-Doppelseite passend zum Thema Umweltschutz mit einer Bastelanleitung, einem Video und verschiedenen Liedern von Manfred Schweng dazu, die man durch einen QR-Code aufrufen kann. Das macht das Buch noch abwechslungsreicher, regt die Fantasie und die Kreativität an.
Was ich persönlich etwas störend empfinde ist das Stottern und die verdrehten Worte der Tontaube. Das hat mich zusammen mit den QU-Lauten der Knallfröschin beim flüssigen lesen behindert und manchmal sogar etwas genervt.

Insgesamt eine gelungene, unterhaltsame und lesenswerte Geschichte aus dem Singeland mit einem großen Mehrwert durch die verschiedenen Aktivitäten, die angeboten werden. Ein Thema, dem man sich gar nicht früh genug zuwenden kann und das hier für Kinder wunderbar aufbereitet wurde.
4,5 von 5 Sternen

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Jetzt muss Oma Käthe ran

Der tote Kurschatten von Sylt von Dany R. Wood

Nach zähen Verhandlungen mit der Krankenkasse hat es Jupp Backes geschafft und seine Schwiegermutter Katharina Bohneberger, auch von ihm liebevoll Oma Käthe genannt, fährt für 3 Wochen zur Erholung auf die Insel der Reichen und Schönen, nach Sylt. Nach einer kräfteraubenden Bahnfahrt kommt sie endlich an der Küstenklinik an und stolpert kurz nach Mitternacht doch prompt über eine männliche Leiche.

Ist Patient Hans-Peter Mohrbach selbst vom Balkon im 6. Stock gesprungen oder wurde er vielleicht geschubst? Von einem Assistenzarzt und der resoluten Oberschwester Gundula ruhiggestellt, beschließt Oma Käthe am nächsten Morgen die Ermittlungen selbst in die Hand zu nehmen, da die Klinikleitung den Vorfall unter den Teppich kehren und die örtliche Polizei wegen Suizid oder Unfall nicht ermitteln will. Unterstützung bekommt Käthe schnell von KHK a.D. Hinnerk Rasmussen, dem Vater des derzeit zuständigen Kriminalkommissars. Gemeinsam gehen sie dem mysteriösen Ableben des Toten, der wahrlich kein Kind von Traurigkeit war, nach und erfahren so einiges. Gerade unter Käthes Tischnachbarn gibt es Frauen, die gar nicht gut auf den Verblichenen zu sprechen sind bzw. eine andere sogar gerne mehr als eine Kurschattenaffäre gewesen wäre. Und Oberzicke Schwester Gundula verhält sich auch als hätte sie etwas zu verbergen.

Ich kenne Oma Käthe, 81, nun schon seit einer Familienfeier, einem Urlaub in Thailand und aus all den Fällen, bei denen sie ihrem Schwiegersohn Ortspolizist Jupp Backes aus Hirschweiler im Saarland zusammen mit ihrer Tochter bzw. dessen Frau Inge unter die Arme gegriffen hat. Sie hat sich in den vergangenen Jahren jedes mal ein bisserl mehr in mein Herz geschmeichelt. Nun hat sie ihren ersten Fall, den sie ganz alleine bzw. mit dem ortsansässigen KHK a.D. Hinnerk Rasmussen lösen darf. Die Beiden sind ein tolles Team und ich hoffe, dass Oma und Hinnerk, die sich auch privat nicht abgeneigt sind, noch öfters zusammen ermitteln.
Die Menschen, die ich hier in der Küstenklinik kennenlerne, seien es Patienten oder Ärzte, Schwestern usw., sind alle etwas anders, als ich sie bei meinen Kuren bisher angetroffen habe. Da war es allerdings auch nicht ganz so kriminell, spaßig oder unterhaltsam wie hier. Da ist z.B Natascha, deren biologische Uhr schon ganz schön laut tickt und die unbedingt einen Vater für ihr Kind sucht. Oder Heidi vom Tegernsee, die nach 3 Jahren Witwentum immer noch so tut, als lebe sie mit dem tollsten aller Mann überhaupt glücklich zusammen. Oder der Chefarzt, der neben seiner Frau auch noch andere weibliche Termine pflegt. Oder die Rezeptionistin… - aber lernt die doch alle selbst kennen!
Autor Dany R. Wood hat es auch diesmal wieder geschafft mich ab der ersten Seite in seinen Erzählbann zu ziehen. Mit seinem Wortwitz, den Wortspielereien, seinem Humor und Oma Käthes einzigartiger Offenheit hat er mir wieder sehr unterhaltsame Lesestunden beschwert.
Ich konnte auch hier an der Seite von Käthe und Hinnertk wieder meine eigenen Theorien aufstellen und auf meiner Täterliste immer wieder Ergänzungen und Streichungen vornehmen. Dany R. Wood hat mich mit gekonnt eingestreuten Hinweisen auf falsche Fährten geschickt und zum Schluss mit seiner Auflösung wieder mal überrascht.

Oma Käthes erster und hoffentlich nicht letzter Fall, den sie gekonnt löst ohne sich zu verbiegen und sich den Mund verbieten zu lassen, hat mich begeistert, laut zum Lachen gebracht und vor allem sehr gut unterhalten.Vielen Dank für dieses absolute Lesevergnügen.

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True Crime aus Ost-Berlin

Mord im Milieu von Romahn

Autor Ralf Romahn begann seine Laufbahn als Streifenpolizist und als Leiter des Dezernats »Leben und Gesundheit« in Berlin-Mitte. Daher weiß der ehemalige Oberstleutnant genau, von was er schreibt. Hier erzählt er uns von 5 spektakulären Fällen, die ihm während seiner Laufbahn begegnet sind.

Gut, der Einbruch in einen Keller einer Kneipe im Prenzlauer Berg bei dem Geschirr und ein Holzkopf gestohlen wurden, scheint erst mal nicht ganz so spannend.

Was sich aber ändert, wenn man erfährt, was dahinter steckt.
In einem Fall aus dem Sommer 1982 geht es um andauernde Anzeigen gegen einen Sportlehrer wegen sexuellen Missbrauchs an Kindern beim Sport, vor allem bei kleinen Mädchen. Hoch brisant und auch heute immer wieder aktuell.
Durch eine zu hohe Stromrechnung, die Fragen aufwirft, kommen die Fahnder einer Geldfälscherbande auf die Spur, die damit richtig viel Kohle gemacht haben.
Den Autokorso mit den verschieden farbigen Fähnchen am Auto finde ich nicht ganz so spannend, aber sehr interessant.
Am meisten hat mich der Mord im Milieu an der jungen Ewa aus Polen berührt. Absolut schockierend was ihr hier angetan wird.

Mir hat das Eintauchen in die polizeiliche Szene der ehemaligen DDR bzw. in Ost-Berlin sehr gut gefallen. Ich fand es sehr interessant bei der Aufbereitung der Fälle dabei sein zu können und einen Blick hinter die Kulissen zu erhaschen.
Die Fälle selbst sind unterhaltend und kurzweilig beschrieben. Und wenn ich bedenke, dass es sich hier um reale Fälle handelt, bekomme ich hier und da Gänsehaut.

Die 5 Fälle aus den 1980 Jahren haben mich gut unterhalten und mir einen kleinen Einblick hinter die Kulissen der damaligen Polizeiarbeit gewährt. Lesenswert!

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Heiß und sehr erotisch

Lydia, die heiße Azubine | Erotischer Roman von Miu Degen

Ich habe schon einige erotische Geschichten von Miu Degen gelesen, die mich vollkommen überzeugt haben. Ich mag den leichten, offenen, sehr freizügigen Erzählstil ohne Tabus bei dem es schnell zur Sache geht; der aber weder anstößig wirkt, noch geht sie mit ihren Beschreibungen derb unter die Gürtellinie.

In diesem Buch geht es um die junge Lydia Krause, die merkt, dass sie auf ältere, erfahrene Männer steht. Naja, die Dreiecksbeziehung mit ihrer Mutter Evi und deren Freund Bernard fand ich nicht so prickelnd. Diese häusliche Perversion ist nicht so meins. Aber als sie mit ihren Arbeitskollegen auf Teambildingmaßnahme in eine Jugendherberge geht, es dort zum Flaschendrehen kommt und Lydia auf Herrn Moder trifft, da war ich wieder voll mit dabei. Auch den Dirty Talk von Herrn Kaiser kann Frau gut genießen. Und dann lernt sie Martin Schröder kennen...

Mit ihrer Geschichte, die heiße Bilder vermittelt, knipst sie sofort mein Kopfkino an, das dann rund läuft. Meinen Geschmack hat sie mit dieser leidenschaftlichen, erotischen und abwechslungsreichen Geschichte erst nach mehr als der Hälfte so richtig getroffen, dann aber ausgesprochen gut. Ich freue mich schon jetzt auf mehr von ihr.

Zum Abschluss bekomme ich als kleines Goodie noch einen Gutschein-Code, mit dem ich mir eine weitere heiße exklusive Geschichte der Autorin als E-Book aus dem Internet herunter laden kann.

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