Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Carouu:
Gänsehaut von innen
Packerl von Anna Neata
…ein toller Ausdruck, den ich so noch nie gehört habe. Leider endet meine Begeisterung schon an dieser Stelle. Den gewählten Sprachstil empfand ich als
zu „gewollt“ und mühsam, bin einfach kein Freund endloser Schachtelsätze. Und – unter einem „großen Familienroman des 21. Jahrhundert“ hatte ich mir schlicht etwas anderes erwartet.
Vielleicht wars einfach der falsche Zeitpunkt mit diesem Buch und mir. Oder ich hätte, wie sonst auch, den Klappentext ignorieren sollen. Schade.
Rosa Plastiklöffel statt Eiserne Lunge
Die Formel der Hoffnung von Lynn Cullen
Die Polio-Schluckimpfung – klingt so nett und ist definitiv ein Highlight meiner Impferinnerungen, back in the 70ies...Heute nur noch schwer vorstellbar, freiwillig ein Stück Würfelzucker in den Mund zu nehmen (mit etwas Bitterem darauf, ganz zu schweigen von einem Einweg-Plastiklöffel). Aber als Kind – wie toll.
Keine Spritze! Dass ich mal ein Buch verschlingen würde, das sich der Entwicklung dieser Impfung, eines Impfstoffs gegen die Kinderlähmung widmet, hätte ich offen gestanden nicht gedacht. Größte Überraschung für mich: die Dramatik und all das persönliche Leid, das diese Krankheit so lange für so viele Menschen weltweit bedeutete. Die Ohnmacht. Aber auch der Forschergeist und die Hingabe der handelnden Personen, allen voran der großartigen Dorothy Horstmann. Gleichzeitig merkt man wieder einmal, wie viel sich bereits getan hat, seit den 1940er Jahren. Und - wie vieles noch immer nicht...
Auch für absolut Nicht-Medizininteressierte eine wirklich kurzweilige und augenöffnende Lektüre!
Merry Christmas
Mit dem Schnee kommt der Tod von Nicola Upson
Genau das richtige für ein verschneites (oder verregnetes) Lesekuschelwochenende auf dem Sofa, vorzugsweise vorm Kamin. Auch (oder gerade?) als Nicht-Krimifan fühlte ich mich durchaus angenehm und kurzweilig unterhalten. Die wunderbare Kulisse des Mount Saint Michael (der, Überraschung, NICHT Mont St.
Michel ist!) ist faszinierend, Marlene Dietrich erstrahlt in einem völlig neuen Licht. Tey & Penrose – gerne wieder.
Bitte. Mehr. Davon.
Schönwald von Philipp Oehmke
Wie toll – und wie schade, dass nach etwas über 500 Seiten Schluss ist! Würde so gerne wissen, wie es weitergeht im Leben dieser Schönwalds. Mehr davon. Bitte um Fortsetzung. Nicht, weil sie alle so sympathisch wären. So perfekt. So „heile- Welt-mäßig“. Ganz im Gegenteil. Eher so – menschlich.
Jede und jeder mit gehörigen Altlasten. Wie im wahren Leben eben...Für mich ein unmittelbares Eintauchen in die Charaktere, ihre Lebenswege, aber auch in die Art der Erzählung. Definitiv 21. Jahrhundert, sehr „heutig“. Kaum ein gesellschaftskritisches Thema bleibt unangetastet – vor allem nicht der kritische, teils ironische Blickwinkel darauf. Mal deutlich, mal subtil. Dazu immer wieder spannende Querverweise auf Kunst und Kultur, d. h. so ganz nebenbei kann man auch noch einiges lernen, so man möchte. Daher: unbedingte Leseempfehlung!
Fröschebein und Krebs und Fisch
Marschlande von Jarka Kubsova
Fesselnder Einblick in zwei Frauenleben – eine alleinstehend, die andere mit Familie. Der sie anscheinend alles unterordnen musste (?). Schlappe viereinhalb Jahrhunderte liegen dazwischen. Dennoch zeigt die Autorin viele Parallelen auf. Was sagt uns das über uns Menschen? Trotz verstörender Details zum Treiben im 16.
Jh. für mich als Nordlicht eine Liebeserklärung an den Norden – und schon allein deshalb unbedingt lesenswert.
Schönere neue Welt?
Going Zero von Anthony Mccarten
Wow. Was für ein Ritt. Sehr fesselndes Buch! Vermutlich schwere Kost für Social Media- und IoT-Addicts. Oder auch nicht. Denn – wer braucht schon Privatsphäre? Cy Baxter hält sie jedenfalls für Schnee von gestern. Also, die Privatsphäre. Sein verachtender Blick auf „vertrottelte Normalbürger“ und „zugeknöpfte Bücherwürmer“ spricht Bände und macht ihn zunehmend unsympathischer.
Passt ja, dass er gemeinsame Sache mit CIA et al. macht.
Nicht nur spannend und unterhaltsam. Sondern auch einiges zum Darüber nachdenken… Unbedingte Leseempfehlung!
Must read...
Green Ferry - Das Ticket ins konsequent nachhaltige Wirtschaften von Katharina Beck; Philipp Buddemeier
...für JEDEN Unternehmer, jede Führungskraft. Dieses Buch ist eine großartige, sehr kurzweilig geschriebene Inspirationsquelle für echte Transformation. Kein Wirtschafts- oder Business Blabla, sondern klare Worte und konkrete, positive Beispiele aus der Praxis. Für ernst gemeinte, transformative Nachhaltigkeit.
Und genau die ist dringend nötig. Denn - es ist nicht 5 vor sondern 10 nach 12. Es braucht einen Paradigmenwechsel - in Wirtschaft, Politik UND Gesellschaft. Dieses Buch zeigt konkrete Lösungsansätze von zwei Menschen, die wissen, was zu tun ist...
Augenstern & Prachtbraten
Männer sterben bei uns nicht von Annika Reich
Schonungslos und voller Symbolik: die dreißigjährige Luise schildert, wie sie sich als „Kind aus gutem Hause“ fühlt. Mal im Jetzt, mal in ihrer Kindheit. Wie es ihr zwischen den – sehr gegensätzlichen – Frauenfiguren ihrer Familie geht. Welche Rolle Männer dabei spielen, oder auch nicht.
Es geht um Traumata und Erwartungsdruck; „Contenance“ und Gefühlsausbrüche; Träume und Ängste. Und: welche Abgründe sich auftun können – sei es in einem Anwesen am See oder in einer dunklen Kellerwohnung. Ein Roman, mal unterhaltsam mal bedrückend. Aber auf jeden Fall lesenswert.
Leichtigkeit & Schwere
Wovon wir leben von Birgit Birnbacher
Ein sehr schöner, gut beobachteter Einblick in die zeitgenössische (österreichische) Seele. Eine gute Mischung aus gesellschaftskritischen Themen – Gesundheitswesen, Ausgrenzung & Diskriminierung, Stadt-Land-Gefälle, Familiensysteme, Vorurteile – und, ja, auch Liebesgeschichte. Einerseits durchaus harte, klare Worte und völlig kitschbefreit.
Andererseits beinahe schon poetische, wunderschöne Beschreibungen. Ein wirklich lesenswerter Roman. Teils fast schmerzhaft, teils wohltuend leicht versetzt er seine Leser*innen überzeugend in die Perspektive einer kranken, ausgebrannten, arbeitslosen und alles irgendwie in Frage stellenden Krankenschwester. Für diese aus tiefster Provinz stammenden und sich eher unfreiwillig dort wiederfindenden „Städterin“ heißt es: alles zurück auf Start...










