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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Gudrun Gaber:

Und über dem Hof brauen sich dunkle Wolken zusammen

Vom Land von Dominik Barta

Die Mutter funktioniert nicht mehr. Könnte der Untertitel des Buches sein.

Theresa und Erwin blicken auf eine 40 jährige Ehe zurück mit 3 erwachsenen Kindern. Ein Sohn (der Ich-Erzähler) lebt als Lehrer in Wien. Der andere lebt verheiratet und mit einem erfolgreichen Handel von Stromturbinen ins Ausland wie China und Ägypten in der Nähe, und die Tochter, mit dem notorischen fremdgehenden Ehemann und deren Sohn leben in dem öberösterreichischen Dorf, zwar im 21.

Jahrhundert (ua mit Asylanten in der Nachbarschaft) angesiedelt, aber mit einer Gangart und Gefühlswelt teilweise wie vor 100 Jahren.

Theresa erkrankt plötzlich und verstummt, Erwin der Ehemann muss daraufhin 3 Tage kalt Abendessen „ich möchte wieder etwas Warmes essen. Die Arbeit nimmt kein Ende. Seit wann lässt du dich so gehen? Warum?“ und ihm geht die frischgewaschene Wäsche aus. Da der Arzt keine für Erwin bekannte Krankheit benennen kann, schleppt er sie zu einem Heiler und der erkennt die Situation sofort und richtig, aber Erwin sagt er es nicht, er raunt Theresa etwas zu.

Nun kommt die Familie zusammen, da der Hof ja bewirtschaftet werden muss. Da beide Eheleute immer nur gearbeitet haben, gibt es kein funktionierendes Familiennetz, welches jetzt greifen würde und das Elend nimmt seinen Lauf.

Ich bin begeistert vom Debütroman der auf 163 Seiten eine große Geschichte abzeichnet die mir einige Emotionen während dem Lesen abverlangt hat. Insbesondere die Wahrnehmung der Frau in der Gesellschaft, manches ist echt zu absurd aber leider, es stimmt. Die Erwartungshaltung der Eltern an die Kinder, über die aber nie gesprochen wurde, nur als Vorwurf. Das Leben der engstirnigen Dorfgemeinschaft mit den Asylanten, in den Räumlichkeiten der Kirche. Überall gibt es Ungerechtigkeit, Ängste, Sprachlosigkeit …

Mich erinnert die Geschichte an den fabelhaften Film mit Clint Eastwood und Meryl Streep „Die Brücken am Fluss“.

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Der Staat tut alles, damit die Menschen die Grausamkeiten des Sowjetregimes vergessen

Rote Kreuze von Sasha Filipenko

Rote Kreuze von Sasha Filipenko ist der erste von vier Romanen, der auf Deutsch erscheint und hat zwei Erzählungsstränge:
Aktuell 2001: ein alleinerziehender Vater (Sasha, Alexander) der neu in das Wohnhaus zieht, wo Tatjana Alexejewna (Hauptperson im Buch) seine 90jährige Nachbarin ist. Und sich zur Orientierung, aufgrund ihrer Alzheimer Erkrankung, rote Kreuze an die Türen im Haus malt, damit sie weiß wo sie zu Hause ist.

Aus einer neugierigen Alten und einem uninteressierten Fußballschiedsrichter entwickelt sich eine Vertrautheit in der Tatjana ihre Geschichte seit Ihrer Geburt 1910 in London bis 1955 erzählt, nachdem sie nach 10 jähriger Gefangenschaft im russischen Lager freigekommen ist.

Parallel gibt es die Geschichte von Sascha, der seine Frau verloren hat und der der Vergangenheit durch den Umzug nach Minsk davonlaufen will, damit er in Ruhe mit seiner Tochter Lisa leben kann.
Ein wirklich gutes Buch, das Emotionen und Gefühle auslöst, die nicht immer schön sind. Teilweise hat es mir körperlich wehgetan und dann gibt es Stellen, wo sich Tatjana dem System entgegenstellt wo man lächeln kann oder es gibt dann solche Sätze … „aber jetzt, wo in meinem (Tatjanas) Leben alles vorbei ist … jetzt denkt sich Gott, dieser von mir erdachte Gott, für mich Alzheimer aus, weil er Angst hat! Er hat Angst, mir in die Augen zu schauen! Er will, dass ich es vergesse. Alzheimer ist die Zerstörung des Weges zu ihm, und mein Alzheimer ist die stärkste Bestätigung, dass er mich fürchtet.“

Und überrascht wird man auf Seite 211 mit DEM Friedenslied von John Lennon. Weitere Musik in diesem Buch ist die Ungarische Rhapsodie von Liszt.

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"Das menschliche Äquivalent von Fahrstuhlmusik" Zitat

Rate, wer zum Essen bleibt von Philipp Tingler

Auf den Autor habe ich mich sehr gefreut. Ich folge Philipp Tingler schon einige Zeit auf Facebook und sehe mir immer gerne den schweizer Buchclub mit Nicola Steiner an. Und das Philipp Tingler heuer als Juror beim Bachmannpreis dabei ist, finde ich super.

Das Buch entspricht einem Bühnenstück mit einem großen wiederkehrenden Störfaktor, namens Conni, der nichts „heilig“ ist.

Auch wenn sie nur an der Oberfläche der teilnehmenden Personen kratzt und teilweise nur Phrasen und Sprüche von sich gibt, trifft sie doch fast be jedem der teilnehmenden Personen einen oder mehrere wunde Punkte. Manche Person verändert daraufhin drastisch ihr Leben und andere, zB Felix – einem dem Autor sehr nahe gelegene Person (Buchkritiker in einer Fernsehsendung, dem sein Social Media Profil sehr wichtig ist), den trifft gar nichts.

Das Buch hat 207 Seiten, ich hab das Buch nicht durchgehend gelesen, bin immer gut rein gekommen. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt, auch wenn mir die letzten Seiten nicht ganz logisch/notwendig sind. Da sich die Einstellung von der Ehefrau von Felix – Franziska – zu arg ändert. Und das Buch hat zu viele Fremdwörter

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Überraschungsei

Der Sprung von Simone Lappert

Das Buch liest sich wie ein Woody Allen Film - mit Vorschau, Rückblick, Überlappungen, Überschneidung von Themen.
Vor meinen Augen hat sich eine Art Puppenhaus aufgebaut und in jedem Raum spielt sich eine andere Geschichte ab und eine Zauberhand "verschiebt" kleine Möbelstücke oder ähnliches und verursacht dadurch in anderen Räumen wieder eine andere Richtung der Geschichte.

Und Überraschungseier sind wirklich eine Überraschung wert ????

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Eine klare Empfehlung wenn man asiatische AutorInnen lesen mag

Der Riss von Simone Lappert

Wenn Sie genau so wie ich von asiatischen AutorInnen begeistert sind, dann kann ich Ihnen dieses Buch mit voller Überzeugung empfehlen.

Nach den Büchern von Kanae Minato „Geständnisse“ oder von Hang Kang „Die Vegetarierein“ bin ich auf „Den Riss“ von Hye-young Pyun (1972 in Seoul, Korea geboren) im Rahmen der Heyn-Leserunde aufmerksam geworden.

Mir ist beim Lesen teilweise der Mund offen gestanden, weil mich die Wendungen in dieser dichten und aufwühlenden Geschichte verwundert haben. Nachdem ich mehr als die Hälfte gelesen habe, wollte ich nicht das das Buch zu Ende geht. Mir persönlich gefällt diese distanzierte und teilweise zurückhaltende Beschreibung von Schicksalen und Personen aber zugleich wird das Innerste nach Außen gebracht.

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Passendes Cover

Großmutters Haus von Thomas Sautner

Entweder habe ich das Buch zur falschen Zeit gelesen oder es ist einfach nicht meines.

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… ich werde ein anderer sein

Der Stotterer von Charles Lewinsky

Der Autor, Charles Lewinsky, lässt uns am Leben des Stotterer Johannes Hosea Stärckle teilnehmen. Der Zeitraum des Buches geht vom Häftling Stärckle (Johannes Hosea Stärckle hat sich durch div. Briefe seinen Unterhalt ergaunert, zB Enkeltrick …) bis zum Autor Johannes Hosea.
Mir hat der Erzählstil gefallen.

Der Autor lässt uns durch Tagebucheintragungen, Korrespondenz für den Padre der JVA (der das Talent von Stärckle erkennt), in Fingerübungen und am Ende in „aus meinem Leben“, den aus strengst religiösen (eher eine sektenartige Gemeinde) und desaströsen Familienverhältnissen kommende Hauptfigur kennen lernen.
Das Buch an sich ist mir persönlich etwas zu lang – manche „Fingerübungen“ müssten nicht sein.

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Indishman in New York

Am Beispiel des Affen von Charles Lewinsky

Ich finde das Cover lässig und durch die erste Geschichte bin ich gleich in's Buch reingefallen und habe mich Bestens unterhalten gefühlt auf den ersten 100 Seiten. Dann nervten mich die Fußzeilen und die detailgenauen Ausführungen mancher Situationen. Und dann habe ich mir nochmals den Klappentext durchgelesen: .

.. in einer viruosen Verbindung von Text und Bild, Erzählung und Essay, Anekdoten und Anmerkungen .... Ab dann war es wirklich "der Roman, der von der Liebe handelt, nicht bloss die Geschichte einer einzigen Liebe, ihres Beginns und ihres Endes, sondern die Geschichte der Liebe und ihres Überschattenseins von Verlust" und ein bisschen Sex à la Philip Roth, Spiritualität à la Osho und herrliche Musik wie Keith Jarrets The Köln Concert.

Der Autor - Amitava Kumar - hat mehrere Sachbücher geschrieben, dass merkt man auch. Bei den Anmerkungen am Ende des Buches gibt der Autor folgenden Hinweis: ... wo die Quelle, ..., nicht genannt wird, hilft eine einfache Google-Suche weiter :-).
Im letzen Viertel gibt es eine auffallend lange Phase ohne Fußnoten und da fließt die Geschichte schön vor sich hin.

Also lassen Sie sich ein auf die Geschichte des Indishman in New York (... Oh, I'm an alien, I'm a legal alien...).

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Zuviel Scheinheiligkeit

Geisternächte von Mumot André

Das ist nicht mein Buch. Die Geschichte zieht sich und die Themen sind teilweise einfach nur absurd. Der Beginn war nicht schlecht aber der Rest vom Buch war seeeeehr laaaaaaaaang.

Kleiner Tipp zum Autor - er ist der Übersetzer von Jo Nesbø "MACBETH".

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Wunderbares Arthouse Kino

Eine allgemeine Theorie des Vergessens von José Eduardo Agualusa

W

enn das Buch als Kinofilm doch noch umgesetzt wird - spätestens dann sollte man den Stoff gesehen haben. Das Buch ist mystisch, beinhaltet teilweise schwer vorstellbare Handlungen. Wird von großen Gefühlen getragen. Die Episoden werden aus mehreren Richtungen dem Leser angeboten.

Also Spott an und das Buch in die Hand!

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