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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Furbaby_Mom:

Angenehmer Schmöker

Frankreich im 17. Jahrhundert. Die junge Lianne hat das Herz am rechten Fleck, fristet jedoch ein unerfülltes Leben als Dienstmagd einer reichen Familie. Von der gehässigen Tochter erntet sie nur Spott und ist Opfer ihrer Gemeinheiten, vom Hausherrn wird sie sexuell genötigt. Ihre scheinbar aussichtslose Position erinnert entfernt an Cinderella, allerdings mit dem gravierenden Unterschied, dass Liannes leibliche Mutter keineswegs tot ist.

Den Begriff 'Mutter' hat dieses giftige Wesen kaum verdient – sie scheint Lianne zu hassen und erwartet lediglich, dass diese ihr regelmäßig Geld vorbeibringt…selbst wenn dies bedeuten würde, dass ihre Tochter sich dafür prostituieren müsste. Kein Wunder also, dass Lianne die Flucht ergreift, als sich eines Tages eine unverhoffte Gelegenheit bietet - als blinde Passagierin an Bord eines Handelsschiffes mit ungewissem Ziel. Als sie Luc kennenlernt, scheint sich ihr Schicksal endlich zum Guten zu wenden. Doch ihr ehemaliger Besitzer kann diese Schmach nicht auf sich sitzen lassen und schwört Rache… Robina war einst selbst Tochter aus einem reichen Hause und als sie verarmt, scheint die arrangierte Ehe mit dem wohlhabenden Lexius ein sinnvolles Arrangement. Doch Robinas Stolz kann es nicht verwinden, von ihrer eigenen Mutter verkauft worden zu sein. Sie schwört sich, Lexius niemals an sich heranzulassen und begeht bald einen folgenschweren Fehler. Beide jungen Frauen träumen von der wahren Liebe. Aber dies ist nicht das Einzige, was sie miteinander verbindet. Das farbenfrohe Cover fängt wundervoll den Zauber des Meeres und das Gefühl der Sehnsucht ein.

Erzählt wird abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven, hauptsächlich Liannes und Robinas, die sich auf unterschiedlichen Zeitebenen bewegen. Anfangs war dies ein wenig verwirrend, weil man genau aufpassen musste, in welchem Jahr man sich mit dem neuen Kapitel nun wieder befindet. Beide Frauen werden anfangs sehr sympathisch dargestellt, sodass man als Leser mit ihnen mitfiebert und sich über das Unrecht, das ihnen widerfährt, empört. Hinsichtlich der charakterlichen Entwicklung gibt es jedoch eine unerwartete Wendung, die sicherlich hilfreich ist, um die Story voranzutreiben bzw. um die Grundlage für einen gewissen Handlungsstrang zu bilden, allerdings meine Lesefreude letztlich aufgrund der Negativität ein wenig getrübt hat. Obwohl es der erste Teil einer Reihe ist, kann dieser Roman sehr gut als in sich geschlossenes Werk gelesen werden, da keine Fragen offenbleiben. Das Ende war mir persönlich ein wenig zu weichgespült und in mancher Hinsicht eher unglaubwürdig, weil mir das Verhalten der Charaktere nicht stimmig erschien.

Der flüssige Schreibstil besticht vor allem durch die bildreichen Beschreibungen der Locations; man fühlt sich sofort in Meeresnähe und spürt beinahe das Salz auf den Lippen. Besonders La Rochelle, das einst für lange Zeit der größte Hafen Frankreichs an der atlantischen Küste war, wird überaus anschaulich geschildert.

Fazit: Ein angenehmer Schmöker für zwischendurch für Fans von historischen Frauenromanen.

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Berührende Liebeserklärung an das Meer

Nächte, in denen Sturm aufzieht von Jojo Moyes

Dieses mitreißende und in jeglicher Hinsicht inspirierende Werk der Bestsellerautorin Jojo Moyes ist mehr als 'nur' ein Liebesroman. Es veranschaulicht die innige Bindung zwischen Mutter und Kind, lässt uns die Sehnsucht nach einem Neubeginn nachvollziehen, zelebriert den Zusammenhalt von Menschen, von Familien, Freunden, Kollegen oder gar ganzen Gemeinden, die einander Halt geben.

Es ist ein eindringlicher Appell, ein Loblied auf die Schönheit und beeindruckende Vielfalt unserer Natur, die wir Menschen viel zu oft als selbstverständlich betrachten. Es ist auch eine Geschichte über Verlust und Trauer, über Machtlosigkeit und Angst – und dennoch überwiegt auf wundersame Weise ein Gefühl des unerschütterlichen, lebensbejahenden Optimismus. Das Buch rüttelt wach, regt zum Nachdenken an und weckt den Ansporn, sich mehr für den Schutz der Natur einzusetzen.

Liza McCullen und ihre kleine Tochter Hannah haben die Hölle auf Erden erlebt, doch nun scheinen sie im Paradies angekommen zu sein; die Flucht aus London hat sie um die ganze Welt geführt und ihrer beider Leben gerettet. Im abgeschiedenen und von unberührter Natur umgebenen kleinen Fischerörtchen Silver Bay, einer Postkartenidylle in New South Wales an der Ostküste Australiens, werden sie von Lizas Tante Kathleen mit offenen Armen empfangen und finden Stück für Stück ins Leben zurück. Besonders Hannah blüht regelrecht auf unter der liebevollen Fürsorge Kathleens und liebt ihr neues Zuhause; auch Liza erkennt, dass sie draußen auf dem Meer, wo sie Wal- und Delfinbeobachtungstouren für die gelegentlich eintrudelnden Touristen anbietet, endlich zur Ruhe kommen kann. Doch den anderen Bewohnern der Gemeinde gegenüber bleibt sie lieber auf Distanz; die Angst 'entdeckt' zu werden ist ihr ständiger Begleiter. Kein Wunder also, dass der gutaussehende britische Tourist Mike Dormer, der mit seinen schicken Businessanzügen so gar nicht in das malerische Bild von Silver Bay passt, ihr ein Dorn im Auge ist. Was will er hier? Tatsächlich verbirgt Mike etwas, das nicht nur Lizas Leben in Gefahr bringen könnte…

Dieses war mein erstes Buch von Jojo Moyes – und was für ein fulminanter Auftakt es war! Ich hatte ja schon viel über die Schreibkünste der Autorin gehört, darüber, wie es ihr gelingt, große Emotionen in ihren Lesern zu wecken und Geschichten zu erschaffen, die dauerhaft berühren. Und ich kann nur sagen: selten war ein Lob so berechtigt und angebracht. Ich bin während des Lesens so eingetaucht in die Story, dass ich alles um mich herum vergessen und die ganze Nacht durchgelesen habe.

Der fesselnde, einladende Schreibstil strotzt nur so vor bildreichen, detaillierten Beschreibungen, die sofort Bilder im Kopf entstehen lassen. Authentizität heißt das Schlüsselwort – sowohl in den Dialogen der wunderbar intensiv und vielschichtig ausgearbeiteten Figuren als auch im Hinblick auf die gründliche Recherche zum Alltag an Bord eines Whale Watching-Bootes wird deutlich, dass Jojo Moyes viel Herzblut in dieses Buch gesteckt hat. Man fühlt sich sofort heimisch in Silver Bay und die besondere Atmosphäre des Küstenstädtchens, die die Autorin im Interview mit dem Rowohlt Verlag als eine "eigenartige Mischung von Geborgenheit und Einengung" bezeichnet hat, ist gekonnt eingefangen worden. Die Thematik Umweltschutz, insbesondere der Schutz der Meere, ist eine wichtige, tragende Komponente der Handlung; Wale, die sanften, anmutigen Riesen des Ozeans, ebenso wie die verspielten, lebensfrohen Delfine werden so persönlich und liebevoll beschrieben, dass speziell eine herzzerreißende Szene mich so zum Weinen gebracht hat, dass ich beim Lesen kurz pausieren musste. Das Werk sensibilisiert die Leser für die Schönheit unserer Welt und hat bei mir den Wunsch geweckt, mich weiter über Meeressäuger zu informieren.

Erzählt wird aus mehreren Perspektiven, wobei die jeweilige Perspektive stets ein Kapitel umfasst und daher alles sehr übersichtlich strukturiert und jederzeit nachvollziehbar ist. Im Gegensatz zu vielen anderen Romanen, in denen mehrere Erzählperspektiven oft dazu führen, dass man von jeder Figur ein wenig, aber nie genug erfährt, um eine Bindung aufbauen zu können, werden hier alle Charaktere (- wie unterschiedlich sie auch sein mögen -) derart anschaulich in ihrem Denken und Fühlen geschildert, dass man automatisch mit ihnen mitfiebert. Es ist das erste Mal, dass ich mich völlig selbstverständlich in die Perspektive eines männlichen Hauptcharakters habe hineinversetzen können.

In die Handlung eingeflochten ist alles, was man sich von einem guten Buch wünschen kann: Dramatik, wunderschöne Landschaftsbeschreibungen, Geheimnisse, Weisheit, Herzklopfen und eine unerwartete Wendung, die mir den Atem geraubt hat.

Nicht nur der Buchtitel ist sehr treffend an die Handlung angelehnt; auch das durch Hochglanzprägung verzierte Cover besticht durch die Weite der Natur, die sich vor der Silhouette der abgebildeten Frau majestätisch ausbreitet, übertroffen nur noch von der zauberhaft harmonischen Farbkombination des Himmels, die zum Träumen verleitet.

Fazit: Eine wundervolle Alltagsflucht, die uns im Anschluss die Welt mit anderen Augen sehen lässt. Eine unbedingte Leseempfehlung für alle Fans von emotionalen Frauenromanen.

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Anspruchsvoller Roman über die Bedeutung von Heimat und Vergangenheitsbewältigung

Was uns erinnern lässt von Kati Naumann

Kati Naumann hat ein wichtiges Kapitel deutsch-deutscher Geschichte aufgegriffen, indem sie mit dem Schicksal der (fiktiven) Familie Dressel nicht nur das alltägliche Leben im Grenzgebiet des geteilten Deutschland, sondern auch das Thema Zwangsumsiedlung zu elementaren Komponenten ihres Werkes gemacht hat.

Behutsam und mit sehr persönlichem Bezug bringt die Autorin den Lesern Hintergrundinformationen näher, die auch Jahre nach der Wiedervereinigung einem Großteil der Bevölkerung sicherlich nicht bekannt sind oder deren Ausmaß vielen Menschen nicht bewusst ist. Dieses bewegende Werk zeichnet sich nicht nur durch ein unglaubliches Maß an Authentizität (– sowohl in Ausarbeitung der Figuren, Glaubwürdigkeit der Dialoge als auch des Lokalkolorits –) aus, sondern besticht zudem durch die unheimlich intensive Recherche, die der Story zugrunde liegt. Private Erinnerungen der Autorin sind ebenso in die fiktive Handlung eingewoben worden wie die Erlebnisse von Zeitzeugen. Bereits im vorangestellten Autoreninterview wird deutlich, wieviel Herzblut in die Aufarbeitung dieses Themas, das lange Zeit als Tabu galt, geflossen ist. – Menschen, die im Sperrgebiet lebten wurden besonders stark von der DDR-Regierung überwacht: viele von ihnen haben nicht nur jahrelang unter Schikanen gelitten, sie haben auch unverschuldet ihr Zuhause verloren, wurden zwangsumgesiedelt.

Hinsichtlich der Handlung spricht die Inhaltsangabe des Verlags für sich. Ich möchte nur so viel ergänzen: In diesem Roman, der zeitweise an Spannung jedem Krimi Konkurrenz machen könnte, steckt weitaus mehr als die Begegnung zweier Frauen (Milla und Christine), die sich gemeinsam daran machen, ein altes Familienrätsel aufzuklären, langersehnte Antworten zu finden, ein Unrecht anzuprangern und Frieden zu schließen – sei es mit der Vergangenheit oder ihren aktuellen Lebensumständen. Wir lesen von starken Frauen, Selbstfindung, der Sehnsucht nach Heimat, dem Wunsch nach Verbundenheit, der Wichtigkeit von Familie…zu einem Großteil vor dem Setting des Rennsteigs im Thüringer Wald, wo einst das mondäne Hotel Waldeshöh der ganze Stolz der Familie Dressel war. Auch die Frage nach dem Einfluss von Social Media auf unsere Selbstwahrnehmung wird angerissen. Erleben wir nur noch, um online darüber zu berichten? Definieren wir uns darüber, wie andere Menschen – Fremde? – uns wahrnehmen?

Erzählt wird aus mehreren Perspektiven und in verschiedenen Zeitebenen, die vom Jahr 1945 bis zur Gegenwart reichen. Ein großes Lob möchte ich der Autorin dafür aussprechen, wie es ihr gelungen ist, derlei unterschiedliche Handlungsstränge gekonnt abwechselnd aneinanderzureihen, dass sie nicht nur ein stimmiges Gesamtbild ergeben und einen tiefen Einblick in den Charakter der Figuren ermöglichen, sondern auch die Spannung konstant aufrechterhalten. Alle Kapitel bauen logisch aufeinander auf und die Handlung ist zu jeder Zeit verständlich; saubere Cuts zwischen den Handlungssträngen &/oder Erzählperspektiven verhindern jegliche Gefahr, den Überblick zu verlieren. Ich habe besonders die optimistische, durch und durch sympathische Figur Johanna als Inspiration empfunden und bewundere die Intensität, mit der die Autorin auch die Nebenfiguren so lebensnah beschrieben hat, dass man als Leser/in meint, Teil der betreffenden Familie zu sein. Der flüssige, mitreißende Schreibstil tut sein Übriges dazu, dass man das Buch am liebsten in einem Rutsch durchlesen möchte.

Das in kühlen Grautönen gehaltene Cover wirkt sehr nostalgisch und erinnert durch die geringe Farbintensität an eine ausgeblichene Fotografie, an eine Erinnerung (was gestalterisch sehr treffend in Bezug auf den Buchtitel ist). Die junge Frau in der Abbildung sieht nachdenklich aus; sie ist umgeben von Natur, scheint jedoch trotz der sie umgebenden Schönheit des Waldes bedrückt. Woran mag sie wohl denken?

Fazit: Dieser anspruchsvolle, emotionale Roman wirkt lange nach und sollte Pflichtlektüre für jeden Geschichtsunterricht mit DDR-Thematik werden. Ich habe mich nicht nur sehr gut unterhalten gefühlt, sondern auch etwas dazugelernt. Verdiente 5 Sterne, Bravo!

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Romantic Comedy meets Murder Mystery and History Channel

Die Klosterbraut von Schörghofer Manuela

Da will man als angehende Nonne noch einen letzten kleinen Ausflug in den heimischen Wald genießen – und stolpert dem Traummann schlechthin in die Arme…der sich auch noch als zukünftiger Schwager entpuppt. Mit allem hätte Franka gerechnet, aber nicht mit dem Herzklopfen, das Wulf vom Röllberg bei ihr auslöst – und ausgerechnet er soll ihre bildschöne Schwester heiraten, während Franka ein Leben im Kloster vorbestimmt ist…

All jenen Leser/innen, die ansonsten historische Romane eher meiden, da sie einen staubtrockenen, langweiligen Wälzer voller altertümlicher Begriffe, geschwollener Sprache und wenig Mitfieber-Potential befürchten, möchte ich diesen tollen Debütroman von Manuela Schörghofer als lohnenswerten Ausnahme-Ausflug in die Welt der historischen Werke ans Herz legen! Liebenswerte, nachvollziehbare Hauptfiguren, authentische Dialoge, eine Prise Humor, jede Menge Spannung, eine potentielle Love Story und interessante Zusatzinformationen zu den geschichtlichen Hintergründen erwarten euch.

Man lernt aufgrund der gründlichen Recherche der Autorin quasi 'nebenbei' mehr über die damalige gesellschaftliche Rolle der Frau und erhält einen Einblicke in das mittelalterliche Klosterleben sowie ritterliche Turniere oder die Kreuzzüge.

Der vorangestellte Abschnitt (Personenverzeichnis inklusive historischer Persönlichkeiten, Städte- und Flussbezeichnungen sowie Glossar der zeitgenössischen Begriffe) ist eher ein 'Zusatzschmankerl' und keine 'Voraussetzung' (um der Handlung folgen zu können) – die Geschichte wäre z.B. auch ohne die Auflistung der vorkommenden Charaktere zu jeder Zeit verständlich und es besteht nie die Gefahr, durcheinanderzukommen, weder was Namen noch Zeitebenen angeht. Die in drei Leseabschnitte eingeteilten Kapitel sind klar strukturiert und bilden eine stimmige Einheit. Szenerie und Erzählperspektive wechseln sich angenehm ab und treiben die Story voran. Die Sprache ist erstaunlich modern gehalten, jedoch auf einem angebrachten Niveau und keineswegs zu umgangssprachlich. Der Schreibstil ist luftig-leicht, enthält viele witzige Elemente und könnte genauso gut aus einem gegenwärtigen Frauenroman stammen.

Das schöne Cover ist in harmonierenden, kräftigen Farben gehalten und lässt bereits das Genre erkennen. Es wirkt allerdings viel ernster als eigentlich nötig und lässt fesselnden Schreibstil, Herzklopfen und Schmunzelfaktor eher schwer erahnen. In diesem Sinne: Don’t judge a book by its cover!

Fazit: Eine klare Leseempfehlung für alle Fans von historischen Frauenromanen! Allen anderen Lesern/innen sei gesagt: Mut zum Reinschnuppern – es lohnt sich!

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Wundervoll atmosphärischer Cosy Crime Roman vor malerischer Kulisse - ein Traum!

Die Klosterbraut von Schörghofer Manuela

Kennt ihr dieses Hochgefühl? Wenn ein Buch euch schon von Klappentext und Cover her so anspricht, dass ihr erwartungsvoll denkt: "Ohhhh, das wird bestimmt gut!" – und dann stellt sich heraus, dass auch der Schreibstil einfach sensationell ist? Ich liebe es!! Genau so ist es mir mit Karin Kehrers herrlich gemütlichem Cosy Crime Roman ergangen, der mich aufgrund der Leichtigkeit, mit der die Autorin bereits in den ersten Sätzen gekonnt eine stimmige Atmosphäre schafft, von Anfang an in den Bann gezogen hat.

Ich bin so restlos begeistert von dem Werk, welches ich als E-Book gelesen habe, dass ich mir noch während der Lektüre überlegt habe, mir zusätzlich eine Printversion davon zuzulegen, weil ich genau weiß, dass ich es immer wieder lesen werde und diesen Wohlfühl-Krimi schlichtweg gerne im Bücherregal stehen haben möchte.

Zur Handlung selbst verrate ich nichts, da die Inhaltsangabe in meinen Augen das perfekte Appetithäppchen darstellt!

Die überaus sympathische Hauptfigur, die pensionierte Bee Merryweather, habe ich mit ihrer goldigen Art sofort ins Herz geschlossen; man möchte sie einfach knuddeln! Sie vereint Liebenswürdigkeit, Humor und Scharfsinn und zeichnet sich zudem dadurch aus, dass sie ihren Mitmenschen stets aufgeschlossen begegnet, obwohl sie - als erst vor einigen Jahren 'Zugezogene' - in South Pendrick von vielen Einwohnern noch mit Distanziertheit behandelt wird. Auch die Nebenfiguren sind äußerst charismatisch, nachvollziehbar und authentisch beschrieben. Erzählt wird aus mehreren Perspektiven – im Gegensatz zu anderen Werken, in denen diese Erzählweise manchmal zu Verwirrungen und/oder aufgrund unterschiedlicher Intensität zur nachteiligen Auswirkung auf den Lesegenuss führen kann, wird hier meisterhaft die Spannung gesteigert. Immer, wenn ich sicher war, eine/n Verdächtige/n ausgemacht zu haben, kam ein überraschender Twist.

Das malerische Setting in Cornwall könnte einer Tourismus-Broschüre entsprungen sein, so reizvoll und bildreich sind die Landschaftsbeschreibungen. Am liebsten würde ich nun auch in ein kuscheliges kleines Cottage in South Pendrick ziehen! Dass ausgerechnet in dieser Idylle ein Mörder sein Unwesen treiben soll, ist natürlich ein Schock für alle Bewohner.

Ein fesselnder, einladender Schreibstil, realistische Dialoge sowie die wohl durchdachte, stimmige Handlungsabfolge machen dieses Werk zu einem absoluten Pageturner, den man nicht aus der Hand legen kann. Ebenfalls bemerkenswert ist die intensive Recherche, welche die Autorin zum musikalischen Hintergrund der Story betrieben und angemessen in die Geschichte eingeflochten hat.

In der ansprechenden und perfekt auf das Genre abgestimmten Covergestaltung setzt sich die Stilsicherheit fort. Kühle, kräftige Farben harmonieren wunderbar mit der Abbildung - trotz aufziehender Wolken über dem kleinen Häuschen, das von einem üppig blühenden Garten umrahmt wird, überwiegt der Eindruck von Beschaulichkeit; man ahnt jedoch bereits, dass eine Bedrohung naht.

Fazit: Ein Muss für alle Fans von Cozy Crime; ich kann dieses Buch allen Lesern nur wärmstens ans Herz legen, es steht nicht ohne Grund ab sofort in meinem Lieblingsbücher-Regal. Schon jetzt fiebere ich dem nächsten Fall von Bee Merryweather entgegen und freue mich so sehr, "Todesklang und Chorgesang" für mich entdeckt zu haben! Ich beglückwünsche die Autorin zu diesem durch und durch gelungenen Werk!

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Unterhaltsamer Wohlfühlroman mit überraschend viel Tiefgang

Das kleine Theater am Meer von Rosanna Ley

Rosanna Leys Werk wartet mit vielen Überraschungen auf! Wer sich aufgrund des Titels einen seichten Roman, eine vorhersehbare Liebelei unter mediterraner Sonne erwartet, hat sich geirrt, denn diese vielseitige Geschichte bezaubert mit so viel mehr als "nur" einer Sommerromanze.

Nach abgeschlossenem Studium steht Faye vor der großen Frage: Was nun? Jahrelang hatte sie – entgegen aller Widrigkeiten – auf dieses Ziel hingearbeitet; es war schon immer ihr Traum gewesen, einen anerkannten Abschluss in der Designbranche zu erlangen.

Ihr Umfeld hatte damals eher verhalten reagiert, als sie ihren sicheren und gut bezahlten Job an den Nagel gehängt und sich im Alter von Anfang 30 für einen beruflichen Neubeginn entschieden hatte; auch die Beziehung zu ihrem Freund ist darüber in die Brüche gegangen. Ehe Faye jedoch in Selbstmitleid versinken kann, nimmt sie dankbar die Einladung ihrer besten Freundin Charlotte an, diese ein paar Wochen auf Sardinien besuchen zu kommen; nach all dem Prüfungsstress kommt ihr ein Urlaub schließlich gerade recht. Zudem planen Freunde von Charlotte, das alte Theater im idyllischen Inselörtchen Deriu zu renovieren und würden sich sehr über Fayes professionelle Meinung als frischgebackene diplomierte Innenarchitektin freuen. Freudig sagt Faye ihre Unterstützung zu – ohne zu ahnen, dass sie sich bald zwischen den Fronten eines jahrelang schwelenden Konflikts, der die Bewohner Derius in zwei feindliche Lager gespalten hat, wiederfinden wird. Und dann ist da auch noch der unverschämt gutaussehende Alessandro, der Faye mit seiner unnahbaren, mysteriösen Art zwar fasziniert, sich jedoch höchst widersprüchlich verhält und voller Geheimnisse zu stecken scheint. Kann sie ihm trauen? Fest steht: nichts in diesem malerischen Inselstädtchen ist so, wie es scheint…

Neben der Story um die weibliche Hauptfigur Faye, die sehr realistisch dargestellt und in ihren Handlungen und Überlegungen durchaus nachvollziehbar gezeichnet worden ist, zieht vor allem die Nebenhandlung um Fayes Eltern (Molly und Ade) den Leser in den Bann. Man könnte sogar meinen, sie läuft der Hauptstory den Rang ab, weil beide Nebencharaktere so liebevoll und authentisch ausgearbeitet worden sind, dass sie für mich die stillen Helden dieses Werkes sind. Es werden ernste Themen angesprochen, allerdings überwiegen immer ein Gefühl der Leichtigkeit und die Hoffnung darauf, dass sich letztendlich - vielleicht, mit etwas Glück - doch noch alles zum Guten fügen wird. Manchmal ist ein Gewitter nötig, in dem es ordentlich blitzt und donnert, damit man danach den Sonnenschein umso mehr genießen kann. Erzählt wird aus mehreren Perspektiven, somit lernt man als Leser nicht nur Faye, sondern eine Vielzahl von Personen besser kennen, was der Geschichte eine interessante Dynamik verleiht. Es wird nie langweilig, im Gegenteil! Die Spannung wird kontinuierlich gesteigert und man kann nicht umhin, der Auflösung der Ereignisse entgegenzufiebern.

Nicht nur die Figuren sind voller Tiefgang, auch die bildhaften, detaillierten (Landschafts-)Beschreibungen von Fayes Heimat sowie von Sardinien haben mich restlos begeistert. Leuchtende Farben der Natur, betörende Gerüche, kulinarische Köstlichkeiten, das glitzernde Meer…all das wird so mühelos in die Handlung miteingebunden, dass man meint, den Wind auf der Haut spüren zu können, während man mit Faye die Altstadt des verträumten sardischen Ortes erkundet. Gleich im Anschluss an das Werk hat es mich in den Fingern gejuckt, eine Dokumentation über Sardinien anzuschauen, so reizvoll hat die Autorin die Schönheit der Insel beschrieben. Überhaupt ist der flüssige Erzählstil wohl am besten mit dem Wort "einladend" zu charakterisieren.

Das traumhaft anmutende Cover, das mit seinen Pastellfarben und hübschen Ornament-Verzierungen bereits vor dem Lesen zum Träumen einlädt, ist sehr treffend gewählt worden, da die pittoreske Kulisse des kleinen Hafenstädtchens den Zauber des Urlaubsortes perfekt einzufangen weiß. Auch der Buchtitel ist sehr gut durchdacht, da "das kleine Theater am Meer" nicht nur auf das tatsächliche Gebäude in Deriu, sondern auch auf ('renovierungsbedürftige') Beziehungen anspielt.

Fazit: Ein sehr angenehmes Leseerlebnis – inklusive einem Hauch Romantik und jede Menge Urlaubsfeeling! Unbedingte Leseempfehlung für alle Fans von spannenden (Frauen-)Romanen mit Tiefgang.

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Ein literarisches Meisterwerk!

Ich gab ihm mein Wort von Tamera Alexander

Hin und wieder hat man das Glück, ein Buch zu lesen, welches den eigenen Horizont, das eigene Bewusstsein so sehr erweitert, dass man im Anschluss die Welt mit anderen Augen sieht. "Ich gab ihm mein Wort" ist so ein Buch. - Ein brillantes, mitreißendes Südstaaten-Meisterwerk, das einen ehrfürchtig, tief bewegt und zuversichtlich zurücklässt.

Tennessee, November 1864. Seit einigen Jahren fordert der blutige Sezessionskrieg zwischen den Armeen der Nordstaaten (Union) und Südstaaten (Konföderation) erbarmungslos immer mehr Opfer, Amerika gleicht einem einzigen Schlachtfeld. Einer der Hauptgründe für den militärischen Konflikt ist die Uneinigkeit über Frage der Sklavenhaltung – die Südstaaten wollen die Abschaffung der Sklaverei um jeden Preis verhindern. In diese bedeutungsschwere Zeit, welche die Zukunft der nachfolgenden Generationen prägen wird und den Grundstein legt zu den Vereinigten Staaten von Amerika, wie wir sie heute kennen, entführt Bestsellerautorin Tamera Alexander ihre Leser.

Bereits das in angenehmen Blautönen gehaltene Cover strotz vor Südstaaten-Flair. Ich habe im Nachhinein erfahren, dass die abgebildete Villa tatsächlich die im Roman erwähnte Plantage ist. Eine hübsche Frau, gemäß der damaligen Mode gekleidet, blickt besorgt zum Horizont. Sofort möchte man mehr erfahren – wer ist die Dame, wie ist ihr Leben mit diesem herrschaftlichen Anwesen verbunden und wieso wirkt sie so nachdenklich?

Kurz vor Ende des Krieges kommt es nahe der Carnton Plantage in Franklin, Tennessee, wo die junge Lizzie Clouston bei der McGavock-Familie als Hauslehrerin für deren zwei Kinder angestellt ist, zum Desaster: eine der grausamsten und für den Süden verlustreichsten Schlachten des Amerikanischen Bürgerkrieges wütet direkt vor den Augen der entsetzten Plantagenbewohner. Innerhalb weniger Stunden gleicht die vornehme Südstaaten-Villa einem überfüllten Lazarett, in dem die verwundeten Soldaten mit dem Tod ringen. Mit notdürftigen Mitteln werden lebensrettende Operationen durchgeführt, die Schmerzensschreie der Verletzten hallen durch die Nacht. Anstatt der beschaulichen, ländlichen Idylle, die bisher ihr Leben ausgemacht hatte, nachzutrauern und in eine Schockstarre zu verfallen, wachsen die McGavocks, Lizzie und Haussklavin Tempy über sich hinaus – sie assistieren den Ärzten bei Amputationen, umsorgen die Soldaten und werden für ihre bedingungslose Hilfsbereitschaft und Güte für immer unvergessen bleiben. Eine zarte Liebesgeschichte ist in die Wirren des Krieges eingeflochten worden – nur so viel sei verraten: private Gefühle und Gedanken werden mit gleicher Intensität behandelt wie die dramatischen historischen Ereignisse. Ergreifende Schicksale in Zeiten des Umbruchs: neue Prioritäten bahnen sich ihren Weg, eine neue Gesellschaftsordnung rüttelt an alten Konventionen.

Diese wahre Geschichte, in der nahezu alle (!) Hauptcharaktere, einschließlich der zwei Hauptfiguren Lizzie und Roland, auf echten Personen basieren, hat mich staunen lassen über die Kraft des Glaubens und der Hoffnung, über die Warmherzigkeit und Selbstlosigkeit, mit der Menschen sich auch in Zeiten des Grauens noch zu begegnen vermögen. Man kann nicht umhin, tiefes Mitgefühl für die jungen Männer zu empfinden und sie für ihren Mut zu respektieren. Trotz der detaillierten und überaus bildreichen Schilderungen des Krieges, die für manch zartbesaitete Gemüter eventuell schwer zu verdauen sein könnten, überwiegt ein positiver, lebensbejahender Eindruck – Loyalität und Ehrlichkeit, Liebe, Gerechtigkeit und Zuversicht werden zelebriert und machen das Buch zu einem unvergleichlichen Leseerlebnis, das noch lange bei mir nachgewirkt hat.

Die beeindruckende Recherchearbeit der Autorin hat mich restlos begeistert, selten habe ich solch ein reales, durch und durch authentisches Werk gelesen. Auf ihrer Homepage (www.tameraalexander.com) finden die Leser interessante Hintergrundinformationen, inklusive Fotos der Plantage und der im Buch vorkommenden Charaktere. Tatsächlich sind nur sehr wenige fiktive Elemente in der Story enthalten und ich kann Tamera Alexander nicht genug beglückwünschen zu diesem gelungen Werk, welches dem Begriff Sezessionskrieg ein Gesicht gibt und die betreffenden Personen entsprechend würdigt.

Oftmals erleben Romanfiguren in Werken dieses Genres radikale Kehrtwenden in ihren persönlichen Einstellungen, um sich entsprechend in die Handlung einzufügen – hier ist dies dankbarerweise nicht der Fall. Stattdessen erleben die Leser, wie Charaktere nach und nach ihr bisheriges Denken in Frage stellen, ein Wechselbad der Gefühle erleben, wachsen. Die unglaublich tiefgründig ausgearbeiteten Figuren wirken auch deshalb so glaubwürdig, da ihre (realen) Nachkommen mittels Erzählungen und Zurverfügungstellung von historischen Briefen der Autorin ermöglicht haben, die beschriebenen Charaktere tatsächlich ein Stück weit 'kennenzulernen'.

Fazit: Ein literarisches Werk der Superlative, das ich allen Fans von historischen Romanen mit starken Frauenfiguren wärmstens empfehlen kann! Was für ein umwerfendes Buch, welch eine wichtige Botschaft - den Glauben an Gott nicht aufzugeben - und was für eine berührende wahre Geschichte, die es verdient, erzählt zu werden. BRAVO! Ich kann es nicht erwarten, weitere Werke von Tamera Alexander zu lesen!

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Actionreiche Fortsetzung!

The Pub / The Pub - 3 Frauen, Kleinkind, Koi und Mops - 3 Cocktails für Mrs. T und Fatma von Pia Guttenson

Die rasante Story um Lizzy und ihre Freunde knüpft direkt an den Vorgängerband an, kann jedoch separat gelesen werden, da es eine in sich geschlossene Geschichte ist. Für mich war es das erste Werk von Autorin Pia Guttenson und ich habe dem Verlauf gut folgen können. Für alle Neueinsteiger ist zudem ein Prolog enthalten, "Was zuvor geschah".

Lizzy und ihre Freundinnen haben sich gut in Schottland eingelebt und genießen ihre gemeinsame Arbeit im Pub. Sie alle sind froh, dass sie ihrem Leben in Deutschland den Rücken kehren konnten. Mrs. T - eine ehemalige Türsteherin, die mit ihren stahlharten Muskeln jedem durchtrainierten Bodybuilder Konkurrenz machen könnte – zieht einen illegalen Boxkampf in Erwägung, denn das Geld ist knapp und die Renovierung des Pubs ist bitter nötig. Ihre kleine Tochter Lucy, die mit dem Down-Syndrom geboren worden ist, hat sich mit ihrer niedlichen Art inzwischen in das Herz von Lizzys Cousin, William, geschlichen. Und auch Mrs. T, die eigentlich so gar nicht sein Typ ist, geht William irgendwie unter die Haut… Lizzy steht nach dem auf sie verübten Attentat noch immer unter Schock und Fatma, eine junge Türkin, kann ihr Glück kaum fassen, dass sie der von ihren Eltern eingefädelten Zwangsheirat mit einem Scheich entkommen ist. Keine der drei Frauen ahnt, dass ihre neu gewonnene Freiheit bereits wieder in Gefahr ist: ihre Aufenthaltserlaubnis läuft demnächst ab, Hanno (Lizzys brutaler Exfreund) sinnt im Gefängnis auf Rache und auch Fatmas Eltern sind nicht geneigt, die durch die Flucht ihrer Tochter beschmutzte Familienehre zu akzeptieren…

Dieses Buch katapultiert den Leser schonungslos mitten in die Ereignisse hinein. Zudem wird gerade den Lesern, die den Vorgängerband nicht kennen, anfangs eine höhere Konzentration abverlangt, um die vielen verschiedenen Charaktere richtig zuordnen zu können. Dennoch geht kein Witz dabei verloren und nach kurzer Zeit hat man alles erfasst. Auch gelegentliche Rückblicke der Charaktere sowie das Glossar am Ende des Werkes (Schottisch Gälisch/Deutsch) liefern Hilfestellung. Die Sprache ist sehr nachvollziehbar und umgangssprachlich gehalten und passend zum Milieu gewählt worden – ein etwas rauerer Ton mit teilweise ordentlichen Flüchen. Was die einzelnen zwischenmenschlichen Beziehungen angeht, hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht bzw. hin und wieder einen Moment zum Einfach-Nur-Genießen. Durch die nahtlose Aneinanderreihung von Zwischenfällen wurden die feinen Töne, beispielsweise die zarte Annäherung zwischen Fatma und Philipp, etwas stark von Action überschattet. Dementsprechend dynamisch prescht das Tempo voran – langweilig wird es sicher nicht! Ich persönlich wäre gegen Ende nicht traurig über etwas Entschleunigung gewesen und auch der goldige kleine Mops Brutus hätte ruhig öfter vorkommen können – wo er doch so herrlich auf dem farbenfrohen Cover in Szene gesetzt worden ist!

Fazit: Turbulente und unterhaltsame Lektüre über eine chaotische, aber liebenswerte Freundesgruppe. Ich würde empfehlen, den Vorgängerband dennoch zuerst zu lesen; einfach, um einen besseren Bezug zu den einzelnen Charakteren zu haben.

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Zeitzeugenbericht

The Pub / The Pub - 3 Frauen, Kleinkind, Koi und Mops - 3 Cocktails für Mrs. T und Fatma von Pia Guttenson

In diesem zeithistorischen Projekt beschäftigt sich Autorin Irene Eckwolf auf sehr persönlicher Ebene mit dem brisanten Thema Kriegsvergangenheit. Anhand von Briefen, die während der Zeit des Nationalsozialismus von Eckwolfs Familienmitgliedern verfasst worden sind, gewinnen die Leser einen Einblick in dieses dunkle Kapitel der Weltgeschichte.

Zusätzlich hat die Autorin öffentlich zugängliche Quellen wie Wikipedia für ihre Recherche genutzt, um sich näher mit bisher ungeklärten bzw. totgeschwiegenen Sachverhalten hinsichtlich der Vergangenheit ihrer eigenen Familie zu beschäftigen.

Den Wunsch, mehr über die Vergangenheit seiner Vorfahren in Erfahrung bringen zu wollen, kann ich gut nachvollziehen und finde es wichtig, dass weiterhin Aufklärung betrieben wird über die Auswirkungen des Krieges auf Beteiligte sowie auf Folgegenerationen. Ich applaudiere dem Mut der Autorin, solch private Familiendokumente der Öffentlichkeit zugänglich zu machen; authentische Zeitzeugenberichte wie dieser tragen zum unverfälschten Verständnis historischer Ereignisse bei.

Der Schreibstil ist nüchtern und unverblümt, einem Sachbuch entsprechend. Da das Werk hauptsächlich aus der Wiedergabe der Originaldokumente (also der 1:1-Veröffentlichung des Wortlauts der Briefinhalte), Zitaten aus öffentlichen Quellen und maximal ein paar verknüpfenden Sätzen besteht, würde ich es eher als eine Aneinanderreihung von Fakten bezeichnen. Jedoch fällt die Analyse der anfangs von der Autorin aufgeworfenen Fragen eher dünn aus, weshalb die wichtigste Komponente für die Kategorisierung des Buches als Sachbuch für mich nicht vorhanden ist. Insgesamt fand ich die Aufzeichnungen zwar stellenweise interessant, größtenteils allerdings recht langatmig und - durch den Verzicht auf einzelne Briefüberschriften – ein wenig unübersichtlich.

Für zukünftige Auflagen würde ich ein komplett neues Layout empfehlen, eventuell auch den Titel "Schattenfamilien" um einen beschreibenden Untertitel ergänzen, wie z.B. "Originalbriefe aus der Zeit des Nationalsozialismus". Inhaltlich würde ich die privaten Fotos beibehalten, jedoch – abgesehen von einer Einleitung – auf sämtlichen beschreibenden Zwischentext verzichten und lediglich die Briefe mit der jeweiligen Überschrift (wann geschrieben und von wem, adressiert an wen) einfügen. Die im Anhang enthaltenen Karten aus Wikipedia sollten hinsichtlich Bildqualität (Helligkeit und Größe) noch verbessert werden; zudem würde ich die Ergänzung eines Personenregisters für sinnvoll halten. Die Gestaltung des Covers ist passend zum Inhalt gewählt worden, insbesondere die schattenwerfenden Kreuze auf den Gräbern.

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Gelungener Debütroman, unterhaltsam und amüsant

Wir zwei auf Wolke sieben von Rauter Anja

Für Lea kommt es knüppeldick: nicht nur, dass ihr Freund Sebastian sie nach 2 Jahren Beziehung völlig überraschend verlassen hat – er hat auch ihr Sparkonto leergeräumt und sie damit ohne finanzielle Rücklagen in einer völlig überteuerten Wohnung zurückgelassen. Aber Lea ist nicht die Einzige, die vor vollendete Tatsachen gestellt worden ist: Sebastians launischer dicker Kater Van Gogh ist ebenfalls ein Opfer der Trennung geworden; Lea hat das rothaarige Fellmonster sozusagen als Abschiedsgeschenk vererbt bekommen.

Dank ihren fürsorglichen besten Freunden (- der stets pragmatischen und toughen Schönheit Su und dem leicht hysterischen, aber herzlichen Paradiesvogel Armin -) hat Lea keine Gelegenheit, in Selbstmitleid zu zerfließen; stattdessen landet sie sogar einen neuen Job beim Magazin SoYou, wo sie fortan als Beauty Queen wider Willen für die weibliche Leserschaft die neuesten Schönheitstrends und -behandlungen in den angesagtesten Metropolen (London, Paris, Wien) testen soll…ein prall gefülltes Spesenkonto für Sonderausgaben inklusive. Für viele Frauen wäre dies der Traumjob schlechthin, doch Lea sieht ihre neue Tätigkeit eher als vorrübergehende Notlösung – schließlich muss die Miete gezahlt und der dauerhungrige Kater gefüttert werden. Schneller als ihr lieb ist, stolpert Lea - nun topgestylt - durch die europäischen Großstädte und von einer Katastrophe in die nächste, lässt Anti-Falten-Treatments und Hornhaut-knabbernde Fischchen über sich ergehen, wird mit einer lebensverändernden Frisur zwangsbeglückt und um ihre "Hängebäckchen" erleichtert. Auf ihrer beruflichen Reise zum besseren, schöneren Ich begegnet sie dem legendären Beautyguru Sacha, wird von einem persönlichen Fitness-Coach zu Höchstform gedrillt und von einem Profi-Visagisten in jeglicher Hinsicht gerettet. Als wäre dieser neue Lebenswandel nicht stressig genug, naht bereits die nächste Hiobsbotschaft: Möchtegern-Künstler Sebastian geht mit einer Ausstellung auf Europa-Tournee, die ein sehr privates Aktfoto von Lea beinhaltet… Das geht entschieden zu weit! Lea weiß nicht, wie es mit ihr und Sebastian weitergehen soll – ob sie ihm je verzeihen wird, aber feststeht: sie muss ihn zur Rede stellen!

Anja Rauter ist ein bezaubernd-berauschender, luftig-leichter, spritzig-witziger Debütroman gelungen, der mich häufig zum Schmunzeln gebracht hat. Wir erleben, wie die sympathische, leicht naive Chaos-Queen Lea in ihrem größten Schmerz von ihren besten Freunden aufgefangen und aufgepäppelt wird, dank ihrem neuen Beruf zu mehr Selbstsicherheit findet und sich zu einer starken, selbstbestimmten jungen Frau mausert. Leas Gedanken und Gefühle werden stets nachvollziehbar und humorvoll beschrieben, man muss sie einfach mögen! Die Redewendung "Schmetterlinge im Bauch" wurde hier durch die niedliche Formulierung "Meerschweinchen im Magen" ersetzt; überhaupt ist der flüssige, durchgehend amüsante Schreibstil wunderbar kreativ und originell. Dies setzt sich auch bei den Kapitelüberschriften fort ("Rosa Racheschweinchen", "Schlumpfblaue Träume", etc.) sowie bei dem ulkigen Spitznamen "Mehlwurm", den Sebastian aufgrund seines blass-bleichen nordischen Teints von Su und Armin verpasst bekommen hat. Die Städtereisen werden detailliert geschildert und lesen sich wie ein kleiner Reisebericht an sich. Ein klitzekleines Sternchen Abzug gibt es für die an manchen Stellen teilweise überzogene, zu realitätsfremde Darstellung gewisser Eigenarten und Ereignisse, mit denen ich mich schlichtweg nicht identifizieren konnte; Stichwort: "Mausezahn", Tennisschläger-Gewalt und Mitbewohner-Casting.

Das Cover erinnert an einen Flug durch die Wolken; ein Eindruck, der verstärkt wird durch die Silhouetten der Vögel und des Flugzeugs. Der Eiffelturm hingegen deutet an, dass Paris eine tragende Rolle in der Geschichte spielen wird. Am Wortlaut des Buchtitels, der in großen roten Lettern das Cover dominiert, lässt sich das Genre erahnen. Insgesamt spiegelt sich auch im Cover die angenehme Leichtigkeit des Schreibstils wider.

Fazit: Ein durchaus gelungenes Erstlingswerk von Anja Rauter! Empfehlenswert für alle Fans von witzig-romantischen Frauenromanen.

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