Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Nil_liest:
Sehr gelungen!
Gefährliche Betrachtungen von Tilo Eckardt
Es gibt Bücher, die einen lange nach der letzten Seite beschäftigen – Gefährliche Betrachtungen von Tilo Eckardt ist für mich genau so ein Werk. Der Roman spielt im Sommer 1930 in Nidden, einem kleinen Künstlerdorf auf der Kurischen Nehrung, und erzählt von der Begegnung zwischen Thomas Mann und seinem Übersetzer Zydrunas Miuleris, der im Roman schlicht „Müller“ genannt wird.
Die historische Atmosphäre, die Eckardt in diesem Buch schafft, hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Nidden wird als eine Art Rückzugsort beschrieben, ein Ort, an dem Künstler und Intellektuelle Ruhe suchen, während sich in Europa bereits die Schatten des politischen Umbruchs abzeichnen. Die detailreichen Beschreibungen – von den Dünen, die wie endlose Wellen wirken, bis hin zu den einfachen Fischerhütten – lassen die Kulisse lebendig werden.
Im Mittelpunkt stehen jedoch die spannenden Dialoge und Dynamiken zwischen Thomas Mann und Müller. Mann wird hier nicht nur als der große Schriftsteller und Nobelpreisträger dargestellt, sondern auch als ein Mensch voller Ambivalenzen. Sein Bedürfnis nach Kontrolle und seine Selbstinszenierung stehen im Gegensatz zu Müllers stiller, aber tiefgründiger Persönlichkeit. Müller, ein Litauer, der in Deutschland lebt, trägt als Übersetzer die Bürde, nicht nur Manns Worte, sondern auch dessen Geist und Intentionen in eine andere Sprache zu übertragen. Sein innerer Konflikt, zwischen der Loyalität gegenüber Mann und seiner eigenen kulturellen Identität zerrissen zu sein, hat mich sehr berührt.
Besonders spannend fand ich die subtilen Spannungen zwischen den beiden: Mann, der Müller oft herablassend „mein Übersetzer“ nennt, erkennt zwar dessen Bedeutung an, bleibt aber gleichzeitig distanziert und elitär. Müller hingegen bewundert Mann, ringt jedoch mit seinem eigenen Selbstwertgefühl. Dabei spiegeln ihre Gespräche die politischen und gesellschaftlichen Brüche der Zeit wider – ein großartiges Beispiel für Eckardts Fähigkeit, persönliche Konflikte mit größeren historischen Themen zu verbinden.
Die historische Genauigkeit und die kunstvolle Ausarbeitung der Figuren machen diesen Roman zu einem echten Erlebnis. Eckardt gelingt es meisterhaft, nicht nur die äußeren Umstände der Weimarer Republik, sondern auch die inneren Konflikte der Intellektuellen dieser Zeit zu erfassen. Gefährliche Betrachtungen ist ein kluger, atmosphärischer Roman, der tief in die kulturellen und moralischen Fragen der 1930er Jahre eintaucht.
Für mich ist dieses Buch ein Muss für alle, die sich für Literaturgeschichte, Thomas Mann oder die Kunst des Übersetzens interessieren. Ich vergebe voller Begeisterung 5 von 5 Sternen!
Als Wessi im Osten als Sehnsuchtsstiller
Junge aus West-Berlin von Maxim Leo; Kat Menschik
Kennt ihr diese famose Reihe aus dem Galiani Verlag in der die legendäre Kat Menschik ihre Lieblingsbücher illustriert? Ich habe den schmalen Band 18: Junge aus West-Berlin von Maxim Leo gelesen und mich sehr gefreut diese sehr kurze Geschichte so schön illustriert zu sehen. Durch die markanten in grau gehaltenen Bilder kommt genau das richtige Flair zustande!
Keine 100 Seiten, daher ist der Inhalt auch schnell zusammengefasst, aber auch gut lesbar.
Es geht um einen jungen Mann aus West-Berlin, wie der Titel schon sagt. Marc geht regelmäßig Ende der 80er Jahre mit einem Tagesvisum über die Grenze um dort als glamouröser Musikverleger jemand zu sein, bringt gewünschte Waren mit und wird von den Damen angehimmelt und er genießt den Sonderstatus, denn er im Westen nicht hat. Marc kommt abwechselnd mit Nele zu Wort, eine Frau, die es ihm in Ost-Berlin besonders angetan hat.
Toll erzählt, mächtig gut illustriert. Einfach lesen, macht Spaß. Lässt sich auch gut verschenken, auch an Nicht-Leser, wie gesagt, keine 100 Seiten und dann noch bebildert!
Gut geschrieben, inhatlich so maches mal zu viel des Guten
Endlich das ganze Leben von Roberta Recchia
Ich habe Endlich das ganze Leben mit gemischten Gefühlen beendet. Roberta Recchia erzählt die Geschichte der Familie Ansaldo, die durch den plötzlichen Tod der Tochter Betta in eine Abwärtsspirale aus Schmerz, Geheimnissen und Konflikten gerät. Die Grundidee des Romans hat mich angesprochen, aber die Umsetzung war für mich oft zu überladen und dramatisch.
Die Familie stürzt von einem Drama ins nächste: unbewältigte Trauer, zerstörte Beziehungen, alte Geheimnisse – und das alles in einer düsteren, fast schon erdrückenden Atmosphäre. Es gibt aus meiner Sicht zu viele Themen, die die Autorin Roberta Recchia hier verarbeiten wollte.Besonders problematisch fand ich die expliziten Darstellungen von Gewalt und Missbrauch, die für mich schwer zu verdauen waren. Wer sich mit sensiblen Themen schwertut, sollte sich hier gut überlegen, ob dieses Buch die richtige Wahl ist.
Positiv hervorheben möchte ich Recchias Schreibstil. Sie schafft es, Emotionen eindringlich zu vermitteln, und die Kulisse des Rom der 1980er Jahre ist lebendig und atmosphärisch dargestellt. Doch trotz dieser Stärken hatte ich oft das Gefühl, dass weniger mehr gewesen wäre. Die komplexen Familienkonflikte hätten in einem entschlackten Plot viel besser zur Geltung kommen können.
Für mich war Endlich das ganze Leben eine durchwachsene Lektüre, die ich mit 3 von 5 Sternen bewerte. Wer dramatische Familiengeschichten mag und sich nicht an brutalen und triggernden Inhalten stört, könnte hier dennoch fündig werden. Für alle anderen könnte es aber schnell zu viel des Guten sein, wenn man „nur“ eine Familiengeschichte lesen wollte.
Was macht Hass im Netz mit den Angegriffenen?
Was wir nicht kommen sahen von Katharina Seck
Der Roman startet im Grunde mit dem Schockmoment. Eine junge Frau, eine Heranwachsende, kurz vor dem Abitur bringt sich um. Die Eltern waren ahnungslos – wie konnte es dazu kommen?
Dann beginnt der Roman vorwärtserzählt aufzudecken was in Ada vorging und warum sie keinen anderen Ausweg mehr wusste.
Parallel läuft die Geschichte vom Todeszeitpunkt weiter und wir tauchen vor allem mit der Mutter in die Analyse, in die Trauer und ihre Bewältigungsstrategien ab. Wie sie und ihr Mann zunächst sehr unterschiedlich mit ihrem Schmerz umgehen.
Dazu aus dem Off noch Täterperspektiven. Was für Täter? Menschen, die im Internet ihren Hass und ihre Wut ausleben und doch im Verborgenen bleiben. Feiglinge. Geschundene Seelen. Grausame menschenverachtende Wesen. Vor allem Frauen gegenüber.
Denn die Protagonistin Ada war Gamerin und hat sich einen Kanal aufgebaut auf dem sie Spiele und Spielstrategien auch live zeigte. Sie setzte sich der Welt aus und diese trat gnadenlos zu.
Katharina Seck findet aus meiner Sicht genau die richtige Sprache diesem empörungswürdigen Zustand ein literarisches Sprachrohr zu geben. Hart, ja, eine Lektüre bei der ich oft schlucken musste – vor allem als Mutter. Aber so wichtig und gut erzählt.
Sie zeigt verbaut in der Geschichte welche Schrecken im Netz lauern, bleibt aber fair was auch für Chancen es gibt. Und vor allem zeigt sie uns wie wichtig es ist eine echte Community zu haben. Zum Anfassen, zum Austauschen und zum Geborgenfühlen: Es braucht ein starkes Gegengewicht im echten Leben. Ja und es braucht Mut und Kraft sich diesem negativen Strudel zu stellen, wenn man sich selbst präsentiert. Vor allem als Frau. Ein aktuelles Thema, dass viele betrifft, aber das so oft verborgen bleibt.
Lesenswert, macht nachdenklich und ein starkes Stück Literatur. Ich freue mich auf mehr aus der Feder von Katharina Seck!
Nicht meines
Nach uns der Himmel von Simone Buchholz
In Nach uns der Himmel entwirft Simone Buchholz eine düstere, karge Zukunftsvision, die stark von Isolation und einer tiefen Sehnsucht nach Orientierung geprägt ist. Die Geschichte erzählt von einer Welt am Rand des Zusammenbruchs – menschenleer und trostlos, geprägt von der ständigen Frage, wie das Überleben unter diesen Umständen überhaupt noch möglich ist.
Buchholz’ Sprache ist dabei gewohnt präzise und poetisch, die Atmosphäre dicht und bedrückend. Sie schafft es, das Szenario einer menschenfernen Endzeitwelt in einen melancholischen, fast hypnotischen Ton zu tauchen, der die Einsamkeit und Orientierungslosigkeit der Figuren in eindrucksvollen Bildern spürbar macht.
Dennoch muss ich sagen, dass mich Nach uns der Himmel emotional nicht erreicht hat. Wo ich sonst von Buchholz’ Geschichten mitgerissen werde, blieb ich hier distanziert. Die Handlung wirkt eher fragmentarisch, was sicher als bewusster Stil für diese dystopische Welt funktioniert, aber mir persönlich fiel es schwer, mich mit der Geschichte zu verbinden. Die Spannung, die ich aus Buchholz’ anderen Werken kenne, ließ sich in dieser langsamen Erzählweise für mich nicht finden. Das Buch bleibt für mich dadurch eher eine Stimmungsstudie als eine fesselnde Geschichte, was sicherlich Geschmackssache ist – wer gerne dystopische Szenarien mag und Freude an der Beschäftigung mit existenziellen Fragen hat, könnte in diesem Buch jedoch einen besonderen Reiz finden.
Abschließend möchte ich betonen, dass Simone Buchholz für mich eine der stärksten Stimmen im deutschen Krimi-Genre bleibt. Ihre Chastity-Riley-Krimis sind einzigartig: voller kluger Dialoge, scharfem Humor und einer unverwechselbaren, atmosphärischen Dichte. Mit Nach uns der Himmel zeigt sie eine andere, experimentellere Seite, die mir persönlich jedoch weniger zusagt. Dystopiefans könnten hier eine neue Facette ihrer Schreibkunst entdecken – für mich bleibt sie dennoch vor allem die Meisterin spannungsgeladener, intensiver Kriminalromane.
Zwischen den Kriegen ein britischer Blick aus der High Society
Die Mitford Schwestern von Marie Benedict
Marie Benedict ist für ihre guten Frauenportraits bekannt. Es gibt schon einige Romane von ihr über sehr bekannten Frauen und nun kommen gleich mehrere im Paket dazu: Die Mitfordschwestern.
Es sind immerhin 6 Schwestern, die hier zwischen den Weltkriegen in England hoch aktiv sind. Geboren in die upper class und somit gut ausgebildet, vornehm und auch Meinungs- und Willensstark.
Eine lässt sich scheiden, was zur damaligen Zeit ungeheuerlich ist. Noch schlimmer ist aber eine Affären mit einem deutschen Faschisten.
Der Roman lässt uns an dem innerfamiliären Konflikt über sehr unterschiedliche politische Ansichten teilhaben. Diese politische Komponente entzweit und führt zu einer Spaltung.
Diesen Aspekt hat Marie Benedict sehr gut herausgearbeitet. Spannend ist auch die sehr britische Perspektive auf das aufkeimende Nazi-Deutschland.
Gelungen und gut lesbar!
13jähriger musste sterben
Tode, die wir sterben von Roman Voosen; Kerstin Signe Danielsson
Ich fand diesen Thriller reizvoll, weil wir schon in Malmö waren und ich mir die Stadt so gut wieder präsent machen kann.
In diesem ersten Band der neuen Reihe ermitteln die Kommissare Svea Karhu und Jon Nordh, die beide komplexe Persönlichkeiten mit Ecken und Kanten sind. Svea Karhu, neu ist in Malmö, bringt durch ihre beharrliche, oft unkonventionelle Art Tiefe und Spannung in die Ermittlungen, während Jon Nordh, soeben Witwer geworden, mit seiner analytischen und zurückhaltenden Herangehensweise einen interessanten Kontrast bildet.
Die Chemie zwischen den beiden ist spannend und verspricht interessante Entwicklungen für die Serie.
Der Krimi spielt in Malmö (Schweden) und Voosen & Danielsson verstehen es hervorragend, die düstere und oft bedrückende Atmosphäre der Schauplätze einzufangen. Vor allem der beklemmende Mord an dem Jungen und wie es auf die Bevölkerung wirkt, ist gut beschrieben. Auch der weitere Verlauf der viel Dynamik enthält ist mächtig spannend.
Was mir besonders gefällt, ist, dass das Buch nicht auf brutale Details setzt. Der Fall selbst ist komplex und düster, aber die Spannung entsteht vor allem durch die psychologischen Zusammenhänge und die detaillierte Charakterzeichnung, ohne auf explizite Gewalt angewiesen zu sein. Leser:innen, die blutrünstige Thriller meiden, dürften hier voll auf ihre Kosten kommen.
Das schwedische Autorenduo schafft eine beklemmende, atmosphärische Welt, die mich als Leserin gleich gefesselt hat. Ohne die beliebte Nyström-Serie zu kennen, hat mich Tode, die wir sterben überzeugt. Der Folgeband ist bereits angekündigt, und ich freue mich darauf, Svea und Jon weiter durch ihre Fälle zu begleiten.
Für mich ist Tode, die wir sterben ein gelungener Auftakt, und ich bin gespannt, welche neuen Wege das Autorenduo in dieser Reihe noch beschreiten wird.
Nette Lesestunden
Die Abende in der Buchhandlung Morisaki − Roman (Bücherliebe in Tokio 2) von Satoshi Yagisawa
Ich lese sehr gerne mal einen japanischen Roman, die Feinheiten und die Art wie dort erzählt und vorgegangen wird, ist sehr eigen. Meist ein wenig altbacken, aber im positiven Sinne, da Zeit und Raum ein kostbares Gut ist.
Um so schöner wieder in der Buchhandlung Morisaki zurück zu sein, dieses Mal passend zum Cover und passend zur Jahreszeit im Oktober! So eine schöne Lektüre sich auf der Couch einzukuscheln.
Wir folgen wieder Takako-Chan, eine junge Japanerin, deren Onkel eine Buchhandlung im Bücherviertel Jinbocho, Tokio spielt. Ihre Tante wird krank und sie hilft ihrem Onkel. Es ist ein Kosmos für sich, Rücksicht und Unterstützung mit viel Bücherliebe machen diesen Roman sehr lesenswert.
Ich habe es sehr gerne gelesen, genauso wie Teil 1. Es ist eine Rückkehr zu den bereits bekannten Personen. Ist aber auch lesbar, wenn der erste Teil noch unbekannt ist, aber natürlich anders. Ich rate mit dem ersten Band anzufangen. Die Romane sind recht schmal und lesen sich schnell weg.
What's next?
NEXUS von Yuval Noah Harari
In Nexus von Yuval Noah Harari geht der Autor auf die tiefgreifenden Veränderungen ein, die sich durch Technologie, Biologie und das menschliche Handeln in Gesellschaft und Politik ergeben. So greift Harari konkrete Szenarien und Beispiele auf, um die potentiellen Gefahren und Möglichkeiten dieser Entwicklungen zu veranschaulichen: Beispielsweise diskutiert er die Rolle der Künstlichen Intelligenz (KI) in unserem Alltag und schildert eindrücklich, wie Algorithmen heute schon unsere Entscheidungen beeinflussen – etwa bei der Berufswahl, in Dating-Apps oder sogar bei der Diagnose von Krankheiten.
Diese Beispiele machen deutlich, wie tief KI bereits in unser Leben eingreift und wie sehr dies menschliche Autonomie infrage stellen könnte.
Harari stellt auch die Frage, was es bedeuten könnte, wenn Biotechnologie genutzt wird, um menschliche Fähigkeiten zu "verbessern". Er malt das Szenario, dass Eltern in der Zukunft möglicherweise die Möglichkeit hätten, die Intelligenz oder die Körperstatur ihrer Kinder im Voraus zu gestalten. Durch solche zugespitzten Beispiele wird für den Leser greifbar, wie sehr diese Entwicklungen grundlegende ethische und gesellschaftliche Fragen aufwerfen.
Während Harari hier sehr verständlich und oft provokativ schildert, geht er bei diesen Themen auch gelegentlich schnelle Abkürzungen, um den Lesefluss und die Zugänglichkeit aufrechtzuerhalten. Gerade in komplexeren Bereichen – etwa wenn es um die politischen Folgen der Datensammlung durch Großkonzerne geht – neigt Harari dazu, einige wissenschaftliche oder ethische Feinheiten auszulassen. Kritiker könnten deshalb anmerken, dass Nexus nicht alle Details und Nuancen erfasst, sondern eher Denkanstöße und Überblicke bietet. Trotzdem bleibt das Buch besonders für Leser ohne Vorwissen ein anregender Einstieg, der komplexe Sachverhalte gut verständlich vermittelt und zum Nachdenken über die Zukunft der Menschheit anregt.
Der Titel des Romans ist zu ignorieren
Die große Sehnsucht von René Sydow
Manchmal erreichen mich Bücher an die ich keine große Erwartungshaltung habe. Überraschungsfunde, bei denen man froh ist, sie lesen zu dürfen und bei denen man sich wundert warum man selbst als Booknerd noch nicht darüber gestolpert ist. Klar, frisch erschienen, aber trotzdem ist dieses Buch in den Neuerscheinungen bisher noch nicht so gewürdigt worden, wie es sollte aus meiner Sicht.
Denn es ist ein super Roman.
Der Titel „Die große Sehnsucht“ erklärt sich im letzten Drittel des Romans, daher will ich nicht vorgreifen. Aber trotz der Erklärung, finde ich den Titel unpassend. Da kommen sicher Missverständnisse über den Inhalt auf und so manche/r nimmt es eventuell nicht mal zur Hand. Es ist voller Witz, Dynamik und einfach gut geschrieben und nett.
Dieses Buch ist ein Rückblick auf das Ende der 90er Jahre, auf drei beste Freunde, die kurz vor dem Abitur stehen in der tiefsten Provinz am Bodensee. Heile Welt und doch ist alles in Aufruhe, weil diese Lebensphase einfach nicht für mentales Gleichgewicht sorgt. Heute nicht, damals nicht. Auch damals gab es Dinge, die nicht so laufen wie sie sollten.
Da ich ähnlich alt bin wie der Autor und die Protagonisten habe ich dieses Buch natürlich auch aus Gründen des nostalgischen Charmes sehr gerne gelesen. Vor allem bei der Wortwahl und die üblichen Formulierungen haben mich öfters schmunzeln lassen.
Ohnehin ist das Buch – vor allem in der ersten Hälfte – sehr amüsant und die drei Freunde, Rabe, Fete und Michi naiv sympathisch und haben das Herz am rechten Fleck. Wir erleben hier bei allen dreien Vorstöße Mädchen näher zu kommen und lesen ihre innere Einstellung dazu sowie die Reflektion der Freunde. Taktvoll und macht große Hoffnung, weil es mal ein Plädoyer für das gute im jungen Mann ist. Auch wenn die Reife noch fehlt die richtigen Taten folgen zu lassen.
Daher dies ist ein Buch vor allem für die zwischen Mitte der 70er und Mitte der 80er geborenen etwas. Und, eine super Wahl für „manchmal lesen Männer“ dieser Altersklasse, wenn es nicht der x-te Thriller sein soll oder ein Sachbuch.











