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Rezensionen von Lesestern:
Ein Atemzug - und die Welt gerät aus den Fugen
Im Schatten der Vergangenheit von Elisabeth Büchle
" Im Schatten der Vergangenheit" von Elisabeth Büchle ist ein hochbrisantes und spannendes Lesevergnügen mit Tiefgang.
Im Mittelpunkt der Handlung steht die Leistungssportlerin und Protagonistin Hanna Jameson, die nach einem kurzen Erholungstrip vor einem verlassenen Zuhause steht.
Was ist passiert und wo ist ihre Familie?
Ein Albtraum beginnt und Hanna steckt mittendrin in einem
gefährlichen Roadtrip auf Leben und Tod.
Ihr bisheriges Leben wird erschüttert und die Frage nach ihrer wahren Identität wird aufgeworfen.
Elisabeth Büchle spannt einen großen Bogen in die Vergangenheit der Familie Jameson.
Die Handlung des Romans spielt parallel sowohl in Deutschland wie in Amerika.
Man begibt sich zusammen mit Hanna auf Spurensuche, durchlebt gefährliche Situationen und gibt sich Verdachtsmomenten hin.
Dabei erfährt man nach und nach wie alles zusammenhängt und wird doch immer wieder überrascht.
Nichts ist vorhersehbar, immer wieder gibt es neue Spuren. Man ist mittendrin in der Geschichte, lernt auch die anderen vielschichtigen Charaktere, deren Umfeld und Vergangenheit kennen und fiebert mit bis zum Ende.
Probleme wie Rassendiskriminierung werden uns erschreckend nahe gebracht und konfrontieren uns mit der Tatsache wie totgeglaubte Ideologien und deren Ausläufer auch heute noch in unsere Gegenwart hineinwirken.
Trotz brisanter Thematik gibt es jede Menge Emotionen in dieser spannungsgeladenen Familiengeschichte.
Und bei alldem stellt sich immer wieder die Frage: wem kann man noch trauen?
Der Schreibstil ist flüssig und zieht einem geradezu ins Geschehen. Die genauen und wunderbaren Natur- und Ortsbeschreibungen sorgen für eine ganz besondere Atmosphäre, erhöhen die Spannung und visualisieren die beschriebene Situation beim Lesen.
Fazit: Ein spannendes unterhaltsames und zugleich aktuelles Lesevergnügen mit vielschichtigen faszinierenden Charakteren getragen von Glaube, Liebe, Mut und Vertrauen.
Unbedingte Leseempfehlung!
Salz in geheimnisvollen Tiefen
Letzter Stollen von Herbert Dutzler
Auf der Überraschungsfeier zu seinem 50.Geburtstag wird Inspektor Gasperlmaier zu einem neuen Fall gerufen.
Im Altausseer Bergwerk gibt es Auffälligkeiten, die auf das unfreiwillige Verschwinden eines Touristen hinweisen. Gasperlmaier ermittelt und die für ihn eher unangenehme Geburtstags-Party ist somit beendet.
Stattdessen beginnt nun die Suche nach dem fehlenden Schutzanzug, den der Vermisste voraussichtlich getragen hat.
Bald stellt sich heraus, dass hinter dieser Anzeige mehr steckt, als es auf den ersten Blick scheint. Die Ermitllungen führen das gegensätzliche Ermittlerduo Franz Gasperlmaier und Frau Dr. Renate Kohlross von der Vergangenheit der Raubkunst, in die Gegenwart und abstruse Welt von Verschwörungstheorien.
Herbert Dutzler erzählt spannend und unterhaltsam.
Man ist schnell im Geschehen drin und verfolgt die Spuren, die Gasperlmaier und seine Kollegen aufnehmen, um diesen Fall zu lösen.
Dabei spielen die Beziehungen der unterschiedlichen Protagonisten eine große Rolle und nehmen einen entscheidenden Raum in diesem Kriminalroman ein. Gasperlmaier selbst wird als ein etwas schrulliger, aber sehr verantwortungsbewusster "Postenkommandant" beschrieben, dessen stets knurrender Magen und sein Bedürfnis nach Bier seine Ermittlungen von Zeit zu Zeit unterbrechen.
Es ist ein regionaler Krimi mit viel österreichischem Dialekt und damit zeichnet der Autor ein ganz besonderes Flair und den Charme der Bewohner dieser Altausseer Region.
Das Ende und die Auflösung des Kriminalfalls sorgen für eine große Überraschung...
Fazit: Ein atmosphärisch-authentischer und unterhaltsamer Alpenkrimi aus dem Salzkammergut, ,in dessen Geschehen man leicht durch den lockeren, witzigen und zugleich spannenden Erzählstil einsteigen kann. Deshalb kann man diesen neuen Band auch ohne die vorhergehenden Bände wunderbar lesen und verstehen. Auch der regionale Dialekt ist problemlos und somit auch für deutsche Leser, wie mich bestens zu verstehen und unterstützt wunderbar den Charme des Romans.
Mut, der den Tod vor Augen hat
Meine Stimme für das Leben von Mukwege Denis; Akerlund Berthild
Meine Stimme für das Leben von Denis Mukwege ist ein Buch, das man einmal angefangen nicht mehr aus der Hand legt.
Spannender als jeder Krimi und zugleich erschütternd, weil hier Realität beschrieben wird.
Denis Mukwege, der Friedensnobelpreisträger 2018 schildert das Leben und die unglaublichen Grausamkeiten in der Demokratischen Republik Kongo, insbesondere die sexuelle Gewalt gegen Frauen als besonders abscheuliche Kriegswaffe.
Wir erfahren sehr viel über Stammes- Rivalitäten und Kriege, die sich in schrecklichen Verbrechen auswirken. Das Land ist geprägt von Korruption und Opportunismus. Die Würde des Menschen ist dort ein Fremdwort und die bisherigen Regierungen waren ebenso korrupt, nur aufs eigene Wohl bedacht und durch militärische Übernahmen an die Macht gekommen.
Die hier vorliegende Autobiographie berichtet von Denis Mukweges Berufung zum Arzt. Als kleiner Junge begleitete Denis seinen Vater, der als Pastor sich um kranke Menschen vorbildlich kümmerte. In dieser Situation reift in Denis der Wunsch ein "Muganga" ( Heiler ) zu werden und somit eine Ergänzung zu seinem Vater, der Kranke ermutigt und für sie betet, aber nicht befugt ist ihnen Medikamente zu verabreichen.
Sein Weg zum Arzt ist mit vielen Steinen gepflastert, aber er erfährt, dass Gott ihm zur Seite steht, und er letztendlich die Kraft und das Durchhaltevermögen ihm schenkt. In dieser Situation wird Mukwege bereits mit den Opfern sexueller Gewalt konfrontiert, die den Weg in das Krankenhaus suchen. Gleichzeitig erlebt er die unzureichende Versorgung von Komplikationen bei Schwangerschaften.
Diese Erlebnisse prägen seine Verantwortung sich für Frauen einzusetzen. Weitere Stationen sind die nicht standesgemäße Heirat mit Madeleine und die Widerstände ihres Vaters,eines erfolgreichen Geschäftsmannes. Madeleine unterstützt Denis in seiner Verantwortung und Berufung als Arzt und gründet mit ihm eine Familie, die mit ihm durch dick und dünn geht.
Auch für die Fortbildung zum Gynäkologen und Facharzt für Geburtshilfe in Frankreich kann Mukwege auf seine Familie zählen. Die finanziellen Herausforderungen, die das Studium in Paris mit sich bringt, meistern sie gemeinsam als Familie. Sie erfahren, dass Gott sich hinter seine Verantwortung und Berufung stellt. So erlebt er unglaubliches und erhält sogar ein Auto als Preis von einem trivialen Gewinnspiel, das ein notwendiges Transportmittel für einen Job darstellt, das ihm die finanzielle Unterstützung für seine Fortbildung in Paris ermöglicht.
Nach dieser Ausbildung stehen ihm alle Türen zur Karriere offen und er könnte ein gutes und vor allen Dingen sicheres Leben im Wohlstand mit seiner Familie führen.
Aber Mukwege hat seine Berufung nicht vergessen und so stellt er sich der Verantwortung und kehrt mit seiner Familie zurück in den Kongo, um weiterhin den Frauen jetzt noch besser zu helfen.
Bis heute lebt er dort mit seiner Familie ,unterbrochen von einigen Auslandsaufenthalten, um auf die Missstände im Kongo und die aussichtslose Situation der Frauen hinzuweisen. Dabei riskiert er tagtäglich sein Leben und ebenso das Leben seiner Familie. Einige Anschläge und Attentate hat er bereits erfahren und sie auf wundersame Weise überlebt.
Man spürt,Gott stellt sich zu seiner Berufung und hat noch viel vor mit ihm.
Der Friedensnobelpreis 2018 gibt Hoffnung. Endlich wird sein langjähriges Engagement für Menschenrechte und sein Eintreten für die Kriegsverbrechen gegen Frauen anerkannt. Er hat bisher schon einige Preise für sein mutiges Auftreten für Menschenwürde und Nächstenliebe erhalten. Der Kongo, seine Heimat aber boykottiert seine Hilfsmaßnahmen und anstatt ihn zu unterstützen, wird er bedroht. Seine Arbeit als Arzt kann er nur mit Sicherheitsmaßnahmen durchführen und das Krankenhausgelände ist zu einem Ort ständiger Bewachung mit Personenschutz geworden.
Es ist zu hoffen, das dieses Buch in der Öffentlichkeit weit verbreitet und gelesen wird und sein Friedensnobelpreis nicht nur eine Auszeichnung ist, sondern Auswirkungen zeigt, die die Situation im Kongo verändern.
Abenteuer mit Herz und Historie
Meine Stimme für das Leben von Mukwege Denis; Akerlund Berthild
Abenteuer mit Herz und Historie
Mit Herz und Bogen ist ein mittelalterliches Lesevergnügen, bei dem es um die junge Bogenschützin Fronika geht, die ihre Jagdfähigkeit zugunsten von Waisenkindern nutzt, um dem Elend der Armut entgegen zu wirken.
Dabei verliebt sie sich ausgerechnet in den Förster Matthis, der im Auftrag des Markgrafen den Wilderer aufspüren soll.
Rutger Menkels, der Vormund von Fronika möchte gerne eine standesgemäße Partie für seine Nichte erwirken und so gibt es den Bürgermeistersohn Georg, der als Gegenspieler zu Matthis auftritt.
Das ist nur ein kurzer Abriss von der Geschichte, die aufwartet mit Intrigen, Abenteuern und Familiengeschichten und uns ein prall gefülltes Mittelalterdrama serviert.
Im Hintergrund steht der Glaube und damit auch der Konflikt beim Jagen Unrecht zu tun und gegen das Gesetz zu verstoßen.uuu
Fronika ist hin und hergerissen zwischen ihrem Glauben und ihrem Herzensdrang, die Kinder vor Hunger und Armut zu beschützen,und ihrem schlechten Gewissen und ihrer Angst vor Strafe.
Und zugleich zwischen ihren echten Gefühlen und ihrem Pflichtbewusstsein gegenüber ihrem Onkel.
Viel Stoff und Dramatik für ein fesselndes historisches Abenteuer.
Fazit: Ich habe diesen Roman mit großen Erwartungen begonnen und es hat Spaß gemacht ihn zu
lesen.
Es war ein wunderbares entspannendes Lesevergnügen gerade jetzt in der Vorweih-
nachtszeit.
Die Protagonisten waren mir sehr sympathisch und deren Lebensgeschichten,
Verwicklungen und Abenteuer haben mich gepackt und ich bin lesend in deren Gefühls und
Glaubenswelt eingetaucht.
Was mir allerdings gefehlt hat, war der Tiefgang des nur leider an der Oberflächlichkeit
geschilderten Glaubens.
Und die Voraussehbarkeit der Ereignisse hat dem von mir etwas höher erwarteten
Spannungsbogen entgegen gewirkt.
Wer einen leicht zugänglichen, gut lesbaren historischen und emotionalen Leseschmöker
sucht, ist hier goldrichtig.
facettenreich,kulturübergreifend und hochaktuell
Piccola Sicilia von Daniel Speck
Piccola Sizilia" ist mein absolutes Wunschbuch, nachdem ich vor 2 Jahren von "Bella Germania", ebenfalls von Daniel Speck total fasziniert war.
So bin ich mit großen Erwartungen an diese Lektüre herangegangen und wurde emotional bewegt und berührt wie beim Vorgänger.
Die Handlung enthält auch wieder eine Rahmengeschichte.
In diesem Fall geht es um die junge Archäologin Nina, deren Lebenstraum gerade am Zerplatzen ist. In dieser Situation erhält sie die Nachricht von einem Fund, der ihre Vergangenheit betrifft. So bricht Nina auf, um sich auf die Suche nach ihrem Großvater zu machen, der seit dem Weltkrieg als verschollen gilt. So begegnet ihr Joelle, eine geheimnisvolle Frau, die sie auf eine Reise in die Vergangenheit führt. Dabei spielt Moritz Reincke, Nina 's Großvater, der als Fotograf im deutschen Propagandaministerium tätig und in Nordafrika stationiert war und ein jüdisches Mädchen namens Yasmina die Hauptrollen.
Man taucht ein als Leser in ein farbenfrohes und tolerantes Tunis 1942, in dem verschiedene Kulturen und Religionen friedlich nebeneinander leben. Als dann zuerst die Deutschen und später dann die Allierten das Land besetzen, wendet sich das Blatt und plötzlich wird aus Vertrauen, Misstrauen und aus Nachbarn und Freunden werden Spione und Feinde.
Fazit: Piccola Sizilia ist eine sehr facettenreiche und intensive Geschichte,die in einer spannenden Romanhandlung viele historische Informationen verpackt.
Dabei ist diese Erzählung angesichts unseren Konflikten in der Welt und der Flüchtlingsfrage hochaktuell und bietet viel Anregung zum Nachdenken.
Für mich waren die geschichtlichen Fakten von Tunis absolutes Neuland und ich habe sie mit großem Interesse verfolgt und gelesen. Die angenehme Sprache und der gut lesbare Schreibstil des Autors machen auch diesen Roman zu einem Lesevergnügen.





