Kunden em pfehlungen
Rezensionen von skiaddict7:
Eine besondere Freundschaft
Sirga und Valentin. Die wahre Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft von Valentin Grüner
In der Kalahariwüste im Süden Afrikas lebt Valentin als Tierschützer. In einer Auffangstation wird die kleine Löwin Sirga geboren. Ihre Mutter kann sich nicht um sie kümmern, weshalb Valentin und sie Freunde werden. Valentin zieht sie auf und bringt ihr sogar das Jagen bei!
Das Buch ist sehr süss gestaltet und zeigt gut die Freunschaft zwischen Mensch und Tier.
Vergeblich suchte ich in dem Text jedoch, wo sich das ganze zugetragen hat, es wurde immer nur von der Wüste Afrikas gesprochen. Der Klappentext und der Link am Ende des Buches helfen da weiter. Ich finde es wichtig, Afrika nicht als Land darzustellen, sondern das, was es ist: ein diverser Kontinent mit vielen verschiedenen Ländern. Auch hatte ich mir noch ein wenig mehr über Tierschutz und die negativen Seiten von so einer Freundschaft erhofft. Beim Lesen kann man dies mit dem Kind natürlich selber diskutieren. Mein Kind findet das Buch sehr spannend und ist fasziniert von dieser besonderen Freunschaft.
Nachhaltig berührend
Anton und Alma von Dana Vowinckel
Anton Weiss und Alma Bormann. Zwei Anfang-Zwanziger, beide in Berlin aufgewachsen. Anton ist Jude und stammt aus einer Akademikerfamilie. Alma ist nicht religiös und ihre Kindheit war schwierig, sie fühlte sich nie wirklich zuhause bzw. angekommen. Das erste Mal treffen sie sich bei einem Schüleraustausch.
Jahre später, im Studium, finden sie zueinander. Es beginnt eine intensive Liebesgeschichte. Anton geht ein Semester nach New York City, wo seine Grosseltern auch leben. Als er beschliesst, dort zu bleiben und seinen PHD dort zu machen, zerbricht die Beziehung. Alma fühlt sich komplett allein, in Berlin, und findet Zuflucht beim Judentum. Nach einem Nahtod-Erlebnis beschliesst sie, zu konvertieren. Durch die Angriffe der Hamas am 7. Oktober 2023 wird sowohl Almas als auch Antons Leben sehr durcheinander gewirbelt. Anton verlässt schliesslich deshalb New York und die beiden finden wieder zusammen...
Ich habe etwas gebraucht, bis ich in die Geschichte gefunden habe. Dann konnte ich aber nicht mehr aufhören. Das Buch ist sehr poetisch und nahbar geschrieben. Die Protagonisten sind sympathisch und nahbar und entwickeln sich auch weiter. Alma hat mich oft an mein früheres Ich erinnert. So viele Fehler, die ich so ähnlich ebenfalls gemacht habe... Ich bin sehr tief in das Buch eingetaucht und bleibe berührt zurück. Ich werde noch viel an Anton und Alma denken. Ich kann das Buch auf jeden Fall empfehlen und bin gespannt, ob es den Buchpreis bekommt.
Über das Teilen...
Nur noch die eine Nuss! von Smriti Halls
Es ist Herbst. Eichhörnchenmädchen Fips sammelt verschiedene Nüsse und verstaut sie in ihrem Bau. Ob es genug sind? Sicherheitshalber sammelt sie lieber noch mehr. Die anderen Tiere wundern sich. Sie finden gar keine Nüsse mehr, wie sollen sie so über den Winter kommen?
Das Buch gefällt mir sehr gut.
Schön, dass die Protagonistin ausnahmsweise ein Mädchen ist, bei Tieren habe ich das Gefühl, dass es sonst meist Jungs sind. Der Text ist in Reimen angeordnet und eher kurz. Die Sprache ist einfach. Für meinen Geschmack könnte der Text noch etwas komplexer sein. Die Nachricht ist wichtig: Teilen tut uns nichts weh, nimmt uns nichts weg (solange insgesamt genug da ist). Mit Freunden teilen, macht Spass. Ich finde das Buch sehr gelungen, wir können darüber gut mit Kindern ins Gespräch kommen und das Thema vertiefen.
Süsses Kinderbuch über Selbstakzeptanz, mit kleinen Schwächen
Nuno Nasenbär von Ingolf Lück
Nuno Nasenbär lebt in einem kleinen Baumhaus im Dschungel. Eigentlich ist er zufrieden mit seinem Leben. Seine Nase hilft ihm, tolle Schätze und neue Orte zu finden. Eines Morgens bleibt die Nase beim Anziehen im T-Shirt stecken, und führt dazu, dass sein Baumhaus völlig zerstört ist. Von nun an hat er das Gefühl, seine Nase sei irgendwie schlecht.
Immer wieder wiederholt er, "Ich duseliger Nasenbär, wenn nur nicht diese Nase wär'!". Mit Hilfe seiner Freunde merkt er aber zumindest gegen Schluss, dass das nicht stimmt...
Die Illustrationen sind sehr kräftig und bunt. Auf jeder Seite gibt es einige verschiedene Tiere zu sehen, wobei Nuno der einzige Nasenbär ist, während es von anderen Tieren meist mehrere gibt. Die Seiten enthalten sowohl Text als auch Sprechblasen, was das Vorlesen etwas komplexer macht. Manchmal ist der Text in den Sprechblasen etwas sarkastisch und für kleinere Kinder nicht wirklich zu verstehen.
Ich bin leider nicht ganz überzeugt von dem Buch. Die Idee ist gut, aber im Prinzip folgen wir hier einfach einem Nasenbär, der ein mal einen schlechten Tag hat. Etwas stört mich, wie er sich immer wieder als "dusselig" bezeichnet. Dies ist zumindest in der Schweiz, wo ich lebe, nicht ein Wort was in meiner Generation verwendet wird, und kommt mir so Boomer-mässig vor. Vielleicht ist das in Deutschland anders?
Mein Fazit: hier wird etwas übertrieben ein Problem generiert, was dann auf der letzten Seite schnell gelöst wird. Das könnte meiner Meinung nach besser umgesetzt werden.
Humorvoll und sympathisch
Pfoten weg vom roten Knopf! von Matilde Tacchini
„Pfoten weg vom roten Knopf“ macht schon von aussen was her: ein ordentliches Hardcover mit Schriftrelief im A4 Format. Die Seiten sind aus etwas dickerem Papier. Der Stil ist überwiegend Dialog-orientiert und erinnert an ein Comic. Die Illustrationen sind einfach aber besonders, oft ändert sich pro Seite gar nicht viel, was es auch speziell macht.
Der Hase entdeckt einen roten Knopf. War er schon immer da? Ist er neu? Was passiert wohl, wenn man ihn drückt? Nach und nach gesellen sich weitere Tiere dazu, bis schliesslich Fuchs, Eichhörnchen, Hase, Bär, Eule und Fasan gemeinsam diskutieren, ob man den Knopf drücken kann, oder was nun zu tun ist. Sie malen sich aus, was schlimmes passieren könnte. Die Eule liest im Eulikon über mögliche Folgen nach. Sie stimmen ab. Doch schliesslich wird der Knopf doch gedrückt…
Ein sehr unterhaltsames, besonderes Buch, bei dem man gut mit Kindern ins Gespräch kommt und verschiedene Themen besprechen kann. Sehr empfehlenswert!
Wer sind eigentlich diese "Anderen"?
Die Anderen von Kobi Yamada
In diesem Kinderbuch schreibt Kobi Yamada über "die Anderen". Zwei Kinder stehen vor einer Hecke und überlegen, wie die Menschen auf der anderen Seite wohl so sind. Es sind "die Anderen". Haben sie Tentakel? Sind es Monster? Warum sind es eigentlich "die Anderen"?
Wunderschöne Illustrationen ergänzen die Erzählung, die für Kinder gar nicht so einfach zu verstehen ist.
Das Buch benötigt auf jeden Fall Begleitung, durch den Text kann man gut ins Gespräch kommen und mit dem Kind über das Gelesene sprechen. Das Buch regt zum Nachdenken an. Es ist eines der Bücher, das immer wieder gelesen werden kann und hoffentlich immer wieder neue Gespräche anregt.
Ich hoffe ja, dass das Buch irgendwann gar nicht mehr gebraucht wird. Leider ist es durch die aktuellen politischen Entwicklungen weiterhin extrem aktuell. Daher kann ich es sehr empfehlen, aber wie gesagt, müssen Kinder beim Lesen begleitet werden.
Tiefgründiger und berührender Coming-of-age Roman
Mädchen allein zu zweit von Daniela Dröscher
Issa und Grace sind fünfzehn. Sie besuchen ein Gymnasium voller Kinder von Reichen, während ihre Eltern als so ziemlich einzige kein Geld haben. Issa leidet darunter, dass ihre Mutter mit Geld nicht umgehen kann. Grace hat fast über Nacht sehr grosse, schmerzhafte Brüste, die sie gerne operieren lassen würde.
Präsent ist das Gefühl, dass sie mit niemandem darüber reden können und niemand sie versteht.
Daniela Dröscher hat mich mit diesem Coming-of-age Roman sehr beeindruckt. Sie kann sich gut in die Jugendlichen hineinfühlen, während die Themen stets auch tiefgründig bleiben. Die Charaktere entwickeln sich weiter und die Freunschaft bleibt eins der wichtigen Themen, sie stehen stets zueinander. Ich bin begeistert und kann diesen Roman für Jugendliche sehr empfehlen!
Das Leben auf der Halbinsel
Halbinsel von Kristine Bilkau
Annett ist neunundvierzig. Seit bald zwei Jahrzehnten lebt sie an der Nordsee, auf einer Halbinsel im nordfriesischen Wattenmeer. Ihr Mann Johann ist plötzlich und früh verstorben. Tochter Linn ist nun Mitte zwanzig, und zum Studium in die Welt hinaus gezogen. Nun kommt sie unerwartet zurück nach Hause, nachdem Annett ein paar Jahre allein war.
Erschöpfung. Doch sie redet nicht. Was ist bloss geschehen? Annett versucht, ihrer Tochter näherzukommen, doch die scheint sich dadurch nur weiter zurückzuziehen...
Ich habe das Buch gern gelesen. Ich konnte mich mit sowohl mit Annett als auch mit Linn identifizieren. Mit Linn vielleicht ein wenig mehr. Insgesamt ist das Buch jedoch sehr ruhig, und die Charaktere machen nur wenig Entwicklung durch. Manche von Annetts Entscheidungen konnte ich nur schwer nachvollziehen. Vieles konnte sie (noch) nicht verarbeiten. Sie versteckt sich, lebt zurückgezogen. Linn ist da ganz anders. Durch die Ruhe auf der Insel finden die beiden langsam wieder zueinander. Insgesamt ein schönes, ruhiges, poetisches Buch, auch wenn ich mir von Annett mehr Charakterentwicklung gewünscht hätte..
Sehr spannende Idee
Die Mitternachtsreise von Matt Haig
Wilbur Budd stirbt kurz vor Mitternacht. Er erinnert sich nicht mehr allzu genau daran, was davor passiert ist. Plötzlich wird er von einem Zug abgeholt. Der Mitternachtszug. Dieser bringt Menschen nach dem Tod an verschiedene, wichtige Stationen ihres Lebens, um diese noch einmal zu erleben. Bei Wilbur sind das ganz schön viele Stationen.
Begonnen als Säugling, der Vater im Krieg gefallen, die Mutter schlägt sich so durch mit ihm und seinem grösseren Bruder. So geht es weiter, Wilbur wächst auf, geht gern zur Schule, möchte nach Oxford gehen. Zudem entdeckt er seine Liebe zu den Büchern. Und irgendwann auch zu Maggie, seiner grossen Liebe...
Ich fand die Idee hinter dem Buch sehr spannend. Allerdings ist mir die Geschichte teils zu stereotypisch und die Charaktere zum Teil etwas flach. Ich habe trotzdem gerne zugehört und Wilbur auf seiner Reise begleitet. Vermutlich hätte es mir im englischen Original etwas besser gefallen.
Ein wichtiges Buch
Unshame von Louisa Dellert
"Unshame" von Louisa Dellert ist eins von mehreren aktuellen Büchern zu einem ähnlichen Thema. Louisa erzählt dabei sehr ehrlich von ihrer Kindheit und Jugend, Gedanken, nie genug zu sein, und dem Beginn als Influencerin, wie sie immer weniger gegessen und mehr Sport gemacht hat. Hier werden auch patriarchale Strukturen reflektiert und analysiert.
Ich finde das Thema sehr interessant und auch wichtig. Dennoch wurden mir manche Themen nur etwas zu oberflächlich angesprochen, manches war für mich sowieso klar und daher nichts neues. Manche Meinungen konnte ich nicht teilen. Als Beispiel die Aussage, dass es keine anti aging Produkte gibt, die wirken, zeigt, dass die Autorin hier keinen Überblick hat, was als Laie aber auch schwierig ist. Hier sollte man vielleicht mehr die influencer und beauty Industrie kritisieren als pauschal zu sagen, dass es keine wirksamen Inhaltsstoffe gibt.
Wer sich schon viel mit dem Thema beschäftigt hat wird hier eventuell nicht allzu viel neues entdecken. Ich würde sagen, es lohnt sich trotzdem! Dieses Buch sollte idealerweise jede Frau und nach Möglichkeit jeder Mann lesen - wie auch andere Bücher zum Thema. Lest "Unshame" und verinnerlicht es. Danke, Louisa, für diesen wichtigen Titel.











