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Rezensionen von liesmal:

Darwyne will nur geliebt werden

Darwyne von Colin Niel

Darwyne ist die Titelfigur eines außergewöhnlichen Thrillers, der in den Dschungel im Amazonasgebiet von Französisch-Guayana führt. Dort lebt der Junge mit seiner Mutter und ihren immer neuen Liebhabern in den Slums von Bois Sec.
Einen Großteil der Geschichte erzählt bereits das Cover: Der Name in Großbuchstaben in einem verschmutzten Gelb liegt mitten im Wurzelwerk der Bäume, dort, wo Darwyne sich am wohlsten fühlt.

Ein Teil der Wurzeln hat eine glänzende Beschichtung. Dadurch wird nicht nur mit der Dunkelheit eine ganz besondere Wirkung erzeugt, sondern ich kann beim Lesen jederzeit den Dschungel förmlich fühlen und spüren.
Der zehnjährige Darwyne ist anders als andere. Er lebt mit körperlichen Beeinträchtigungen, die ihn selbst allerdings weniger stören als seine Mutter, deren Erziehungsmethoden haarsträubend und erschreckend, grausam und unmenschlich sind. Dabei möchte Darwyne doch nur dieselbe Liebe seiner Mutter erfahren, die sie seiner großen Schwester entgegenbringt.
Ich bin froh, dass Darwyne in der Sozialarbeiterin Mathurine eine Person findet, die seine besonderen Fähigkeiten in Verbindung zur Pflanzen- und Tierwelt im Amazonas erkennt und schätzt. Mathurine ist nicht nur mit einer Evaluation beauftragt, sondern lernt Darwyne durch ihre eigene Liebe zum Dschungel auf einer verbindenden Ebene kennen. Das hat mich ganz besonders berührt und bewegt.
Auch wenn dies kein Kriminalroman im üblichen Sinn ist, ist das Genre „Thriller“ für die Geschichte gut gewählt, denn es ist mit seinen vielen Überraschungen und Wendungen an Spannung und Nervenkitzel, leider auch an Grausamkeiten, kaum zu überbieten.
Mit großem Interesse verfolge ich Nachrichten in Bezug auf Entwaldung und Klimaveränderungen im Amazonas-Regenwald. Auch diese Themen werden im Roman aufgegriffen, ebenso die Probleme, mit denen illegal eingewanderte Menschen konfrontiert werden.
Den Namen des Autors Colin Niel, dessen Roman Darwyne mich tief berührt und erschüttert hat, werde ich nicht vergessen. Eine klare Leseempfehlung von mir.

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Eine außergewöhnliche Reise

Bis zu den Sternen und wieder zurück ... - Liebeserklärung einer Drachenmama von Anna Menon

Das Cover erweckt den Eindruck, als wäre die Geschichte eine Reise ins Land der Fantasie. Dabei geht es doch tatsächlich „nur“ ins All und „Bis zu den Sternen und wieder zurück“.
Eine liebevolle und besorgte Mutter ist die Drachenmama. Die Szene mit den Abschiedsgeschenken, dem Teddybär und im Gegenzug den kleinen Zettelchen, ist so berührend und wunderschön bebildert in einer Technik, die ich bisher noch nicht kannte.

Bezaubernd sehen zum Beispiel auch die Sterne aus: wie kleine Kekse, die mich sogar den Duft in der Nase spüren lassen. Doch es ist ganz egal, an welcher Stelle man das Buch aufklappt: Aus jeder Seite scheint die Liebe!
Ganz informativ und interessant finde ich den Abschnitt „Wie dieses Buch entstand“ und ebenso die kurzen Sätze zu allen Beteiligten.
Ich habe das Gefühl, alle waren mit ganzem Herzen dabei. So wie auch ich als Leserin dieser zauberhaften Geschichte, die ich gern empfehle und dabei allen Kindern eine so liebevolle Mutter wünsche, wie die Drachenmama eine ist.

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Wo bleiben Ehrlichkeit und Offenheit?

Long Island von Colm Tóibín

„Ein Mann und eine Frau treffen sich nach fast zwanzig Jahren wieder … Tóibín erzählt von dem Versteckspiel, das sich zwischen den ehemaligen Liebenden entspinnt.“ Dieser Satz ist Teil der Buchbeschreibung und wird zum Hauptthema.

Eilis verlässt ihren Mann, weil der sein außereheliches Kind in seiner Familie aufziehen will.

Sie kehrt zurück in ihre Heimat Irland und trifft dort auf Jim, laut Buchbeschreibung „ihre Jugendliebe“.

Den Schreibstil des Autors Colm Tóibín finde ich sehr angenehm, die Geschichte allerdings ziemlich verwirrend, weil ich vieles einfach nicht richtig zuordnen kann. Leider habe ich erst nach etwa einem Drittel des Buches erfahren, dass es mit „Brooklyn“ eine Vorgeschichte gibt. Ich empfehle, dieses vor „Long Island“ zu lesen. Ich hatte ohne Vorkenntnisse einfach zu viele Fragen und Ungereimtheiten im Kopf. So konnte ich die Geschichte, die sich in erster Linie um die Beziehung zwischen Jim und Eilis dreht, an manchen Stellen vielleicht nicht richtig verstehen.

Vielleicht oder sogar wahrscheinlich ist es vom Autor so gewünscht, aber für meinen Geschmack gab es insgesamt zu viele Heimlichkeiten, jede*r hatte so seine eigenen Geheimnisse, und auf Ehrlichkeit und Offenheit habe ich vergeblich gewartet.

Auch Eilis‘ Mutter kam mir zunächst sehr unnahbar und wenig empathisch vor. Und dann spielt auch noch Eilis‘ frühere Freundin Nancy eine entscheidende Rolle.

An einer Stelle machte es mich ganz kribbelig, dass sich die ganze Situation um Jim, Eilis und Nancy zu dem reinsten Versteckspiel entwickelt.

Das Ende der Geschichte hat mich zunächst in keiner Weise zufriedengestellt, sondern war eine einzige Enttäuschung und ich war froh, dass das Buch endlich gelesen war. Allerdings habe ich am Tag darauf festgestellt, dass mich die Geschichte doch mehr beschäftigt als erwartet. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass der Autor mit der Situation, wie sie am Ende ist, vielleicht ein Beispiel geben und zeigen will, wohin Heimlichkeiten und Unehrlichkeit führen können.

Trotzdem bleibt Bitterkeit zurück.

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Schöne neue Welt

Savannah - Aufbruch in eine neue Welt von Malou Wilke

Vor fast 300 Jahren gründete General James Oglethorpe die britische Kolonie Georgia. 1733 führte er die ersten Kolonisten nach Savannah. Freundschaftliche Verbundenheit versprach er beiden Völkern: den Ureinwohnern Yamacraw und den Untertanen des Königs George. Oglethorpe führte ein Verbot von Sklaverei und Alkohol ein.

In diese historische Zeit führt die Geschichte der Autorin Malou Wilke. Aus unterschiedlichen Gründen sahen damals viele Menschen keinen anderen Weg auf eine bessere Zukunft, als sich General Oglethorpe anzuschließen und die Flucht in ein unbekanntes Land zu wagen. Die Hauptprotagonistin Nellie Bernstein ist eine von ihnen. Ungewollt und unverschuldet schwanger, verstoßen von ihrem Vater, muss sie ihre geliebten Geschwister zurücklassen und sich völlig allein auf den Weg machen.
Malou Wilke hat mich mit ihrem bildhaften Schreibstil von Anfang an gepackt und dabei die Vergangenheit lebendig werden lassen. Auf ihrem gefahrvollen Weg, den Nellie zunächst ängstlich, dann aber mutig und willensstark geht, bekommt sie Hilfe von Menschen, die zu Freunden werden. Aber es gibt auch weniger schöne Begegnungen und die entbehrungsreiche Schiffspassage birgt große Schwierigkeiten. In South Carolina haben die Menschen endlich wieder festen Boden unter den Füßen und gelangen von dort weiter nach Savannah. Unter der Führung von Oglethorpe entsteht die Kolonie Georgia.
Ich habe zwar schon mehrere historische Romane auch aus den Südstaaten gelesen, aber die Gründung einer Kolonie wie sie in diesem Buch beschrieben wird, war für mich nicht nur total spannend, sondern außerdem sehr lehrreich. Dass Nellie sich vor allem für verwaiste Siedlerkinder eingesetzt und ihnen dadurch ein neues „Familienleben“ ermöglicht hat, hat mich dabei besonders berührt.
Das Zitat "Nicht für uns selbst, für andere" von James Edward Oglethorpe spricht dabei für sich.

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Bunter Schirm und großes Herz

Das Zebra mit dem Regenschirm von David Hernández Sevillano

Das Zebra weiß, was Gemeinschaft und Freundschaft bedeuten. Als in der Savanne nach langer Trockenheit die Regenzeit beginnt, wird es mit seinem bunten Schirm zum Gastgeber für viele andere Tiere. Egal wie groß sie sind oder ob sie als gefährlich gelten: Alle Tiere, die um Schutz vor dem Regen bitten, finden Platz unter dem großen Schirm mit den vielen bunten Farbklecksen.

Schon bald entsteht eine tolle Gemeinschaft. Es wird miteinander gesprochen, gesungen, gespielt und gelacht.
So wird das Zebra zu einem wunderbaren Vorbild für ein friedliches und freundschaftliches Miteinander.
Das großformatige Buch mit wenig Text und einfachen Bildern lädt ein zum Hören und Schauen. Und ganz nebenbei erfährt man, wie einfach es doch sein kann, ein richtig guter Gastgeber zu werden. Und auf die Frage, warum denn der Regenschirm des Zebras so bunt ist, gibt es am Ende natürlich auch eine wunderschöne Antwort.

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Wenn das Alter zur Nebensache wird

Im wechselnden Licht der Jahre von Tom Liehr

Alex hat das große Glück, mit der Liebe seines Lebens verheiratet zu sein. Er führt ein recht sorgloses und zufriedenes Leben. Wenn nur nicht dieser schreckliche Tag in immer bedenklichere Nähe rücken würde: sein 60. Geburtstag. Doch alle grausamen Vorstellungen zum Altwerden werden plötzlich zur Nebensache, als das Schicksal erbarmungslos zuschlägt und Alex komplett aus der Bahn wirft.

„Im wechselnden Licht der Jahre“ mit seinem Hauptprotagonisten Alex Bengt gibt der Autor Tom Liehr gekonnt und in gewohnter Weise Rückblicke in die Vergangenheit, hier vor allem in die Siebziger- bis Neunzigerjahre.

Begeistert hat er mich wieder einmal mit seinen Beschreibungen historischer Ereignisse und Gegebenheiten. So war West-Berlin vor der Wende eine Stadt ohne Vororte, die man nicht verlassen konnte. „Die Stadt konnte sich auch nicht ausdehnen; sie war wie ein Mensch, der von Kindesbeinen an die gleiche Klamottengröße tragen musste.“

Aber auch an alltägliche Dinge des Lebens wie Holzperlenmatten für die Rückenlehne von Autositzen oder den Werbegesang von „Plantschi“ habe ich mich gern und lachend erinnert – und den Abschnitt zum Telefonanschluss habe ich einfach nur genossen.

Ich finde Alex‘ Lebensgeschichte sehr unterhaltsam und interessant. Am liebsten würde ich noch viel mehr Dinge aus Alex‘ Biografie verraten, aber ein paar Überraschungen muss es für all die neugierigen Menschen geben, denen ich das Buch sehr gern empfehle.

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Lachen ist ein großer Reichtum

Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen,1 Audio-CD, 1 MP3 von James Krüss

1962 ist „Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen“ erschienen, geschrieben von Kinderbuchautor James Krüss. Jetzt gibt es die Geschichte in einer ungekürzten Lesung als MP3-CD.
Ich war gespannt darauf, Timm Thalers Abenteuer nach so vielen Jahren noch einmal zu erleben. Obwohl seitdem mehr als 60 Jahre vergangen sind, hat die Geschichte immer noch ihren besonderen Reiz und an Aktualität nicht verloren.

Natürlich ist die Vorstellung, dass man jede Wette gewinnt, unglaublich, und zunächst scheint es gar nicht so schlimm, dafür sein Lachen herzugeben, wie Timm es getan hat, bevor er gemerkt hat, worauf er sich eingelassen hatte. Ich erinnere mich noch gut an das schreckliche Gefühl, das mich beschlich bei dem Gedanken daran, nie mehr lachen zu dürfen. Lachen zu können ist ein größerer Reichtum als alles Geld der Welt.
Gelesen wird das Buch von Rufus Beck, den ich bereits als Schauspieler kenne und schätze. Auch als Vorleser hat er mich voll überzeugt, denn es ist ihm gelungen, sehr verschiedene Charaktere mit ihren unterschiedlichen Stimmen, Dialekten und Eigenarten glaubwürdig und originell zu präsentieren.
Noch einmal habe ich mitgefiebert und mitgelitten bei Timms Unternehmungen, endlich sein Lachen wiederzuerlangen.

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Großartige Erzählkunst

Dass du in Venedig wärst von D.G. Ambronn

Einige seiner Bücher – Romane, aber auch Kurzgeschichten und Erzählungen – habe ich bereits gelesen, bevor ich mit „Dass du in Venedig wärst“ auf seinen ersten Roman gestoßen bin. D. G. Ambronn ist für mich ein Autor mit einem ganz eigenen Schreibstil, der ein wenig „wie aus der Zeit gefallen“ wirkt.

Zu Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, habe ich inzwischen Freude daran, in seinen Werken auch immer wieder das Besondere zu entdecken, wie zum Beispiel alte Künstler oder Kunstwerke aus Literatur oder Malerei.
„Dass du in Venedig wärst“ ist ein Buch, das in keine bestimmte Schublade passt. Besser als in einem Reisehandbuch wird Venedig beschrieben, so schön, dass man Lust auf einen Besuch bekommt. Gleichzeitig ist es ein Liebesroman, auch wenn Karls Liebe zu Caterina vielleicht unerwidert bleiben muss. In ein Verbrechen in Verbindung mit einem Kunstraub wird auch Karl verwickelt, und plötzlich befindet man sich mitten in einem Krimi.
Mir hat das Buch viele unterhaltsame Stunden beschert. Besonders möchte ich ein Gespräch zwischen Caterina und Karl erwähnen, in dem es um zwei Bilder ging: die Darstellung des Evangelisten Matthäus und eines Engels von Guido Reni und um seinen „Hieronymus mit Engel“. Neugierig geworden, habe ich im Internet nach den beiden Bildern und weiteren Informationen gesucht. Solche Szenen, die meine Neugier wecken, finde ich immer wieder in Ambronns Geschichten.
Sehr gern empfehle ich das Buch allen, die genauso neugierig sind wie ich.

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Ganz schön schräg!

Hummer to go von Rüdiger Bertram

Humorvolle Romane sind nicht gerade mein Lieblingsgenre, obwohl ich gern lache. Auch nach dem Cover zu urteilen, hätte ich in der Buchhandlung nicht nach dem Buch gegriffen. Aber oben drüber steht ja der Autorenname Rüdiger Bertram, den ich aus einigen seiner lustigen Kinderbücher kenne. Für mich Grund genug, mich doch auf die Geschichte einzulassen, auf Bertrams ersten Roman für Erwachsene.

Um den Hauptprotagonisten, den Mittvierziger Frank, mit einem Wort zu beschreiben, ist mir spontan der Begriff „Unikum“ eingefallen, laut Duden „merkwürdiger, ein wenig kauziger Mensch, der auf andere belustigend wirkt“. Ich finde, das passt. Nicht nur seine Geschäftsidee, sich gegen Bezahlung die Urlaubsbilder einsamer Menschen anzuschauen, finde ich genial. Dass er dabei das Foto einer Frau entdeckt, in das er sich spontan verliebt und ebenso spontan in die Bretagne reist, um sie zu treffen, weil sie dort immer ihren Urlaub verbringt, ist schon merkwürdig. Aber es passt zu Frank. Und schon bald wundert mich gar nichts mehr! Es entstehen unglaubliche Bilder in meinem Kopf, zum Beispiel, wenn ich mir vorstelle, wie er mit seinem „Haustier“ an der Leine am Strand spazieren geht.
Bleibt nur zu hoffen, dass er bei all seinen Bemühungen seine große Liebe findet.
Mir hat die Geschichte richtig gut gefallen, weil ich herzlich lachen und in mich hineingickern konnte. Sehr gern mehr davon! Es gibt meine volle Leseempfehlung für alle, die den besonderen Humor lieben.

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Wirklich erstaunlich und ganz wunderbar

Die erstaunliche Welt der Graugänse von Sonia Kleindorfer

Ich schaue gerne hin und beobachte ein wenig, wenn ich Gänse sehe – aber das war’s dann auch. Doch als ich dann „Die erstaunliche Welt der Graugänse“ entdeckte, machte mich vor allem der Untertitel neugierig: „Wie sie leben, kommunizieren und füreinander sorgen“. Fast 200 Seiten, die „nur“ den Graugänsen gewidmet sind – ob das wohl langweilig wird? Schnell wurde ich eines Besseren belehrt und kam aus dem Staunen nicht heraus.

Sonia Kleindorfer ist Verhaltensbiologin und Ornithologin und für ihre Forschungsarbeit weltweit unterwegs, bevor sie 2018 „auf die Gans“ kam, wie sie es selber nennt. Damals hat sie die Forschungsstelle im oberösterreichischen Almtal auf dem Auingerhof in Grünau für sich entdeckt und lieben gelernt. Das mit der Liebe, das spürt man, wenn man ihre Geschichten über ihre Arbeit und das Leben mit Graugänsen liest.
Ich lerne den Auingerhof als ein wunderschönes Fleckchen Erde kennen. Den Hof gab es bereits seit 200 Jahren, als Konrad Lorenz, Nobelpreisträger und einer der Gründerväter der Verhaltensforschung, sich auf dem Hof niederließ und sich mit Studien der Graugänse befasste.
Es ist eine wunderbare Lesereise, auf die mich Sonia Kleindorfer mitnimmt. Nach einem kurzen Einblick in ihr bisheriges Leben dreht sich alles um die Gans. Ich lerne „die bemerkenswerten Fähigkeiten der Graugänse“ ebenso kennen wie „die soziale Komplexität ihres Lebens“ und auch, wie die Gänse die Welt um sich herum wahrnehmen. Viele Fotos bereichern die Erzählungen, die oft in den Privatbereich einzelner Gänse führen. Gestaunt habe ich darüber, dass schon äußerlich keine Gans der anderen gleicht, alle einen Namen haben und auch ihre oft ganz speziellen Eigenheiten.
Besonders freue ich mich darüber, dass schon Schulkinder der ersten Klassen einbezogen werden und selbst zu kleinen Forscher*innen werden können.
Ich gebe gern meine Empfehlung für dieses Buch, das nicht nur ein lehrreiches Sachbuch ist, sondern auch durch viele kleine persönliche Erzählungen aufgelockert wird.

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