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Rezensionen von Gertie G.:

Eine gelungene Fortsetzung

Wiener Enzianmord von Annemarie Mitterhofer

Dieser dritte Krimi rund um die chaotische Chefinspektorin Anna Bernini führt mich von der Leopoldstadt in Wien, die mir bestens bekannt ist, in die eher unbekannten Berge Tirols.

Worum geht’s diesmal?

Anna hat vor kurzem die Enzian-Alm in Tirol geerbet und fühlt sich dort eigentlich recht wohl.

Keine nervigen Kollegen oder Kriminelle, nur Ruhe, Kühe und ein paar Wanderer. Doch dann platzt Miss Biggy in das Idyll und sie findet sich im Kommissariat in der Leopoldsgasse im alten Trott wieder.

Denn während Annas Auszeit in den Bergen ist Trixi Gentian, ein reiches Mitglied der Bussi-Bussi-Gesellschaft, von der Dachterrasse ihres Wohnhauses am Wiener Graben gestürzt oder gestürzt worden. Die Ermittlungen laufen bereits und Anna sieht sich zusätzlich mit einem Controller konfrontiert, der die Abteilung durchleuchten soll. Als altgediente Beamtin weiß sie, dass es hier um Umstrukturierungen, sprich Personalkürzungen gehen wird. Die Frage ist nur, wer steht auf der Abschussliste? Annas Karriere hat in den letzten Jahren ja einiges an Auf und Ab erfahren, so dass sie um ihren Job fürchtet.

Dass sich bei den Ermittlungen Hinweise auf Menschenhandel ergeben, erleichtert die Suche nach Trixis Mörder nicht ebenso wenig, wie die Tatsache, dass das LKA den Fall an sich reißt.

Meine Meinung:

Wie schon in den beiden Vorgängern dauert es eine Weile bis die Krimihandlung so richtig Fahrt aufnimmt.
Auch der ambivalente Seelenzustand der Chefinspektorin, die Pillen unbekannten Inhaltes einwirft, ist wieder Thema. Es schon klar, dass der Job als Chefinspektorin in der Abteilung Leib und Leben fordernd und das Arbeitsklima rau ist, wirft aber ein schlechtes Licht auf die Ermittler. Es ist ja allgemein bekannt, dass der Schichtdienst, die vielen Überstunden und die menschlichen Abgründe, denen Anna & Co täglich begegnen, zu psychischen Belastungen und scheiternden Beziehungen führen. Hier wäre statt eines Controllers psychologische Beratung bzw. gruppendynamische Workshops oder ähnliches besser.

Ein wenig schmunzeln musste ich wieder über Miss Biggy, in der ja mehr steckt, als nur eine Bürokraft.

Der Mordfall selbst überrascht letzten Endes nach mehreren Sackgassen mit einer überraschenden Wendung.

Fazit:

Diesem Krimi, der mich gut unterhalten hat, gebe ich gerne 4 Sterne.

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Penibel recherchiert und gekonnt erzählt

Captain Nelson - Unter der Flagge des Königs von Mac P. Lorne

Mac P. Lorne widmet sich in seinem Zweiteiler rund um Horatio Nelson dem Leben und Aufstieg des wohl bekanntesten Seehelden des Napoleonischen Zeitalters.

Zunächst begleiten wir Horatio, den jüngeren Sohn eines anglikanischen Pfarrers, der kein Erbe zu erwarten hat, auf seinen Weg zu den Kleinen Antillen, damals in englischem Besitz, wo er den sogenannten Navigation Act, also jenes Gesetzeskonvolut, das unter anderem den Handel zwischen England und den Kolonien regelt, zu überwachen hat.

Denn derzeit umgehen zahlreiche vorwiegend amerikanische Schmuggler die Vorschriften. So entgehen dem Mutterland jede Menge Steuern und Zölle. Nutznießer des Schmuggels sind auch die britischen Statthalter auf den diversen Inseln, die ein komfortables Leben führen und natürlich ihre Privilegien nicht aufgeben wollen. Und genau mit diesen Statthaltern und Teilen der Bevölkerung, die vom Schmuggel profitieren, legt sich der junge Nelson an, denn er hält sich strikt an seine Befehle. Während die beschlagnahmten Schiffe der britischen Flotte einverleibt werden, gehört ein Anteil an der Schmuggelware ihm und seiner Mannschaft. Diese Vorgabe der britischen Krone soll die Kosten für eine stehende Flotte gering halten, denn die Kapitäne werden auf Halbsold gesetzt, wenn sie kein Kommando über ein Schiff führen.

So ist es nicht ganz verwunderlich, dass Horation Nelson jede unverheiratete oder verwitwete Frau nach ihrem zu erwartenden Vermögen taxiert. Dabei stellt er sich nicht unbedingt geschickt an und so muss er nach der Hochzeit mit Frances „Fanny“ Nisbet, einer Witwe, entdecken, dass weder die Mitgift noch die monatliche Rente seinen Erwartungen entspricht. Das Paar kehrt nach England zurück und muss sich fünf Jahre einschränken.

Erst 1793 als Frankreich England den Krieg erklärt und es gilt, die französische Flotte im Mittelmeer zu besiegen, erhält Horatio Nelson sein Kommando zurück. Die Belagerung von Toulon beschert ihm einen Todfeind: Napoleon Bonaparte und ein Aufenthalt in Neapel, eine neue Liebe, Emma Hamilton, die blöderweise mit dem britischen Botschafter verheiratet ist.

Wobei die nächsten vier Jahre hat Nelson nicht allzu viel Zeit für Liebschaften, denn er hat einige Seegefechte zu bestehen, bei denen er auch verwundet wird.

Meine Meinung:

Wie Autor Mac P. Lorne in seinem Nachwort erzählt, gibt es zwar einige historische Romane rund die Royal Navy während der Napoleonischen Kriege, doch keinen, der sich eingehend mit Horatio Nelson beschäftigt. Das hat er bei seinen Recherchen zu seinem anderen Roman „Jack Bannister“ entdeckt. Was lag daher näher, als einen eigenen historischen Roman über den Seehelden zu schreiben, der in der Seechlacht vor Kap Trafalgar 1805 seinen Tod findet? Aber, soweit sind wir ja noch nicht.

Dieser erste Teil widmet sich dem Aufstieg, der auf Grund Nelsons geradlinigem Charakter nicht ganz friktionsfrei verläuft. Kein Vorgesetzter, im Zivilleben und schon gar nicht beim Militär, kann es akzeptieren, wenn seinen Anordnungen nicht Folge geleistet wird. Mehrmals steht er knapp vor einem Verfahren wegen Insubordination dem Kriegsgericht. So auch 1797 vor Kap St. Vincent als er eine günstige Gelegenheit wittert, sich über alle Befehle hinwegsetzt und die spanische Flotte zerstört. Dass er die Schlacht gewinnt, rettet Nelson vor dem Kriegsgericht, bringt ihm aber, eine Menge Feinde ein wie auf S. 361 zu lesen ist. Denn nicht alle Kapitäne der Flotte stehen auf seiner Seite, wie Admiral John Jervis:.

„Mag sein, Mr. Calder. Der Unterschied ist nur: Admiral John Byung hat die Schlacht verloren, wir sie gewonnen. Eine unvorschriftsmäßige Abweichung von der vorgeschriebenen Angriffsmethode waren Commodore Nelsons Handlungen gewiss. Doch wenn Ihr jemals auf diese Weise gegen Eure Befehle verstoßen solltet, könnt Ihr sicher sein, dass ich Euch ebenfalls vergeben werde.“

Einige Handlungen von Nelson muss man im dem historischen Kontext sehen. In den Familien mit mehreren Söhnen erbt nur der Älteste, die anderen müssen schauen wo sie bleiben. Bei Nelson kommt noch dazu, dass sein Vater nur anglikanischer Pfarrer ist und über wenig Vermögen verfügt. Daher beleibt ihm nur wenig übrig, als reich zu heiraten, was auch nicht ganz so einfach ist, denn die Klassen blieben unter sich. Als er sich in die hübsche Witwe Fanny Nesbit verliebt, glaubt er das große Los gezogen zu haben, denn ihr Onkel ist ein reicher und gewiefter Kaufmann. Doch der hält sein Vermögen zusammen und düpiert Nelson mit der bescheidenen Mitgift und kargen Rente. Viel schwerer wiegt, dass Fanny ihm verschwiegen hat, dass sie nach der Geburt ihres Sohnes aus erster Ehe, keine Kinder mehr bekommen kann. Das wäre sogar nach katholischem Recht ein Grund die Ehe annullieren zu lassen. Dass er das nicht tut, ist vermutlich seinem strengen Ehrgefühl geschuldet.

Sehr gut sind seine Führungsqualitäten herausgearbeitet. Dort, wo üblicherweise die Peitsche regiert, setzt er auf den Ehrgeiz der Männer. Bei Exerzieren schenkt er seinen Männern nichts, denn jeder Handgriff muss einfach sitzen. Die Mannschaft muss sich blind aufeinander verlassen können. Nelson macht genau dasselbe, wie Napoleon aus den verwahrlosten Truppen seiner Italienarmee oder auch Arthur Wellington aus deinen Bataillonen.

Der Schreibstil ist lebendig und die Schlachtszenen sind nicht voyeuristisch beschrieben. Die langjährige Recherche beschert uns authentische Seegefechte.

Fazit:

Ich freue mich schon auf den zweiten Teil, auch wenn ich weiß, wie Horatio Nelsons Leben endet. Dem ersten Teil gebe ich 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Keine leichte Lektüre

Nach Ibiza von Julian Hessenthaler

Als die breite Öffentlichkeit am 17. Mai 2019 in einem mehrere Minuten langen Video erfährt, welche Pläne der damalige Vizekanzler Heinz-Christian Strache und sein Parteifreund Johann Gudenus mit österreichischen Unternehmen bzw. mit dem ganzen Land vorhaben, ist Feuer am Dach.

Wer hat das Video gedreht? Ist es überhaupt echt?

Die Betroffenen sprechen von Fake-News, Fälschung und besonders Strache sieht sich als Opfer einer Verleumdung.

Korrupt sind immer nur die anderen.

Die Folgen sind bekannt. Der damalige Bundeskanzler Kurz beendet die Koalition mit der FPÖ. Nun stehen Ende September 2024 abermals Wahlen zum Nationalrat an und es stellt sich für viele Wahlberechtigte die Frage, wen man doch wählen soll. Im Kopf vieler Wahlberechtigten schwingt das Ibiza-Video nach. Hat sich die österreichische Innenpolitik verändert? Wem kann man noch trauen?

Wenn man nun in Julian Hessenthalers Buch die Namen von Akteuren liest, die vor und nach dem Auffliegen dieses größten Politskandals ihre Finger im Spiel hatten und haben, ist klar, dass der lange Schatten des Ibiza-Vidos noch lange nachwirken wird.

In seinem Buch erzählt Julian Hessenthaler wie es zu diesem Video gekommen ist. Warum er es gedreht hat und dass er die Folgen, vor allem für sich persönlich völlig unterschätzt hat.

Ich will hier dem Inhalt nicht vorgreifen, nur so viel: Stellenweise liest sich das Buch wie ein Agententhriller. Nur leider sind einige Ereignisse nicht Fiktion, sondern Fakt.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Buch, das sich als Weckruf versteht und einige Schwachstellen der Demokratie in Österreich, die Abhängigkeit von Russland (Stichwort Erdgas) sowie die Anfälligkeit von manchen Politikern der Korruption gegenüber aufzeigt, gerne 5 Sterne.

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Köstlichkeiten aus der Backstube

Veronikas Backstube von Veronika Brudl

Nach „Veronikas Hofküche“ dürfen wir nun Veronika Brudl in ihrer Backstube über die Schulter schauen und unsere Nase (oder Finger) in die Schüsseln mit Teigen für flaumige Kuchen oder andere köstliche Backwaren stecken.

Das Buch ist ähnlich aufgebaut wie sein Vorgänger , weshalb auch einige Grundrezepte daraus hier übernommen worden sind.

Im Großen und Ganzen lassen sich die Rezepte wie folgt einteilen:

Torten, Tartes & feine Schnitten
Strudel & Rouladen
Brot & Gebäck
Pikantes Gebäck
Schmalzgebackenes & Traditionelles
Kekse & Weihnachtliches

Das Thema Keks ist noch weiter unterteilt in:

Kekse aus Mürbteig
Kekse aus Nuss-Mürbteig
Kekse aus Busserlteig/Baiserteig

Jetzt, wo die Tage wieder kürzer und die Temperaturen sinken, werde ich wohl das eine oder andere Rezept ausprobieren.

Die Zutaten sind leicht zu bekommen und die Anleitung liest sich gut strukturiert. Zu jedem Rezept ist dann die fertige Speise appetitlich abgebildet, damit Koch oder Köchin weiß, wie das Endprodukt aussehen soll.

Ich wünsche mir und allen jenen, die Rezepte aus Veronikas Backbuch ausprobieren, gutes Gelingen.

Fazit:

Ein ansprechendes Backbuch, dem ich gerne 5 Sterne gebe.

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Eine gelungene Fortsetzung

Wilder Wein von Alexander Oetker

Als die junge Winzerin Charlotte Malroix in ihrem Weinkeller in Barsac/Sauternes tot aufgefunden wird, ist für die örtliche Polizei alles klar: Ein bedauerlicher Gärgasunfall wie er regelmäßig, auch bei erfahrenen Winzern vorkommt. Der örtliche Chef de Police Vincent Balladier will Charlottes Tod gleich zu den Akten legen, zumal sich die junge Frau durch ihre Anbaumethoden, die ohne Pestizide auskommt, mit so gut wie allen anderen alteingesessenen Winzern in Kriegszustand befunden hat.

Doch er hat nicht mit dem Instinkt von Luc Verlain und seinem jungen Kollegen, Yacine, der seit kurzem von Paris zu Verlain nach Bordeaux gewechselt hat, gerechnet. Denn bei der Besichtigung der Leiche bemerken beide eine Ungereimtheit.

Die Dorfbewohner mauern eisern. Kaum jemand redet Tachles. Als dann einem Begräbnis auch noch der Pfarrer die überdurchschnittlich hohe Krebsrate, die auf die Verwendung der Spritzmittel im Dorf zurückgeht, anprangert, ist klar, dass hier einiges im Argen liegt und so manches vertuscht werden soll.

Erst durch eine geschickte Finte, bricht die Mauer des Schweigens unter den Dorfbewohnern auf und Luc erhält die eine oder andere anonyme Nachricht ...

Meine Meinung:

Diesmal dauert es ein wenig bis der Fall so richtig in Schwung kommt. Geschickt versteht es Alexander Oetker die Gegend, die für einen köstlichen Süßwein bekannt ist, in seinem 8. Fall für Luc Verlain einzubeziehen. Wir erfahren einiges über den (biologische) Weinbau und wie schnell ein Jahrgang vernichtete werden kann, wenn das Wetter verrückt spielt. Dass hier dann der eine oder andere zu unlauteren Mitteln greift, um seine Produktion aufrecht zu erhalten, ist auch klar. Die Suche nach dem Täter ist nicht ganz einfach. Erstens, weil der Balladier seine Macht als Chef de Police versucht auszuspielen (dass er damit wenig Erfolg hat, ist vorauszusehen) und zweitens, weil so ziemlich jeder in Barsac mit Charlotte im Clinch gelegen ist.

Lucs Freund, der Journalist Robert darf ebenfalls etwas zur Aufklärung beitragen wie der erkrankte Hugo, der von zu Hause aus in den Datenbanken recherchiert. Beim Showdown, der eine überraschende Wende offenbart, darf dann auch noch Anouk Fillipetti, Lucs Lebensgefährtin und Vorgesetzte eine entscheidende Rolle spielen.

Fazit:

Wieder eine gelungene Fortsetzung dieser Reihe um Luc Verlain. Auf den nächsten, den 9. Fall, werden wir wohl nicht lange warten müssen, denn der kündigt sich mit einem Telefonat (und einem Cliffhanger) schon an. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

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Tolles Sachbuch!

Mapmatics von Paulina Rowińska

Als Geodätin habe ich dieses Buch sehr gerne gelesen. Grundsätzlich habe ich nicht viel Neues erfahren, denn die mathematischen Grundlagen und unterschiedlichsten Kartenprojektionen sind mir natürlich bekannt. Trotzdem finde ich dieses Buch höchst interessant, denn die Autorin erklärt sehr geschickt im Plauderton zahlreiche Fachbegriffe wie das sphärische Dreieck oder die Mercator-Projektion, Azimuthaler Projektion winkel- oder längentreu sowie eurozentrisches Weltbild usw.

. Dabei dürfen ein paar Anekdoten auch nicht fehlen.

Die Autorin zieht Vergleiche zwischen der Tabula Peutingeriana und dem Netzplan der Londoner U-Bahn, und erklärt sowohl die Entstehungsgeschichte als auch ihren Zweck.

Die Darstellung der Karten für unterschiedliche Zwecke wird hier sehr gut erklärt, ebenso wie Generalisierung des Karteninhalts in Bezug auf den Maßstab. So sind im Maßstab 1:1000 noch einzelne Häuser mit Details erkennbar, während auf einer Karte 1:50.000 nur mehr Signaturen verwendet werden.

Erschreckend ist für mich zu lesen, wie das Gerrymandering in den USA die Menschen manipuliert und segregiert (siehe Kapitel 6). Apartheid durch die Hintertür? Diese willkürlich Einteilung von Wahlbezirken, die der Wahlmanipulation Tür und Tor öffnet, ist furchteinflößend. Der Aufschrei ist immer groß, wenn ein Autokrat (vornehmlich im Osten oder in Afrika) mit 98 oder 99,5% „gewählt“ wird. Da wird sofort der Vorwurf der Wahlmanipulation erhoben. Doch viel seriöser scheinen Wahlen in den USA auch nicht abzulaufen.

Interessant auch zu lesen, wie das Über-den-Tellerrand-blicken und interdisziplinäres Denken einzelner Wissenschaftler zu überraschenden und neuen Erkenntnissen geführt haben. Die Erforschung des Ursprungs der Cholera-Epidemie von 1854 in London durch Dr. John Snow ist vielen Lesern bekannt (Kapitel 7). Hier wird die Bedeutung des Visualisierens von Erkrankungen und Todesfällen deutlich.

Auch die Erkenntnisse der Seismologin Inge Lehmann (1888-1993), die noch im Alter von 99 Jahren publiziert hat, und der Geologin und Mathematikerin Marie Tharp (1920-2006), die sich um die Meeresbodenkartierung verdient gemacht, finden in diesem Buch ihre Würdigung (Kapitel 8). Zu ihren Lebzeiten finden die Erkenntnisse der beiden Wissenschaftlerinnen wenig Beachtung.

Das Buch enthält zahlreiche Abbildungen, die den Text unterstreichen. Im Anhang findet sich eine lange Liste weiterführende Literatur.

Respekt und Achtung muss auch Susanne Warmuth gezollt werden, die dieses Buch ganz toll aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt hat.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem breit gefächerten Buch, das die innige Verbindung zwischen Karten und Mathematik auch für jene Leser sehr gut lesbar macht, die Mathematik nicht zu ihrem Lieblingsfach zählen, 5 Sterne.

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Szenen einer toxischen Beziehung - Henry VIII. und Anne Boleyn

Jagd auf den Falken von John Guy; Julia Fox

Wer glaubt, alles über König Henry VIII. (1491 - 1547) und Anne Boleyn (1501/07 - 1536) zu wissen, wird mit diesem Buch eines Besseren belehrt.

Julia Fox & John Guy haben jahrelang in Archiven geforscht und hier eine sehr ausführliche Doppelbiographie verfasst. Während Anne Boleyn Leben 1536 endet, geht Henrys Leben, wie man weiß, nach Annes Hinrichtung weiter, denn er heiratet nur wenige Tage später ihre ehemalige Hofdame Jane Seymour.

Das Buch beginnt quasi von hinten mit Annes Hinrichtung am 19. Mai 1936. Nach diesem Prolog werden in 29 Kapiteln Annes und Henrys Leben, zunächst getrennt und dann gemeinsam betrachtet. 23 Kapitel widmen sich Annes Herkunft, ihrem Aufstieg und dem Kampf um die Annullierung Henrys Ehe mit Katharina. Danach geht es für Anne rasant abwärts bis zur Anklage, dem Prozess, dessen Ausgang schon zu Beginn feststand und zu ihrer Hinrichtung).

Zwar werden Passagen aus den Prozessakten zitiert, aus denen hervorgeht, dass die Delikte, die Anne vorgeworfen werden, allesamt erstunken und erlogen sind, was den meisten, auch bewusst war. Doch können diese Zitate nicht an die Menge jener Auszüge aus dem anderen Schriftverkehr heranreichen.

Dieses Ungleichgewicht stört mich ein bisschen. Denn die Aufzählung der Anzahl der goldenen Teller und sonstiger Geschenke wie Vorhänge, gestickte Krägen etc. die zwischen Anne und Henry sowie den Günstlingen ausgetauscht werden, ist zwar das Zeichen des Wohlwollens (oder doch vielleicht Bestechung?) anzusehen, ist mir persönlich viel zu ausführlich geraten, zumal sie sich wiederholen.

Viel spannender wären hier Details um Henrys Gedankengut zu lesen, warum aus seiner Liebe, die ihn sechs Jahre auf den ersten Beischlaf warten hat lassen, diese perfide Rache geworden ist. Ist er doch nur ein verzogener Bengel, der nachdem er erreicht hat, was er wollte, nicht mehr zufrieden ist? Oder ist ihm Annes Einfluss an den Regierungsgeschäften als Bedrohung erschienen? Die Erklärung, dass er sich von ihr verraten gefühlt hat, weil sie keinen Sohn und Erben zur Welt gebracht hat, ist natürlich der patriarachalischen Weltanschauung der Primogenitur geschuldet. Das ist mir leider zu kurz gekommen.

„Mit den turbulenten Szenen ihres Liebeswerben und ihrer Ehe haben Henry und Anne fast ein Jahrzehnt lang alle in Atem gehalten. Sie haben England für immer verändert- Aber es war nicht Anne, die Henry verändert hat. Er veränderte sich selbst.“

Was mich auch zusehends genervt hat, ist die uneinheitliche Darstellung der Währung (Pfund, Shilling, Pence, Sonnenkronen oder Mark mit oder ohne Kurzbezeichnung etc.) und deren Umrechnung auf heutige Dimensionen in Euro. Dazu gibt es im Anhang Erklärungen, im laufenden Text stören sie den Lesefluss.

Sehr interessant hingegen sind die Auftritte zahlreicher anderer Höflinge wie die der Intriganten Wolsey und Cromwell, die beide nach einem steilen Aufstieg tief fallen werden.

Neben der reichhaltigen inhaltlichen Darstellung bietet das Buch auch eine visuelle Reise in die Welt der Tudors. Die Abbildungen von Gemälden wie jene von Hans Holbein, Orten und historischen Dokumenten, darunter ein Liebesbrief Heinrichs an Anne, in dem er ihre Initialen in ein Herz einschließt.

In einem rund 200 Seiten langem Anhang sind Fußnoten, Literaturhinweise, Quellenangaben, ein ausführliches Personenverzeichnis sowie diverse Stammbäume, der beteiligten Familien angeführt.

Gut gefällt mir der Titel „Jagd auf den Falken“, denn zum einen ist er Annes Wappentier und zum anderen ist er das Symbol für den König, denn nach Annes Tod, ist die Jagd auf König und Krone neu eröffnet, auch wenn sich Henry bereits für eine neue Gemahlin entschieden hat. Jane Seymour werden noch drei weitere folgen. Wie heißt es im englischen Abzählreim so treffend?

“Divorced, Beheaded, Died,
Divorced, Beheaded, Survived.”

(„Geschieden (Katharina von Aragon), geköpft (Anne Boleyn), gestorben (Jane Seymour),
geschieden (Anna von Kleve), geköpft (Catherine Howard), überlebte (Catherine Parr).“)

Anne Boleyn wird in dieser Biografie nicht ausschließlich als tragische Figur dargestellt, die von ihrem Ehemann verunglimpft und hingerichtet wurde, sondern als kluge und entschlossene Frau, die sich mit der Rolle einer Mätresse nicht zufrieden geben wollte, sondern als gleichberechtigte Partnerin an der Seite ihres Mannes und König herrschen wollte. Ihre Rechnung ist leider nicht aufgegangen.

Ausführlich wird über den Kampf um die Auflösung Henrys Ehe mit Katharina von Aragon mit der Katholischen Kirche und dem Papst berichtet, der letztlich im Bruch und der Gründung der Anglikanischen Kirche endet, deren Oberhaupt britische Monarchen heute noch sind. Sehr schön ist hier dargestellt, wie die Bibel für allerlei unterschiedliche Interpretationen herhalten muss, je nach dem wie es dem Herrscher in den Kram passt.

Nicht vergessen möchte ich die Rolle der Übersetzer Norbert Juraschitz und Karin Schuler, denen es gelungen ist, das Flair dieses Zeitalters in die Übersetzung zu übertragen.

Fazit:

Dieses Buch bietet detaillierte historische Erkenntnisse über Henry VIII., seine zweite Ehefrau Anne Boleyn und die Abspaltung der englischen Kirche von Rom. Allerdings ist bei dessen Lektüre auf Grund der Fülle an detaillierten Informationen viel Konzentration erforderlich. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

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Eine gelungene Fortsetzung

Mit kaltem Kalkül von Prof. Dr. Michael Tsokos

Dieser Thriller ist der zweite Band der Reihe rund um Dr. Sabine Yao. Wie wir aus dem Vorgänger „Mit kalter Präzision“ wissen, ist Dr. Sabine Yao, Deutsch-Chinesin und eine Rechtsmedizinerin beim BKA in Berlin. Neben ihrer anstrengenden Tätigkeit für die Spezialeinheit „Extremdelikte“ kümmert sie sich aufopfernd um ihre Schwester, die nach dem Unfalltod ihres Mannes mit den Kindern, eines davon ist behindert, alleine dasteht.

Nun steht auch noch die Suche nach einer neuen Wohnung und deren Umbau an. Das bringt Sabine Yao nicht nur physisch und psychisch ans Ende ihrer Kräfte, sondern auch finanziell.

Diesmal bekommt Sabine Yao einige ungewöhnliche Tote zur genauen Obduktion, unter anderem den gelähmten ehemaligen Polizeipräsidenten, der sich angeblich selbst erschossen hat sowie zwei entstellte Leichen. An dieser Stelle seien Zartbesaitete unter den Lesern gewarnt, denn Yaos Arbeit, die auch von Dr. Herzfeld, ihrem Chef, unterstützt wird, wird ziemlich detailgetreu geschildert.

Des weiteren gibt es einen Erzählstrang rund um Hassan Khalaf, einem jordanischen Ex-Geheimdienstler, der in Deutschland ein eigenes Informationsnetz aufgezogen hat, und nun den kleinen Yasser, Kind einer illegalen Einwanderin, suchen bzw. finden soll. In einer Vier-Millionen-Stadt wie Berlin, ein achtjähriges Kind, das weder in die Schule geht, noch sonst einen Anhaltspunkt bietet, zu finden, ist auch für Khalaf keine leicht Aufgabe. Bei seiner Suche nach Yasser gerät er in ein Komplott, bei dem er letztlich selbst Hilfe benötigt, denn die Zeit im Wettlauf um das Leben des Kindes zerrinnt ihm unter den Fingern.

Meine Meinung:

Dieser Krimi/Thriller hat mir nicht ganz so gut gefallen wie der erste bzw. die Reihe um Dr. Herzfeld.

Ja, als RechtsmedizinerIn bekommt man es mit schlimm zugerichteten Leichen zu tun, manchmal auch zeitgleich mit vielen Opfern.

Diesmal ist mir alles ein bisschen too much. Obwohl ich komplexe Krimis gerne lese, wären diese vielen Nebenhandlungen für mich nicht zwingend nötig gewesen, vor allem, weil sich der ganze Thriller innerhalb von 4, 5 Tagen abspielt. Dazu kommt noch, dass KHK Monica Monti wieder einmal auf stur schaltet und ohne Rücksicht auf sich oder andere ihre Ermittlungen durchzieht. Bislang sind ihre Aktionen mehr oder weniger gut gegangen. Aber vielleicht soll das auch ein Ausstiegsszenario für Monti sein, wer weiß.

Wir erleben die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven, was sie recht spannend macht. Das Cover passt gut zum Vorgänger und strahlt durch die Blautöne auch eine gewisse Kälte aus.

Fazit:

Hat mir nicht ganz so gefallen wie der erste Band, daher gibt es diesmal nur 4 Sterne.

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Fesselnd bis zur letzten Seite

Tod am Teufelstein von L.R. Wöss

Der vorliegende Band ist der vierte der Reihe um Chefinspektor Toni Wakolbinger und seinem Team.

Worum geht es?

Die Journalistin Vanessa Kraut wird am Fuß, des nur 6 Meter hohen Teufelstein tot aufgefunden. Recht bald stellt sich heraus, dass es kein Unfall war, denn Vanessa gilt als bergerfahren.

Außerdem hat sie als Reinigungskraft im Schwarz-Vital-Naturheilzentrum verdeckt recherchiert. Wollte sie herausfinden, was an dem Gerücht, hier in dieser Nobelkuranstalt gehe es nicht mit rechten Dingen zu, dran ist? Immerhin sind in in den letzten zehn Jahren acht sehr vermögende Kurgäste verstorben.

Beinahe gleichzeitig erfährt Chefinspektor Toni Wakolbinger in einer privaten Tarockrunde, dass die vermögende Tante der Tarock-Freundin Annelies in eben jenem Naturheilzentrum an einer Herzschwäche verstorben ist. Auch, dass die Tote, auf Wunsch des Erben, recht flott eingeäschert worden ist, kommt der Kartenrunde seltsam vor.

Die Ermittlungen im Schwarz-Vital-Naturheilzentrum kommen zunächst nicht wirklich weiter, denn niemand will die Reinigungskraft so recht gekannt haben. Auch die Stimmung unter den Bediensteten wirkt eigentümlich unbeteiligt.

Schnell wird mit Hilfe des leitenden Staatsanwalt beschlossen, dass als Kurgast undercover ermitteln soll, was letztlich ganz ungefährlich ist, denn die Journalistin wird nicht die einzige Tote bleiben...

Meine Meinung:

Wie schon in den Vorgängern sind die Charaktere und die Handlung sehr gut beschrieben. Die Stimmung im Team ist, anders als in anderen Krimis, freundschaftlich. Man arbeitet auch mit dem Staatsanwalt und dem Gerichtsmediziner gut zusammen.

Nachdem Toni nun undercover ermittelt, übernimmt Cindy Panzenböck die Leitung der Ermittlungen, und, das darf ich gleich vorausschicken, sie macht ihre Sache sehr gut.

Akribisch durchleuchtet die Polizisten sowohl das Leben der Journalistin, von der gesagt wird, dass sie mit vollem Körpereinsatz recherchiert. Doch nirgends lassen sich Hinweise zu einer Aufdeckerstory finden.

Der Krimi steuert langsam aber stetig auf seinen Höhepunkt zu, der die höchst unterschiedlichen Interessen der Klinikbelegschaft zu Tage fördert und Toni mittendrin.

Die komplexe Handlung wird schlüssig aufgeklärt.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem kurzweiligen Krimi 5 Sterne.

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"Wir waren dort - Frauen können auch Helden sein"

Die Frauen jenseits des Flusses von Kristin Hannah

„Frauen können doch auch Helden sein“. Dieser Satz, der bei der Abschiedsfeier für ihren Bruder Finley, der sich als Marinesoldat für den Vietnam-Krieg verpflichtet hat, aus dem Mund seines Freundes Ryan „Rye“ Walsh fällt, bestärkt die junge Frances Mc Grath, Krankenschwesterschülerin aus gutem Haus, sich ebenfalls zur Army zu melden.

Noch bevor sie ihren Entschluss wirklich umsetzen kann, sie muss erst volljährig sein, erschüttert die Mitteilung, dass ihr Bruder gefallen ist, die Familie. Aus der Traum des Vaters, die sogenannte „Heldenwand“ im Haus mit einem Bild des hochdekorierten Sohnes zu schmücken.

Frankie lässt sich nicht beirren. Sie geht nach Vietnam, nicht nur um sich selbst, sondern auch um ihren konservativen Eltern zu beweisen, dass eine Frau nicht nur Hausfrau und Mutter sein muss.

Kaum angekommen, erlebt sie das Grauen des Krieges, das so gar nicht mit Parolen der Regierung übereinstimmt. Sie findet mit Barb und Ethel Freundinnen, verliebt sich in den Chirurgen Jameson, später trifft sie Rye wieder, sieht Männer, mit denen sie kurz zuvor noch gescherzt hat, sterben und entwickelt sich zu einer toughen Frau. Langsam beginnt sie angesichts der Leiden der vietnamesischen Zivilbevölkerung am Sinn dieses Krieges zu zweifeln.

Nach ihrer Dienstzeit kehrt sie verändert in die USA zurück und muss erleben, wie die Veteranen verunglimpft und beschimpft werden. Als sie um Hilfe ansucht, fühlt sich niemand für sie zuständig. Denn man verleugnet, dass Frauen als Krankenschwestern bei der Army und oder gar nicht in Vietnam an der Front waren. Der Hass und die Ablehnung, der ihr auch von Seiten ihrer Familie entgegen schlägt, lässt sie fast zerbrechen. Die Eltern haben ihren Freunden erzählt, Frankie studiere in Florenz

Frankie steht mit Henry, ihrem Verlobten im Haus ihrer Eltern vor der Heldenwand und vermisst ein Foto von sich und die Diskussion, dass sie als Frau in einem Krieg nichts verloren hat, beginnt von Neuem.

„Wenn ich als dein Sohn wohlbehalten aus Vietnam zurückgekehrt wäre, dann hättest du mein Foto also hier aufgehängt, Dad?

Du bist meine TOCHTER, du hattest kein Recht darauf in den Krieg zu ziehen, und das habe ich dir damals auch deutlich gesagt. Jetzt finden wir heraus, dass wir diesen verdammten Krieg von vornherein nicht führen hätten dürfen, und verlieren ihn noch obendrein. Lass die Sache doch endlich auf sich beruhen, Frankie. Vergiss sie und blicke nach vorn.“

Jahre später, erst 1982, erhält sie eine Einladung zu einem Treffen des medizinischen Personal des 36th Evac Hospitals, denn in Washington D.C. wird ein Memorial für die mehr als 58.000 gefallenen Männer und 8 Frauen enthüllt. Finley O. Grath‘ Name ist darunter, Jamesons fehlt.

Meine Meinung:

Der Vietnamkrieg und die Rolle der USA sind kaum in der Belletristik vorhanden. Erst die Biografie von Ron Kovic, der in Hannahs Roman auch vorkommt, die die Grundlage des Films „Geboren am 4. Juli“ von 1989, in dem Tom Cruise eben jenen Ron Kovic spielt, beschäftigt sich mit den traumatisierten Veteranen. Dieser Film ist zusammen mit „Platoon“ (1986) und „Zwischen Himmel und Hölle“ (1993) eine Film-Trilogie von Oliver Stone, der sich des Themas Vietnam und seine Folgen annimmt. <

Viele kleine Ereignisse sind für Frankie ein Trigger, um sofort wieder in Vietnam zu sein. Die Szene zu Sylvester, als sie sich beim Feuerwerk zu Boden wirft und Deckung sucht, ist für sie völlig normal, ihr Umfeld hält sie für verrückt. Die Diagnose, dass sie an einer PTBS , wie fast alle Veteranen, leidet, kommt erst sehr spät.

Für ihren Roman hat Autorin Kristin Hannah, wie sie im Nachwort schreibt, nach Erinnerungen jener Krankenschwestern und Ärztinnen gesucht, die dort waren. Es gab sie wirklich, die Frauen in Vietnam, nach den Recherchen der Vietnam Women’s Memorial Foundation haben rund 10.000 Frauen in verschiedensten militärischen und zivilen Positionen gedient. Dass ihre Tätigkeiten verleugnet und ihnen solange die Anerkennung verwehrt geblieben ist, ist eine Herabwürdigung ihre Verdienste.

Die Autorin versteht es, die Emotinen der Leser zu wecken, wenn sie die Frankie & Co im Feldspital unter widrigsten Umständen um das Leben der verletzten Soldaten kämpft. Manches ist kaum zu ertragen, wie der Angriff der US Army mit Napalm oder dem Entlaubungsmittel Agent Orange, das wie man nun weiß für eine Häufung von Krebserkrankungen und Fehlgeburten sowohl bei der vietnamesischen Bevölkerung als auch beim US-Personal.

Fazit:

Kristin Hannah ist es gelungen, allen jenen, die keine Lobby, keine Stimme haben/hatten, eine Stimme zu geben. Der Roman ist eine Hommage an alle Frauen, die im Krieg ihr Leben riskiert haben, ohne dass man ihnen dafür Anerkennung und Respekt gezollt hat. Dafür gebühren der Autorin und ihrem Roman 5 Sterne.

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