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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Tara:

Witzig, tiefgründig und nah am Leben

Gewöhnungsbedürftig von Daniela Wilmer

„Gewöhnungsbedürftig“ ist das Debüt der in Berlin lebenden Autorin und Redakteurin Daniela Wilmer.

Die 37-jährige in Berlin lebende Katha ist trotz ihres Alters noch nicht so richtig im Leben angekommen. Während ihre Bekannten bereits feste Pläne haben, nimmt sie von außen betrachtet das Leben leicht.

In ihr herrscht aber eine tiefe Unsicherheit, die sie gekonnt durch Oberflächlichkeiten überspielt. Kurz nachdem ihr Freund Sebastian ihr klar macht, dass sie keine gemeinsame Zukunft haben werden, bricht sie sich das Handgelenk und beschließt deswegen übergangsweise zu ihrer Mutter nach Bad Godesberg zu fahren. Zurück in der Heimat ihrer Kindheit kommen alte Konflikte wieder ans Tageslicht.

Katha ist eine durch und durch sympathische Protagonistin, da sie alles andere als perfekt ist und dadurch einfach menschlich und nahbar wirkt. Die unvorhergesehene Nähe zu ihrer Mutter führt zu Konflikten, die vermutlich jedes Kind - egal welchen Alters – kennt. Erneut zu Hause einzuziehen, ist fast so, als ob man nie weg gewesen wäre. Es ist direkt wieder alles beim Alten.

Mit einer guten Portion Humor greift Daniela Wilmer tiefgreifende Themen wie fehlende Selbstakzeptanz, Zweifel und generationsübergreifende Konflikte auf.

„Gewöhnungsbedürftig“ ist hier lediglich der Titel, die Story selbst und der Schreibstil sind federleicht und unterhaltsam. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und bin gespannt, was wir als nächstes von Daniela Wilmer zu lesen bekommen.

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Fortschritt neu gedacht

Monofuturis von Konstantin Schamber

Mit seinem Sachbuch „MONOFUTURIS. Vom Fortschritt zum Verlust der Vielfalt" ordnet der Autor und Sozialwissenschaftler Dr. Konstantin Schamber den technologischen Fortschritt neu ein.

Ich muss zugeben, dass mich das Inhaltsverzeichnis anfangs fast ein wenig verschreckt, gleichzeitig aber auch neugierig gemacht hat.

Wir leben in einer Welt, in der es kaum noch möglich ist, ohne die Bereitschaft zur Akzeptanz von technologischem Fortschritt am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Für unsere Gesellschaft ist Technik essentiell - doch wir müssen uns auch der Gefahren bewusst sein, die von ihr ausgehen.

Dr. Konstantin Schamber bettet das Thema Fortschritt und Innovation in historische sowie gesellschaftliche Zusammenhänge ein und eröffnet damit einen völlig neuen Blickwinkel.

Obwohl die Thematik komplex ist, bleibt der Schreibstil angenehm eingängig und gut verständlich. Übersichtliche Grafiken und Tabellen verdeutlichen zudem die theoretischen Zusammenhänge.

Mir persönlich haben sich dadurch ganz neue Perspektiven eröffnet: Während ich den Fortschritt bisher meist stillschweigend hingenommen habe, verstehe ich ihn nun viel besser im Zusammenspiel mit unserer Kultur, der Wirtschaft und unseren Institutionen.

Das Buch ist kein Aufruf, sich gegen den Fortschritt zu stellen, sondern viel mehr ein Appell diesen kritisch zu hinterfragen und am Menschsein mit all seinen Bedürfnissen nach Individualität, Freiheit und Selbstbestimmung festzuhalten.

Die hier gegeben Informationen lassen sich nicht schnell lesen, sondern regen vielmehr zum Nachdenken und Diskutieren an. Mir wird hier einiges noch lange im Gedächtnis bleiben.

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Hannah und Julie – zwei beeindruckende Protagonistinnen

Zwei Frauen von Katja Maybach

„Zwei Frauen“ ist ein historischer Roman der in München lebenden Autorin Katja Maybach, zu dem sie durch die Biografien ihrer Großmütter inspiriert wurde.

Die Handlung beginnt im Sommer 1912 in einem Dorf in der Pfalz. Hannah ist gerade einmal 22 Jahre alt, als ihr Vater stirbt. Da ihr Bruder auf den elterlichen Hof verzichtet und diesen auf sie überschreibt, steht Hannah vor einer großen Aufgabe.

Bei der Überschreibung lernt sie die Frau des Notars – Julie – kennen. Das Leben der beiden Frauen könnte kaum unterschiedlicher sein und dennoch werden sie zu engen Freundinnen, die sich im Leben unterstützen.

Der Schreibstil von Katja Maybach liest sich angenehm. Sie versteht es, ihre Leser innerhalb weniger Seiten zeitlich um mehr als 100 Jahre zurückzuversetzen. Ihre Charaktere beschreibt sie authentisch und lebendig. Mir gefiel der Kontrast zwischen ihren Protagonistinnen sehr. Während Hannah hart arbeitet und sich dadurch Freiheiten verschafft, lebt Julie in einer luxuriösen Welt, lässt sich bedienen und von ihrem Mann einschränken.
Neben ihnen gibt es zahlreiche weitere interessante Charaktere, durch die der Zeitgeist erst so richtig lebendig wird.

Der Erste Weltkrieg verändert das Leben der Frauen, der Alltag wird schwierig, aber ihre Freundschaft bleibt. Mit Hannah und Julie hat die Autorin zwei starke Persönlichkeiten erschaffen, die ich gerne ein Stück durch ihr Leben begleitet habe. Beide Frauen haben mich - jede auf ihre ganz eigene Art – beeindruckt. Ich habe mich mit ihnen gefreut, gehofft und gebangt, sodass ich richtig traurig war als ich das Buch beendet hatte.

Wer gerne historische Romane über starke Frauenfiguren liest, liegt mit diesem Roman genau richtig.

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Hier tun sich menschliche Abgründe auf

Totensee von Sophie Czerny

„Totensee“ ist das Debüt der in Wien lebenden Autorin und Juristin Sophie Czerny.

Nach einem kurzen Prolog, der bei mir für Gänsehaut und Fragezeichen im Kopf gesorgt hat, startet die Handlung in der Gegenwart im Dezember 2002 in Wien.
Die 14-jährige Tochter Mara der suspendierten Kommissarin Ada Sabel wird seit fünf Monaten vermisst.

Ada ist mit den Nerven am Ende, die Ungewissheit, was mit Mara passiert sein könnte, macht sie fertig. Mit der kopflosen Leiche, die am Ufer des Donaukanals auftaucht und auf deren Haut Adas Namen eingeritzt ist, gibt es eine erste Spur, der Ada nachgehen kann.

Durch die vielen Schauplätzen und Protagonisten habe ich ein wenig gebraucht, um mir einen Überblick zu verschaffen, aber dann konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Die Handlung führt zurück in Adas Vergangenheit und es kommen nach und nach Dinge ans Licht, die für mich nicht vorhersehbar waren und die nichts für schwache Nerven sind.

Ada ist eine authentische Protagonistin. Ihre Verzweiflung wurde spürbar und kam direkt bei mir an. Ich konnte ihren Tatendrang, ihre Entschlossenheit durchaus nachvollziehen. Eine Mutter, die nach ihrer Tochter sucht, ist durchaus bereit zu Mitteln zu greifen, die außerhalb des Erlaubten liegen. Die Einblicke in Adas Vergangenheit haben die Gegenwart Stück für Stück ergänzt und diese wie ein Puzzle komplett gemacht.

Man merkt, dass Sophie Czerny Juristin ist. Sie weiß, dass es nicht nur Gut und Böse gibt und dass das Leben aus moralischen Grauzonen besteht.

Thematisch werden hier einige sensible Themen angesprochen, da es auch um Selbstverletzung, Kontrollverlust, Trauma und die Folgen geht.

Mich hat der Thriller von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und ich hoffe, noch mehr von der Autorin zu lesen.

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Ein Einblick in Woodys Welt

Ein ganz normales Wunder von Woody Brown

„Ein ganz normales Wunder“ ist ein außergewöhnliches Buch des in Los Angeles lebenden Autors Woody Brown. Er ist der erste nicht-sprechende autistische Absolvent der UCLA.

„Kannst du nicht kommunizieren, muss das bedeuten, dass du geistig zurückgeblieben bist.“

Gelungener als mit diesem Buch hätte Woody Brown uns kaum das Gegenteil beweisen können.

Mit seinem Buch gibt er Einblicke in eine Tagesstätte für erwachsene Menschen mit Beeinträchtigungen. Wir begegnen dabei grundverschiedenen Menschen, die alle unterschiedliche Bedürfnisse, Schwierigkeiten, Wünsche und Hoffnungen haben.
Es wird aber nicht nur die Perspektive der Menschen mit Beeinträchtigung geschildert, sondern auch die der Betreuer. Insgesamt sind es sieben Sichtweisen, wodurch ein umfassendes Bild des Lebens in der Tagesstätte „Upward Bound“ für Erwachsene mit geistigen und körperlichen Behinderungen entsteht. Das Buch zeigt die Verknüpfung ihrer Lebenswege und regt dadurch zum Nachdenken über unsere Gesellschaft an.

Mich hat vor allem der Schreibstil des Autors begeistert. Er erzählt sehr lebendig und einfühlsam, unterhält durch seinen - teils trockenen - Humor sowie mit einer Leichtigkeit, die ich bei diesem schwierigen Thema nicht erwartet hatte.

Mit seinem Buch hat Woody Brown Vorurteile widerlegt und gezeigt, dass auch Menschen, die nicht sprechen können, viel zu sagen haben. Er macht deutlich, dass unsere Systeme überfordert sind und Angehörige dringend Unterstützung benötigen – aber auch, dass es keine gesellschaftlichen Barrieren gibt, die nicht abgebaut werden können.

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Einblicke in eine Familie aus unterschiedlichen Perspektiven

Ein Samstag im August von Birgit Bachmann

„Ein Samstag im August“ ist das Debüt der Autorin Birgit Bachmann.

In dem Buch geht es um die Frauen der Familie Wortmann:
Elvira, die gerade mit ihrem Ehemann Jobst auf der Heimreise aus ihrem Urlaub ist,
Sigrid, Elviras 85-jährige Mutter,
Mona, Elviras Schwester,
Kathi, Elviras Schwägerin.

Jedes Familienmitglied hat sein eigenes Leben und damit auch sein eigenes Päckchen zu tragen.
An dem titelgebenden Samstag im August wird durch die Hilfsbereitschaft von Elvira und Jobst an der Autobahnraststätte die Dynamik, auf die sich die Handlung stützt, ins Rollen gebracht.
Sie nehmen ein Paar mit, dessen Auto liegengeblieben ist. Dadurch geraten sie ungewollt in dessen Konflikte und beginnen ihre eigenen zu hinterfragen. Elvira wird dadurch emotional so durcheinander gerüttelt, dass sich ihre Stimmung zu Hause auf den Rest der Familie überträgt. In dieser aufgewühlten Stimmung lüftet Sigrid ein jahrzehntelang gehütetes, schwerwiegendes Familiengeheimnis.

Birgit Bachmann hat die Ereignisse aus sieben wechselnden Perspektiven beschrieben, sodass man zunächst lauter lose Fäden erhält, die erst nach und nach miteinander verknüpft werden.
Ihr Schreibstil ist ruhig und bildhaft. Die Emotionen der Charaktere werden nicht immer ausformuliert, sondern stehen oft zwischen den Zeilen.
Die Handlung ist in kurze Kapitel unterteilt und liest sich dadurch flüssig und mühelos.

Dabei wird schnell deutlich, dass Ereignisse bis in die Gegenwart hineinwirken und Auswirkungen auf die gesamte Familie haben.

Im Grunde schreibt die Autorin über eine ganz normale Familie, in der es in der Vergangenheit Belastungen, Geheimnisse, Träume, den Wunsch nach Anerkennung gab und in der - bis zu diesem Samstag im August - einfach zu wenig miteinander geredet wurde.
Dabei wird uns deutlich vor Augen geführt, wie wenig wir die uns am nächsten stehenden Menschen kennen.

Ich habe diesen ruhigen Sommerroman, bei dem es unter der Oberfläche zu brodeln beginnt, gerne gelesen. Mir gefiel die Atmosphäre des norddeutschen Spätsommers und wie die Autorin den Vergleich von Familie und Flickendecke bildhaft zum Leben erweckt. Wer Bücher mit leisen Tönen mag, liegt hier richtig.

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Ein riskanter Plan

Masterminds, Band 1 - Der Darknet-Köder von Chris Morton

„Masterminds - Der Darknet-Köder“ ist ein spannender Heist-Thriller des Autors Chris Morton.

Die Protagonisten Justus, Parker, Kikki, Jay und Fifi sind zwischen 16 und 23 Jahren. Jeder von ihnen hat seine Talente, so dass sie sich zu einem cleveren Team – den Masterminds – ergänzen.

Der Prolog startet mit viel Action im September 2026 – also quasi genau jetzt, im Moment – und spielt im Großraum Frankfurt.

Im Anschluss gibt es einen 6-monatigen Sprung zurück in die Vergangenheit. Justus van Meeren hatte mit seinen Eltern einen schweren Autounfall, den nur er überlebt hat. Justus Patenonkel Randalf Wirth soll seine Vormundschaft übernehmen. Leider ist er nicht wirklich an seinem Wohl interessiert, sondern viel mehr an dem Millionenerbe seiner verstorbenen Eltern.
Justus ist ein sehr cleverer Protagonist, der schnell merkt, was Sache ist. Deswegen stellt er ein Team – die Masterminds – zusammen, um ihm das Handwerk zu legen.

Die Ereignisse wechseln zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart. Dadurch wird innerhalb kürzester Zeit eine enorme Spannung aufgebaut. Der Schreibstil ist leicht zu lesen, sehr lebendig, lädt aber auch zum Lachen ein. Die Masterminds wirken jeder für sich authentisch und durch ihre besonderen Eigenheiten sympathisch. Es macht Spaß, zu verfolgen wie sie ihren Plan schmieden und sich dabei perfekt ergänzen.

Das Buch ist ausgesprochen fesselnd und schnell gelesen. Ich freue mich jetzt schon auf den zweiten Band „Der Insider-Job“, der für den Februar 2027 angekündigt ist.

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Eine eigenwillige und liebenswerte Protagonistin

Eine kleine Schwindelei von Rosanna Pike

„Eine kleine Schwindelei“ ist das Debüt der in London lebenden Autorin Rosanna Pike.

Die Handlung beginnt im Mai 1500 in England. Im Mittelpunkt steht die Protagonistin Tibb Ingleby.
Sie lebt mit ihrer Mutter das Leben einer Landstreicherin, hat nie einen festen Wohnsitz gehabt. Kurz nach der Geburt ihrer Schwester, stirbt Tibbs Mutter und sie muss auf eigenen Füßen stehen und für ihre kleine Schwester Henrietta sorgen.

Benannt hat sie diesem nach Henry VII..

Die Ereignisse werden aus der Perspektive von Tibbs berichtet. Sie ist eine sehr eigenwillige aber absolut großartige und liebenswerte Protagonistin. Sie schlägt sich geschickt durch das Leben, macht dabei Erfahrungen, an der viele zerbrechen würden, aber Tibbs ist einfach unverwüstlich.

Der Schreibstil der Autorin ist brillant. Sie gibt ihrer Protagonistin eine deutliche Sprache, manchmal etwas derb, aber irgendwie wirkt Tibbs dadurch nur noch liebenswerter authentischer. Auch die Sitten und Gebräuche der damaligen Zeit sind nichts für zarte Gemüter. Die rauen Sitten sprechen eine deutliche Sprache und ich bin eigentlich sehr zufrieden damit, dass mein Leben erst über 500 Jahre später begonnen hat.

Es ist eine Geschichte, in der es um das Leben bzw. Überleben im Mittelalter geht, um Freundschaft, die Kirche, Aberglauben, Mut, Verzweiflung und vieles mehr. Die Charaktere sind gut angelegt und mit ihnen hat mich die Autorin direkt in das späte Mittelalter entführt und es lebendig werden lassen.

Ich finde dieses Debüt einfach großartig und hoffe, dass ich bald weitere Bücher von Rosanna Pike zu lesen bekomme.

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Zwischen Selbstjustiz & Gerechtigkeit

DAISY – Und all deine Geheimnisse werden mir gehören von Melanie Raabe

„DAISY – Und all deine Geheimnisse werden mir gehören“ ist ein spannender Thriller der in Köln lebenden Journalistin und Autorin Melanie Raabe.
Die 34-jährige Luca arbeitet als Anwältin, ist Single, lebt in Berlin und führt tagsüber ein unauffälliges Leben. Als Juristin weiß sie, dass nicht jeder, der sich offensichtlich an das Gesetz hält, gleichzeitig auch unschuldig ist.

Deswegen hat sie es übernommen, sich an den Menschen, die meinen mit allem durchzukommen und die sich durch ihr Geld und ihre Macht sicher fühlen, zu rächen.
Ein Plan, für den sie von meiner Seite aus vollste Unterstützung bekommen hätte.
Nachdem einer ihrer nächtlichen Einsätze fast schiefgegangen ist, wird sie zur Gejagten und damit wird es für Luca ausgesprochen gefährlich.
Der Schreibstil von Melanie Raabe liest sich leicht und sie versteht es geschickt, Spannung zu erzeugen. Mit Luca hat sie eine faszinierende und durchaus sympathische Protagonistin erschaffen. Mir gefiel ihr ausgeprägter Gerechtigkeitssinn, auch wenn sie keine Hemmungen hat, dabei ein wenig zu weit zu gehen. Dabei ist sie niemals unnötig brutal, sondern setzt bei ihren Opfern auf psychologische Spielchen, die unter die Haut gehen und Entsetzen hervorrufen.
Das Tempo ist durchgehend hoch und es bleibt unklar wem man vertrauen kann, dadurch ebbt die Spannung bis zum Schluss nicht ab.

Es ist ein lesenswerter Thriller, der ohne blutige Szenen auskommt, was für mich ein klarer Pluspunkt ist.

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Ein Roman, der entschleunigt und berührt

Der Briefladen, in dem ich dich fand von Baek Seungyeon

"Der Briefladen, in dem ich dich fand" ist nach „Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand“ der zweite Band aus der Reihe „Der Briefladen in Seoul“ der in Seoul lebenden koreanischen Autorin Baek Seungyeon. Obwohl ich mich sehr darüber gefreut habe, wieder auf altbekannte Charaktere zu treffen, sind Vorkenntnisse nicht zwingend notwendig.

Auch in diesem Band geht es wieder um das Briefeschreiben und damit um Menschen, die ihre Hoffnungen, Ängste und Träume niederschreiben. Die 30-jährige Woo Hyoyeong arbeitet nun schon seit vier Jahren im Briefladen. Dort hat sie auch Cha Yeonggwang kennengelernt. Inzwischen sind die beiden wieder getrennt. Als er wieder im Briefladen auftaucht, purzeln Woo Hyoyeongs Gefühle ordentlich durcheinander.

Während im vorherigen Band das Briefeschreiben im Vordergrund stand, geht es dieses Mal mehr um die Gefühle unserer Protagonistin. Das ändert aber nichts daran, dass es um Emotionen, zwischenmenschliche Beziehungen und darum, die Gefühle anderer nicht zu verletzen, geht.

Sowohl die Protagonisten als auch die Nebencharaktere werden authentisch dargestellt. Es sind sympathische Menschen, von denen jeder seine eigene Geschichte hat, die zum Innehalten einladen.

Ich mag den ruhigen und einfühlsamen Schreibstil der Autorin, der einfach perfekt zur Thematik passt.
Auch optisch ist das Buch durch kleine Illustrationen und einen ganz besonderen Buchschnitt ein richtiges Highlight. Sehr schön fand ich auch, wie die Personen direkt zu Beginn kurz vorgestellt werden.

Dieses Buch hat man nicht mal eben schnell gelesen. Es ist eines, das zum Nachdenken und Innehalten einlädt, das entschleunigt und deutlich macht, wie magisch Worte sein können.

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