Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Petra Sch.:
temporeicher Auftakt der Banken-Thriller-Reihe um Laura Jacobs
Die Filiale von Veit Etzold
Laura Jacobs arbeitet als Wertpapierberaterin in der BWG-Filiale in der Koppenstraße in Berlin.
Nachdem sie einen Banküberfall verhindern konnte, erhält sie kurz darauf von ihrem Arbeitgeber die Kündigung des Mietvertrages ihres Hauses.
Den Anwohnern der ganzen Siedlung wurde gekündigt, denn die Bank will das komplette Grundstück verkaufen.
Das wollen die Bewohner natürlich verhindern und Laura gerät dabei in große Gefahr.
Meine Meinung:
"Die Filiale" ist der Auftakt der Thriller-Reihe um die Bankangestellte Laura Jacobs.
Laura ist eine taffe Frau, doch manchmal leidet ihr Selbstbewusstsein. Mehrmals hätte ich sie schütteln können, weil sie - obwohl sie eh schon in der Bredouille steckt - allen blind vertraut.
Und vor allem: wenn ich bemerke, dass ich angeblich etwas Kriminelles gemacht habe - in ihrem konkreten Fall: Gelder überwiesen - dann spreche ich mit den höchsten Chefs UND gehe sofort zur Polizei, um Anzeige gegen Unbekannt zu erstatten. Unglaublich und unfassbar, dass sie glaubt, es selbst richten zu können, ohne dass jemand irgendwas merkt. Einfach nur zum Kopfschütteln.
Es war aufregend zu verfolgen, wie Laura in immer mehr Probleme schlittert, aber oft auch gute Ideen zur Lösungsfindung hat; und überhaupt rund um den Grundstücksverkauf immer mehr dubiose und unerklärliche Dinge geschehen.
Die Auflösung hat mich jetzt nicht besonders überrascht, der Showdown war dann etwas zu schnell und einfach.
Ein kleiner Cliffhanger macht jedenfalls neugierig auf den nächsten Band.
Als ehemaliger Banker kennt sich Veit Etzold natürlich mit den Themen Banken, Finanzierung, Kredite, Wertpapiere usw. besonders gut aus. Leider waren es für meinen Geschmack zu viele detaillierte Banken-Insider-Infos bzw. Vokabular; v.a. die kleinen 'Banken-Witzchen' haben das Ganze etwas in die Länge gezogen, da wäre mMn ein bisschen weniger besser gewesen.
Aber insgesamt ist die Story spannend zu verfolgen; die Themen Insiderhandel, Kryptowährung, Dark Web und natürlich die perfiden Machenschaften der sog. Mächtigen und deren Gier sind interessant und faszinierend.
Fazit:
Temporeicher Banken-Thriller mit einer Protagonistin, die sich gegen alle Widrigkeiten nicht unterkriegen lässt, auch wenn sie manchmal unrealistisch agiert. Etwas weniger Banken-Vokabular hätte dem Lesefluss gut getan.
bunte Kochideen für den Gasgrill
Weber's Gasgrillbibel von Manuel Weyer
Die Webers Gasgrillbibel schreckt zwar auf den ersten Blick wegen des komplett schwarzen Covers ab, aber man sollte auf die "inneren Werte" achten und da findet sich Einiges!
Das Buch ist sehr gut aufgebaut. Zuerst findet man besonders für Gasgrill-Einsteiger wichtige Infos zum richtigen Umgang mit einem Gasgrill sowie Tipps (zB verschiedene Grilltechniken) und Tricks (zB Grillen mit Alternativen zur Alufolie).
Ein Grillkompass für die verschiedenen Fleischsorten, aber auch Obst und Gemüse liefert detaillierte Infos und helfen bei der Auswahl des richtigen Fleisches und gibt Tipps für die jeweils beste Zubereitungsart.
Die 11 Gebote zum gelingsicheren Grillen runden den ersten Teil ab.
Danach finden sich die über 250 Rezepte, von Basic bis ausgefallen, die praktisch gegliedert sind:
- Top 11 der beliebtesten Rezepte
- Rind & Kalb
- Schwein, Lamm & Wild
- Geflügel
- Fisch & Meeresfrüchte
- Gemüse, Obst & Sides
- Süßes & Desserts
- Kids' Choice
Auch Zubereitungen von Würzmischungen, Marinaden, Soßen und Dips finden sich zu Beginn des Buches.
Die Rezepte sind leicht verständlich, kommen ohne schwer zu besorgende und/oder seltene Zutaten aus und sich leicht nachzukochen.
Es gibt eine detaillierte Liste mit den Zutaten, genaue Mengenangaben, ausführlich erklärte Arbeitsschritte - und die Bebilderungen helfen nochmals zusätzlich.
Jedes Rezept beinhaltet auch übersichtlich die Infos zur Vorbereitungszeit, der Grillzeit, der passenden Grillmethode sowie der Ruhezeit.
Leider konnten wir aufgrund des vielen schlechten Wetters noch nicht so viel ausprobieren wie geplant, aber bisher kann ich sagen, dass ich mit dem Kochbuch sehr zufrieden bin.
Besonders gut gefielen uns die Rezepte für selbstgemachte Pizza und die Hackfleischspieße mit Kartoffelchipspanade - und sogar für meine heikle Tochter war einiges dabei, das sie mochte.
Nur die süßen Sachen haben wir noch nicht ausprobiert, das wird aber auf jeden Fall noch nachgeholt! :D
Fazit:
Gut strukturiertes Kochbuch mit genauen Angaben zu Zutaten und Arbeitsschritten; leicht nachzukochen; toll bebildert.
Eine farbenprächtige und bildgewaltige Liebeserklärung an den Wienerwald
Wienerwald von Werner Gamerith
"Wienerwald - Naturjuwel zwischen Stadt und Gebirge" ist ein gewaltiger und wundervoller Bildband vom in Mödling geborenen Autor und Naturfotograf Werner Gamerith, der auch den Konrad-Lorenz-Staatspreis für Umweltschutz erhalten hat.
Ich habe viele interessante Informationen über diese grüne Lunge, die sich zwischen dem Tullner und dem Wiener Becken erstreckt und bis ins Stadtgebiet von Wien reicht, erfahren, die ich noch nicht kannte.
Zum Beispiel, dass der Wienerwald über 1.000 km2 groß ist, dass sein lateinischer Name "Silva Viennensis" lautet, und dass er durch das Gelände in zwei Zonen eingeteilt ist: der Flysch-Wienerwald (lehmiger Boden; früher: Sandstein-Wienerwald) und der Karbonat-Wienerwald (früher: Kalk-Wienerwald).
Das Buch beginnt mit der Geschichte des Wienerwaldes, beginnend von der Urgeschichte bis zur Neuzeit.
Sehr interessant fand ich, dass die Regierung im Jahr 1870 die Staatskasse sanieren wollte, indem der Staatsbesitz im Wienerwald verkauft und zum Kahlschlag freigegeben werden sollte. Josef Schöffel fand heraus, dass bei diesem Geschäft nur Holzhändler und einige Beamte reich geworden wären. Als wortgewandter Journalist konnte er in der Bevölkerung einen Proteststurm entfachen - dem hat sich der Wiener Gemeinderat angeschlossen, und dieses Vorhaben musste abgeblasen werden. Somit formte sich ein erstes frühes Umweltbewusstsein.
Daraus entstand die Idee eines Wald- und Wiesengürtels rund um Wien.
2005 entstand der Biosphärenpark Wienerwald mit 1.056 km2, der 51 Gemeinden und 7 Wiener Bezirke umfasst.
Der Lainzer Tiergarten mit einer Größe von 25 km2 war ehemaliges kaiserliches Jagdrevier und als Besonderheit beherbergt er die Heckrinder, eine halbwilde Rasse.
Der Wienerwald beinhaltet 4 Naturparks, darunter der Naturpark Sandstein-Wienerwald, der in der Nähe meines Zuhauses ist und in dem ich oft unterwegs bin, wo man Wildschweine und Rothirsche beobachten kann sowie den Naturpark Sparbach, den ich auch sehr toll finde, wo die Wildschweine frei laufen.
Erwähnenswert ist die Rückkehr des Wolfes in den Wienerwald, was ein Ergebnis von naturnaher Bewirtschaftung ist. Die Jäger begrüßen die Rückkehr der großen Beutegreifer, denn diese lesen am Verlässlichsten kranke und schwache Tiere aus.
Das Buch ist weiters so gegliedert, dass man Vieles über die Zusammensetzung des Wienerwaldes lernt:
- Wald: Laubwald, hauptsächliche Buchenwald; standortgemäße Baumartenmischung. Und nur ein gutes Zusammenspiel von Naturwald mit Totholz sichert die große Artenvielfalt
- Wiesen und Weiden: Der Wienerwald bietet eine der schönsten Wiesenlandschaften Österreichs, auch wenn diese nur 12% der Fläche ausmachen. Im Wienerwald gibt es über 20 Wiesentypen, wovon die grobe Unterteilung in Fett- und Magerwiesen ist. Hier ist als wertvoller Trockenrasen die Perchtoldsdorfer Heide zu erwähnen, auf der sich Ziesel angesiedelt haben.
- Wein- und Ackerland: Äcker in den tieferen Lagen und Weingärten im Osten und Norden.
- Gewässer: Im Wienerwald gibt es keine natürlichen Seen. Der Wienerwaldsee ist ein künstlich angelegter Nutzwasserspeicher des gestauten Wienflusses. Der Wienerwaldsee ist auch für mich ein beliebtes Ausflugsziel, da man auf dem befestigten Weg darum spazieren oder Rad fahren kann.
Auch die Flüsse mit sämtlichen darin lebenden Tieren werden detailliert beschrieben.
Am Ende des Buches gibt es noch eine Übersicht über die geografische Entwicklung und Geschichte des Wienerwaldes sowie Kartenmaterial.
Die gewaltigen und wunderschönen Landschaftsfotografien haben mich sehr beeindruckt. Stark, aussagekräftig, farbenprächtig, teilweise seitenfüllend und einfach nur wunderschön.
Ich freue mich sehr das Glück zu haben, in dieser sagenhaften Gegend zu leben und diese nun auch in einem eindrucksvollen Buch betrachten zu können!
Wem kannst du trauen? Wer sagt die Wahrheit, wer lügt?
A Stranger in the House von Lapena Shari
Kurz zum Inhalt:
Eines Abends kommt Tom Krupp von der Arbeit nach Hause, doch seine Frau Karen ist nicht da. Die Tür ist unverschlossen, überall brennt Licht, in der Küche liegen die Vorbereitungen für das Abendessen...
Tom erfährt, dass seine Frau einen Autounfall in einer schlimmen Gegend hatte, da sie zu schnell gefahren ist.
Doch das kann Tom nicht glauben, da Karen sich immer an die Gesetze hält.
Und dann wird in der Nähe des Unfallorts in einem verlassenen Restaurant eine männliche Leiche gefunden. Hat Karen etwas damit zu tun? Tom kann es nicht glauben, doch Karen kann sich an die Nacht nicht erinnern. Was ist passiert?
Meine Meinung:
Der Schreibstil ist flüssig und sehr schnell zu lesen, auch aufgrund der kurzen, einfachen Sätze und der kurzen Kapitel. Die Erzählweise ist im Präsens geschrieben.
Für mich ist die Geschichte eher Psychothriller als Thriller.
Man ist immer am Rätseln, was in jener Nacht wirklich passiert ist und wer der Täter ist. Leider plätschert die Geschichte eher nur so dahin, ohne so richtig Spannung aufzubauen. Auch sind einige Dinge nicht genug ausgearbeitet und ich konnte diverse Handlungen und Verhaltensmuster nicht nachvollziehen. Auch die überraschende Wendung am Schluss konnte mich nicht so ganz überzeugen.
Für mich sind die handelnden Figuren irgendwie nicht richtig greifbar; man kann zu niemandem eine Verbindung aufbauen und keiner ist wirklich sympathisch. Auch der Ermittler kam mir anfangs etwas unfähig vor.
Das Cover passt gut zu Genre und Titel. In schwarz und dunkelblauen Tönen ist eine Frau vor einem Fenster abgebildet.
Fazit:
Für meinen Geschmack ein leider eher farbloser (Psycho-)Thriller, der mich nicht so ganz überzeugen konnte. 3 Sterne von mir.
Die 3 Magier retten Algravia vor der Eiszeit
Die drei Magier - Das gestohlene Drachenfeuer von von Bornstädt Matthias
Kurz zum Inhalt:
Oh nein! Plötzlich ist es kalt und Winter in Algravia geworden! Und das ist ebenso in der menschlichen Welt spürbar!
Der Grund dafür ist, dass der Drache, der Algravia wärmt, plötzlich verschwunden ist. Entführt vom bösen Zauberer Rabenhorst.
Das ist natürlich ein neuer Auftrag für die drei Magier Conrad, Vicky und Mila: können sie den Drachen finden und wieder zurückbringen, damit es wieder warm wird?!?
Meine Meinung:
"Die Drei Magier.
Das gestohlene Drachenfeuer" ist der 3. Teil der Reihe um die "Die Drei Magier".
Die Geschichte ist wieder kindgerecht und liebevoll geschrieben, mit kurzen verständlichen Sätzen.
Die Kapitel sind nicht allzu lang, und viele wunderschöne detailreiche, farbige Illustrationen, die oft seitenfüllend sind, untermalen das Gelesene.
Die Schrift ist groß genug, dass auch geübtere Leser das Buch alleine lesen können.
Die Welt Algravia ist magisch, es gibt Feen, Zauberer, Trolle, sprechende Bäume und Katzen, die süßes leuchtenden Lunies, und natürlich den bösen Zauberer Rabenhorst.
Die magische Welt ist wieder wundervoll und detailreich beschrieben, und die Drachenmutter und ganz besonders natürlich das süße kleine Drachenküken namens Zapfi hat es uns angetan!
Und natürlich wieder ein Hit: der lilafarbene, sprechende Kater Kasimir sowie das Zottelwesen Haarmut.
Auf spielerische Weise lernt man, dass man zusammenhalten muss, um etwas zu erreichen; und dass man gemeinsam, mit gegenseitiger Hilfe und Einfallsreichtum, leichter aus gefährlichen Situationen rauskommt.
Das Cover passt wieder perfekt zum Inhalt des Buches und zeigt die Drei Magier, die sich gemeinsam mit dem Drachenküken Zapfi auf die Suche nach dessen Mutter gemacht haben. Und der böse Zauberer Rabenhorst fliegt auf dem Drachen über seiner Burg.
Fazit:
Ein fantasievolles, magisches und spannendes Kinderbuch, mit mutigen Helden und wunderschönen farbenfrohen Bildern, das meine Tochter und mich wieder genauso wie die ersten beiden Teile total begeistert hat! Große Leseempfehlung und 5 Sterne!!
Gemütlicher Cosy Krimi im England der 1920er
Mord nach Strich und Faden von Brody Frances
Kurz zum Inhalt:
England, 1922: Kate Shackleton wird von ihrer Freundin Tabitha Braithwaite angeschrieben und gebeten, ihren Vater zu finden. Kate, deren Mann im Krieg verschwunden ist, hatte einige Male nach dem Krieg verschwundene Soldaten ausfindig gemacht, und deshalb hofft Tabitha, dass Kate auch ihren vor 6,5 Jahren verschwundenen Vater Joshua Braithwaite, einen Weberei-Inhaber, findet.
Denn sie heiratet in einigen Wochen und möchte von ihrem Vater zum Altar geführt werden.
Kates Vater, ein ehemaliger Polizist, legt ihr nahe, für diesen kniffligen Fall einen Ex-Polizisten als Hilfe anzustellen. Somit wird Kate quasi zur professionellen Detektivin.
Die Suche nach Tabbys Vater gestaltet sich jedoch schwieriger als gedacht, denn niemand in der unmittelbaren Umgebung will etwas wissen oder preisgeben.
Nur nach und nach decken Kate und ihr Kollege Jim Sykes die Geheimnisse auf. Doch die Wahrheit soll anscheinend nicht ans Licht kommen, als plötzlich ein Ehepaar, beide Arbeiter in der Weberei, stirbt.
Meine Meinung:
Der Schreibstil ist trotz seiner 'alten' Schreibweise, die an den 20er erinnern soll, leicht zu lesen, obwohl man sich anfangs erst daran gewöhnen muss. Es ist ein leichter Krimi, der mich an die Miss Marple Krimis erinnert.
Sehr gut gefällt mir, wie die Autorin das damalige Leben, allen voran der Kampf der Frauen nach Selbständigkeit, und natürlich das Leben der Menschen, die in der Weberei-Industrie arbeiten, inkl. technischem Wissen, näherbringt. Auch die Erwähnung der damaligen Mode ist äußerst interessant.
Leider plätschert die Ermittlung oftmals eher nur dahin und ist wenig spannend, und man kann Kates Handeln nicht immer nachvollziehen. Ihre Ansätze und Gedanken sind gut, aber warum hakt sie bei gewissen Dingen nicht mehr nach? Trotzdem möchte man mit Kate gemeinsam den Fall auflösen, da sich immer wieder neue Erkenntnisse ergeben.
Leider sind einige Szenen und Personen für den Verlauf der Handlung schlicht unwichtig und hätten weggelassen werden können.
Die Auflösung ist trotz einiger gedanklicher Mängel teilweise überraschend.
Ich hätte mir nur gewünscht, dass man mehr über Jim Sykes Ermittlungen lesen kann, und dass man erfährt, was mit Kates Mann damals wirklich passiert ist. Aber vielleicht löst sich das in einem Folgeband auf.
Das Cover zeigt Kate Shackleton beim Ermitteln, ist farbenfroh und macht neugierig auf das Buch.
Fazit:
"Mord nach Strich und Faden" ist der Auftakt einer Reihe um Kate Shackleton. Ein gemütlicher Landhaus-Krimi mit einigen Schwächen, aber man erfährt viel über das damalige Leben und die Weberei-Industrie und hat mich gut unterhalten. Das Buch ist perfekt geeignet für Leser von unblutigen Krimis.
humorvoller Provinzkrimi, leider zu überzogen
Bülent Rambichler und die fliegende Sau von Anja Bogner
Meine Bewertung: 3,5 Sterne
Kurz zum Inhalt:
In Strunzheim wird die Leiche der Fleischfachverkäuferin Kerstin Rummsler, von allen "Gelbwurst-Pflunzen" genannt, gefunden - nackert, nur mit Engelsflügeln bekleidet. "Gefunden" wurde sie von den alten Walder-Zwillingen, die sie unabsichtlich überfahren haben.
Erkan Rambichler, Deutsch-Türke und Vorstand des Geflügelzuchtvereins im Ort, weiß auch sofort, wer der Einzige ist, der diesen Fall lösen kann: sein Sohn Bülent, Kriminalbeamter in Nürnberg. Dieser hat es sich jedoch in seiner Dienststelle gemütlich eingerichtet, wo er keinen Kontakt zu Leichen hat.
Dies ist nun vorbei, da er von seinem Chef höchstpersönlich zur Aufklärung des Falles in sein Heimatdorf beordert wird - gemeinsam mit seiner Kollegin Astrid "Sunshine" Weber, die der Ruhepol zum gegenteiligen Bülent ist.
Können die beiden den Mord aufklären?
Meine Meinung:
"Bülent Rambichler und die fliegende Sau" ist der Auftakt einer Reihe um den Kriminalkommissar Bülent Rambichler.
Der Schreibstil ist flüssig und schnell zu lesen und erinnert sehr an die humorvollen "Eberhofer"- und "Kluftinger"-Krimis.
Was anfangs noch wirklich witzig zu lesen war (zb lautet der Spitzname des Säufers "Suff" und der Nachname des Leichenbeschauers Fledderer), hat sich im Laufe der Geschichte leider immer mehr aufgebauscht, und es wurden dann nicht nur sämtliche handelnden Personen, sondern auch die Situationen zu übertrieben und überzogen dargestellt - das war mir dann schon zu viel des Guten, und es war teilweise anstrengend zu lesen.
Auch die Auflösung hat mich nicht so ganz zufrieden gestellt, das hätte man noch ein kleines bisschen harmonischer verfassen können.
Die sich anbahnende Romanze zwischen Bülent und Astrid hat mir hingegen sehr gut gefallen, und auch die niedliche Sau Hannelore habe ich ins Herz geschlossen.
Am Ende gibt es ein Glossar, um die umgangssprachlichen Ausdrücke zu erklären. Auch innerhalb des Buches gibt es für einzelne spezielle Begriffe immer wieder erklärende Fußnoten.
Das Cover zeigt einen Wolpertinger - mir ist leider nicht ganz klar, wie das mit der Geschichte im Zusammenhang stehen soll.
Fazit:
Eigentlich ganz unterhaltsamer Klamauk, jedoch alles zu überspitzt. Mehr ist manchmal eben nicht mehr.
Sind wir nicht alle irgendwie Mängelexemplare? Unterhaltsam und emotional.
Ein halbes Jahr zum Glück von Timmer Julie Lawson
Kurz zum Inhalt:
Markie Bryant, frisch geschieden, zieht mit ihrem Sohn Jesse in einen kleinen Vorort. Hier will sie sich verkriechen, ihre Wunden heilen lassen, und jeglichen Kontakt zu anderen Menschen abbrechen.
Aber sie hat nicht mit ihrer neuen Nachbarin gerechnet: Die resolute Mrs. Saint erklärt es zu ihrer Mission, Markie aus ihrem Schneckenhaus zu holen.
Diese wehrt sich jedoch mit Händen und Füßen gegen Mrs. Saints Einmischungen.
Doch irgendwann muss sie einsehen, dass die Maßnahmen ihrer Nachbarin bzw. deren Angestellter Patty tatsächlich helfen.
Und dann passiert ein Ereignis, mit dem niemand rechnet...
Meine Meinung:
Der Schreibstil ist flüssig und schnell zu lesen.
Die Protagonisten sind, vor allem anfangs, etwas blass gezeichnet. Nur Mrs. Saint ist gleich mit voller Wucht da.
Schön fand ich das Zusammenspielen von Mrs. Saint und ihren sogenannten "Mängelexemplaren", die alleine im Leben nicht wirklich zurechtkommen, und denen sie in ihrem Haushalt Arbeit gegeben hat. Der ältere Frédéric kümmert sich um Haus und Garten, gemeinsam mit Bruce, der jedoch immer Hilfestellung benötigt, um die Arbeiten richtig zu erledigen. Dann sind da noch die Köchin Ronda, deren Speisen oft nicht genießbar sind, sowie Patty, die Haushälterin, und ihre Tochter Lola.
Ganz toll fand ich, wie sich die Beziehung zwischen Jesse und Lola aufbaut, und sie tatsächlich Freunde werden. Obwohl er ein Teenager ist und von Mrs. Saint quasi dazu verdonnert wird, Lola auf ihrem Schulweg zu begleiten und ihr bei den Hausaufgaben zu helfen.
Leider kann ich Markies Verhalten und ihr Handeln die meiste Zeit nicht nachvollziehen; trotzdem geht mir die Geschichte nahe. Vor allem der arme Jesse, der aus seinem behüteten Leben gerissen wurde.
Mrs. Saint hätte mich wahrscheinlich total auf die Palme gebracht, wäre sie mir im echten Leben begegnet. Dieses ständige Einmischen und die Besserwisserei geht einem schon schnell auf die Nerven. Obwohl sie es ja tatsächlich nur gut meint, und Markie wieder auf den Geschmack des 'echten Lebens' bringen will.
Was mir leider überhaupt nicht gefallen hat, war der Umgang mit dem Hund Angel. Ich kenne mich mit Hunden leider gar nicht aus, aber trotzdem weiß ich, dass man einen Hund - und diese Rasse dürfte laut Geschichte noch dazu sehr anspruchsvoll und ausdauernd sein (Angel war nicht mal nach 2 Std Spaziergang müde) - nicht einsperrt. Trotzdem muss Angel die meiste Zeit des Tages in einer verschlossenen Box verbringen. Sowas geht gar nicht. Noch dazu, wo Markie in einem Haus mit Garten (!!) lebt...
Das Cover ist fröhlich gestaltet; ein schönes Himmelblau, auf dem sich orange Blüten befinden; und Hund Angel ist ebenfalls abgebildet.
Eigenltich suggeriert das Cover ein fröhliches Buch, welches "Ein halbes Jahr zum Glück" jedoch nicht wirklich ist.
Fazit:
Wir sind doch alle auf die eine oder andere Weise ein "Mängelexemplar". Wenn man es jedoch zulässt, dass andere Menschen in unser Leben treten und man sich von ihnen helfen lässt, kann man sein Leben verbessern und in mehr oder weniger kurzer Zeit zum Glück finden. Bzw. zumindest halbwegs zufrieden mit seinem Leben werden.
Mir hat das Buch gut gefallen, es war sowohl unterhaltsam als auch emotional.
Ist Ellie tatsächlich eine Hexe?
Das Böse in deinen Augen von Blackhurst Jenny
Meine Bewertung: 3,5 Sterne
Kurz zum Inhalt:
Imogen Reid zieht mit ihrem Mann zurück in ihr altes Heimatdorf Gaunt, wo sie aufgewachsen ist, um dort als Kinderpsychologin zu arbeiten.
Gleich am ersten Tag lernt sie die 11jährige Ellie Atkinson bei einem dubiosen Zwischenfall kennen, und nimmt sich ab sofort ihrer an.
Die Leute in Gaunt haben Angst vor Ellie, und verteufeln sie als Hexe, da schreckliche Dinge passieren, wenn Ellie wütend wird. Doch Imogen sieht in ihr nur das verstörte Mädchen, das seine Familie bei einem Brand verloren hat, und nun bei einer Pflegefamilie, den Jeffersons, wohnen muss, die sie nicht besonders mag. Nur ihre Pflegeschwester Mary nimmt sich Ellies an und beschützt sie.
Kann Imogen Ellie wirklich vertrauen, oder haben doch die Leute in Gaunt mit ihrer Angst vor Ellie recht?
Meine Meinung:
Der Schreibstil ist, wie man es von Jenny Blackhurst gewöhnt ist, flüssig und schnell zu lesen. Es wird abwechselnd aus der Sicht von Imogen in Ich-Form und aus der Sicht von Ellie in Erzähl-Form geschrieben.
Leider konnte ich Vieles nicht nachvollziehen. Auch der offene Schluss, und die vielen offenen Fragen, die unbeantwortet geblieben sind, konnten mich nicht zufrieden stellen.
Imogen steigert sich in den Fall Ellie zu sehr rein und lässt zu viele Gefühle aufkommen; als Kinderpsychologin sollte sie eigentlich wissen, wie sie mit ihren Schützlingen umzugehen hat. Außerdem verhält sie sich ihrem Mann Dan gegenüber unnachvollziehbar verschlossen, verschweigt ihm grundlos ihre Kindheit und belügt ihn.
Mit Ellie hat man die meiste Zeit des Buches Mitleid, auch wenn sie doch seltsam ist. Sie wird aufs Schlimmste gemobbt, und es ist furchtbar, was ihr die anderen Kinder antun.
Leider lässt die Geschichte mehr als die Hälfte eher an einen Mystery-Thriller denken, aufgrund der vielen paranormalen Fähigkeiten/übernatürlichen Kräfte, Telekinese etc. Ellie wird ja auch als Hexe verteufelt, weil viele Dinge geschehen, die sich keiner erklären kann. Man ist sich lange nicht sicher, welche Art von Thriller ist es denn nun? Wird sich alles erklärbar auflösen? Und doch schafft die Autorin meiner Meinung nach dies nicht ganz.
Sogar die Autorin selbst lässt Dan Ellie mit "Carrie", der Protagonistin eines bekannten Schriftstellers, vergleichen. Und an jene musste man anfangs tatsächlich lange Zeit denken.
Die Idee dieses Thrillers war an sich nicht schlecht, jedoch hätte das Ganze viel mehr Potential gehabt. Am Ende war nochmal Vieles los, einiges wurde aufgelöst, aber es bleiben leider zu viele Fragen offen und ungeklärt...
Das Cover finde ich zwar ansprechend; jedoch hat es nichts mit dem Inhalt gemein.
Fazit:
Flüssig zu lesender Psychothriller mit Potential; hätte jedoch meiner Meinung nach besser umgesetzt werden können; vor allem das Ende.
Ein Kriminalfall im New Orleans 1919; kombiniert aus Wahrheit und Fiktion
Höllenjazz in New Orleans von Celestin Ray
Meine Bewertung: 3,5 Sterne
Kurz zum Inhalt:
New Orleans, 1919: Eine Mordserie, bei der die Opfer mit einer Axt ermordet wurden, hält ganz New Orleans in Atem. Noch dazu verschwindet der Täter jedes Mal auf merkwürdige Weise - die Türen der Häuser sind nach den Taten alle von innen verschlossen.
Die Leute glauben an Übernatürliches oder Voodoo. Bis ein Brief des Axeman die Zeitung "Times-Picayune" erreicht, in dem er einen weiteren Mord ankündigt - nur diejenigen, die die ganze Nacht Jazz spielen, werden verschont...
Detective Lieutnant Michael Talbot; der ehemalige und soeben aus dem Gefängnis entlassene Polizist Luca D'Andrea sowie die Angestellte der Detektivagentur Pinkerton, Ida Davis, begeben sich unabhängig voneinander auf die Fährte des Axeman...
Meine Meinung:
"Höllenjazz in New Orleans" verbindet die Axeman-Morde, die tatsächlich im New Orleans Anfang des 20. Jahrhunderts stattgefunden haben, mit einer fiktiven Kriminalgeschichte.
Auch Louis Armstrong hat eine tragende Rolle in dieser Geschichte.
Der Autor liefert einen guten und interessanten Einblick in die damaligen Lebensverhältnisse; Automobile sind kurz zuvor erst erfunden worden; die Jazzmusik erfüllt die Straßen; die Schwarzen haben kaum Rechte; und die Mafia und somit Korruption haben Vormachtstellung in New Orleans.
Leider bin ich eher schwer in das Buch hineingekommen, der Schreibstil lag mir nicht so ganz und ich musste mich erst daran gewöhnen. Teilweise war es richtig fesselnd zu lesen; der Autor weiß schon, einen Spannungsbogen aufzubauen. Doch dann wiederum waren zu viele (unbedeutende) Dinge zu ausschweifend beschreiben, sodass ich dadurch aus dem Lesefluss herauskam.
Auch war mir alles etwas zu verworren; es wurde zwar am Ende alles aufgeklärt, trotzdem war es mir ein bisschen zu verwirrend.
Trotzdem war es auch spannend zu lesen, wie die drei Personen auf ganz unterschiedliche Weise den Weg zum Täter finden.
Gut gemacht ist auch die Abwechslung der Kapitel, wo jeweils abwechselnd aus Sicht eines anderen der drei "Ermittler" erzählt wird.
Der Epilog des Buches impliziert bereits die Fortsetzung, die in Chicago spielen wird.
Sehr gut finde ich das Personenverzeichnis am Anfang, da doch sehr viele handelnde Personen vorkommen, und man so leichter den Überblick behält.
Auch das Glossar im Anschluss ist sehr hilfreich, da viele fremde Ausdrücke vorkommen, sowie eine Übersichtskarte des damaligen New Orleans.
Das Cover finde ich persönlich sehr gelungen; der Totenkopf mit dem Zylinder lässt sofort an Voodoo denken.
Fazit:
"Höllenjazz in New Orleans" ist eine fiktive Kriminalgeschichte, die auf tatsächlichen Fakten beruht - mit Potential; leider hat es nicht ganz meinen Geschmack getroffen. Ein bissen weniger "Drumherum", einfach nur die spannenden Ermittlungsarbeiten, hätte für mich vollkommen genügt.











