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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von yellowdog:

Mein Leben ist Geschichte der Musik

Was bleibt, ist die Freude von Manuel Vilas

Manuel Vilas schreibt über sein Leben, über seine Frau und seine Söhne und über seine Reisen.
Sprechend sind die Namen. Seine Frau heißt Mo für Mozart. Die Söhne nennt Valdi und Bra, also nach Vivaldi und Brahms. Musik spielt eine große Rolle für den Autor.

Anfangs ist Manuel Vilas in Barcelona, aber schon bald führen ihn seine Erinnerungen und Reflexionen in die Vergangenheit zu verschiedenen Orten.

Die Kapitel sind kurz, dadurch entsteht etwas episodenhaftes.
Das Buch hat übrigens mit 400 Seiten einen ganz schönen Umfang. Das kann bei den vielen Kapiteln erschlagend wirken. Es empfiehlt sich ein häppchenweises Lesen.

Das Buch überzeugt durch seinen schönen Stil, der Rhythmus und Musikalität besitzt.

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8 Tage

Hohe Berge von Silke Stamm

8 Tage

Hohe Berge ist ein ungewöhnlich geschriebener Roman, da die Erzählerin ausschließlich infinitivsätze verwendet. Das habe ich so noch nie gelesen.
Die Handlung konzentriert sich überwiegend auf 8 Tage einer alpinen Wanderung einer Gruppe durch ein Hochgebirge.
Es sind eine Frau und sonst nur Männer: die Erzählerin, der Führer Aaron, Jean Pierre, Fippu, Thomü und Hans, der aber nur anfangs dabei ist.

Es werden auch einige Erinnerungen der Erzählerin eingesprenkselt, z.B. an frühere Reisen mit ihrer Tochter oder Gedanken an ihren Bruder.

Die Beschreibungen der Wanderung und der Umgebung sind detailreich und interessant.
Der Autorin gelingt es, die Empfindungen ihrer Protagonistin gut zu vermitteln.

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Wenn Buch und Leser nicht zueinander finden

Die Odyssee von Lara Williams

Die Odyssee von Lara Williams ist ein Buch über eine Frau, die auf einem Kreuzschiff arbeitet.
Es ist eine surreal wirkende Welt, in der sie sich befindet und es scheint auch eine Art Flucht von Ingrid zu sein. Eine Flucht vor ihrem früheren Leben.

Insgesamt finde ich kaum Zugang zu den Figuren, aber das kann auch ein Generationsproblem sein.

Eine erhoffte Kreuzfahrt-Atmosphäre jenseits Love Boat-Ambiente stellt sich leider auch nicht ein.
Der Plot an sich ist seltsam, die Beziehungen von Ingrid zu ihren Freunden auch. Ich bleibe am Ende ratlos.

Ich kenne Williams Erfolgsroman Supper Club nicht. Natürlich kann sie wirklich schreiben, aber es bleiben Zweifel.
Lara Williams wurde schon mit Sally Rooney und Ottessa Moshfegh verglichen, aber bei diesem neuen Roman denke ich, dass Lara Williams diese Liga nicht erreicht.

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Pageturner

Carrie Soto is Back von Taylor Jenkins Reid

Das Genre US-Amerikanischer Sport-Film ist sehr beliebt und wird oft ausgeführt. In der Literatur gibt es deutlich weniger davon.
Taylor Jenkins Reid hat jetzt mit Carrie Soto is back einen wirklich aufsehenerregenden Sport-Roman geschrieben. Es geht um einer erfolgreiche Tennisspielerin namens Carrie Soto, die ihr Comeback versucht.

Die Tennis-Matches verschiedener Turniere, u.a. auch Wimbledon werden ausführlich und aufregend beschrieben. Man glaubt wirklich, als Zuschauer dabei zu sein, so dicht beschreibt die Autorin.
Carrie Soto is back ist ein anspruchsvoller Unterhaltungsroman. Ein Pageturner, aber nie flach und mit interessanten Figuren, insbesondere natürlich Carrie, deren Leben anfangs auch erzählt wird und ihrem Vater, der auch ihr Trainer ist. Er setzt in ihr den Stachel des Ehrgeizes und sie hat die Kraft und das Talent. Später haben sie auch Probleme miteinander, aber bei ihrem Comeback wird er wieder ihr Trainer.
Carries größte Widersacherin ist die kraftvoll spielende Nicki Chan. Es wird ein aufsehenerregender Kampf zwischen den beiden und irgendwann stellt sich für Carrie die Frage, ob Gewinnen wirklich alles ist.
Der Roman macht richtig Spaß und ich hoffe, weitere Romane der Autorin lesen zu können.

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Martha und Jimmy

Jahre mit Martha von Martin Kordic

Jahre mit Martha, mit diesem Buchtitel und dem atmosphärischen Cover lockt das Buch zielsicher seine Leser an.
Der Erzähler ist ein kroatischstämmiger Mann namens Zeljko. Seine Erinnerungen gingen in die Zeit, als er ein 15jähriger Junge war und Matha kennen lernte, eine verheiratete Frau mit Kind.

Sie beginnen eine Liebesbeziehung.
Später geht er als Student nach München.
In München wird außerdem sein Professor sehr wichtig für ihn.

Martin Kordic beschreibt die problematische Beziehung zwischen dem Jungen und Martha einfühlsam und lässt sie sich wiedertreffen, als er in seinen zwanziger Jahren ist.
Zwischen ihnen ist eine große Verbundenheit.

Martin Kordic schafft auch einige gute Formulierungen über alltägliches und aus vielen Sätzen sieht man Zeljkos instabilen emotionalen Zustand.
Zeljkos Entwicklung und auch seine Irritierungen mit seiner Rolle als Kroate in Deutschland wird glaubhaft gezeigt. Ich mag den ruhigen Erzählfluss, in dem die Handlung treibt.

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Das Exil der Familie Dinkelspiel

Svendborg 1937 von Tanja Jeschke

Svendborg 1937 ist ein ruhiger, sensibel und einfühlsam erzählter Roman über eine Familie jüdischer Abstammung, die in dieser schlimmen Zeit aus Deutschland nach Dänemark flüchtete.

Sie werden von einer älteren Dame aufgenommen, genannt Tante.
Die Erzählperspektive wird überwiegend von der jüngsten Tochter Meret eingenommen.

Das hat die Autorin Tanja Jeschke gut gewählt, den Meret ist eine genaue Beobachterin, z.B. Von ihrer älteren Schwester, die davon träumt, mit ihrem Freund nach Palästina auszuwandern oder auch darüber, wie die Tante reagiert.

Die Familie Dinkelspiel müssen sich mit ihrem Exil arrangieren. Sie sind eine intelligente Familie.
Es wird auch das Umfeld von Bertold Brecht, der in dieser Zeit ebenfalls da war, betrachtet.
Ich mag den ruhigen, genauen Stil der Autorin. Es stören mich auch gewisse Einschübe über Merkmale der Zeit nicht, die nicht direkt erzählerisch ausgeführt sind.
Entscheidend ist, dass eine Exilerfahrung nachvollziehbar erzählt wird.

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er war so exaltiert, because er hatte Flair.

Spitzweg von Eckhart Nickel

Eckhart Nickels Spitzweg ist ein Roman über Kunst und Gesellschaft, der mich im Ansatz an frühe Bücher Hermann Hesses erinnert, z.B. Demian. Es spielt im Schulmilieu.
Auch hier trifft der Icherzähler als Schüler einen anderen, der ihn beeindruckt.
Carl ist selbstbewusst, leicht elitär, manchmal auch exaltiert.

Dritte im Bund ist Kerstin.

Eckart Nickel hat seinen eigenständigen Ton, zu dem viel Wortwitz gehört.
Das Buch ist amüsant und ausgefallen, meistens interessant.
Allerdings zerfasert die Handlung mit der Zeit und die anfängliche Spannung lässt nach. Dafür gibt es einen Stern Abzug.

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Ein Realist und ein Träumer

Zwischen Brüdern von Wolfgang Böhm

Die Brüder Viktor und sein 5 Jahre jüngerer Bruder Hans sind ziemlich verschieden, fühlen sich aber doch miteinander verbunden.
Viktor war im Krieg, wurde dann Lehrer. Er ist realistisch veranlagt wo Hans ein Träumer und spontan ist, ein künstlerischer Mensch, interessiert an Architektur, lernte am Bauhaus in Weimar.

Die Handlung setzt in Wien in den zwanziger Jahren ein, als die Brüder junge Männer sind und setzt sich über viele Jahre fort. Die Brüder entwickeln sich unterschiedlich und es kommen schliesslich schere Jahre.
Der Roman wird auch durch die Erzählperspektive geprägt. Der eher passive, beobachtende Viktor ist der Icherzähler. Seine Gedanken über Hans ordnen die Handlung immer wieder analytisch ein.

Mich konnte die Geschichte interessieren und Wolfgang Böhms Stil ist zwar unaufdringlich, aber doch einnehmend. Er schafft ein Zeitporträt.

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Das verlorene Manuskript und seine Vollendung

Das Glück auf der letzten Seite von Cathy Bonidan

Cathy Bonidan hat mit Das Glück auf der letzten Seite einen zugänglichen Unterhaltungsroman geschrieben, der durch seine Multiperspektive, man könnte auch sagen kalleidoskopartige auffällt. Das wird erzeugt, indem die beteilgten Figuren sich Briefe schreiben. Es ist also ein Briefroman.

Die Handlung setzt 2016 ein, aber der Ursprung liegt 30 Jahre zurück, als der junge Sylvestre als aufstrebender Schriftsteller sein Romanmanuskript verlor.

Jetzt ist es wieder aufgetaucht, und jemand anders hat den Romananfang des Manuskriptes zu Ende geschrieben. Wer und warum? Das ist die Frage. Dieser Ansatz ist eine reizvolle Idee. Die Suchs nach dieser rätselhaften Person beginnt.
Zusammengehalten wird das ganze durch Anne Lise Briard, die Frau, die das Manuskript fand und den Briefwechsel startete. Aber auch die Stories von ein paar Nebenfiguren tragen zum Plot bei.

Der Stil des Buches ist betont sanft. Für meinen Geschmack etwas zu weichgespült, aber das ist Geschmackssache.

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Eine Familie in Trauer

Schlangen im Garten von Stefanie vor Schulte

Stefanie vor Schulte, die mit ihrem Debüt Der Junge mit dem schwarzen hahn so aufgefallen war, hat einen neuen Roman, der wieder einen besonderen Stil aufweist.
Schlangen im Garten. Diesmal ist die Handlung in der Gegenwart angelegt.
Es geht um eine Familie, in der die Mutter verstorben ist. Der Vater wird von Trauer überwältigt.

Die Familie tut sich schwer damit, mit dem Verlust umzugehen.
Das betrifft auch die Kinder. Linne prügelt sich auf dem Schulhof, Micha hat Weinanfälle.Der schon ältere Steve tröstet ihn.
Das Verhältnis zwischen den Geschwistern ist herzlich.
Stefanie vor Schulte streut ein paar Element mit ein, die an magischen Realismus erinnern.

Trauer in der Familie ist kein einfaches Thema. Daher ist Stefanie vor Schultes Leistung bei diesem Roman nicht gering zu schätzen.
Die Absurditäten der Handlung sind aber auch nicht einfach mit realistischem in Einklang zu bringen.

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