Kunden em pfehlungen
Rezensionen von yellowdog:
Der fünfte Teil
Fräulein Gold: Die Rote Insel von Anne Stern
Die Berliner Autorin Anna Stern hat mit ihrer Fräulein Gold-Reihe einen Maßstab im Genre gesetzt .
Es ist der fünfte Teil der Reihe. Streckenweise ist die Luft irgendwie raus, dennoch hat das ganze noch Niveau.
Die Sprecherin Anna Thalbach prägt mit ihrer außergewöhnlichen Stimme das Hörbuch, dass knapp 7 Stunden geht.
Eine gute Länge für ein Hörbuch, das aber auch gekürzt ist
Interessant an „Die rote Insel“ ist die Darstellung der Zeit 1926.
Es ist eine ungemütliche Zeit mit gefährlichen Stimmungen
Die Hebamme Hulda Gold ist schwanger und arbeitet für die Ärztin Grete.
Es gibt einige Elemente, die auch noch gut funktionieren, z.B. die Nebenfiguren wie die Apothekerin Jette oder der Zeitungsverkäufer Bert, die immer noch Witz haben, Und dann gibt es natürlich noch den Detektiv Karl.
Auch das Cover ist wieder großartig und trägt bei, die Atmosphäre zu erzeugen.
Buch der Frauen
Von Frauen und Salz von Gabriela Garcia
In Gabriela Garcias Debütroman „Von Frauen und Salz“ schreibt sie über mehrere Frauen in verschiedenen Zeiten. Es wird episodenhaft und kaleidoskopartig erzählt und es reicht von 1866 bis 2019.
Die Autorin ist in Miami aufgewachsen, hat aber kubanische und mexikanische Wurzeln.
Ihr zentrales Thema ist die Einwanderung in die USA
Im Gegenwartsplot ist Jeanette in Miami im Mittelpunkt.
Es gibt auch starke Vergangenheitspassagen, zum Beispiel mit Maria Isabel, 1866 in Kuba.
Mit Gloria und Carmen, Maydelis und Dolores und zum Schluss Ana kommen weitere Frauen ins Spiel.
Man erfährt von Erfahrungen dieser Frauen und das kann so gut nur Literatur vermitteln.
Unbedingt erwähnenswert ist auch das atmosphärische Cover.
Eine starke poetische Stimme
Der längste, strahlendste Tag von Benjamin Myers
Benjamin Myers, der Autor von Offene See, hat mit „“Der längste, strahlendste Tag“ ein beeindruckendes Erzählungsband vorgelegt.
Es enthält auch einige Kurzgeschichten, die nur 1-2 Seiten lang sind.
Hier ist die poetische Stimme ganz im Vordergrund, dennoch handelt der Autor einiges auch in diesem geringen Raum ab.
Weiterhin überzeugen gerade die etwas längeren Texte aufgrund der Themen und Originalität.
Das spürt man schon in der ersten Story Tausend Morgen englische Erde, die gleichermaßen Mensch und Maschine wie Tier und Natur betrachtet.
Auch die Titelgeschichte ist unbedingt erwähnenswert.
Oft sind die Erzählungen nicht sehr handlungsreich, aber sie entwickeln schnell ihren eigenen Zauber.
Auch in den anderen Geschichten werden immer wieder besondere Momente von Bedeutung herausgearbeitet.
Viele Sätze sind auch hier wie reinste Poesie.
Dazu passt auch, dass das Buch insgesamt schön und sauber gestaltet ist, z.B. mit dem malerischen Cover.
Klare Analyse
Wir und die Flüchtlinge von Gerald Knaus
Wir und die Flüchtlinge ist in der Reihe Auf dem Punkt! erschienen und erfüllt dieses Aspekt voll und ganz.
Der russische Angriffskrieg könnte und wird wahrscheinlich zu einer steigenden Flüchtlingszahl diesen Winter führen. Damit muss Europa umgehen, eine Strategie finden und sich vorbereiten.
Das Buch ist informativ, spannend wie bedrückend. Es arbeitet mit klaren Fragestellungen und wendet Szenen wie in einem Film an.
Durch Interviewauszüge mit diversen Politikern zum Thema bringt der Autor Nachweise und stellt Bezüge her.
Diese Ansätze des Migrationsforschers Gerald Knaus halte ich für zwingend.
Lady Astronaut 2
Wir und die Flüchtlinge von Gerald Knaus
Für die Sterne bestimmt ist der zweite Teil der sehr erfolgreichen Lady Astronaut-Reihe von Mary Robinette Kowal, aber man kann auch problemlos mit diesem Teil anfangen. Die Handlung ist im Jahr 1961 angekommen, aber es ist ein alternatives Universum, d.h. es gibt Abweichungen von der Realität wie wir sie kennen, zum Beispiel den anhaltenden Erfolg der US-Raumfahrt, andere Themen sind vergleichbar, wie der zu der Zeit noch zögerliche Feminismus.
Das zeigt sich daran, das weibliche Astronauten nicht von jedem akzeptiert sind und auch eine Bürgerrechtsbewegung gibt es.
Die Erde leidet noch unter dem Meteoriteneinschlag vor 10 Jahren.
Elma Yorks Weg führt sie über den Mond hinaus Richtung Mars. Eine lange Reise, nicht ohne Gefahren.
Das bedeute aber ihren Ehemann für min. 3 Jahre zurückzulassen.
Interessant, wie Elma häufig innerlich und ihrem Verhalten schwankt, einerseits sehnt sie sich nach einem angepassten bürgerlichen Leben, andererseits ist sie auch ehrgeizig.
Am Anfang gibt es eine starke Episode, bei der Elma York sogar als Geisel genommen wird.
Aber ansonsten ist das Erzähltempo eher slow. Das trägt bei, dass sich eine ganz eigene Atmosphäre entfaltet.
Die Reise zum Mars nimmt den Großteil der Handlung ein und wirkt durchgehend glaubhaft. Das ist eine Stärke des Buches.
Der Mythos Marilyn Monroe
Ein Abend mit Marilyn von Maxine Wildner
Maxine Wildner ist spezialisiert darauf, das Leben von Berühmtheiten zu beschreiben, z.B. Hildegard Knef. Jetzt in Ein Abend mit Marilyn ist Marilyn Monroe dran.
Der Roman startet mit Marilyns 36 Geburtstag und ihren Freunden, die auf sie warten.
Es folgen Rückblicke, z.B. auf Filmarbeiten und Passagen der Kindheit.
Mich überzeugt am Buch die Darstellung der Zeit, also die fünfziger und früher sechziger Jahre im Umfeld Hollywoods. Da treten neben Marilyn Monroe auch ihr wichtigster Regisseur Billy Wilder auf sowie viel Schauspielerkollegen wie Glark Gable, Jack Lemmon, Tony Curtis, Laurence Oliver.
Ihr Exmann Joe DiMaggio, damals erfolgreicher Sportler ist auch dabei und die Kennedys. Und viele andere.
Am Stärksten sind die Passagen, die direkt von Filmarbeiten erzählen, z.B. Some like it hot und Misfits. Marilyns Schauspielerkollegen und Regisseure hatten es nicht leicht mit ihr, die so oft zu spät kam oder den Text vergaß. Aber sie war der große Star und stahl den anderen die Show. Ein Leben zwischen Ruhm und Tragik.
Ein gut geschriebener Roman, dessen Manko es ist, dass Marilyn Monroes Leben schon oft erzählt wurde. So ist es fraglich, ob gerade dieses Buch in Erinnerung bleiben wird.
Buch der Geheimnisse
Die dunklen Sommer von Miranda Beverly-Whittemore
Miranda Beverly Whittemore ist die Spezialistin für atmosphärische Romane mit Überbetonung des Geheimnisvollen. Der deutsch Titel Die dunklen Sommer ist gut gewählt, da ihr Buch eine leicht düstere, untergründige Spannung hat und die Erzählerin Saskia sich in einem Zustand der Trauer befindet.
Jung hat sie viel verloren, z.B. den tödlich verunglückten jüngeren Bruder. Das führte zur Trennung der Familie, der Vater kommt sogar ins Gefängnis und Saskia landet schließlich in einer Art Sekte. Dort erlebt sie tiefe Freundschaft, dann dann passiert etwas.
Die Kapitel wechseln wechseln zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Die Autorin hat einen guten Stil, der manchmal auch etwas mühsam sein kann. Das wird durch kurze, präzise ausformulierte Kapitel abgemildert.
Streckenweise hatte ich meine Probleme mit dem Buch, insbesondere mit der leicht nervigen Protagonistin, aber im Prinzip ist das Buch auf dem Niveau wie Bittersweet und ich gebe 3,5 von 5 Sternen.
Karibische Geschichten
Antillengeschichten von Hilde Domin; Margarete von Schwarzkopf
Das Buch Antillengeschichten enthält 8 Erzählungen der Dichterin Hilde Domin, die auch Prosa geschrieben hat.
Die Erzählungen sind mehr oder weniger zusammenhängend und berichten von Hilde Domins Exilerfahrungen in der Dominikanischen Republik. Das dieses Exil natürlich nicht freiwillig war, liest man im Hintergrund mit.
Doch auf der Oberfläche sind die Geschichten sehr amüsant und unbedingt lesenswert. Da ist z.B. die bauernschlaue Köchin Vitalia dabei.
Sie dominiert die ersten beiden Geschichten und ist auch später gelegentlich weiterhin dabei.
Großartig die Geschichte über den einohrigen Kater Gogh. Bewegend das Ende der letzten Geschichte.
Hilde Domin war eine große Dichterin und ein großartige Person, die in Heidelberg sehr beliebt war. Auch ich habe sie da mehrfach gesehen.
Dieses Buch ist gewissermaßen ein Schatz, denn das mir noch unbekannte Prosa von ihr auftauchen würde, damit habe ich nicht gerechnet.
Der Asket der Zukunft
Das Wenige und das Wesentliche von John Düffel
Ein Stundenbuch, sehr reflektierend. Es erzeugt mehr Fragen als Antworten.
John von Düffel spricht zunächst viel von moderner Askese und auch vom Asket der Zukunft.
De Schauplatz in Ligurien ist nicht unwichtig. Es wird sogar griechische Mythologie in den Betrachtungen einbezogen.
Der Autor durchdenkt einige Aspekte des Lebens, und das ganz ohne Esoterik.
Das ist schon gut gemacht.
I gave you my heart, but the very next day, you gave it away oder Der Weihnachtswettbewerb
This (Last) Christmas von Julia Pelzer
This (last) Christmas erzählt von Finn und Romy und ihrer First Love in einer typisch amerikanischen Kleinstadt.
Romy ist begeisterte Musikerin, träumt von Nashville und Juilliard.
Doch dann kommt es zur Trennung. Finn verlässt die Stadt zum Studieren. Romy kann nicht verstehen, warum er sie so plötzlich verlassen hat und gemeinsame Pläne unerfüllt blieben.
Erst 3 Jahre später sehen sie sich wieder.
Aus Romys Träumen ist nichts geworden. Sie hat eine Wut auf Finn, aber ihre Gefühle sind lebendig geworden. Bei einem Weihnachtswettbewerb arbeiten sie zusammen und merken, dass sie sich nicht gleichgültig sind. Doch noch steht die Frage, warum ist Finn damals gegangen?
Die Motive Gitarren, Countrymusik und Kleinstadtleben verleihen dem Roman seinen Charakter.
Es gibt sogar eine Gilmore Girls-Anspielung.
Dazu kommen die weihnachtlichen Zutaten inklusive des berühmten Songs, der dem Buch den Titel gab. Obwohl die Autorin aus Hannover kommt, schafft sie damit ein amerikanisches Ambiente.
Mein Kritikpunkt am Buch wäre, dass die ganze Trennungsgeschichte doch etwas konstruiert wirkte.










