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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von yellowdog:

Ein neuer Ermittler

OLAF ERMITTELT – Der Kanzler-Krimi von Wolfgang Hofer


Diese Masche gibt es oft, zum Beispiel ermittelte auch schon Angela Merkel (David Safier) und die Queen (S J Bennett)
Jetzt kommt der Kanzler, der beim Ausführen des Hundes auf eine Leiche stößt. Der Tote war Journalist, genannt HAI und wurde offenbart ermordet.
Dass das hier mit Olaf Scholz vergleichsweise nicht ganz so gut funktioniert liegt vielleicht daran, dass Scholz noch ein aktiver Politiker ist und das in einer Krisenzeit.

Das im Mord ermitteln wäre vielleicht eher etwas für die Zeit nach der politischen Karriere.
Die Sprache des Autors Wolfgang Hofer ist sorgfältig, aber etwas schlicht. Hinzu kommen die überwiegend lahmen Witze. I
Ganz gut wirken die überwiegend philosophischen Zitate, die vor jedem neuen Kapitel kommen.
Auch einige Nebenfiguren wie z.B. der Kommissar Wondratschek oder die Kellnerin Mizzi wirken nicht schlecht, wie auch das gelegentliche kurze Treffen von zeitgenössischen Politikern.
Davon abgesehen taugt das Buch wohl nur für echte Fans des Genres Humor, zu denen ich ehrlicherweise nicht unbedingt gehöre. Daher ist meine Wertung nicht zielgruppengerecht. Auch die Qualität des Kriminalfalls kann ich nicht wirklich bewerten. Er kommt mir belanglos vor.

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Die letzte Front

Yellowface von R. F. Kuang

Rebecca F.Kuangs neues Buch Yellowface ist sehr intensiv, vor allen auch, weil der ganze Text im Prinzip von der Icherzählerin erzählt wird und man daher nah an der Figur dran ist. Die Hauptfigur June Hayward hat eine prägende Stimme.
June ist aber keine idealisierte Figur und auch nicht unbedingt eine Sympathieträgerin.

Aber man kann die Figur teilweise verstehen.
Sie ist Schriftstellerin, zunächst recht erfolglos und mit der Erfolgsautorin Athena Li befreundet. Als June Athena in ihrer Wohnung besucht und mit ihr feiert, erstickt Athena plötzlich. June kann ihr nicht helfen. Aber sie nimmt das letzte Manuskript von Athena mit, überarbeitet es und veröffentlicht es unter ihren eigenen Namen.
Das hat zur Folge, dass sie sehr erfolgreich wird, aber sie hat auch Angst vor Entdeckung und schließlich gibt es im Netz erste Beschuldigungen. Man folgt dem Buch mit Spannung.
Leider reitet June sich immer mehr rein.
Fraglich, ob der Roman ein wirklich wichtiger Beitrag zu der Problematik mit den sozialen Medien ist, doch es war interessant, das so ausführlich dargestellt zu bekommen, z.B. spürt man den enormen Stress, unter dem June leidet, als sie angefeindet wird. Auch den Einblick in die Buchbranche hat man so auch nicht oft.
Wertung: 4 von 5 Sternen.

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MeToo in Dublin

Service von Sarah Gilmartin

Das Thema in Sarah Gilmartins Roman Service ist ein MeToo-Vorfall in einem Dubliner-Restaurant. Die Autorin hat die gute Idee, das ganze aus Sicht von drei verschiedenen Leuten zu erzählen, der Kellnerin Hannah, dem Restaurantbesitzer und Koch Daniel und seine Frau Julie. Alle haben ihre individuellen Stimmen, daher funktioniert das gut und die Beziehungen der 3 Figuren zueinander werden wahrnehmbar.

Daniel muss sich wegen dem Vergewaltigungsvorfall vor Gericht verantworten. Seine Frau Julie zweifelt insgeheim an ihn und Hannah weiß mehr über Daniel. Die Gerichtspassagen sind gut gemacht.
Das Buch wird immer intensiver. Der Romanverlauf ist überzeugend.

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Rural Noir

Pickard County von Chris Harding Thornton

Für mich ist Pickard County kaum ein Kriminalroman. Mehr ist es ein Gesellschafts- und Familienporträt, mit Noir-Elementen. Schauplatz des Buches ist das ländliche Nebraska in den siebziger Jahren. Im Mittelpunkt steht neben dem Polizisten Harley Jensen die Familie Reddick. Das sind neben dem Familienoberhaupt Dell Sr.

seine Söhne Paul und Rick, sowie dessen Frau Pam, eine junge Mutter, die davon träumt aus dieser tristen Gegend wegzugehen.
Während mir Harley als Figur zu sehr auf Distanz bleibt, ist Pam eine gut gemachte Figur, der man die meiste Zeit des Buches folgt.
Die Stimme ist eher düster. Dazu passt auch der eigenwillige, trockene Stil von Chris Harding Thornton. Sie erzählt ruhig, fast kontemplativ. Das trägt dazu bei, die Atmosphäre noch dichter zu machen.

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Ein Labyrinth von verschlungenen Gedanken

Tremor von Teju Cole

Teju Cole hat mit Tremor ein reiches Buch geschrieben, das ganz in einem Fluss ist und Gedanken und Sinneswahrnehmungen  vermittelt.
Auslöser dabei sind Fotos, Film, Gemälde, Musik. Daraus leitet sich häufig Geschichte ab, zum Beispiel bei Turners Gemälde Sklavenschiff von 1840.
Als des Autors Alter Ego dient Tunde, einem Professor in Cambridge, der nigerianische Wurzeln hat.

Auch Reisen spielt eine Rolle, z.B. Tundes Besuch von Mali. Dann geht es nach Nigeria und weitere Stimmen kommen zu Wort. Dadurch wird vielfalt erreicht.

Streckenweise wird Teju Cole sehr ausführlich und detailliert. Manche Passagen sind praktisch Vorträge. Der Autor hat ein Konzept und man muss sich immer wieder neu darauf einlassen.

Man wird hinein gesogen und kann sich treiben lassen durch dieses Buch ohne direkte Handlung, dass aber über so viel Sprachreichtum verfügt. Man kann auch sicher sein, bei einem zweiten Lesen noch mehr zu entdecken.
Das Buch verströmt eine ganz eigene Ästhetik, die zu faszinieren vermag.

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Nirgends ganz zugehörig

Mutternichts von Christine Vescoli

Mutterbücher gibt es viele. Das wundert nicht, ist das doch ein Thema, das viele bewegt.
Das besondere an Mutternichts ist die Sprache, die zwar einfach gehalten ist, aber doch sehr präzise.
Die Erzählerin denkt die ganze Zeit an ihre verstorbene Mutter. Sie beschäftigt sich mit den Leerstellen im Leben der Mutter, die schon als 8jähriges Kind bei Bauern hart arbeiten musste, da es in der Familid wenig zu Essen gab.

Die Mutter ist 1940 geboren, hat karge Zeiten erlebt.
Auf der Suche fährt die Erzählerin sogar selbst erstmals auf diesen Hof, und sie sieht sich Familienfotos an. Es wid die Recherche eines Lebens und dabei geht sie auch weiter in Vergangenheit bis zu den Vorfahren.
Manche Passagen sind bedrückend, doch der Text behält immer eine eindringliche Atmosphäre.

Es ist ein typisches Buch vom Otto Müller Verlag. Von Außen klein und schmal, der Inhalt aber ist gewichtig und Wert, erzählt zu werden.

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Begenung auf Strand

Leute von früher von Kristin Höller

Nach Beendigung ihres Studiums ist Marlene noch orientierungslos.
Daher nimmt sie auf einer kleinen Inseln in der Nordsee einen ungewöhnlichen Job an.
Hier gibt es ein Dorf, in dem die Leute leben wie vor über 100 Jahren.
Im Kostüm wird Marlene als Kramladenverkäuferin und Bäuerin arbeiten, um den Touristen ein entsprechendes Ambiente zu bieten.

Dann lernt sie Janne kennen, die auf der Insel lebt und mit der sie sich gut versteht und schließlich verlieben sich die beiden.
Die Beziehung zwischen ihnen entwickelt sich und für eien Zeit ist Marlene glücklich, doch die Saison wird bald zu Ende gehen, wenn der Winter kommt.
Spät im Buch kommt noch ein interessantes Element hinzu.

Das Buch funktioniert vor dieser ungewöhnlichen Kulisse und der Rolle, die Marlene dabei spielt. Das Ende hat Kristin Höller packend gestaltet. Ein gelungener Roman!

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Ein Roman in mehreren Ebenen, geschickt gemacht

Späte Ernte von Nicole Wellemin

Ein Roman in mehreren Ebenen, geschickt gemacht.

Zur Handlung: Elisabeth Leben ist aus den Fugen. Es gibt Andeutungen von der Verhaftung ihres Mannes. Was genau passiert war, erfährt man zunächst nicht. Das Buch spielt mit Geheimnissen.
Elisabeth reist nach Südtirol und wandert ziellos in die Berge.

Fast verunglückt sie dabei.
Anna, die Apfelanbauern, nimmt Lis bei sich auf. Es entsteht eine Freundschaft zwischen den beiden sehr unterschiedlichen Frauen.
Dann gibt es auch noch einen Handlungsstrang in den vierziger Jahren, der thematisch nicht ganz unproblematisch ist, aber den Gegenwartsplot unterstützt.

Der Schauplatz ist sehr reizvoll und wird von der Autorin auch gezielt eingesetzt.

Ein sehr schöner, gut lesbarer Roman!

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Der Besuch

Schreib den Namen deiner Mutter von Hugo Tepest

Die queere Schriftstellerin Alex besucht ihre Mutter, nachdem sie sich zwei Jahre nicht mehr getroffen haben.
Anlaß für den Besuch ist der Tod von Opa Kurt, dessen Asche die Familie verstreuen will.
Thema des Romans ist die Sprachlosigkeit. Tochter und Mutter sind entfremdet. Die Mutter redet zwar viel, sagt aber wenig.

Viele Passagen zwischen den handelnden Szenen beschäftigen sich mit dem Versuch, für eine Anthologie etwas über die Mutter zu schreiben. Daher kommt immer wieder Abschnitte zu „Schreib den Namen deiner Mutter“ mit Schilderungen diverser Erinnerungen und Überlegungen.

Evan Tepest hat einen Ton getroffen in diesem Buch.

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Ein Besuch bei Habermas

Der Philosoph von Philipp Felsch

Der Historiker und Kulturwissenschaftler Philipp Felsch besucht den Philosophen Jürgen Habermas in Starnberg.
Das Buch ist zu brav. Am Anfang ist der Autor fast unterwürfig, später arbeitet er einige Punkte gut heraus und zeigt Habermas als Mann der Mitte, der Deutschland nach den Krieg bis heute intellektuell begleitete.

Es bleibt aber eine zu große Distanz zwischen Autor und Philosoph, daher lernt man den Menschen Habermas zu wenig kennen.
Die Einordnung Habermas in seiner Bedeutung in den jeweiligen Zeiten passt aber. Auch das Drumherum wird lebendig. Daher ist das Buch tatsächlich auch spannend und lesenswert.

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