Kunden em pfehlungen
Rezensionen von manu63:
Olivera trauert
Die Salbenmacherin und der Engel des Todes von Silvia Stolzenburg
Der vierte Band der Salbenmacherin Reihe der Autorin Silvia Stolzenburg trägt den Titel Die Salbenmacherin und der Engel des Todes. Olivera verfällt nach dem Tod ihrer Großmutter in eine tiefe Trauer, aus der sie sich nicht befreien kann. Obwohl sie hochschwanger ist, arbeitet sie im Heilig-Geist-Spital um sich abzulenken.
Nachdem kurz hintereinander ein Greis und eine Wöchnerin sterben gerät Olivera in den Verdacht mit den Todesfällen in Verbindung zu stehen. Auf dem Weg ins Gefängnis verhilft ihr der Henker zur Flucht. Sie ist nun schwer verletzt und hochschwanger auf sich alleine gestellt und muss aus der Stadt fliehen.
Das Buch setzt einige Zeit nach dem Vorband ein und Oliveras Gefühlswelt nimmt einen großen Raum auf den ersten Seiten ein. Ihre Verzweiflung über den Tod der Großmutter ist fühlbar und lässt den Leser mit ihr mitfühlen. Weitere Perspektivwechsel lassen immer wieder andere Protagonisten zu Wort kommen und die Geschichte entwickelt sich schnell weiter. Bekannte Charaktere aus den Vorbänden tauchen auf und tragen die Handlung weiter. Dieses Mal finde ich steht der Krimiteil eher im Hintergrund und Olivera und ihr Schicksal stehen im Vordergrund. Atemlose Spannung kam bei mir nicht auf, aber die Handlung hat mich dennoch in den Bann gezogen, da ich wissen wollte wie sich die Lage entwickelt und was aus Olivera und ihrem Kind wird. Der Schreibstil ist gut lesbar und insgesamt finde ich die Reihe interessant, da sie gute Einblicke in das damalige Leben geben. Das Buch kann man einzeln lesen da auch immer wieder kleine Hinweise auf die Geschehnisse der Vorbände eingestreut werden, zum besseren Verständnis der Handlung und der Charaktere empfehle ich die Reihenfolge der Bände einzuhalten.
Verwirrend
Die Ewigkeit in einem Glas von Kidd Jess
Die Ewigkeit in einem Glas ist eine Geschichte der Autorin Jess Kidd die im viktorianischen London angesiedelt ist. Die Ermittlerin Bridie Devine soll die entführte Tochter eines Adeligen suchen. Bei ihrer Suche trifft sie auf skurrile Gestalten und Wesen aus einer Fabelwelt. Auch die entführte Tochter entpuppt sich als Wesen aus einer anderen Welt.
Begleitet wird Bridie seit neustem vom Geist eines Boxers mit Namen Ruby.
Die Erzählweise der Autorin ist sprunghaft und ich hatte an einigen Stellen Mühe zu folgen. Die verschiedenen Wesen tauchen immer wieder auf und mir ist nicht immer klar was oder wer sie sind. Es gibt gekennzeichnet Zeitsprünge die in Bridies Kindheit führen und erklären sollen warum sie den Gegner aus der Vergangenheit fürchtet. Einen durchgängigen roten Faden konnte ich in der Geschichte oft nicht erkennen, sie wirkt wie zusammengewürfelt und wartet mit mäßiger Spannung auf. Das Ende hat mich mit fragenden Ausdruck zurück gelassen und ich konnte damit wenig anfangen, die Geschichte wirkt wie abgebrochen. Das viktorianische London wird sehr bildhaft geschildert und die Autorin versucht die Atmosphäre der Zeit einzufangen. Leider wiederholt sie sich auch mehrfach, so konnte ich den Hinweis auf die besonders hässliche Haube von Bridie nach dem dritten Mal nur noch genervt lesen.
Gut lesbar
Die Ewigkeit in einem Glas von Kidd Jess
Highland Hearts Liebe auf den zweiten Blick ist ein Liebesroman der Autorin Gabriele Ketterl. Die Studentin Santana jobbt bei einer Reiseagentur um ihre Eltern finanziell zu unterstützen. Ihr neuester Auftrag ist eine Herausforderung, zum einen ist ihre Chefin keine richtige Hilfe sondern nimmt sich selber lediglich zu wichtig.
Dann gibt es eine eifersüchtige Produzentin und letztendlich das zu betreuende Model. Tyler „Hawk“ Vaughn, das bestbezahlte und begehrteste Männermodel Amerikas und dazu noch egozentrisch und arrogant. Insgesamt eine gute Mischung für eine ordentliche Geschichte.
Die Charaktere werden teilweise überzeichnet, das passt gut in die Geschichte. Ich hatte sehr schnell meine Lieblinge und meine Fieslinge. Die Geschichte selber ist gut lesbar und wartet mit kleinen Überraschungen auf, ist ansonsten aber recht vorhersehbar. Die Highlands werden bildhaft geschildert und man kann sich die Szenen gut vorstellen. Insgesamt ein gut lesbarer und netter Lesespaß der mit stimmigen Charakteren aufwartet.
Zerplatzte Träume
Träume von Freiheit - Flammen am Meer von Silke Böschen
Träume von Freiheit Flammen am Meer ist ein historischer Roman der Autorin Silke Böschen in dem sie die Ereignisse rund um die Thomas-Katastrophe in Bremerhaven als Ausgangspunkt ihrer Geschichte nimmt. William King Thomas hat im Jahr 1875 durch einen Anschlag den Tod von vielen Menschen verursacht.
Die Autorin ist den Spuren zweier Frauen gefolgt die unmittelbar von der Katastrophe betroffen waren. Zum einen Johanne Claussen die dabei fast ihre ganze Familie verloren hat und zum anderen das Schicksal der Witwe von William King Thomas, Cecilia Thomas.
Die Autorin verbindet geschickt Fiktion und Wahrheit und entspinnt so eine Geschichte rund um diese Frauen die ich gebannt gelesen habe. Johannes Schicksal ist traurig und diese Stimmung der Protagonistin hat die Autor sehr einfühlsam eingefangen. Ihre Schuldgefühle und wie sie langsam wieder ins Leben findet fand ich glaubhaft geschildert. Cecilia Thomas wird als Frau dargestellt die es eher bedauert, das sie ihren Lebensstandard nicht mehr aufrecht erhalten kann und die ihrer vorherigen gesellschaftlichen Stellung nachtrauert und alles versucht um diese wieder zu erreichen. Die Begegnung der beiden Frauen nimmt nur einen geringen Raum innerhalb der Geschichte ein und ich hätte ihn mir nach dem Klappentext anders vorgestellt. Der Schreibstil ist gut lesbar und die Geschichte wird aus den Perspektiven der beiden Frauen erzählt. Obwohl es keine großartigen Spannungsbögen gibt fand ich die Geschichte interessant und die Hintergrundinformationen zur Thomas Katastrophe wirken fundiert. Eine Geschichte die ich nicht im Vorbeigehen lesen konnte und die etliche berührende Stellen enthält.
Am Ende der Geschichte gibt es noch interessante Informationen zu Fiktion und Wahrheit und ein Personenverzeichnis das detailliert auf einzelne Charaktere und ihrem wahren Leben eingeht.
Ganz nett aber nicht mehr
(K)ein Womanizer für eine Nacht von Katie MacAlister
(K)ein Womanizer für eine Nacht ist ein Liebesroman der Autorin Katie MacAlister. Theo Papaionnou sieht sich plötzlich einer Situation ausgesetzt die er kaum bewältigen kann. Eine seiner Ex-Freundinnen drückt ihm seinen 10 Monate alten Sohn in die Hand und lässt ihn dann nach einem Streit einfach stehen.
Kiera Taylor, die eigentlich keine Zeit hat sich einzumischen, kann es dennoch nicht lassen und so stehen Kiera und Theo gemeinsam vor der Aufgabe sich um ein Kleinkind zu kümmern und beide haben keine Ahnung wie man das macht.
Die Geschichte ist recht einfach geschrieben und enthält Komponenten die sie nicht so ganz glaubwürdig wirken lässt. Empfindet man das nicht als störend und lässt sich einfach darauf ein, so bekommt man eine ganze nette Liebesgeschichte mit teilweise witzigen Dialogen. Das Kleinkind Peter ist erst einmal das Bindeglied zwischen Theo und Kiera, später kommen dann weitere Aspekte dazu, die Theo veranlassen Kieras Problemen zu seinen zu machen. Explizite Szenen sind häufig im Buch vorhanden, wobei mich Kieras Schwärmerei von Theo Körper immer mehr nervten. Da wäre weniger sicherlich mehr gewesen. Die Charaktere bekommen in der Kürze der Zeit wenig Tiefe, aber das benötigt die Geschichte auch nicht. Die Erzählperspektive wechselt zwischen Theo und Kiera und vermittelt die gesamte Bandbreite ihrer Empfindungen. Wer eine tiefschürfende Geschichte erwartet wird enttäuscht werden, wer lockere Unterhaltung sucht und sich nicht an Zufällen und nicht so ganz glaubhaften Szenen stört bekommt eine nette Liebesgeschichte mit einer Menge expliziter Szenen die nicht zu sehr ins Detail abschweifen.
Schwächelnde Fortsetzung
Der Lehrmeister von Oliver Pötzsch
Mit Der Lehrmeister setzt der Autor Oliver Pötzsch seine Reihe rund um Johann Georg Faustus fort. Seit dem Ende des ersten Bandes Der Spielmann sind einige Jahre vergangen und Faustus zieht mit seiner Tochter Greta und Karl Wagner durchs Land. Sein Ruhm ist gewachsen und seine Rat ist gefragt, doch dann holt ihn seine Vergangenheit wieder ein.
Beim Lesen merkte ich das der Autor gut zur Historie recherchiert hat, er hat auch einen Hang zu ausführlichen Beschreibungen, die leider die Spannung drücken und langatmig werden. Auch wiederholten sich Ereignisse wie Überfall, Gefangennahme und Flucht. Was erst ganz munter beginnt wird im Laufe der Zeit immer zähfließender und ließ mich das Buch mehrfach aus der Hand legen und nach einer anderen Lektüre suchen. Die immer wieder aufkeimenden Dispute fand ich auch eher zu viel des Guten, da wäre eine straffere Erzählweise besser gewesen. Den Schluss fand ich etwas zu dick aufgetragen und dadurch nicht so richtig nachvollziehbar. Insgesamt ein schwächeres Buch als der erste Teil, der mir gefallen hatte.
Vollmondnächte
Der Lehrmeister von Oliver Pötzsch
Es wird anstrengend für die Spuk Squads und Band drei der Totenbändigerreihe der Autorin Nadine Erdmann heißt Vollmondnächte und spielt auch zu dieser Zeit. Das Team von Gabriel, Thad, Sky und Connor müssen sich mit einem Wiedergänger herumschlagen und auch für Cam halten die Nächte einen besonderen Schock bereit.
Die Reihe setzt fast nahtlos an Band 2 an und als Leser darf man dieses Mal die Spuk Squads bei ihren Einsätzen begleiten. Der Tag der Versammlung ist auch gekommen und wie diese von Sue und Carlton genutzt wird um sich zu positionieren fand ich als Szene sehr spannend. Da waren viele Untertöne zu spüren und als Leser sollte man sorgfältig das Szenario betrachten. Auch Cams Entwicklung lässt sich weiter verfolgen und diese erfolgt nicht ganz reibungslos. Insgesamt ist es der Autorin gut gelungen die Reihe weiter zu bringen und gerade bei einigen Kleinigkeiten und Dialogen konnte ich mir ein schmunzeln nicht verkneifen.
Die Familie Hunt ist mir bisher ans Herz gewachsen durch ihre loyale Art und wie sie mit den eigenen und adoptierten bzw. aufgenommenen Kindern und Jugendlichen umgehen. Sie sind eindeutig die Sympathieträger innerhalb der Reihe. Dazu passende Gegenspieler fehlen natürlich auch nicht und so bleibt die Geschichte spannend mit einigen Ruhepolen um zu Atem zu kommen.
Chaos bei Mona
Der Lehrmeister von Oliver Pötzsch
Herz über Weihnacht ist eine Liebesgeschichte der Autorin Jennifer Wellen. Die chaotische Mona beendet gerade ihr neues Buch, da muss sie mit Entsetzen feststellen das sie dieses Jahr dran ist das Weihnachtsfest für ihre Familie auszurichten. Es ist kurz vor dem Fest und Mona hat weder Geschenke, noch Baum oder Essen besorgt.
Eine chaotische Zeit beginnt für sie, weil sie alles auf den letzten Drücker erledigen muss. Zu allem Unglück gibt ihr Laptop, mit dem gerade fertigen Buch das sie bis Neujahr abliefern muss, den Geist auf. Nun kann sie nur noch ein Wunder retten und das kommt in Gestalt von David.
Die Autorin erzählt eine zauberhafte Geschichte in der Zufälle eine große Rolle spielen und in der Gefühle nicht zu kurz kommt. Die Erzählperspektive wechselt zwischen den beiden Hauptakteuren und so konnte ich doch einiges von deren Seelennöten erfassen und warum sie so agieren. Die chaotische Mona und der eher ruhige David ergeben eine gute Mischung und obwohl sie sich nur kurz kennen, merkt man das die Chemie zwischen ihnen stimmt. Die Nebenakteure sind teils nervig, teils witzig und geben einen guten Rahmen für die Handlung. Insgesamt eine nette kurze Geschichte über Liebe und dem Verarbeiten von verletzten Gefühlen.
Nicolas in Nöten
Ein Dandy in Nöten von Sophia Farago
Der fünfte Band der Lancroft Abbey Reihe der Autorin Sophia Farago trägt den Titel Ein Dandy in Nöten und dieses Mal geht es um den jüngsten Sohn des Hauses Barnett, Nicolas. Dieser vertändelt, nach dem Abschluss seinen Studiums in Cambridge, sein Leben mit Alkohol, Spiel und Frauen. Immer wieder hilft ihm sein Schwager aus der Patsche und kümmert sich um seine Schuldscheine.
Doch dann strapaziert Nicoals dessen Nerven einmal zu viel und sieht sich plötzlich mittellos dastehen. Auf der Reise zu seinem Bruder Bertram macht er Station bei John Sander, einem Kaufmann, denn er muss sich die Überfahrt erst einmal verdienen. Im Kontor trifft Nicolas auf Claire, die Tochter von Sander welche ihm die Buchführung macht. Beide verlieben sich, doch aufgrund der Standesunterschiede könnte es Probleme geben.
Die Autorin erschafft beim Leser erst einmal ein Bild von Nicolas das durch Leichtsinn und in den Tag Leben geprägt ist. Seine allmähliche Wandlung wird gut skizziert und auch Claire als Charakter erlebt Änderungen in ihrem Leben. Die Geschichte ist gut aufgebaut und durch einige Zufälle geprägt, die aber nicht unwahrscheinlich klingen. Der Schreibstil ist angenehm und die Protagonisten und ihre Gedanken erfüllen das Ganze mit Leben und Spannungsbögen, welche die Geschichte gut tragen. Bereits bekannt Charaktere aus den Vorbänden tauchen auf und sorgen bei mir für ein freudiges Wiedersehen, das Buch kann zwar eigenständig gelesen werden, aber den vollen Genuss bekommt man wenn man die Reihe in der richtigen Folge liest. Insgesamt eine schöne Reihe die ich gerne gelesen habe und ich freue mich schon auf eine Fortsetzung, denn noch sind nicht alle Barnettkinder im Hafen der Ehe angelangt.
Santa in Love
Ein Dandy in Nöten von Sophia Farago
Santa in Love ist eine Neuauflage des Buches 3 Dates mit Santa des Autorinnenquartetts Saskia Louis, Marie Weißdorn, Julia Lalena und Julia Bohndorf. CJ soll den väterlichen Betrieb übernehmen, keine leichte Sache denn sein Vater ist der Weihnachtsmann. Als auch noch die Weihnachtsbriefe aus Deutschland verschwinden wird es für CJ noch schwerer, denn er will keinen Fehler machen und beweisen das er dem Job gewachsen ist.
Bei der Suche nach den Briefen trifft er auf Noelle, die Weihnachten hasst und als dann noch die Oberelfe zum Kontrollfreak mutiert und sich Amor als Liebesbote einmischt scheint das Chaos perfekt zu sein.
Santa in Love ist eine kurzweilige Liebesgeschichte mit witzigen Dialogen und sie wird aus wechselnden Perspektiven erzählt. Die Gedankengänge der Protagonisten erheitern und lassen hautnah erleben warum es immer chaotischer wird. Die Charaktere werden nicht tiefschürfend ergründet, aber das ist auch nicht nötig für diese Geschichte. Es ergeben sich auch keine Brüche in der Geschichte, sie wirkt wie aus einem Guss obwohl mehrere Autorinnen beteiligt waren. Insgesamt harmonisch, witzig, an einigen Stellen aufgedreht (aber nicht auf unangenehme Art) und genau das richtige zur Entspannung, wenn es mal wieder stressig war, und das nicht nur zur Weihnachtszeit.







