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Ein Stiefel kommt selten allein

Ein Stiefel kommt selten allein

Autor*in: Karen Witemeyer

Übersetzt von: Silvia Lutz
Deutsch
2025 - Francke-Buch

Taschenbuch

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Inhalt

Textauszug
Palo Pinto, Texas, 1889Sie war erst seit zwei Wochen von der Schule zurück und wieder zu Hause. Und schon versuchte ihr Vater, sie zu verheiraten. Samantha Dearing kochte innerlich, während sie die Tür zum Arbeitszimmer ihres Vaters aufriss und eintrat.Ihre verstorbene Mutter hatte ihr eingetrichtert, dass man als Dame niemals die Stimme erhebt oder sich öffentlich an Meinungsverschiedenheiten beteiligt. Nur deswegen hatte Samantha darauf verzichtet, ihrem Vater den Krug mit Bowle über den Kopf zu schütten oder einen gehörigen Wutanfall zu bekommen, als sie den eigentlichen Grund für das Fest heute Abend durchschaut hatte. Nein, sie war mit einem Lächeln im Gesicht auf den mächtigen und einflussreichen Eli Dearing zugegangen, hatte geduldig gewartet, bis er sein Gespräch mit einem der vermögenden Junggesellen beendet hatte, die er zur Willkommensfeier seiner Tochter eingeladen hatte, und ihn freundlich zu einem kurzen Gespräch unter vier Augen gebeten.Der Seidenrock ihres himmelblauen Ballkleids raschelte laut, während Samantha an der Sitzecke im Arbeitszimmer ihres Vaters vorbeirauschte und zu seinem Schreibtisch ging. Sie war dermaßen aufgebracht und machte so große Schritte, dass die Nähte ihres engen Rocks zu reißen drohten und die Tournüre über der Schleppe ein wenig aus der Balance geriet. Sie richtete ihre volle Aufmerksamkeit - und ihren ungezügelten Ärger - auf ihren Vater.»Ich lasse mich doch nicht an den Höchstbietenden verkaufen!«Ihr Vater runzelte die Stirn und machte die Tür zu. »Sprich leiser!«»Selbstverständlich.« Sie deutete einen alles andere als ehrerbietigen Knicks an. »Was immer der Rinderkönig gebietet.«Er kniff die Lippen zusammen. »Ich weiß nicht, welche Laus dir über die Leber gelaufen ist, Samantha, aber ich erwarte von dir, dass du respektvoll mit mir sprichst.«»Und im Gegenzug erwarte ich, respektvoll behandelt zu werden.«Ein bedrohliches Funkeln flackerte in den stahlblauen Augen ihres Vaters auf. »Hat sich einer unserer Gäste unanständig verhalten?« Die Frage war von einem gefährlichen Knurren begleitet.Sie zügelte sich ein wenig und gab sich Mühe, etwas sanfter aufzutreten. »Nein, Dad. Niemand hat sich unanständig verhalten. Aber die Herren, die du zu dieser kleinen Feier eingeladen hast, haben anscheinend den Eindruck, ich wäre nach Texas zurückgekommen, um einen Ehemann zu finden. Offenbar sind sie alle fest entschlossen, sich für diese Position zu bewerben, denn am laufenden Meter rattern sie ihre Vorzüge herunter, so als wären sie ein Stoff, aus dem mein nächstes Ballkleid geschneidert werden soll: die teure importierte Spitze, die meinen gesellschaftlichen Status verbessern würde. Die weiche, blaue Seide, die perfekt zu meinen Augen passen würde. Der praktische Popelin, der strapazierfähig ist und trotzdem eine gewisse Eleganz verleiht.«Inzwischen sah ihr Vater sie nicht mehr so angriffslustig an, sondern eher verwirrt. »Warum erzählst du jetzt etwas von Kleiderstoffen? Sag klar, was du meinst, Sam.«»Du willst also, dass ich klar sage, was ich meine?« In ihren Fingerspitzen kribbelte es und sie spürte eine ungewohnte Energie. So kühn war sie ihrem Vater gegenüber noch nie aufgetreten. In ihr tobte ein Kampf zwischen einem spürbaren Hochgefühl und einer unverkennbaren Angst, aber wenn je eine Situation ihren bedingungslosen Mut erfordert hatte, dann diese. »Ich lasse mich nicht zu einer Ehe zwingen, nur damit du deinen Einflussbereich erweitern kannst.«Als plötzlich die Augen ihres Vaters finster funkelten, wäre sie beinahe zurückgewichen, aber sie ballte die Fäuste und bot ihm die Stirn. Dad hatte zwar vor einigen Jahren die fünfzig überschritten, aber er war immer noch auf dem Höhepunkt seiner Kraft. Groß. Muskulös. Einschüchternd, wenn er wütend war. Aber nie brutal. Das wusste sie, darum war sie auch mutig genug, sich nicht unterkriegen zu lassen, obwohl sie bei seinem finsteren Blick innerlich zitterte.»Siehst du ein Gewehr in meinen Händen?« Er hielt ihr seine Handflächen

Hauptbeschreibung
Asher Ellis kann es nicht fassen. Der reiche Viehbaron Eli Dearing hat seine Familie vor die Tür gesetzt. Er will Gerechtigkeit. Und Akteneinsicht. Dafür ist ihm jedes Mittel recht, auch ein Einbruch. Aber er wird unterbrochen und versucht zu entkommen. Auf der Flucht schrillt der Schrei eines ertrinkenden Jungen durch die Nacht. Er muss sich entscheiden: Will er seine Haut retten oder das Leben des Kindes? Oder geht vielleicht auch beides?Samantha Dearing ist eine unabhängige junge Frau, die sich mit aller Macht gegen die Heiratspläne ihres Vaters wehrt. Als sie eines Abends beobachtet, wie ein Fremder offenbar ohne Beute aus dem Arbeitszimmer ihres Vaters flieht, ist ihre Neugier geweckt. Sie nimmt den einzigen Hinweis auf seine Identität - seinen Stiefel - an sich und beschließt, den Unbekannten ausfindig zu machen.

Autor*in

Karen Witemeyer liebt historische Romane mit Happy-End-Garantie und einer überzeugenden christlichen Botschaft. Nach dem Studium der Psychologie begann sie selbst mit dem Schreiben. Zusammen mit ihrem Mann und ihren drei Kindern lebt sie in Texas.www.karenwitemeyer.comFacebook: Karen Witemeyers Author Page

Buchdetails

Titel: Ein Stiefel kommt selten allein
Untertitel:Übersetzt von: Silvia Lutz
Verlag: Francke-Buch
Erscheinungsjahr:2025
Sprache:Deutsch
20 mm x 135 mm
ISBN-13: 978-3-96362-440-7

Produktsicherheit

Hersteller: Francke-Buch
Am Schwanhof 19, 35037 Marburg DE
E-Mail: info@francke-buch.de

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