Veranstaltungen in der Hauptbücherei am Gürtel

14.09.2010 19:00:00 ::  Martin Pollack: Kaiser von Amerika.



Buchpräsentation:

Martin Pollack
liest aus
Kaiser von Amerika. Die große Flucht aus Galizien (Zsolnay Verlag)

Moderation: Rainer Münz (Experte für Demografie und Migration)

Die Freiheitsstatue: Hunderttausende ließen sich um 1900 von diesem Bild über den Ozean locken. Damals hatte in Galizien (heute Polen und Ukraine), dem Armenhaus der Habsburger-Monarchie, eine Welle der Emigration eingesetzt. Kleinbauern, Handwerker, jüdische "Luftmenschen", sie alle suchten eine bessere Zukunft; der Kaiser von Amerika, meinten sie, werde sie nach ihrer Flucht freudig willkommen heißen. Aus dieser Hoffnung entwickelte sich rasch ein einträgliches Geschäft, an dem viele mitverdienten, Schlepper, Agenten, Menschenhändler. Bezüge zu heutigen Migrationsbewegungen und ihren gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen dürfen und sollen hergestellt werden.

Martin Pollack wurde 1944 in Bad Hall, OÖ, geboren; Studium der Slawistik und osteuropäischen Geschichte. Bis 1998 Redakteur des Spiegel in Wien und Warschau, seitdem freier Autor und Übersetzer.



16.09.2010 19:00:00 ::  Doron Rabinovici - Andernorts



Buchpräsentation:
Doron Rabinovici liest aus Andernorts (Suhrkamp Verlag)
Moderation: Doris Plöschberger (Lektorin, Suhrkamp Verlag)

Dieser Roman ist beständig in Bewegung zwischen Wien und Jerusalem/Tel Aviv, sein Ort ist ein keineswegs utopisches Andernorts, sondern die durchaus greifbare Realität der 70 Jahre nach dem Holocaust. Der israelische Kulturwissenschaftler Ethan Rosen und sein spiegelbildlicher österreichischer Rivale – oder Bruder? – Rudi Klausinger stehen im Mittelpunkt eines Verwirrspiels um Herkunft, Identität und Zugehörigkeit. In seinem neuen Roman Andernorts wirbelt Doron Rabinovici die Verhältnisse in einer jüdischen Familie herum, er deckt ihre alten Geheimnisse auf und beobachtet sie bei neuen Heimlichkeiten. Am Ende dieser packend erzählten Geschichte sind alle Gewißheiten beseitigt. Nur eines scheint sicher: Heimat ist jener Ort, wo einem am fremdesten zumute ist.

Doron Rabinovici, 1961 in Tel Aviv geboren, lebt seit 1964 in Wien. Er ist Schriftsteller, Essayist und Historiker.


UND am 16.Oktober, 19h30
Ein Abend mit Doron Rabinovici in Lepoellos Kellergwölb!



22.09.2010 19:00:00 ::  AutorenTreffen: Buchmessen-Gastland Argentinien




Ariel Magnus liest aus:
Ein Chinese auf dem Fahrrad (Kiepenheuer & Witsch,
aus dem argent. Spanisch übers. v. Silke Kleemann)

Moderation und Gespräch: Ilija Trojanow (Autor, Wien)

Ramiro, Zeuge bei der Gerichtsverhandlung gegen den vermeintlichen Brandstifter Li, wird in das chinesische Viertel von Buenos Aires entführt. Mehr Gast als Geisel lernt er eine völlig neue Kultur kennen und verliebt sich in die hübsche Chinesin Yintai, die ihm mit ihren Liebesspielen und ihren Reden für eine chinesische Vormachtstellung in der Welt die Sinne raubt.Dieser ungezügelt komische Roman führt den Leser in die Wunderwelt chinesischer Miniläden, ins Chinatown von Buenos Aires, und ist eine der witzigsten Liebeskomödien der letzten Zeit.

Ariel Magnus, geboren 1975 in Buenos Aires. Studium in Deutschland, Journalist in Lateinamerika und Berlin, lebt heute als Autor und Übersetzer in Buenos Aires. 2007 wurde er für seinen Roman Ein Chinese auf dem Fahrrad mit dem internationalen Literaturpreis Premio La otra Orilla ausgezeichnet.



27.09.2010 19:00:00 ::  OmU – Die interkulturelle Bibliothek:


> Aktuelle Sachbücher im Gespräch

Herbert Langthaler (Hrsg.): Integration in Österreich.
Sozialwissenschaftliche Befunde (Studienverlag)

Podiumsgespräch mit
Herbert Langtahler (Sozialanthropologe, Journalist, asylkoordination Österreich),
August Gächter (Migrationsforscher, Zentrum für soziale Innovation),
Barbara Herzog-Punzenberger (Migrations- und Bildungsforscherin, ÖAW),
Bernhard Perchinig (Politikwissenschfter mit Schwerpunkt Migrationsforschung)

„Integration“ ist in Zusammenhang mit den politischen und demografischen Veränderungen der letzten Jahrzehnte ein zentraler, aber auch umkämpfter politischer und wissenschaftlicher Begriff geworden. In den Sozialwissenschaften wird er in Zusammenhang mit Migration als gesellschaftlicher Prozess verstanden, der Veränderungen von Aufnahmegesellschaft und MigrantInnen beinhaltet. In den politischen Diskursen wurde er hingegen vielfach als Anpassungsleistung, die MigrantInnen vollbringen müssen, verstanden. Buch und Diskussion wollen den Begriff „Integration“ nicht jenen überlassen, die damit fremdenfeindliche Politik betreiben, sondern untersuchen den Stand der Forschung in Österreich und die Erfahrungen in den verschiedenen Politikfeldern.



28.09.2010 20:00:00 ::  Kriminacht 2010:


Buchmessen-Gastland Argentinien

Raúl Argemí
liest aus
Und der Engel spielt dein Lied (Unionsverlag, aus dem argent. Spanisch übers v. Susanna Mende)

Übersetzung und Gespräch: Susanna Mende (Übersetzerin)

Mit Raúl Argemí ist ein Meister des schwarzen Genres zu Gast. 1978, als Argentinien die Fußballweltmeisterschaft ausrichtet, beauftragt der Chefmafioso Polaco den Negro Drogen über die chilenische Grenze zu schaffen. Der Auftrag scheint leicht, vor allem weil der Transport von den Militärs gedeckt wird. Doch der Negro hat kein Glück, und die Mission wird zum Debakel. Die Dinge komplizieren sich erst recht, als Irma auftaucht, eine Frau wie ein Raubtier, durch die sich die Schicksale von Negro und Polaco auf unheilvolle Weise miteinander verknüpfen. Ein virtuos konstruierter Spannungsroman, der aufgrund von Argemís persönlicher Erfahrungen tiefe Einblicke in eine Schattenwelt gewährt.

Raúl Argemí wurde 1946 in La Plata, Argentinien, geboren. 1974, während der Militärdiktatur, wurde er verhaftet und verbrachte zehn Jahre im Gefängnis. Nach seiner Freilassung arbeitete er als Redakteur in Patagonien und veröffentlichte 1996 seinen ersten Roman. Lebt seit 2000 in Spanien als Romanautor, der mit wichtigen Preisen ausgezeichnet wurde.



30.09.2010 18:00:00 ::  Mila Haugovà - Ariella Kornmehl - Dacia Maraini !!!



Die Europäischen Kulturinstitute in Wien präsentieren
Mütter und Töchter in der Literatur

Mit Lesungen von
Mila Haugovà, Ariëlla Kornmehl und Dacia Maraini
Moderation: Günter Kaindlstorfer (Ö1)

Ein literarischer Abend mit drei herausragenden Schriftstellerinnen unterschiedlicher Generationen und Sprachen, denen jedoch eines gemeinsam ist. Sie haben sich in ihrem Werk intensiv mit den widersprüchlichen Beziehungen zwischen Müttern und Töchtern auseinandergesetzt und werden ausgewählte Stellen dazu lesen.

Mila Haugovà ist Lyrikerin und Lyrik-Übersetzerin, sie wurde 1942 in Budapest geboren und ist in der Slowakei zweisprachig aufgewachsen. Seit den siebziger Jahren publiziert sie Gedichte, Naturnähe und Intimität prägen die Themen ihrer Lyrik. Sie lebt heute als Autorin in Bratislava.

Ariella Kornmehl, geboren 1975, wohnt in Amsterdam, wo sie Philosophie studierte. Sie lebte zwei Jahre in Johannesburg. Ihr zweiter Roman Der Schmetterlingsmonat wurde mit J. M. Coetzees Büchern verglichen, kürzlich erschien ihr neuer Roman Eine stille Mutter.

Dacia Maraini, geboren 1936 in Florenz, ist heute weit über den Literaturbetrieb hinaus als Feministin eine der wichtigsten Stimmen ihres Landes. Mit La vacanza ("Tage im August") wurde sie 1961 über Nacht berühmt. Zu ihren erfolgreichsten Romanen gehören Die stumme Herzogin, Stimmen und Kinder der Dunkelheit.